close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Das Calciumplumbat und seine Verwertung zur Aschenbestimmung von vegetabilischen Substanzen Nahrungs- und Genu╤Яmitteln.

код для вставкиСкачать
178
Georg Kassner, Die Oxyde des Bleies.
oxyd nur das einfache Molekiil PbO vorkommt. Ist dies der Fall, so
wiirde sich die Bildung der Bleisauresalze ungezwungener erklliren
lassen, da es einleuciitend ist, dafs das einfache Molekiil PbO ein lebhafteres Verbindungsbestreben aukert , als sein Polymeres, welches zur
Bildung von Salzen erst in das erstere zerlegt werden mufs. Auf jeden
Pall diirfte sich in dem Dampfe des Bleioxyds der einfache Korper PbO
vorfinden, was allerdings noch durch Versuche zu bestatigen ist.
Einen wichtigen Beitrag fiir die Wirkungsweise des Bleioxyds
liefert die Arbeit von T. W. Hogg (Journ. SOC.Chem. Ind. 1889, 8 ;
Chem.-Zeit. 1889 Repert. S. 315), welche zeigt, dars auch bei schwachen
Gliihtemperaturen das Bleioxyd fliichtig ist und in diesem Zustande
stark korrodierende Wirkungen auf Glasplatten etc. ausiibt. Diese
Thatsache erkltirt meine Beobachtungen, dafs sich die Oxydierbarkeit des
Bleioxyds in sehr weiten Grenzen bewegt. So geniigt zur Bildung der
Memige kaum sichtbare Rotglut, wahrend zur Bildung des Calciumorthoplumbates mittlere Rotglut und zur Entstehung des Baryum- und
Strontiumplumbates sogar hellste Rotglut erforderlich ist.
Daa hier skizzierte Verhalten des Bleioxyds liefert den Beweis,
dafs dieser Korper mit zu den interessantesten der anorganischen Chemie
zu rechnen ist, zu dessen wichtigsten Eigenschaften es gebort, polymere
Atomkomplexe zu bilden, sowie, j e nach den obwaltenden Bedingungen,
bald als Basis, bald a19 Saure aufzutreten.
2. Das Caleinmplnmbat nnd seine Verwertnng znr
Asehenbestimmnng von vegetabilischen Snbstanzen,
Nahmngs- nnd Qennrumitteln.
Von W i l h e l m K w a s n i k , cand. pharm.
(Eingegangen den 27. IT. 1890.)
Die Bestimmung von Aschen bildet in chemischen Lahoratorien, die
sich vie1 mit Analysen von Nahrungsmitteln und Prufung von Drogen
und vegetabilischen Extrakten zu beschaftigen haben, eine haufig wiederkehrende Arbeit. 1st diese Operation auch an und fiir sich einfach, so
wird sie doch durch die Schwierigkeit. welche der bei jedcr Einascherung
Wilhelm Kwasnik, Das Calciumplumbat und seine Verwertung etc. 179
auftretende amorphe Kohlenstoff seiner vollsttindigen VerbremMg entgegensetzt, zu einer langwierigen und zeitraubenden B e s c h l K i g . Die
Schwierigkeit, welche sich beim Einbchern organischer Substanzen der
vollkommenen und raschen Verbrennung der Kohle entgegenstellt, ist
zum grsfsten Teil durch die mangelnde Zufuhr von Sauerstoff bedingt.
Die Kohlenstiure, welche gebildet wird, fUllt als spezifisch schweres Gas
den Innenraum des Tiegels aus und sperrt dadurch seinen Inhalt von
der atmosphiirischen Luft derartig ab, dafs der Sauerstoff nur spWichen
Zutritt zu der gltihenden Substanz erhiilt.
In dem von Dr. K a f s n e r in jiingster Zeit entdeckten Calciumplumbat glaube ich nun ein einfaches und praktisches Mittel gefmden
zu haben, welches die Operation der Aschenbestimmung wesentlich abkiirzt und die dabei auftretenden obelstande in erfolgreicher Weise
beseitigt. Das Calciumplumbat, dessen hohe Bedeutung in technischer
und wissenschaftlicher Beziehung auch im Archiv 1 bereits gewlirdigt
worden ist, kennzeichnet sich als vorzuglicher SauerstoffiiberMger, der
vor allen in ahnlicher Weise wirkenden Korpern den Vorzug voraus
hat, dafs seine oxydierende Wirkung durch einen Kreislauf chemischer
Prozesse erfolgt, welcher eine dauernde Verwertung der Grundstoffe
errniiglicht.
Durch die Versuche von K a f s n e r steht fest, daD das bleisaure
Calcium bei gewohnlicher Temperatur durch Kohlenstlnre unter Bildung
von Calciumcarbonat und Bleisuperoxyd zerlegt wird, in Verbindungen,
von denen letztere schon bei mafsiger Hitze ihren Sauerstoff abgibt :
C%PbOl
+ 2C02= 2CaC0, + (PbO + 0).
