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Der Verbrauch der Steinkohlen und die nchsten Folgen desselben.

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Steinkohlen i n I'urkestan.
-.Ve'e,.bi.auc.Iider Steinkohlen.
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Versuch, bei welchem sich wahrsclicinlicli das eigentliche
J o d u r bildet, es iut da8 die Erhitzung von Jodoform auf
1500 in geschlosscnen Rohren, wobei sich hlethylenjodid
C2 HzJz bilden soll. 1)emnacli ware die Zersetzung:
2(CZHJ3) = CzHzJ2
CzJ4.
I l o f i n a n n spricht nur von den1 ersteren, das zwcite, bis
jezt noeh nicht bekannte, wiirde vielleicht zur Darstellung
von Diamanten dienen 1-"
ionnen.
M a u m e n b ' s Versuche, die KohlenstofTjodiire danaeh
zu bereiten, waren alle von ungunstigem Erfolge. ( J o w / i .
B.
fur prakt. Clieniie, U d . 95. 5.)
+
Steinkohlen in Turkestau.
I n Trirkestan hat man 90 Werst von Tschemkent,
Turkistan und der Miindung des Arys Steinkohlen von
selir guter Qualitat aufgefundcn. Uer W e g nach den
drei genannten Orten ist fur Fuhrwerk gut passirbar.
Der Mangcl an Feuerungsmatcrial war cine der IIaupturaachen, wcshalb die Dampfschifffabrt auf dem Syrdarja
sich nicht entwickelii lronnte, man inusste den Anthracit
fur die Dam fer vom Don lierschaffen, wodurch das Mat e r i d auf 2 lube1 das Pfund kam. (Kussisch. Im.)
Dr. Reich.
'
r
Der 'I'crbrauch der Steinkohlen und die niiclistcn
Polgen dcssclben.
Von E n i i l S o i n m e r .
Gar mAnchcin unserer Leser, der die an allen Bahnhofen massenhaft angehiiuften Steinkohlenvorriitlie iiberblickte, oder das Auge uber die unzghligen rauclienden
&mine einer unserer grosseren Fabrikstadte scliweifen
liess, hat sich gewiss schon die Frage aufgedrangt,
ob die von der Ntrtur im Schosse der Erde seit Jnhrtausendcn aufgeapeioherten Kohlenschatze wohl reichhaltig
gcnug sein miichten, uni die Menschhcit fur alle Zciten
mit diesern kostbmen Heizmaterial zu versorgen, und ob
nicht ein so ungelicurer Consuni, wie derselbe heute
statt findct, sclilicaslicli und wenii auch erst nacli eincr
langen Itcihc voii Jaliren den Zeitpunct herbcifuhren
musste, w o diese anscheincnd unerschopfliche \Varnieuud Kraftqucllc zu fliesscn nufhijren wiirde.
Aueli die Industrie und Wissenscliaft hat sich, namentlich in der letztcn Zeit, wo der Vcrbrauch der Stein-
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Verbraztch der Steinkohlen.
kohlen durch den grossartigen Aufschwung des industriellen Lebens in SO ausserordentlichem Masse gewachsen
ist, wiederholt diese ernste und bedeutungsvo1)e Frage
vorgelegt und verschiedene namhafte Gelehrten machten es sich zur Aufgabe, durch sorgfaltige Schatzungen
und Berechnungen wenigstens annahernd zu bestimmen,
fur welche Zeitdauer die in den bedeutenderen heutigen
Bergwerken vorhandenen Kohlenlager voraussichtlich noch
ausreichen diirften, yobei es natiirlich nicht auf 50 J a h r e
mehr oder weniger ankommt, indem es sich bei der Bestimmung so kolossaler numerischer Verhaltnisse nur um
annahernde Zahlenwerthe handeln kann. Wenn daher
die Resultate derartiger Berechnungen, welche stets mehr
oder w n i g e r auf Wahrscheinlichkeit beruhen, auch keinen Ansprucli auf absolute Genauigkeit haben, so gestatten dieselben dennoch die wichtigsten und interessantesten Schlusse, deren allgeineine Bedeutung und Tragweite
nicht zu verkennen ist.
