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Das Alkaloid von Sophora tomentosa L.

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P. C. Plugge, Das Alkaloid von Sophora tomentosa L.
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gebildete weifse Prazipitat leicht die Anwesenheit von Ce neben A1
nachweisen. Dies gelingt aber nicht direkt in dem dnrch NH4C1, NH3
und (NH&S gebildeten weifsen PrLzipitat, weil alsdann beim ubergiehen mit obigem Reagens aus dem ZnS, H,S frei wird, welches die
Farbung sogleich sttirt, eventuell ihre Bildung verhindert.
IV. Das Alkaloid von Sophora tornelztosa L.
(Vorladge Mitteilung.)
Von P. C . P l u g g e .
(Eingegangen den 2. X. 1891.)
Unter mehreren interessanten Stoffen, welche Dr. G r e s h o f f , der
Chemiker des pharmakologischen Laboratoriums von s’lands Plantentuin
in Buitenzorg, die Gtite hatte mir zu schicken, und wofiir ich ihm hier
nochmals meinen herzlichen Dank abstatte, fand sich ein Rljhrchen mit
einer geringen Menge (0,4g) rotbrauner, dicker Fltissigkeit, nach der
Aufschrift ein fast reines Alkaloid aus den Samen der zu den Papilionaceae
gehljrenden Xophora tomentosa L.
In seinem ,,Eerste Verslag van het onderzoek naar de plantenstoffen
van Nederlandsch IndieU (Ersten Bericht iiber die Untersuchung von
Pflanzenstoffen aus Niederliindisch Indien) sagt Dr. G r e s h o f f , d a k
das in Rede stehende Alkaloid aus den Sophorasamen durch Digerieren
des alkoholischen Extraktes des Samens mit salzslurehaltigem Wasser,
Alkalischmachen des sauren Filtrata xnit Soda und darauffolgendes Ausschutteln mit Ather bereitet ist. Da G r e s h off weiter sagt, dafs er in
einem der folgenden ,,B e r i c h t e u niihere Angaben uber die chemischen
Bestandteile von Sophora tomentosa rnitzuteilen hofft, wurds das von
mir empfangene Alkaloid hauptsachlich zu einer v o r l a u f i g e n Untersuchung auf seine physiologische Wirkung verwendet. Z u diesem
Zwecke wurde die ganze Quantitat Alkaloid in 100 ccm 9Oprox. Alkohols
gelost, wodurch eine vollkonimen klare, jedoch gelbbraun gefarbte
Flbsigkeit erzielt wurde. Durch Verdunstung genau abgemessener
Quantittiten dieser Losung erhielt ich Riickstande von bekanntem Gewicht, die sich als vollkommen loslich in Wasser erwiesen. Diese Verdampfungsriickstande wurden entweder direkt oder nach vorheriger
Reinigung zu einer Anzahl Versuchen an Tieren (FriSschen, Mausen
und Kaninchen) benutzt.
P. C. Plugge, Dae Alkaloid von Sophora tomentoss L.
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A m diesen Versuchen, deren niihere Beschreibung ich in dieser
v o r l l u f i g e n Mitteilung unterlasse, ergab sich, d& das Sophoraalkaloid eine liihmende Wirkung ausiibt, und dafs es an erster Stelle
ein Gift fir das centrale Nervensystem ist. Es hebt die willktirliche
Bewegung auf zu einer Zeit, wo die peripherischen Nerven noch sehr
gut reizbar sind; es llhmt - wahrscheinlich nach vorhergehender
Reizung - das Respirationscentrum und verursacht demzufolge bei
warmbllitigen Tieren einen Tod durch Asphyxie. Die reflexvermindernde
Wirkung des Giftes, die nach kleinen Dosen nur langsam eintritt, jedoch
schon sehr gut bemerkbar ist zu einer Zeit, wo die Nerven ihre Reizbarkeit noch nicht verloren haben, scheint also an erster Stelle auf
den centralen Teil des Reflexbogens - auf die Reflexganglien des
Riickenmarks gerichtet zu sein. Allmahlich nimmt aber auch die Reizbarkeit der Nerven ab, um schliefslich vollstrindig zu verschwinden,
wlhrend die Muskeln noch sehr krlftig auf direkte Reize reagieren.