Cslcinmplnmhat
Bleisoperoxyd
Wird nun der aus CaC03 und PbO, bestehende Riickstand unter Luftzutritt gegluht, so entsteht von neuem Calciumplumbat, d. h. in dieser
Reihe von chemischen Prozessen ist das Endprodukt das gleiche mie
das Ausgangsmaterial. Letzterer Umstand liefs mir das Calciumplumbat
als ein Hilfsmittel zur Aschenbestimmung geeignet erscheinen. Nach
theoretischen Erwagungen war anzunehmen, dars eine organische Substanz durch einen Zusatz von Calciumplumbat beim Gliihen eine vollkommene und rasche Verbrennung erfahren , wahrend durch weiteres
Gliihen dann das Calciumplumbat regeneriert werden mufste. Ob jedoch
die Regeneration des bleisauren Calciums unter diesen Umstanden so
1
Archiv d. Pharm. Bd. 228, S. 109.
Arch. d. Pharm. XXVIII. Bas. 4. Aeft.
13
l&l Wilhelm Kwasnik, Das Calciumplumbat und seine Verwertung etc.
vollkommen stattfindet, dafs sich hierdurch genaue quantitative Resultate
erzielen lassen, konnte nur der Versuch entscheiden.
Als Untersuchungsobjekt diente zunachst das Pulver der Radix
&ecacuanhae.
Urn einen Marsstab fdr die Richtigkeit der enielten
Resultate zu gewinnen, ftthrte ich zunlchst hiervon eine Anzahl von
Aschenbestimmungen in gewlihnlicher Weise aus. Die Veraychung geschah in einem Porzellantiegel bei der Temperatur des gewohnlichen
Bunsen-Brenners. Obwohl ich hierbei jedesmal nur 1 g des Pulvers
in Arbeit nahm, war bis zum volligen WeXsbrennen der Asche doch
ein Zeitraum von einer reichlichen Stunde erforderlich. Schon nach
kurzem Gluhen entwickelten sich aus den1 sich schwbzenden Pulver
dicke Rauchwolken ; gleichzeitig beschlugen die inneren Wande des
Tiegels mit einer feinen, glgnzenden ICohle, die nur sehr langsaui verbrannte. D e r ermittelte Aschengehalt betrug 2,86 Proz. Hierauf fdhrte
ich eine Aschenbestimmung unter denselben Verhaltnissen, jedoch unter
Zusatz von 1 g Calciurnplumbat, am. Wie zu erwarten w a r , ging
hiermit die Verbrennung schr rasch und glatt von statten. Auch hier
schwarzte sich anflinglich die Masse, jedoch kain es kanm zu einer
eigentlichen huclientwickelung , ebenso war die Kohleabscheidunc( an
den Tiegelwiinden nur eine sehr geringe. Nnch wenigen Minuten
ergluhte die Masse zur dunklen Rotglut, oline dam noch pine weitere
wesentliche VerLnderung zu erleiden. Nach Verlauf einer halben Stunde
hatte die Mischunq, welche wiiihrend des Gliihens eine kompakte Masse
bildete, ihre lockere Bescbaffenheit und die rein fleischfarbene Fsrbung
des Calciumplumbats wieder angenominen. Das Resultat war, wie aus
nachstehenden Versuchen hervorgeht, ein rollkommen befriedigendes.
1 g Pulver cler Rad. I p e c a c u a n h a e , o h n e Calciumplumbat, gab
beim Gluhen:
I. 0,028 Asche = 2.8 Proz.
11. 0,027
= 2,7
III. 0,028 ,, = 2,8 ,,
Dauer einer Bschenbestimmung 1 Stunde.
1 g Pulver, mit Calciumplumbat, gab beim Gluhen :
IV. 0,028 Asche = 2,8 Proz.
V. 0,028
., = 2,8
VI. 0,025
., = 2,8
Dauer einer Aschenbestimmung 20 Minuten.
Durch die vorstehenden Daten ist erwiesen, dnls die Regeneration des
Calciumplumbats ein quantitativ rerlaufender Prozek ist. Eq war somit
Wilhelm Kwasnik, Das Calciumplumbat und seine Venvertung etc. 181
n u r noch der Zeitpunkt zu ermitteln, bei welchem die Regeneration
des Calciumplumbats als vollendet zu betrachten ist. Zu diesem Zwecke
wurde vorstehender Versuch wiederholt und das Gemisch in Zeitraumen
von 5 Minuten gewogen. Bereits nach 20 Minuten war die %generation
erfolgt, bei weiterem Gliihen blieb daa Gewicht konstant.
Aus vorstehendem geht hervor, dafs durch Zusatz von Calciumplumbat in verhaltnismafsig kurzer Zeit eine exakte Aschenbestimmung
auszaflihren ist, ohne dars es dabei notig ist, besonders hohe Temperaturen
anzuwenden.