Um nur einige Zahlen anzufiihren, so weisen w i r
hier zunachst nuf eine vor ungefahr zwei Jahren von Sir
W i l l i a m A r m s t r o n g aufgestellte und auf moglichst genaue Schlitzungen und Ermittelungen sich stutzende Berechnung hin, aus welcher hervorgeht, dass, wenn der
Steinkohlenverbrxuch ferner i n demselben Masse wie bisher zunimmt, Englands Kohlenreichthum schon nach zwei
Jahrhunderten ganzlich erschopft sein wiirde. Ein anderer englischer Qelehrter, H. M u r c h i s o n , welcher gleichfalls dieselbe Frage i n der jiingsten Zeit Zuni Gegenstande
genauer Untersuchungen machte und unlangst uber die
Resultate derselben in einein in der Britischen Gesellschaft gehnltenen Vortrage Bericht erstattete, gelangt
ebenso wie A r 1x1 s t r o n g an der Hand untriiglicher Zahlen zu dem Schlusse, dass der Zeitpunct, bis zu welchem die Industrie die in dem Boden Grossbritanniens
noch begraben liegenden Kohlenvorrathe verschlungen
hnben wird, keineswegs so entfernt von uns liegt, als
man gewohnlich anzunehmen geneigt ist. Wenn nun
auch die hierbei zu Grunde gelegte Annahme, dass der
jahrliche Kohlenverbrauch, welcher 1862 in England allein
1720 Mill. Ctr. betrug und 1864 sogar 1860 Mill. Ctr.
erreichte, auch ferner sich in der gleichen Progression
steigern und demnach im Jahre 1900 sich in England zu
der ungeheurcn Summe von 4380 Mill. Ctrn. erheben
wurde, etwas gewagt und ubertrieben erscheinen muss,
so sind daruin die von jenen Aufstellungen abzuleitenden
Verbr.auch der Steinkohleu.
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Consequenzen nicht minder ernst und das Eintreten jenes
drohenden Zeitpunctes der Erschopfung der englischen
Kohlenbergwerke nicht minder geaiss, mag derselbe nun
auch unter gunstigen Umstanden um 100 Jahre weiter hinausgeschoben werden, a h die in Rede stehenden
Sjchiitzungen hoffen lassen. Jahrhunderte sind im Leben
der gesammten Menschheit wie Tage im Leben des einzelnen Individuums und es wurde daher auch bei der
Voraussetzung eines moglichen Irrthums von Seiten der
Geognosten ein derartiges weiteres Hinausriicken des unvermeidlichen Termins um 100 Jnhre nur eine wenig
beruhigende Gnadenfrist bilden.
Eine altere, weniger zuverlassige Schatzung ninimt
in allzu optiinistischer Uebertreibung an, class die in dem
Saarbriicker Kohlenbecken (in der Preussischen Rheinprovinz) noch vorhandenen Steinkohlenvorrathe, welche
die Mlichtigkeit der meisten Kohlenflotze Englands bei
weitein nicht erreichen, nnch fur 3000 Jalire ausreichen
kiinnten; doch ist hierbei nicht nur der Reichthum dieses Kohlengebirges bedeutend iiberschatzt, sondern auch
die jzhrliche Ausbeute, welche in der in Rede stehenden
Berechnung nur zu 50 Mill. Ctr. angenommen wird, vie1
au niedrig gegriffen und niit den Bediirfnissen des sich
taglich steigcrnderi Verbrauches nicht mehr im Einlrlange,
so dass jenc Zahl von 3000 Jahren sich in Wirklichkeit
auf einen sehr bescheidenen Bruchtheil derselben reduciren durfte.
So unsicher und von einander abweichend alle diese
Schatzungen nun auch sein mogen, so stimmen dieselben
doch sammtlich in der Httuptsache uberein, dass namlich
von einer Unerschopflichkeit der Steinkohlenbergwerke,
wie man dieselbe fast allgemein noch traumt, durchaus
nicht die Rede sein kann, sondern dass alle auch noch
so reichen Gruben nach Ihgerer, man konnte sogar sagen, verhaltnissntYssig kurzer Zeit vollstandig ausgebeutet und erschopft sein werdcn. - Es ist allerdings hierbei nicht zu vergessen, dass irnmer noch hier unrl da in
weniger bewohnten Gegenden neue und ergiebige Kohlenfundorte entdeckt werden konnen; anderseita ist es aber
auch eine durch die Erfahrung bewiesene Thatsache, dass
mit einern solchen Znwachse stets auch der Verbrauch
in gleichem Verhriltnisse wiichst, indem die durch den
Zufluss neuer reicher Nahrung an den betreffenden Orten
sofort niiichtig sich entfaltende Industrie, gleich der durch
die Zufuhr frischen Brennstoffes nur uni so gefrgssiger
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Verbraueh der Steinkohlen.
um sich greifenden Flamme, den grossten Theil der neu
hinziigekomrnenen Vorriithe bald wieder verschlingt und
folglich nur sehr wenig davon auf den allgemeinen Weltmarlrt gelangen lasst, so dass die mogliche Entdeckung
solcher vereinzelten Gruben nur unmerklich zur Verlangerung des Steinkohlenzeitalters beizutragen vermag.
