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Das Apothekergeschft in den Vereinigten Staaten.

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Vereinszeitung.
die betheiligten Cehiilfen verpflichtet werden, lediglich nur bei daran
betheiligten Apothekenbrsitzern L U conditioniren u. 8. w.
Wir, mit iinsern unzuliinglicben inoralischen Mitteln, diirfen uns
nicbt anmaassen, diese Saehe weiter 813 durch gegenwartige Anregung
f6rdern zu wollen, vertrauen uber, unser hochierehrtes Vereinsdirectorium werde auch diesen, den Statuten nach nicht auseerhalb der
Tendenzen unsers Vereins liegenden Gegenstand in Erwfigung ziehen
und dnnn durcli die Unterstiitzung recht vieler wohlgesinnter Collegen
alsbald ins Leben fiihren.
Bad Kendorf, im November 1851.
L iid e r s e n .
Es ist zu bemerken, dass in melireren S1aaten, z. B. I’reusaen,
Anhalt und vielleicht noch andern die Sellvertretung beim Militrir nicht
statt finden darf. Der Vorschlap ist ein durchaus gut geineinter, den
von der Militairstellung betrercnden jungen Pharmnceuten zu gut kommender ; ob seiner Ausfbhriing erhebliclie Scliwieriglreiten im Wege
alehen, ltann erst eine sachkundige I’rufiing ermitteln. Es soll dieser
Antrag des Hrn. Collegen Lii d e r s e n der Directorial-Conferenz im nfichsten Friihjahr vorgelegt werden. Da die allgemeine Unterstiitzungscame gegenwsrtig die Zahlung von jzilirlich 200 Thlr. an die Leihrenten- und Spttrcasse deutscher Apolhekergeliiilfen vorliufig auf fiinf
Jahre iibernommen hat, ausserdem melirere Wiltwen- und Waisenpensionen, so wie drei Stipendien an wiirdige bedilrffige Pharrnaceiiteo
zahlt, so Itann derselben eine weilere Ucbernahine von anderweitigen
Unterstiitzungen jetzt nicht zugemuthet werden.
Dr. B l e y .
3) Das Apothekergeschift in deli Vereinigten Staaten.
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In allen Staaten der Union i s 1 d a s Gewcrbe frei, an kein Exanien,
Concession u. dergl. gebuoden; besleuert nur in dem Maasse als in
den Stiidten jeder Loden besteuert ist, und so weit es durch die Eingiingsz6lle belastct wird. Dieselhen sind lidher fur alle Artiltel, die
entweder selLst oder deren Surrogate in den Vereinigten Straten producirt werden und die freie Concurrenz des Aiislandes nicht ausbalten
k6niiten ; niedrig oder gnnz aufgehoben f i r ille Artikel, die entweder
eingefiibrt werden miisseo, oder niit Vortheil nicht eingefiibrt werden
kdnnen.
In Newyorlr giebt es Apothekergeschafte der versehiedensten Art.
Sie sehen Lfiden, in denen nur ein Mittel en gros u n d en defail verfrauft wiid. Gebeinimittel (Patent medicines), deren Anpreisungen
Sie in allen Zeitungen finden, z. B. Toconrends Sassaparilla Decoct, Hutrliins aromatic hitires, - Wrighls Itidian Pills,
Courands
Hair Dye etc. - Sie finden Llden, die nur mit solchen Patent- Yedicinen und hom6opathischen Arzneieo hrndelo, Apotheken nach deutscber, nach frnnzdsischer Art, und gr6ssere und kleinere echt ameriksniscbe Geschiifte, die rilles dies mit dem Ihoguenbandel, mit dem
Perfiimerie- und Confitiirengescbtift und dem Aussrbenken von Sodawasser verbinden. Da finden Sie auch chirurgische Instrumente, Bandagen, chernische Apparate, Toiletten-Ar1ikel sller Art, Biirsten, H i m m e ,
Schwamme, Schminke etc. nlit letzteren Gegenstinden und grossen
Flaichen voll gefarbler Wasser, hinter denen Abends Casflammen brennen, sind die Schaufenster verziert. Auch dm deutscben Apotheken
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Vewinszeitung.
ni8ssen die genannten Artikel fiihren. Sie hahen dadurch einen ausgdehnteren Handverkauf als driiben, und ihre lleceptur beschrlnkt
sich bei den meisten nur auf Verordnungen deutscher Aerzte, die
mdistens, wie in Deutschlrnd, lateinische iiecepte verschreihen.