Die Nervenltihmung, die anfangs central ist, pflanzt sich also allmlhlich nach der Peripherie fort. Namentlich diese Erscheinung
der c e n t r i f u g a l f o r t s c h r e i t e n d e n P a r a l y s i s , aber auch
das ziemliche Intaktbleiben von Muskeln , Herz und Blutbewegung
deuteten auf eine sehr grol'se tfbereinstimmung in der Wirkung
des Sophoraalkaloids mit der des Cytisins, dem giftigen Alkaloid des
Cytisus.
Die Moglichkeit, d d s das Sophoraalkaloid in der That nichts anderes
als Cytisin ist, ergiebt sich, auher durch die beschriebene Wirkung
desselben, auch noch aus folgenden Erw-gen
:
1. Der fliissige Zustand und die gelbbraune Farbe des S o p h o r a
a1k a1o i ds k6nnten vielleicht im Einklang stehen mit der leichten LSslichkeit - Zerfliehlichkeit - des C y t i s i n s , da nach den Angaben
von v. d. M o e r l urspriinglich farbloses Cytisin bei langem Aufbewahren
in feuchter Luft sich gelb bis braun fiirbt und zerflieht.
2. Die vollkommene Loslichkeit des Alkaloids in Wasser, in Alkohol
und in Chloroform, das Faktum, dah Ather die letzterwlhnten L6sungen
stark trtibt, sowie weiter das Ausbleiben von Farbereaktionen mit konzentrierter %SO4 in der Kllte und in der Warme, mit konzentrierter
HNO, in der Kiilte und endlich die FWlbarkeit sehr verdtinnter Losungen
in Wasser durch Gerbsiiure, Phosphormolybdanslure und viele andere
-
J. v. d. M o e r . ffber Cytisine. Diss. Groningen 1890, p. 18.
P. C. Plugge, Das Alkaloid von Sophora tomentosa L.
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allgemeine Alkaloidreagentien sind slmtlich Eigenschaften, welche nicht
verschieden aind yon denen des Cytisins.
a. Auch das von Wo od aus den Samen von Sophora specioea Benth.
isolierte Sophorin stimmt, wie ich aus der Beschreibung seiner Eigenschaften
schliefsen darf, in vieler Beziehung, namentlich in der Art der physiologkchen Wirkung und in der Eigenschaft durch Eisenchlorid rot get?irbt
zu werden, sowohl mit Cytisin, als auch mit G r e s ho f f’s Alkaloid liberein.
Um die Frage tiber die Identitlit des Sophorins und Cytisins, soweit es die geringe Quantitlt, woriiber icb nur verfiigen konnte, zulieh,
zu beantworten, wurde ein Teil dieses Alkaloids durch Verdunstung
der Losung, Aufnehmen des Ruckstandes niit salzslurehaltigem Wasser,
Ausschlitteln mit Chloroform, Alkalischmachen rnit Ammoniak und
erneutes Ausschiitteln rnit Chloroform gereinig-t. Einige Versuche an
Fr6schen bewiesen, dafs kein qualitativer Unterschied in der Wirkung
zwischen dem so gereinigten und deni ursprlinglichen Alkaloid bestand.
Auf eine Spur des gereinigten Alkaloids wurde hierauf die fUr
Cytisii sehr charakteristische Reaktion v. d. Moer’s mit Eisenc h l o r i d und W a s s e r s t o f f p e r o x y d angewandt. Es entstand, wie
bei dem Kontrollversuch rnit Cytisin, eine sehr intensiv blaue Fkbung;
namentlich als ich nach der Angabe v. d. Moer’s den eingedunsteten
blauen Rest mit Ammoniak ubergob und alsdann mit verdiinnter
Schwefelslure ansluerte, erschien die blaue Farbung besonders schBn.
Obgleich das Resultat dieser eigenttimlichen Reaktion ein weiterer
Beweis nir die Identitlt des Sophorins rnit dem Cytisin zu sein scheint,
so kann doch der vollstandige Beweis hierftir erst durch eine Schmelzpunktsbestimmung, Elementaranalyse und kryoskopische Bestimmung des
reinen Alkaloids oder seiner Salze, sowie durch Gold- und Platinbestimmungen der Doppelverbindungen u. s. w. erbracht werden.
Da ich von meinem kleinen Vorrat Sophoraalkaloid zu wenig fir
derartige Untersuchungen iibrig behielt, so benutzte ich die noch ver@bare Quantitrit zu einigen Versuchen tiber den Einflufs dieses Qiftes
auf die Abgabe von Sauerstoff im BluL
Nach den Untersuchungen von R ad z i wi 11ow i c z besitzt nlmlich
Cytisin in noch h6herem Mabe als das Strychnin das Vermogen, die
Sauerstoffabgabe des Blutes bedeutend zu verzogern. R. sagt :1
* Radziwillowicz.
Dissertat. Dorpat 1887.
Uber Nachweis und Wirkung dee Cytisins.
P.C. Plugge, Das Alkaloid von Sophora tomentosa L.
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,,Das C y t i s i n v e r z t i g e r t ( a b e r ) d i e S a u e r s t o f f a b g a b e d e r
roten B l u t k t i r p e r c h e n , das a r t e r i e l l e B l u t w i r d n i c h t
ventis, s o n d e r n b l e i b t d a b e i l a n g e r e Z e i t a r t e r i e l l a l s
ohn e C y t i s i n u . Wenn die aus vorstehenden Grlinden vermutete
Identitat des Sophoralkaloids rnit dem Cytisin in der That bestand,
so mufste also auch erstgenannter Stoff diesen verzogernden Einflufs
auf die Reduktion des Oxyhamoglobins ausiiben. Um dies zu untersuchen, fillte ich einige gut schliefsende Stopfenflikchchen rnit verdiinntem (1 : 100) Blut, welches vorher gut mit Luft geschiittelt war,
indem ich Sorge trug, dafs keine Luftblasen zwischen der FlIissigkeit
/I
Zeit der Wehrnehmung
Juli 9.: gefullt 2 Uhr 10 Min.
Nachm. 6
n
n
1 0 . Juli 10.: Vorm. 8 ,, 30
Juli 11.:
9
30
Juli 12.:
2
45
~
Flaschchen a
reines Blut
1
b
reines Blut
. . . . . 2 Streif., sehr deutl. 2 Streif., sehr deutl.
deutlich
2 , deutlich
..... 2
.....
. . ...
. . ...
.. ..
.
1
1
1
n
,
n
1
n
n
schwach 1 ,, sehrschmach
sehrschwach 1 ,, auherst ,
keine Streifen
keine Streifen
~
J. E. Gerock, Anatomie des Stamrnes von Strychnos Ignatii.
565
und dem Sttipsel Ubrig blieben. In dem Flaschchen d war dem verdiinnten H u t ein wenig Strychninsulfat, in e eine Spur Cytisin und in
f .cine Spur Sophoraalkaloid zugefiigt, wahrend die E’llschchen 8, b
und e mit reinem, verdunntem Blut gefiillt wurden, dem ebensoviel
destiiiertes Wasser heigeftigt war, als zur LBsung der Alkaloide in
den erstgenannten Fllschchen benutzt war.
Sogleich nach der Ftillung uberzeugte ich mich durch Wahrnehmung rnit dem Spektroskop, dafs alle Flussigkeiten die zwei Oxyhamoglobinstreifen sehr deutlich zeigten. Von Zeit zu Zeit wurde
diese Wahrnehmung wiederholt , wobei ich folgendes bemerkte:
j
reinei Blut
-
a
i
Blut mit Strychoin
0
P
Blut mit Cytisin
Blut rnit Sophorin
2 Streif., sehr deutl. 2 Streif., sehr deutl. 2 Streif., sehr deutl. 2 Streif., sehr deutl,
1
1
1
.
n
2
n
n
n
2
n
n
n
2
n
n
n
2
n
n
n
2
n
n
n
2
v
n
n
n
n
2
n
n
n
schwach 2 , deutlicb
iiurserst schw
keine Streifen
keine Streifen
n
n
2
1
1
deutlich
schwach
1
1
,,
deutlich
schwach
Kulturgarten gezuchtet wird, hoffe ich spater Gelegenheit zu erhalten,
die Identittit des Sophorins und des Cytisins, die ich jetzt fUr sehr
wahrscheinlich halte, noch endgUltig beweisen zu kBnnen.
Xitbilung aus dem pharmaceufischen Institute der
Universitlif StraSsburg.
Beitrsg zur dnatomie des Stammes von
S ~ c h m s
Tgnatd4.
Yon J. E. G e r o c k, Assistent am Institute, und E. B r o n n e r t ,cand. pharm,
(Eingegangen den 4. VIII. 1891.)
I n seinem Aufsatze uber S t ~ j c h n o sIgnatii (Archiv der Pharmacie,
Bd. 227, 1889, p. 145 u. f.) hat F l u c k i g e r unter anderem auch den
anatomischen Bau des Holzes diejer Pflanzc besprochen unter Zugrundelegung der yon d e R a r y in seiner ,,Vergleichenden Anatomie der
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