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Der Sternschnuppenfall im November 1866.

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D e r fitei*nschnuppenfall irn Novenzber 1866.
kummerlich gedeihen. Aus dem Brohlbache entwickeln
sich an vielen Stellen ununterbrochen Gasblasen. Mehre
Keller in Burgbrohl sind so mit Kohlensaure erfullt,
dsss sie gar nicht benutzt werden k6nnen und beim
Graben neuer Keller finden oft sehr starke Gasentwiclrelungen statt. G. Bischof bemerkt *), dass die Sauerquellen
im tiefsten Niveau der Thalsohle, fast in dem des Baches,
die Gasentwickelungen in eineln hohern Niveau an den
Bergabhangen und die siissen Quellen, deren es in Burgbrohl nur zwei giebt, noch hijher uber der ‘rhalsohle
susfliessen.
Die Menge des kohlensauren Gases, welches hier dem
Boden fortwahrend entsteigt, ist ausserordentlich gross,
so dass man bereits eine technische Nutzanwendung davon
gemacht hat. I n Burgbrohl sind namlich zwei Bleiweissfabriken vorhanden, von welchen eine vor circa 30 Jahren
gegriindet worden ist. In diesen wird Bleiweiss clurch
Fallung einer Auflosung von basisch essigsxurem Bleioxyd
niit naturlicher, aus den1 Boden ausstromender Kohlensliure gewonnen.
Es bietet somit die Uingebung des Laachersees, welche
fiir den Naturforscher von so bedeutendem Interesse ist,
auch dem Industriellen vielfache Gelegenheit, die reichen
Producte dieser Gegend zu verwerthen und Nutzen davon
zu ziehen.
J. J. R e n d e r .
-
Der Sternscbnuppenfall im November 1866.
-
Das glanzende Sternschnuppenphknomen der vorjahrigen Novemberperiode hat gewiss das Intgresse an
diesen kleinen Welthiirgern in dein Mmse wach gerofen,
dass folgende kurze Notizen willkommen sein werden.
Dass diese schoncn Meteore wirklich kosmischen und
nicht tellurischen Ursprungs sind, hat zuerst Chladni
1794 nachgewiesen. Hrandes und Benzenberg bestininiten
*) Lehrbuch der ohem. und physikal. Geologie
I. p. 264.
,!)el*
Sternschnuppenfull inz Noceniher 1666.
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zuerst 1798 ihre Geschwindigkcit und ihrc Entfernung
von der Erde. Dass die Sternachnuppen zu bcstimmten
Zeiten des Jalires besonders hautig auftreten, wurde mit
Bestiriiintheit erst gefolgert, nachdem Olrnstedt und Palmer
den ungeheuren Sternschnuppenschwarni am 12. und 13.
Xovember 1833 in Sordamerika beobachtct hatten. Jetzt
wurde man auftnerksam darnuf, dnss besonders die Zeit
zwischen dem 10. und 14. Kovember es sei, in der in
verscliiedenen Jahren zahlreiche Sternschnuppen gefnllen
seien. So hatten 1Iomboldt und Honplnnd am 12. Xovbr.
3799 Tnusende der Meteore an der Mexilranischen Kiiste
beobachtet, so waren sehr viele in Yotsdam am 12. Novbr.
1822 gesehen, noch mehr aber 1831 am 13. h'ovbr. ini
siidlichen Deiitschland und an der Spanischen Kiiste und
eben so in der Xacht des 12.-13. Kovbr. 1832 an sehr
weit von einander entfernten Orten. Man nalim nun an,
dass ein ganzer Ring dieser ninzigen Korperchen im
Weltrnume vorhanden sei, den unsere Erde in ihrer Bahn
gegcn den 12. oder 13. Novbr. durchschneidet. Aus der
grossen Geschwindiglteit dieser Rleteore und daraus, dass
bci besonders haufigen Fallen skmmtliche Stcrnschnuppen
von dein Puncte des Himniels ausgingen, nach welcheni
sich iinsere Erde hinbewegte, schloss man bald, dass die
Sternschnuppenschaar dieses Ringes eine dcr Erde entgegengesetzte Bewegung haber\ miisste. Dass die Erscheinung der Stersschnuppen in einigen Jahren so vie1 glanzcnder war als in andern, fiihrte zu der ITypothese, dass
der Ring nicht :rllenthalben gleicli dicht mit Kiirperchen
besetzt sei. Olbcrs und nicht Humbolclt, wie liaufig angegeben wird, war wohl dcr erste, der ails den beiden
so iiberaus prachtvollen Erschcinungen von 1799 und
1833 folgertc, dass eine Stelle des Kinges besonders dicht
init den kleinen Korpcrn bcsetzt uric1 dass gerade dieser
Schwarm es gewesen sei, den1 die Erde in den beiden
genannten Jahren begegnete. ,,Im Jahre 1799 und 183.3''
- dies scliricb Olbers 1837 - ,,vielleicht auch 1832 ging
die Erde durch einen solchen diehten Schwarm. In andern
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Der Sternschnuppenfall im November 1866.
