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Zur Unterscheidung der Leichenalkalo╨Зde von den Pflanzenalkalo╨Зden.

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104 H. Reckurts, Unterscheidung d. Leichenallcaloide
von d. PflanzeaalkaloYden.
Veranderungen werden gewiss auch die normale Zusammensetzung
der Milch beeinflussen.
Jedenfalls hat man allen Grund zur Vorsicht.
Wenn die Ammenmilch abnorm zusammengesetzt ist, diirfte
es entschieden besser sein, dem Kinde gute Kuhmilch mit anderen
Surrogaten zu geben.
Bei der Kuhmilch ist in erster’ Linie auf eine richtige Futterung zu achten. Gewisse Futterstoffk, wie Schlempe, oder einseitige Riibenfutterung wirken nachtheilig auf die Milch. Die fur
das Kind zutrliglichste Milch producirt die Kuh bei Heu -,Korner iilid Kleienfutterung.
Versnchsstation M u n s t e r im December 1881.
Zur Unterscheidung der Leichenalkaloide von den
Pflanzenalkaloiden.
Yon H e i n r i c h B a c k u r t s .
(Mittheilung aus den1 pharm. Laboratorium der technischen Hochschule in
Braunschweig.)
Seit Erkenntniss der Thatsache, dass sich in Leichentheilen
auf dem w e g e der Flulniss alkalofdische StoRe - Mepticine, die
Ptomaine von Francesco Selmi - bilden kiinnen, welche in ihren
chemischen Eeactionen ein den Pflanzenbasen ausverordentlich
nahe kommendes Verhalten zeigen , ist man unausgesetzt bemuht
gewesen , charakteristische Unterscheidungsmerkmale beider aufzufinden.
Die Kenntniss der wichtigsten Reactionen der Ptomaine verdanken wir dem um die forensische Chemie uberhaupt sehr verdienten , kurzlich verstorbenen , italienischen Chemiker Francesco
Selmi. Generelle Reactionen, durch welche sich leicht und sicher
entscheiden lasst, ob ein Yflanzenalkalofd oder eins der sogenannten Ptoma’ine vorliegt, sind bislang nicht bekannt. Auch muss die
Auffindung solcher zur Zeit mindestens als fraglich erscheinen, so
lange man bei den mangelhaften Kenntnissen der Ptoma’ine uber
die chemische Natur derselben noch keine bestimmte Vorstellung
hat, j a mit jenem Namen eine ganze Reihe von Verbindungen
H. Beckurts, Untsrscheidung d. Leichenalkalo?de von d. Pflanzenalkaloyden. 105
zusammenfasst , deren Glieder, anscheinend unter denselben Bedingungen entstehend , wie sie physiologisch sich auf verschiedene
Weise aussern, wohl auch chemisch nur in sehr lockerem Zusammenhange stehen.
Um so mehr musste deshalb unser Interessc durch eine kiirzlich erschienene Arbeit von P. Brouardel und E. Boutmy erregt
werden, worin dieselben die Behauptung aafstellen, ein beide Xorperklassen unterscheidendes Reagens in dem Ferridcyankalium
gefunden zu haben. Pflanzenalkaloide sollen den Angaben der
genannten Chemiker zu Folge das Salz nicht verandern, Ptomaine
hingegen dasselbe sofort zu Ferrocyankalium , das durch den aid
Zusatz von Eisenoxydsalzen entstehenden Niederschlag von Berlinerblau leicht EU erkennen ist , reduciren. Eine Ausnahme von
der Regel machen nur Morphin und Veratrin , wovon ersteres
reichlich, letzteres etwas reducirend wirken 5011.
Die Wich tigkeit dieser Angaben fur die forensische Chemie
veranlasste mich zu ciner Wiederholung der erwiihnten Yesnche,
aber nur soweit sie sich auf das Verhalten der Pflanzenalkaloide
gegen Ferridcyankalium bezogen, da die reducirende Wirkung der
Ptoma'ine von allen Forschern als eine charakteristische Eigenschaft bctont worden ist und daher wohl einer erneuten Bestatigung durch Versuche nicht bedarf.
Ich verfuhr nun s o , dass ich je ein Centigramm des Alkalo'ides in 5 C. C. Wasser mit Hulfe verdiinnter Schwefelsiinre aufloste,
dann zwei Tropfen einer 10 O/" Ferridcyankaliumlosung und einen
Tropfen einer sehr verdunnten neutralen Eisenchloridlosung zufugte.
Morphin und Colchicin reducirten Ferridcyankalium sehr stark.
Die Mischung von Alkaloidsalz und Ferridcyankaliom ward auf
Zusatz von Eisenchlorid sogleich dunkelblau. Weniger stark, aber
immer noch deutlich nachweisbare Reduction - erkennbar durch
Bildung einer grunblanen Fliissigkeit nach Zusatz von Eisenchlorid,
aus welcher sich sofort oder nach einiger Zeit Flocken von Berlinerblau absetzten - hewirkten Aconitin (anglicum und germanicum) Brucin , Coniin, Digitalin, Nicotin, Strychnin, Papaverin, Nart) Sur un reactif propre B distinguer les ptomaines des alcaloi'des v6g6taux.
Note de MMd: P. Bruardel et E. Boutmy presentee par M.TjWurtz. Comptes
Rendus 1881. 92, 1056. S. Arch. d. Pharm, Bd. 219, S. 395.
106
W. Lenx, Priifung der gepulverten SennesblStter.
cein, Codein nnd ubereinstimmend mit den Angaben der genannten
Chemiker Veratrin ; auch Pikrotoxin (in neutraler Losung), wahrend
das mir zur Disposition stehende Atropin keine Reduction hervorrief.
Angenommen nun auch, dass die Ptomaine, welche nach einer
neiiern Arbeit von A. Casali (Gazz. chim. 1881, 314) f i r Amidosiiuren gehalten werden, ein starkeres Reductionsvermogen, als die
meisten Alkaloide besitzen, so geht doch a116 den vorstehend mitgetheilten Versuchen hervor , dass eine unterscheidende Reaction
zwjschen Pflanzengiften und Ptoma‘inen in dcm verschiedenen Verhalten derselben gegen Ferridcyankalium nicht erblickt werden
kann.
Ich erwahne noch, dass einige der genannten Alkalo’ide mit
Ferridcyankalium sowohl , wie mit Ferrocyankalium krystallinische
resp. amorphe Niederschlage geben , mit deren Untersuchung ich
mich zur Zeit noch beschaftige.
Braunschw-eig im November 1881.
Zur Priifung der gepulverten Sennesblatter.’
Von Dr. W. L e n z i n Munster.
Wer nicht in der Lage ist, seine Pflanzenpulver selbst herzustellen - und das sind in neuerer Zeit immer mehr, j a selbst
grossere Geschafte -- oder aber wer aus anderen Grunden als
Apotheker seine Pflanzenpulver knnft, der wird, sofern er gewohnt
ist, seine Waaren gewissenhaft zii priifen, den Mangel geeigneter
Prufungsmethoden gerade fur die Pulver von Pflanzen - und Pflanzentheilen gewiss vielfach schrnerzlich vermisst haben. Wird aber
dieser Mangel im speciellen Falle erwiihnt, als Grund geltend ’gemacht fur die Verpflichtung des Apothekers seine Pulver selbst
herzustellen und nicht kauf lich von Droguenhandlungen zu beziehen,
SO hort man gewiss in allen Fallen die Versicherang von der
1) Unter dem Titel ,,Eine botaniscbc Stltdie fBr dic Praxis ‘. zuerst im Jahresbericht der botaniwhen Section des Westphalischcn Provinzial- Vereins fur Wissenschaft und Kunst pr. 1880 von dem Vorsitzenden dersclben veroffentlicht, und
vom Autor sodann fur das Archiv hearbeitet.
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