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Die Desinfectionsmittel Antiseptica und GerUche zerstrenden Agentien.

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Die Desinfectionsmittel, Antiseptica u. Geriiche eerstb'r. Agentien. 467
Die Desinfectionsmittel, Antiseptics und Gteriiche
zerst6renden Agentien.
Viele halten nach A d o 1p h W. M i l l e r diese drei Beg S e fk synonym, aber jeder von ihnen zeigt eine besondere
Wirkung an und gehort zu einer besondern Klasse von Substanzen.
Das uble Geruche zerstorende Agens (deodorizer, deodorant, antibromic) zerstort diese entweder durch chemische
Wirkung oder durch Absorbirung der ubelriechenden Gase.
- Das Antisepticum verhindert oder hemmt die Faulniss. Das Desinfectionsmittel neutralisirt Xrankheit erregende Effluvien. H a r t s h o r n e definirt es als solches, das entweder
die schiidliche Substanz selbst oder seine Nahrnng zerstort.
Doch wird der Ausdruck noch mit vieler Willkiir gebraucht,
und D u n g l i s o n zahlt auch die Antiseptica hierher. S q u i b b
schlagt fur die eigenthiumliche Wirkung der Carbolsaure und
Cresylsaure auf niedere Organismen, deren Leben mit Giihrung zusammenhangt , die Bezeichnung a z y m o t i s c h vor.
Besser ware die Benennung antizymotisch, unserm ,,gahrnngswidrig" entsprechend.
Einfache, iible Geriiche zerstorende Agentien sind Holzkohle und trockne Erde; sie sind Desinfectionsmittel nur insofern, ale sie durch mechanische Umschlieseung das Entweichen Krankheit erregender Stoffe verhindern. Nach den
Versuchen von C r a c e C a l v e r t begiinstigt Holzkohle positiv
die Faulniss und Erzeugung von Vibrionen.
Glycerin und Kochsalz sind Antiseptica ,*) und dienen
ale solche zur Conservirung von Fleisch und andern thierischen Substanzen. Bie besitzen keinen merklichen Einfluss
auf Krankheitskeime, sind also keine Desinfectionsmittel und
keine Deodorizer.
Carbolslure **) und Cresylsaure haben desinficirende, antiseptische und azymotische Eigenschaften in hohem Grade,
sind aber keine Deodorizer , obgleich sie schlechte Geriiche
durch ihren eigenen abscheulichen Geruch verdecken.
Ueberhitzter Wasserdampf oder stark erhitzfe trockne
Luft sind die sichersten Desinfectionsmittel , die wir besitzen,
*)*a. anch B o h n k e - R e i c h , Die Antiseptics, im Arch. d. Pharm.
111. Reihe, Bd. 1, 8. 299 ff.
**) Statt der Carbolsiiure wendet aeit einiger Zeit T h i er s c h in der
chirnrginchen Elinik EU Geipzig mit gntem Erfolge Salicylsiiure in 2 proc.
Losang EUUI Zerstiinben und ale Verbandwasser an.
Dr. Rsicli.
30*
468 Die Dgeinfeatiommittel, AntiBeptica u. GeriIche zeret6r. Agentiea
ebenso sind sie azymotisch, indem sie Gahrung erregende
organische Formen zerstoren, sind jedoch nur schwache Antiseptica, obgleich sie die zur Faulniss gehorige Feuchtigkeit
entfernen. Deodorizer sind sie nicht.
Eine hierauf beziigliche, interessante Reihe von Versuchen
hat C r a c e C a l v e r t angestellt. Die Experimente wurden
vorgenommen in sorgfaltig gereinigten und dann zum Rothgliihen erhitzten kleinen Glasrohren. 26 g. einer Mischung
von 4 Th. Wasser mit 1 Th. Eiweiss wurden in jede Rohre
gebracht, dann wurden 26 Millig. der zu priifenden Substanz
hinzugegeben, also ein Aequivalent von 0,001. Gleich nach
der Mischung wurde ein Tropfen unter dem Mikroskop bei
800 untersucht, dies geschah auch an den folgenden 39 Tagen nnd gelegentlich an den nachsten 80 Tagen. Dae Ergebniss war, dass allein Carbolsaure und Cresylsaure die Bildung
von Schimmel und Vibrionen verhinderten ; Zink- , Quecksilberchlorid und snlphocarbolsaures Zink liessen keine Vibrionen
aufkommen, konnten jedoch die hhimmelbildung nicht hindern ;
Kalk, schwefelsaures Chinin, Pfeffer und Blausaure ergaben
Vibrionen , dooh keinen Schimmel; schweflige und Schwefelsiiure, Salpeter -,areenige und Essigsaure, Aetzkali, Aetznatron, Ammoniak, Chlornatrium, Chlorcalcium, Chloraluminium,
Chlorkalk, chlorsaures Kali, Kalk - und Eisensulphat, Calciumbisulphat, unterschwefligsaurer Kalk , die Phosphate von Kalk
und Natron , ubermangansaures Kali , sulphocarbolsaures Kali
und Natron, Pikrinsaure , Terpenthin und Holzkohle wirkten
weder gegen Vibrionen noch Schimmel.