Auvh die deutschen Apotlieken sind liier von der verschiedenstcn
Ausdrhnun~. Sie finden lileine Geschafte, die nur aos einem Laden
u n i t einer Hinterstube bestehen, lteine Vorriilhe fiihren, keine Priiparate selbst snfertigen, sondern alles BUS den Drognenhandlungen beriehen. Die Anlage solcher Apotheke ist nat.iirlich nichts Kostspieliges.
Es.gietu Geschiifle der Art, die m i l ein Paar Hundert Dollars angefangen sind. Sie ernihren, wenn sie an Ruler Slellu liegen, von
e i n e m oder ein Paar Aerzten empfohlen sind und niit Eifer besorgt
werden, ihren Mann, der aber ohne Gehiilfen alles bis aufs Fensterputren selbst machen muss. In einigen Jahren erweitert sich wohl
&as Gescliaft, u n d gestattet die Annahnie eincs GehBlfen, m i l dern der
Apothelter dann die Arbeit zu theilen pflegt. GrBsfiere Etnblissements,
die theilweisc aiicli mit Drognonhandel verLuntlen sinr!, ein lileines
Laboratorioin haben, erfordern zur Anlige 3 4000 Doliar (10 Dollar
=: 14 Thaler).
Jlir rind melirere der Art belcannt, die ziim Theil Eigent h u m von Aerzlen siiid, welche. dann i n deni Hintcrzirnmer einige
Stundcn Krrnlie eiirprangen, u n d ihre I’alienlen dortliin wcisen. Ein
Provisor mit einem Lehrling genigen zur Rediennng. J!;inche (;osch&Re
liaben grbmere Ausdehnung gewonnen, iniporliren Droguen, und legen
such wohl. in der Stadt und Utngegend kleinere Filial-Apotheken an.
liri Ganceo wird die Apothelrerei fiir cin sehr gutes Geschdft gehalten,
doch geh8rt zur Anlage natiirlicli genaue Kenntniss des Platzes u n d
Verhindung init wenigstens einem hcschiiltigLen Arzte. Oft ist es zweckmissiger und billiger, eine vorhanderie Apothclte zu krufen, als eine
neue nnznlegen.
Eine vorschriftsniissige Taxe giebt es iiiclil, docli h n t die Concurrunz eine gewisse Norm und Minimalsitze Irslgestcllt, a n welche
die meisten Apotlielter sich halten. Eine itlixtur von 4 6 Unzen
wid. niaht iintur ’ i i - ? O Sgr. gemacht. Theurnre Substanzen erhohen
den I’reis, doch nitnmt man i m Allgemeinen vie1 Hiicksicht a u f Vorurtbeiltl des Publicums. Nur die grbasten, in guteni Hufe stehenden
Geschifte halten sich a n ihre fesle ‘l‘use.
I k Apothcken i n don iibrigen grossen Stridten der Union sind
rbenso wie die Newyorker; je weiter in den Westen, desto melir
nitntnt die Zahl der gtfiihrten Aeben-Artikel zu. In den lcleinewn
Orten fiibron die Apotheker zugleicb Krdmerwaare, Porcellaii, GIas,
Werkzeuge, Wein, Bier- und Brannlwein- Sclrank. Die Aerzte der
kleinslen Orte dispensiren selbst, und ziehen nur, wenn ihre I’raxis
oder der Ort sich vergrbssert, einen Apolheker hinzu.
Apotheker, die mit Vermbgen herliberlrommen werden iinmer
gut thun, ziierst eich eine genaue Kenntniss der hiesigen Verhiiltnisee
durch Annaliiiie einer Gehiilfendelle LU verschaflen; wo m8glich zuerat
i n eineto grdssuren deulsclien, spiiter, wenn sie der Sprache vollkommeat mtichtig aind, in eineni aiiierikanischen Geschiifte. Nur die genaueate Kenntnirs des letzteren setzt sie i n Stand, init den ameriltanischen Apattaeken zu coneurriren. Kach einem solchen Anfange .hnt
der bemitteltc, umsichtige, thiitige, reelle Mann die besten Chancen,
nnd wiirde dann sicher selb& wisseu, wo und wie er das eigene
Geaohirft nnzufangen hat. Ohne selbstgomrchte Erfahrungen anzufaagen,
hr4 sich bier jederteit als verderblich erwiesen. Am meisten muss
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Vereinszeit uiig ,
gewarnt vverden, irgend ein Geschtift anzufangen, das lisher liier noch
nicht betrieben worden unil das anscheinend grossen Gewinn verspricht j
darin ist hier viel europAisi:lirs Geld verloren gegsngen. Uas Geschiift,
welches hier v i d e gut ernihrt, is1 fiir die ersten Jahre sicher das
richlipre.
Die Lage von Provisoren und Gehiilfen, welche ohne Mittel und
ohne Kenntniss der englischen Sprache hier ankommen, ist eine sehr
traurige, meist durch ihre eigene Schuld. Stait so schnell als iniiglich
eine Stelle in einer tleutschen Apothelte anzunebmen, mag sie noch so
wenig (virlleicht nur freie Station) eintragen ; statt unermiidlich sich
den niedern Arbeiten zu unterziehen, die dein Gehiilfen zufallen, da
Hausltnechte, Stiisser u. s. w. kauin in den grBssten Geschfiften existiren ; s t a l l vor allen Uingen ainerikanische Geschiifbkenntniss und
englische Sprache zu erwerhen : sehen Sie die meisten, abgeschreckt
durch das nierlrige Geliall, entweder ziigern und mit Suchen besserer
Slellen Zeit und Geld verlieren, oder durch die ungewohnten Nebendiensle erioildet, ihre Stellc liiiufig wechseln, bis sie mit dem letzten
Thaler auch noch den Credit verloren haben, und HIS unsltit, unbrauchbur bekannt, keine Stelle mehr finden. Andere lassen sich durch Gauiier zu allerhand schwindelliaften Geschlften bereden. Die Beispiele
schneller YorlOne, von denen sie, so sellen diese sind, doch mehr
syrechen hijren, HIS von den vielcn verungliicklen Versuchen, lapsen
sie den ruhigen Gang der alliiidipen Entwickelung geringsdiitzen sie hoflen itiit einern Schlage reich zu werden. Es ist kaum LU glauhen, init welclien tollen Versuchen nian Leute sich heschiftigen sieht,
die man sonst fur ganz tinstiindig hilt. Ein guter Apotheker hat gewBbnlich iiianoigfache K m n t n i s s von kleinen technischen I’rriparaten,
diirch die er i n i Fio~lil‘all sirli Geld zu verdienen hofft; er hesitzt in
sciiieiii Coiiiytisitioirabuulie g i r ~ euiid schlechte Arzneilorineln, und sieht
nicht ein, waruiii e r nidit durrli eine solclie sein Gliiclc inachen solle
- ist doch diesel und jencr dadiirclr ~lillionairgeworden. Er Bndet
einen Gt.schiiftscoiriniissiontlir, dcr ilini davon goldene Berge verspricht,
fiir rlle Artikcl, die jener anrerligen will, gleich die liesten Absatzorle
zu wissen vorgirl)b - und nun ist er iaub fiir jede Warnung, bis der
letzte Thaler fort ist. Da werden die Pillen gemaeht, d e r Coinmissionair besorgt fiir scliweres Geld zierliche Schachteln und Etiquets,
machl Annoncen in den Zcitungcn - lebt inzwisclien init auf Kosten
des Geprellten und hringt allc ‘I‘a,gc neue Nachrichten von Auftrlgen
u. dergl. Piir den unwahrscheinlichen Fall, dass dies Geschiift nicht
gliicken sollte, weiss e r zehn noch beasere. So geht’s fort, bis die
Gelder alle sind. Das ist der Moment, w o den Leuten die Augen a d gehen. So laoga hing der Hiinmel voller Cnigen; nun is1 auf einnial
alles schwarz. Jetzt mdchten sie gern auch die schleehteste Stelle
annehmen, aber hie finden keine, und es ist Iteineswegs so leicht hier,
sich in andern Branchen als den erlernten sein Brod zu verdienen.
Als Chemiker in einer Fabrik anzukonimen, is1 kein Gedunlcc. Jede
Handarbeit, die sie ergreifen mijchten, erfordert gewisse Gescliicklichkeitcn und Instrumente, die ihnen fehlen
oder ltiirperliche Hrah
und Ausdauer, deren sie nicht fihig sind. Welcher Apothckergehiilfe
kiinnte bei Erdarheiten den ganzen Tag scliaufeln und karren, wenn
ein Aufseher daltei steht, d e r i h n n i c h t a u f b l i c k e n l i i s s t !
Er
geht aufs Land zuiii Farmer; da bekommt e r vielleicht so viel, als e r
zum Leben brauchr - er arbeitet rnit Lust und Eifer - aber nacli
drei Tagcn sind seine IIAode w u n d ; er lwnn nichts mehr leisten und
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Vereiuszeitioig.
wird fortgeschickt. E r gelit in ein BeschChigung~-Bureau. Da melden sich 18p;lich lliinderte fur die Arheiten, zii denen man Nichts zu
verstchen braucht
aher die Arbeilgeber hrauchen fiir solche Diensle
die Arheiter nicht hei der deutschen Gesellschnft zu suchen!
Nun
komnit die Woth, nun ltommt die Friifung. I h gehen vide zu Gruode.
Wie viele Verbrechen, wie viele Selbstmorde \ o n Ictirzlich Eingewanderten erziihlen die Zeitungen ttiglich !
Es ist nllerdings unbefriedigend fiir dcn wissenscliaftlich gebildeten
hlann, den ltenntnissreichen geschicltten Apoihelter, der voll Hoffnungen den freien Boden betritt, wcnn e r mit Finer Stellung vorlieb
nehmen soll, die ihin kaum halb so vie1 einhrinpt, iils der bath hl6dsinnige Bauerltnecht verdient, mil den1 e r die Reise Iiierher machte;
es ist nicht angenehm, wenn er, der i n seiner friiheren Stellung ini grossen
1,nhoratorium die schwierigsten Arbeiten init Cewmdhcit und Gliiclr ausI'ihrte, n u n den Roden scheuern, Staitb abwischen..Fenster putzen, Wasser holen. I%otcngiinpe tnnchen sall. h h e r e r n i i i s s i n Uetrarht ziehen,
(lass er deiii Principal i m Anfange nur von sehr geringc?m Nirtzen ist,
bis e r einigerninassen init dern Geschaftsgange, i ni l der frcwden Sprache
nich verirnut gemncht, bis e r seine eoroplischen Anschauangen und
Voruriheile, seine deutschen Geschiiftsmarotten tind Nanieren ahgelegt
hat. Viele Geschafte nehmen deshalb durchnus lcrinen Neuangekomnienen auf. Wer aber init Eifer dio e r m Zeit sic-li niitzlich zn inachen
gesuoht, s'ich brauchbar gezeigt hat, wird schndl iin Gehulte erhoht
werden, und in kurzer h i t so weit w i n , diiss er riihmlich eincn oder
ein l'aar 1)ollar i n die Siivings-Bank triigcn bann.
Daniit einige
Jahre fortgepaliren, einen guten Siinicn sii-li geinacht, so ist, wenti
inan sellis1 etwiia anriiiigeii will, ein ttleines Capital ilnd Credit
da, und es geli6rcii keinc besandern Gliicltsfiille, sondern nur B e h a r p
lichkeit, Thiitiglteit, Syersiinikeit (I~IZU, in 8 bis 10 Jahren eiiie gesicherte und beqiienie Existenz zu haben, die e r in 1)eutschlnnd ohne
hesondern Gliickfall nicht erringcn li6nnte.
Dcnnoch ist nii:ht Jedein zu rathen, hierher zu koiiimen. Amerika ist tiicht fur Jeden. Wer nber fur Aiiierikn gut ist, fur den Bind
die Uiiions-Skaateu besser ala ein Land auf der Erde.
Dr. B e r e n d t in Newyork.
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4) Ziir Toxibologie.
Einige toxikologische Fiitle, beohaclitet und wtityetheilt von
W. J o a ch im , Dr. med. et chir., zzueitetn Physicus dps
Eisenbu rger Con)itates .
I)as Wohl des Stantes erheischt es, dnss die Verwaltunp nllen
jenen, die sich mil Rereitung der Zuclterhiicherwaaren beschiftigen,
die farbenden Stoffe angeho, da diese oft sehr verdlchtige Eigenschaften besitzen, und aus dem Genuss derartigen Backwerltes der grhsste
Nirchtheil ftir die Gesundheit, j a der Verlusb des Lehens liervorgehen
kann *). Wie unumgtinglich nothwendig es w i r e , diesem wichtigen
*) In den meisten norddeutscheo Staaien sind dic Parben, welche
von den Conditoren, so wie zu Kindersyielzeagen angewendet
werden diirfen, nnmhaft gemacht, und diese Dinge unterliegen
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