J a h r e n begegnete sie nur einzelnen, wenngleicti vielen
Stcrnschnuppen - Asteroiden. Vielleiclit gehen inchre solcher dichteren Schwiirme auf dieser Strrisse einher, vielleiclit mussen die Erdbewohner sclbst bis 1867 warten,
ehe sie dies merkwurdige Phiinomen in seiner ganzen
Pracht, die es 1733 und 18::; hatte, sich wieder erneuern
selicn..' - Uies ist auch die Stelle, auf welclie sich
Huniboldt in seinern Kosmos bezieht.
Zu dersclben Zeit erkannte man auch das -4ugustPhanornen als ein periodisches, bald wurde man nuch auf
andere Tage des Jahres nufinerksarn, an denen dns Erscheincn von Sternschnuppen besonders liiiufig ist.
Aus eincr sorgfiltigen Discussion niclit n u r dcr neuern,
sondern auch der in fruhern Jshrhunderten beobnchteten
Erscheinungen schloss der anierik:misclie Astronoin Sewton, dass dcr Schwarm dcr Nortrnberperiode eine Bnlin
uiii die Yonne bcschreibe, welchc gcgen die Erdbahn urn
1 7 Grad geneigt sei, class abcr die Richtung der Bewegung des Scliwarms in seiner 13nlin der Richtung der
Erd bewegung entgegcngesetzt sci. Die Un'ilaufszeit dcsselben bctragc :%1,62, T a g , so dass dcrsclbe alle Jahre
um ctwa elf Tnge f'riiher durch dic Erdbahn gcht a19 irn
vorliergehcnclen. Allc 33 Jalire macht er hierriacli nalie
3-1 Umliiufc, und wir wurden also nlle 3 : ; Jahre tlas
Schauspicl eines rcichen Sternschnuppenfalls genicsscn.
Dies scliliesst jedoch nicht aus, dass auch in zwci iiuf
einander folgcnden Jahreii ein aussergewohnlicher Sternschnuppenrcichthurn eintretcn kann, denn der Schwarin
ist wahrscheinlich von einer solchen Ausdehnung, dass
die E r d e in auf einander folgenden Jahrcn Theile von iliin
trefferl kann. E i n centraler Durchgang ereignet sich nach
Newtou erst alle I;%:{Jahre, und zw:ir solltc der niichstc
a m Xorgcn des 14. Novbr. 1866 statt findcn.
Diesc Vorausbcstiinmung hat sich XIS riclltig bcwalirt,
nur wcnigc Stundcn fruher, als Newton angah, stiess die
E r d e niit dern Schwarrri zusanimen. D e r iiberaus h e w
liche Anblick des Phiinomens, das sich dern Auge in dcr
Der Ste,.ncrcli,ncppe,,fall
im -1l'ovenzbei. 1866.
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Nacht vom 13. zuin 14. Novbr. 1866 darbot, hat gewiss
alle Reobachter mit Staunen und Rewunderung erfiillt.