Chlorkalk wirkt als Antisepticum nur, wenn er in grossem
Ueberschuss angewendet wird, indem er die organischen
Substanzen mit Entwicklung von Stickstoff zersetzt. Es ist
also die Annahme, dass durch Chlorkalk die Faulnies verhindert werde, eine triigerische. In kleinen Mengen befordert
er im Gegentheil die Entwicklung von Infusorien, die er nur
bei Anwendung von etwa 4 Proc. hindert und ebenso die
Vitalitat der Lymphe zerstort.
Schwefelsaures Chinin hindert die Bildung von Vibrionen
nicht, wohl aber die von Schimmelpilzen. Da nun das Chinin
nahezu das Hauptmittel gegen intermittirendes Fieber ist, so
ist es wahrscheinlich, dass dieses durch Einfiihrung von niedern Pflanzengebilden in den Organismus entsteht. Unterstitzt wird diese Annahme dadurch, dass daa intermittirende
Fieber in sumpfigen Gegenden haufiger auftritt, als in hohen
und trocknen,
Die Desinfectionsmittel, Antiaeptica u. Geriiche zerstar. Agenticn. 469
In einer zweiten Versuchsreihe wandte C r a c e C a 1v e r t
Eiweisslosungen an, in welchen bereits Organismen entstanden
waren und setzte 1Proc. der zu prufenden Substanzen hinzu.
Cresylsaure allein zerstorte die Vibrionen und liess sie auch
nicht wieder erscheinen. Die andern Substanzen todteten
theils die Vibrionen , die jedoch sich wieder erzeugten, theils
begiinstigten sie die Weiterbildung von Infusorien und
Schimmel.
Die Desinfectionsmittel wirken nach H a r t s h o r n e in funf
Richtungen :
1. Durch Absorption von Gasen und Verhinderung deren
Entwicklung : trockne Erde, Kalk, Holzkohle.
2. Durch Neutralisirung und Fixirung des Schwefelwasserstoffs : salpetersaures Bleioxyd.
3. Durch antiseptische Wirkung, d. h. durch Verhinderung der Faulniss organischer Materien : schweflige Saure.
4. Durch Zersetzung des Schwefelwasserstoffs und der
organiechen Stoffe: Chlor.
5. Durch Zerstorung organischer Krankheitskeime , der
Infectionsgifte und Contagien.
Es ist eine eigenthumliche Thatsache, dass bei Oxydation von Parfumen und atherischen Oelen eine Ozonentwicklung eintritt. P a o l o M on t e g a z z a (Pavia) hat daruber
Untersuchungen angestellt und halt die Zersetzung atherischer
Oele unter dem Einfluss von Sonnenlicht fur die bequemste
Methode, den Luftreiniger Ozon zu erhalten. Dies ist der
Grund, wesshalb seit den iiltesten Zeiten wohlriechende Krauter und Parfume so vielfache Anwendung finden. Das reichliche Rauchern mit aromatischen Harzen in der lateinischen
Kirche hat dam auch eine gesundheitliche Bedeutung neben
dem Vergniigen, das dadurch der Nase bereitet wird. Der
hervorragendste Bestandtheil dieser Harze , die Benzo6saure,
ist nach D o u g a l l unter allen organischen Sauren das kraftigste Antisepticum.
A. E c k 8 t e i n prufte Chlorkalk und andere Chemikalien
auf ihre Desinfectionskraft. Chlorkalk ist das kraftigste Mittel, Abtritte u. dgl. zu deodorisiren. Ein Hinderniss der Anwendung ist die Schnelligkeit seiner Zersetzung, wodurch die
Chlordampfe liistig werden. E c k s t e i n schlagt desshalb
vor, den Chlorkalk in eine Hiille zu bringen, auf welche der
Kalk nur langsam wirkt, eine Hulle von Pergamentpapier.
Es wird dadurch eine locale Wirkung ausgeiibt , bei welcher
dae Chlor in dem gleichen Maasse, als es sich entwickelt,
absorbirt wird.
470 Die Deainfectionemittel, Antiseptics u. Geriiche eeretiir. Agentien.
Die Versuche E c k s t e i n ' 8 hatten folgende Resultate
bei einem taglich von mindestens 100 Personen benutzten
Abtritt:
1. Eine wiissrige Losung von 1 Kilo Eisenvitriol vernichtete den Schwefelwasserstoffgeruch fir einige Stunden.
Nach 12 Stunden war die Wirkung voriiber.
2. Kupfervitriol hatte gleiche Wirkung.
3. 1 Kilo krystallisirter Eisenvitriol blieb zwei Tage
kraftig, ebenso 1 Kilo Kupfervitriol.
4. 1 Kilo einer Mischung yon Eisen- und Kupfervitriol
mit carbolsaurem Kalk wirkte zwei Tage.
5. Fliissige schweflige Saure wirkte sehr schnell, war
1 Stunde lang fur die Athmung belastigend und nach 23 Stunden verschwunden.
6. 30 g. rohe Carbolsaure verbreitete zwei Tage lang
einen unangenehmen Theergeruch im ganzen Hause, so dass
ihre locale Wirkung nicht beobachtet werden konnte , weil
der Geruch des Abtritts durch einen noch vie1 schlimmern
verdeckt war.
7. 1 Kilo Eisenvitriol in Krystallen wurde in einem Beutel von Pergamentpapier in den Abtritt gebracht. Erst nach
zwei Stunden wurde eine Wirkung beobachtet. Volle drei
Tage war der Geruch vertrieben.
8. 1 Kilo hochgradiger Chlorkalk in einem Beutel -von
Pergamentpapier wirkte vollstandig 9 Tage lang.
9. 60 g. rohes ubermangansaures Natron wirkten sofort,
doch war der Effect nach 24 Stunden verschwunden. Im
Pergamentbeutel wirkte dieselbe Menge zwei Tage.
Der Chlorkalk verdient demnach , in einen Pergamentbeutel eingeschlossen, den Vorzug ; E c k s t e i n ' s Resultate
wurden auch durch die in Dresden angestellten Versuche
bestatigt. Chlorkalk in Verbindung rnit Schwefelsaure wurde
als das kTaftigste Desinfectionsmittel erkannt. Setzen wir
dieses = 100, so sind:
Chlorkalk mit Schwefelsaure
100
2 Th. Chlorkalk mit 7 Th. Eisenvitriol
99
Schwefelsaurer Kalk mit 7 Th. Eisenvitriol
92
Desinfectionspulver mit Carbolsaure
85,6
Geloschter Kalk
84,6
Alaun
80,4
Eisenvitriol
76,7
Chloral
74
Schwefelsaure Magnesia
57,l
Uebermangansaures Kali rnit Schwefelsaure
51,3
Ein rnit chloraaurem Kali gemischtes explodirendea Kupfersalz. 471
Vor Ankauf der englischen Chloralumpraparate wird gew a n t , da zwischen ihrem Werthe und ihrem Preise kein
Verhaltniss besteht. Nach der Analyse von Alex. M i i l l e r
besteht:
Chloralum
Bus:
Aluminiumchlorid
Calciumchlorid
Alkalische Sulphate
Salzsaure
Wasser
16
197
021
122
80,9.
Chloralumpulver aua :
Aluminiumchlorid
Aluminiumsulphat
Schwefelsaurem Kalk
Schwefelsaurem Natron
In Salzsaure losliche Thonerde
Kaolin
Kieselsaure
Wasser
13,4
491
991
14,l
15,5
13,5
994
20,9.
Miiller halt beide Praparate f i r Nehenproducte der Sodafabrication. (American Journal qf Pharmacy. Vol. XL V4
4 th. Ser. Vol. IV. 1874. pay. 177 sen.).
R.
Ein mit chlorsaurem Ktsli gemischtes explodirendes
Kupfersalz.
Wird eine Kupfervitriollosung so lange mit einer Losung
von unterschwefligsaurem Natron versetzt , bis sich dieselbe
vollig entfarbt hat, so bildet sich tetrathionsaures Kupferoxydul, welches im Ueberschusse von unterschwefligsaurem
Natron gelost ist. Versetet man ferner eine Kupfervitriollosung so lange mit Ammoniak, bis sich der anfangs entstehende blaue Niederschlag wieder gelost hat und mischt dann
beide Losungen, so scheidet sich aus der blauen Flussigkeit
nach langerem Stehen ein Salz in violetten Krystallen aus,
welches mit chlorsaurem Kali gemischt unter Funkenspriihen
explodirt. (Polyt. Notizbl. v. Bottger 1875. pay. 319.).
C. Sch.
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