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Zweite Abtheilung. 2. Lieferung enthltHandwrterbuch der Pharmacognosie des Pflanzenreichs herausgegeben von Prof. Dr. G. C. Wittstein. Erste Lieferung. Breslau Eduard Trewendt 1882. 144 S. in gr. 8

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&chcrschau.
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Z w e i t e A b t h e i l u n g . 2. L i e f e r u n g , enthdt: H a n d w o r t e r bu eh d e r P h a r m a c o g n o s i e d e s P f 1a n z e n r e i c h s herausgegeben von Prof. Dr. G. C. W i t t s t e i n . Erste Lieferung. Breslau,
Ednard Trewendt, 1882. 144 S. in gr. 8.
Der Name dcs Herausgebers dcs H a n d w o r t e r b u c h s d e r P h a r m a c o g n o s i e d e s P f l a n z e n r e i c h s biirgt dafur, dass hier eine Arbeit gelicferl
wird, welche auch den strcngsten Anforderungen in der glanzendsten Weise zu
entsprechen vcrmag. Vorliegende erste Lieferung reicht von ,,A d d - A d d ''
(Folia Cclastri) bis ,, C h i n a r i n den. " Damit das vorhandene reichc Material
in nioglichst iibersichtlicher Weise zur Darstellung gelange , sind die cinzelneu
Arti.kel nach dcm bekanntcsten und populgrsten d c u t s c h c n oder, wcnn die
Waoire keincn solchen hat oder dicser weniger gcbrauchlich ist, nach dem gcbrauchlichsten H a n d e l s n a m e n alphabctisch geordnct. An diesen Hauptnamen
reihen sich die dcutschen oder Handels- Synonyme, die officinellcn lateinischen
Benennungen , die systematischcn Namen der Mutterpflauze und deren Stellung
im Sexual- und natirlichen Systeme. Dann folgen : cine kurze Charaktcristik
dcr Mutterpflanze ; die Angabe ihrcs Vorkommens und Vaterlandcs ; eine griindliche Beschreibung der davon im Gebrauche stehenden Theile; deren wesentliche
chcmische Bestandtheile; die Merkmale der Aechtheit rcsp. der Nachweis der
Vcrwcchselungen und Verfiilschungen; die Anwendungen, und zulctzt ctwaige
Bcmerkungcu iiber die Zeit dcr Einfiihrung dcr Droge , nebst etymologischen
Notizcn.
.Unter den 163 i n dieser ersten Licferung bcschricbenen Drogen finden wir
zwar vielc, vrelche thcils obsolet geworden, the& wcnig bckannt sind odcr zur
Zcit nur schr beschrankte Anwendung findcn; z. B. A d l e r f a r n (Pteris aquilina),
A h o i r n r i n d c (Acer campcstro), A k e l c i (Aquilegia vulgaris), A k m e l l e (Spilnnthes Acmella), A n d a s a m c (Anda brasiliensis), A p i o s k n 011e n (Apios tuberosa), A u r i k e l (Primula Auricula), U a y b l a t t e r (Myrica acris), B e c h e r f l e c h t e (Cladonia pyxidata), B i s a m k r a u t (Adoxa moschatellina) u. s. w.
Solche Drogen sind jedoch vom Herausgeber dcshalb aufgcnommen worden, wcil
sic moglicherweise, sobald sie genauer untersucht und hinreichcnd gewiirdigt
werden, doch wiederum zu neuem Ansehcn gclangen konntcn.
Die Beschreibung der cinzclnen Drogen ist cine musterhaftc, wie sie kiirzer ,
scharfcr und priiciser wohl kaum gegeben wcrdcn kann; die Angabe der chcniischcn Bestandthaile umfasst wohl Alles was auf dicscm Gebiete bis i n die neucste
Zeit erforscht worden ist; und die gcschichtlichen und etymologischen Belehrungen gcben ein glanzcndes Zeugniss von dcr eminentcn Bclcsenheit , welche
dem beriihmtcn Vcrfasser dcr , , N a t u r g e s c h i c h t e d c s C a j u s P l i n i u s S c c u n d u s " in hohem Grade cigen ist. Um yon diesen Notizcn dem Lcscr cin
Ueispiel zu geben, wollen wir das Geschichtlichc iiber den Artikel , , B r c c h w u r z e l " (Cephaelis Ipecacuanha) hicr reproduciren.
,,Graf M o r i t z v o n
N a s s a u - S i c g c n nahm bei seiner Expedition nach Brasilien i n den Jahrcn
1636-1641
zwei Naturforschcr mit, den hollandischcn Arzt W i l h e l m P i s o
und Gre o r g ' M a r k g r a f von Liebstadt bei Meissen, welche nebst zahlreichen anderen Gewachscn auch die wahre Ipecacuanha entdecktcn , beschricben, abbilden
liessen und von ihren HcilkrPftcnNachricht gaben, abcr, wie es schcint, kcineqVorrath
von Wurzeln nach Europa scndeten. Ueber die richtige botanische Bestinimung
war man lange ungewiss; R a j u s mcinte, es sei eine Art P a r i s , M o r i s o n
rieth ,auf eine L o n i c e r a , L i n n 6 schrieb die Wurzel seiner V i o l a I p e c a c u a n l h a zu, und erst G o m e z gab die nothige Berichtiguug. Im Jahre 1672
brachte ein Arzt Namens L e G r a s eine Quantitit Wurzeln nach Frankreich, und
sie schcint nuch bald nachhcr iiftcr gcbraucht wordeu zu sein, indem sie bercits
1684 in den Preislisten mehrerer europlischer Drognisten aufgefiihrt wird ; auch
besassen sie zu jener Zcit schon die Pariser Apotheker C l a q u e n e l l c und
P o u l n i n in ihren Officinen. Indessen blieb das Mittel doch noch den meisten
Aerzteii unbckannt, bis Dr. Aff o r t i einen krankcn Kaufmann Namens G r e n i c r
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Bucherschau.
behandelte und heilte. Dieser bot cum Zeichen seiner Dankbarkeit dem Arzte
eine Portion der Ipecacuanha unter dem Namen der brasilianischen Ruhrwurzel.
A f f o r t i beachtete aber dieses Geschenk nicht sehr und uberliess es einem
Studcnten Namens J o h . A d r i a n H e l v e t i u s , der ihn zu seinem Kranken zu
begleiten pflegte. H e 1 v e t i u s behaudelte das Mittel als ein Geheimniss, und
durch gluckliche Verhiltnisse unterstutzt, gelang es ihm, grosses Aufsehen mit
seinem angeblichen Arkanum zu machen, SO dass L u d wi g XIV. sich veranlasst
sah, es ihm um 1000 Louisdor abzukaufen nnd ihm noch ein Privilegium des
Alleinverkaufes zu ertheilen. Dies zog ihm eineu Process von Seiten des Kaufmanns G r e n i e r z u , den cr zwar gcwanu, allcin alle Umstande der ganzen
Sache lauten nicht sehr riihmlich fiir I - I e l v e t i u s , der 1688 das Niherc in
einer kleinen Schrift unter dem Titel ,,lteu16d6 c o n t r e l e c o u r s d e v e n t r e" bekannt machte. I n Dcutschland lenkte besonders L e i b n i t z die Aufmerksamkeit auf das neue Mittel, und zwar i n den Verhandlungen der Leopoldinischen Societat der Naturforscher vom Jahre 1696 unter der Aufschrift:
De novo antidysenterico americano.
Noch in der ersten Halfte des 18. Jahrhunderts war die Ipecacuanha eine
seltene und so theure Drogue, dass man fur eine Dosis 1 Louisdor bezahlen
musste.
Der Name Ipecacuanha ist portugiesisch und zusammengesetzt aus i (klein),
pe (am Wege), caa (Kraut) und goeiie (Ilrechen erregend).
CephaGlis ist zus. aus x c c p r c l ~(Hopf) und e l l e t v (zusammendrangen) d. h.
eine Pflanze mit in einem Kopf vereinigten Rlumen.
Richardsonia ist benannt nach dem cnglischen Botaniker R i c h a r d s o n ,
der 1 6 9 9 uber Gartencultur schrieb.
Psychotria ist zus. aus I / J U X ~ (Seele, Lcben) und zparpeiv (ernahren, erhalten); aus dem Samen der Ps. herbacea bereitet man nach P. B r o w n e auf
Jamaica ein angenehmes kaffeeiihnliches Getrank. L i n n Q zog den ursprunglich
von B r o w n e gebildeten Namen Psychotrophum zusammen."
Der Artikel , , C h i n a r i n d e n " , aus der Feder des Herrn Dr. G a r c k e in
Berlin, stellt cine kleine Monographie dar, die gewiss Nichts zu wiinschen
ubrig lasst.
Zum Zweck systematischer Orientirung und erleichterten Aufsuchens wird
der Herausgeber noch z w e i A n h a n g c und d r e i R e g i s t e r beigeben.
Der erste Anhang enthalt die systematische Aufzahlung aammtlicher Drogen
nach dem naturlichen Systeme, resp. dcren Mutterpflanzen, mit den Pilzen beginnend, geordnet, und der zwcitc die nach den betreffenden Pflanzentheilen
gruppirte Zuaammenstellung derselbcn.
Von den 3 Registern enthalt des erstc die deutschen Drogennamen, das
zweite die officinellen lateiuischen Drogennamen , und das dritte die systematischen lateinischen Namen der Mutterpflanzen , alle c h i i n alphabetischer Reihenfolge.
W i r zweifeln nicht daran, dass dieses neuc H a n d w o r t e r b u c h d e r b o t a n i s c h e n P h a r m a c o g n o s i e cine Zierde der Encyklopadie, dem Pharmaceuten ein unentbehrliches Hulfs - untl Nachschlagehuch werden wird.
A . Geheeb.
Halle a. S . , nuchdruckerei dos Waisenhauses.
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prof, der, zweiter, pharmacognosy, abtheilung, trewendt, ersten, eduard, herausgegeben, 144, 1882, wittstein, enthlthandwrterbuch, pflanzenreiche, des, von, lieferung, breslau
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