Wenn wir erwiigen, dass fast der gesammte moclerne
Fortschritt mit dem grossartigen, lioch pulsirenden, industriellen, conimerziellen, socialen und geistigen Leben unserer Zeit mittelbar clurch Dnmpf und Dampfmaschinen
auf der Wunderkrnft der Stcinkohle beruht, dass somit
fast die ganze herrliche Rliithe der heutigen Cultur aus
dem reichen Roden des Steinkohlenfelcles hervorwuchs,
so ist die Verarniung dieses Feldes, das Versicgen dieser miichtieen Kraftquelle fast gleichbedeutend mit dem
plijtzlichenbStillstancle aller Bewegung und Triatigkeit und,
wenigstens vorubergehend, auch des niaterielleii und geistigen Fortschrittes der Volker. Es ist schwer, fast unmoglich, uns in unsern jetzigen Verhaltnissen die tlnermesslichen und auf alle Gebiete sich erstreckenden Folgeii eines solchen Ereignisses zu vergegenw%rtigen; aber
ahnen konnen mir dieselben wenigstens, iiidem wir uns
fur einen Augenblick die Steinkohle aus der uns heute
unigebenden Welt, welcher sie gleich dem Proruetheusfunken mit feurigeni Odem Leben und Bewegung einhaucht, hin wegdenken.
Gleich einem riesigen Uhrwerke, in dessen Rader
die Hnnd plijtzlich hemmend eingreift, wiirde bei einem
Verschwinden der Stcinkohle clas miichtige Weltgetriebe,
das uns in wildem Strudel iiberall umfluthet, plotzlich in
Stockung und Erstarrung gerathen: E’abriken, Werkstlitten, Eisenbahnen, Posten, Danipfschiffe, Dampfpressen,
kurz Allee, was unser heotiges Leben zusammensetzt,
wurde wie mit einem Sclilage stille stehen uncl imr eine
allgemeine Umwiilzung und Umgestaltung aller Verhaltnisse wiire alsdann irn Stande, das gewaltsam zerstorte
Qleichgewicht allmalig wieder herxustellen. Des machtigsten und universellsten Motors beraubt, wurde sich die
Menschheit in ein’em solchen Falle genothigt sehen, gleichsnm eine neue Richtung in ihreni weiteren Entwickelungsgnngc einzuschlngen, uni auf neuen Wegen uncl durch
neue Mittel der Erfullung ihrer Weltbestimmung entgegen zu streben.
Und diese neuen Mittel und Wege werden, wir hoffen es zuversichtlich, gefunden werden, ehe noch der
Englaiids Kohlenreichthum
wid
seine Dauer.
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verhangnissvolle Augenblick an ein spateres Gesclilecht
herantritt. Bereits hat der Genius der Erfindung im
Runde mit Wissenschaft und Technik in der Neuzeit so
Grosses und Unerwartetes hervorgebracht, dass es wohl
nicht als sorglos eitler Wahn erscheinen kann, von der
Elcktricitat, dem Luftdrucke oder dem durcli eine wohlfeilere Wasserzersetzungsmethode erzeugten WasserstoKe
das zii erwarten, was zu leisten der Steinlrohle einst versagt sein wird.
Schon hat man elektrische Locomotiven construirt,
schon versucht man, unsere 8trassen statt niit Steinltohl e n p s mi t elektrischem Lichte ZII beleuchten, uberall
arbei tet man rastlos an der Vervollkommnung der Aeronautilr, fortwahrend beschaftigen sich noch zahlreiche
liijpfe mit dem Problem der wohlfeilen Qewinnung des
heizkrhftigsten aller Brennmateriale, des in unerschopfliclier Menge im Wasser zii Gebote stclienden Wasserstoffes, und wenn aucli alle diese Versuche bis ,jetzt keine
vollstkndig befriedigenden Resultate geliefert haben, wenn
auch die industrielle Anwendung dcr Wasserstoffverbrennung jetzt noch nls eine uiirrissenschaftliche und unausfuhrbare Idee erscheint, so niussen wir docli auf Grund
des Princips der stetcn Fortentwickelung der Menschheit annehinen, dass einer spiiteren Generation das gelingen wird, was uns heute zii erreichcn noeh versagt ist.
Aber noch eine Folge ganz anderer Art haben wir
hier als Wirkung des heutigen enormen Stcinkohlenverbrauches zu erwiihnen, cine E’olge, unter der nicht nur
die kommenden Generationen zu leiden haben werden,
sondern welche auch das jetat lebende Ueschlecht schon
sehr nahe beruhren kann; wir meinen die Erzeugung der
ungeheuren Massen von Iiohlensiiure, welche die Verbrennung so Bolossaler Quantitaten Steinkohlen aus Millionen Feuerheerden bestandig der Atmosphiire zufuhrt.
(Bl.f u r Hand. u. Geiobe. 1866.)
u.
Eiiglands Hohleiireichthiirn und wino Dauer.
Die Frage uber die Erschopflichkeit der Kohlenlager
in England bescliiiftigt schon seit geraumer Zeit die dortigen Industriellen. Von besonderem Interesse ist daher
nachstehcndcr Artilrel, welchen der Economi~t~,
in wirthschaftlichen Tagcsfragen unbestritten die gediegenste englische Wochenschrift, veroffentlicht:
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