Z u r Zeit der reichsten Ehtfaltung der glanzenden Erscheinung, welche in Berlin kurz vor 2 Uhr Nachts statt f'and,
zeigten sich nach sorgfaltiger Schiitzung aufmerksamer
Beobachter gegen 20 Meteore in der Secunde. Man wird
sicher n i c k zu vie1 schatzen, wenn inan annimmt, dass
von halb zwci bis halb drei Uhr in der Minute durchschnittlich 450 Sternschnuppcn fielcn, was also fur diese
Stundc 27,000 rnachen wurde. Alle knmen aus der Gegend
dcs grossen Lowen, BUS der Gegend, nach wclchcr sich
die Elde gerade hinbcwegte. Die Pracht und der Reichthum der Erscheinung musste sicli in dwjenigen Gegcnd
der Erde am griisstcn zeigcn, welche die Iiauptrnassc des
Schwarms traf. Ilat derselbe eine hinreichende Ausdehnung gehsbt, so waren die Bewohner von Hindostan die
Glkcklichen, das Schauspiel in seiner reichlinltigsten Fulle
genicssen zu konnen. Denn sie hatten den grossen Lowen
gerade im Zenith, als der Sternschnuppenfall eintrat, was
bei ihnen kurz vor Sonnennufgang statt fand.
Nacli friihern Ihcheinungcn ZII schliessen, ist es
jedoch unwalirscheinlich, dass der Schwarin cine solche
Breite gehabt hat. Weiter nach Westen hin musste aber
die Reichhaltigkeit der Erscheinung abnehmen. Dies
scheint ancli deutlich aus den 13crichten der englischen
Astrononien Iiervorzugehen, welche die Zahl der wiihrend
der Dauer des Phiinomens gesehcnen Meteore lange nicht
so hoch angebcn als die oben mitgetheilte. Das schonstc
Meteor, was in Berlin gesehen wurde, war unstreitig cine
Feuerkugcl, die in der Richtung nach dcm Stern 7 des
grossen Riiren platzte. Besonders schon war der Anblick
der zuruckgcbliebenen Theilc durch das Fernrohr. Zwei
Jlinnten nacli dem Platzen boten sie den Anblick des
kr%uselndenRingcs, der sich zumeilen in dcn Rauchwolken
einer brennendon Cigarre zcigt. Nacli und nach erweiterte
sich derselbc, offnete sich a n einer Stelle und verschwand
crst nach 10 - 12 RIinuten. Sehr bcmcrkcnswerth war,
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Landerel., die h e 1 Lerrivos wad ihre Il’eilqzcellen.
dass die Theilclien trotz ihrer grossen Hiilie Luftstrtimun&en ausgesctzt zu sein schienen. Einen sclir prachtvollen
Anblick boten auch die Schweife verschicdener Sternschnuppen. Oft lagen (5-8 neben einander, die zuweilcn
xnelire Rlinuten sichtbar blieben. Ilic meisten zeigten
cigenthiimlichc Bewegungen und Kriinimungen, im Fernrohr inachten sie durchaus den Eindruck des Rauclies.
(131.f u r Handel wad Gewwbe, 186’6, 4.9.)
H.
--
t
Die Insel Lemnos nnd ihre Heilqnellen;
YO11
Dr. x’. L a n ( l c , r c i - .
Koch gegenwiirtig wird die T e w a Lenmeu oder
Bolus Leinniu in der Medicin gebraucht j sie wird
von der Insel Lemnos in Form von grossen Boli, mit
einein turkischen Zeichen verselien, das icli auch in
letzter Zeit vergoldet gesehen, ausgefiihrt. Icli tlieile
hier Einiges init iiber eine sehr ltriiftige l~eilquallc,
die sicli auf dieser Iiisel befindet. Leiiinos hielten die
Griechen zu I-lonier’s Zeiten fiir die Wohn- und Arbeitsstiittt: des Iiepliacstus, weshalb sie auch Ilephacstincn,
so wie die an1 Fusse cines vulkanischen Rerges erbaute
Stadt Hepliacstinea genaimt wurdc. Kin aus Traclritfelsen
bestchender I k g , dem i m grauen Altertliuni Feuerskulen
entstiegen sein miissen und der vulkanische Producte
ausgeworfen haben muss, heisst Meschila. Auf der Ostseite desselben sieht nian auch die Ueberreste von Lavastriiiuen. Der grosstentlieils aus Pnzzolnnerde, d. i. vnlkanischer Asche init Himssteingeriille, bestehende Hoden
crzcugt prschtigen Wein, SO dass der Wein von Stalimeni, wie die Insel lieute von den Turken genannt wird,
zu den ausgezeichnetesten der Znseln des tiirkischen Archi pels gehiirt. In der Kiihe dicses vulkanischen Berges
Meschila befindet sich eine selir kraftige Theiothernie,
die von denLeiiinern zu Biidcrn gebraucht wird und die
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