Gerade letzterer Umstand dtirfte bei der Aschenbestimmung von Nahrungsmitteln, bei denen auf Chloride, die bekanntlich bei hohen Temperaturen fliichtig sind, Riicksicht zu nehmen ist, als
Vorteil in Betracht kommen. Ich priifte daher die Anwendbarkeit des
Calciumplumbats auch nach dieser Richtung, und zwar durch
Bestimmung des Aschengehaltes einer normalen Kuhmilch und von
zwei Bieren.
Zunachst verfuhr ich hierbei nach der bisher gebrauchlichen
Methode. 25 g der Milch wurden zu diesem Zwecke im Porzellantiegel
zur Trockne gebracht, der Ruckstand verkohlt und die verkohlte Masse
mehrmals mit heifsem Wasser extrahiert. Die im Tiegel verbleibende
Kohle wurde dann durch starkes Gluhen weih gebrannt, hierauf der
wtisserige Auszug zugesetzt, verdampft und schwach gegliiht. Der
Aschengehalt betrug nach dieser Methode 0,78 Proz. Hierauf fiihrte
ich eine Aschenbestimmung unter Anwendung von Calciumplumbat aus.
Die Extraktion mit heikem Wasser wurde hierbei weggelassen, das
Calciumplumbat wurde der Kohle direkt zugesetzt und d a m gegliiht.
Nach einer halben Stunde war hierbei die game Operation beendet.
Das Resultat war auch hier, ebenso wie bei der Aschenbestimmung des
vegetabilischen Pulvers , wie nachstehende Zahlen zeigen , ein sehr
befriedigendes.
Kz~hrnilch.
25 g Milch
I.
II.
25 g Milch
III.
IV.
gaben o h n e Calciumplumbat :
0,190 Asche = 0,76 Proz.
Dauer 1 Stunde.
0,195
= 0.78
gaben mi t Calciumpl&bat :
0,193 Asche = 0,772 Proz.
Dauer */2 Stunde.
0,195 f, = 0,78
}
}
C u l m h l ~ e rExportbier.
50 g Bier gaben o h n e Calciumplumbat:
I. 0,138 Asche = 0,276 Proz.
13*
182 Georg Kafsner, Mafsanalyt. Bestimmung d. roten Blutlaugensalzes.
50 g Bier gaben m i t Calciumplumbat:
II. 0,139 Asche = 0,278 Proz.
Breslauer Lagerbier, hell.
50 g Bier gaben o h n e Calciumplumbat :
I. 0,110 Asche = 0,220 Proz.
50 g Bier gaben m i t Calciumplumbat :
II. 0,113 Asche = 0,226 Proz.
Dauer der Aschenbestimmung oh n e Calciumplumbat 4 Stunden.
Dauer der Aschenbestimmung m i t Calciumplumbat 2 Stunden.
B r e s l a u , 11. Februar 1890.
3. Ein neues Verfahren zur mafsanalytischen Bestimmung des roten Blutlangensalzes.
Von Dr. G e o r g K a f s n e r , Assistent am pharmaceutischen Institut.
(Eingegangen den 27. II. 1890.)
Die mafsanalytische Bestimmung des Ferricyankaliums gelangt gewohnlich in der Weise zur Ansfuhrung, dafs man das Ferricyankalium
durch Reduktion in Ferrocyankalium verwandelt und letzteres dann mit
Chamiileonlosung titriert :
K&hOs
+ 10+[K4Fe(CN61
+ 8 HaSol
6 K2S04+ 2 MnS04 + 8 H20.
= 10 &Fe(CN),]
L i e s c h i n g l hat zwar empfohlen, das Ferricyankalium direkt mit
sulfarsenigsaurem Natrium zu titrieren, jedoch diirften mit dieser Methode wohl kaum genaue Resultate zu erzielen sein, da es schwierig
ist, die Endreaktion mit Sicherheit zu erkennen.
Um das Ferricyankalium in Ferrocyankalium iibenufiihren, schlug
d e HaEn Tor, dasselbe in stark alkalischer Losung mit fein zerriebenem
Bieioxyd zu erhitzen :
2 K3Fe(CN)6
+ PbO + 2 KOH = 2 K4Fe(CN)6+ PbO2 + H20.
Dieses Verfahren besitzt jedoch mehrere Mangel. Einesteils wird
beim Auswaschen des gebildeten Bleisuperoxydes leicht etwas Ferricyankalium zuriickgebildet , anderenteils l&t der durch Ansauern des
Filtrats mit Schwefelsaure gebildete Bleisulfatniederschlag die Endreaktion
D i n g l e r ’ s polyt. Journ. 128, S. 206.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
247 Кб
Теги
zur, aschenbestimmung, calciumplumbat, und, genus, яmitteln, verwertung, seine, das, substanzen, vegetabilische, von, nahrungs
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа