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Die Gewinnung der Borsure namentlich in Central-Italien.

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III. Natui-geschichte und
Pharmacognosie.
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...
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Die Bewinnung der Borsture , namentlich in Central
Italien.
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Mitgetheilt vom Prof. Dr. H enk e l in Tiibingen.
Eines dcr interessantesten Erzeugnisse Central - Italiens
ist ohne Zweifel dic B o r s a u r e , welchc in stets steigender
Menge im Crossen dort dargestellt wird und theils fur sich,
theils in Borax umgearbeitet einen wichtigen Exportartikel
bildet. Wahrend man noch vor 100 Jahren keinc Ahnung
von der Existenz dicscr Siiure in Europa hatte, wird gegenwartig allein von Livorno aus fur mehr als 1 Million Gulden
an Werth nach England, ausgefuhrt , urn ZUN grossten Theil
in den sogenannten ,,potteries ," der Umgcbung von Stafford,
Xewcastlc, Burslam etc., zur Glasur der dortigen beriihmtcn
Topferwaaren verwendet zu' werden , wovon bekanntlich England jEhrlich fur mchr als 3 Millionen Pfund Sterling erzeugt.
Der hohe Aufkchwnng, den die Gewinnung dieser Saure in
Italien gefunden, diirfte gewiss den Vcrsuch rechtfertigcn, die
Geschichte ihrer Entdeckung in Italien kurz darzulegen.
. Der italienische Geologe G i o v a n n i T a r g i o n i T o z e t t i , besuchte bei einer 1742 durch die Maremmen Toscana's untcrnommcnen Rcise die Salzwcrkc von Volterra und
machte von da aus siidlich durch Pomarance cincn Ausflug
nacli Monte Cerboli , um sich die sonderbaren I)arnpfvnlkane
oder ,,soffioni" anzusehen, die so hiiufig in dortigcr Gegend
auftraten. Er schildert den Eindruck, den die ode, trostlosc
Gegend auf ihn machte, wobei er bemcrlit, dass dcrselbe
wohl geeignet sei, einen unwissenden und furchtsamen Menschen init Graucn zu erfullen, wahrend cr als eifriger Batur-
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Die Gcwinnung der Borsaure, namcntlich in Central- Italien.
forscher machtig durch dm sich dnrbietende Phanomen angeregt, gerna genauere Untcrsuchungen angestcllt hatte , urn
uber die Ursache der aufikllenden Erscheinung klar zu werden, wenn nicht die heissen Dampfe ihn in respectvoller Entfernung gehslten hatten. Er hcmerkte eugleich, dass die ausgestossenen Dampfe cinen deutlichen Geruch nach Schwefelwasserstoffgas verbrcitetcn und dass sich eine Anzahl sogenannter ,,lagoni '( gebildet hattcn, Behalter mit ciner schmutzig
blaulichen Flussigkeit gefiillt, welche durch die von unten
eintretendcn Dampfe in fast ununterbrochcner kochender Bewegung erhalten wurdc. Sein Fuhrer bemerkte ihm, dass
nach starken Regengusscn oft diese Lagoni uberfliessen und
sich in die am Fusse des Monte Cerboli vorbeifliessende Possera ergiessen, was in Polgc der starken IIitze des Inhalts
jener Behalter aut' eine betrichtliche Entfernung hin den Tod
aller in jcncm Flusfie vorhandenen Fische vcrursache. Tozetti musste sich aber begniigen, diese interessanten ,,soffioni"
gcsehen zu haben urid konnte nichts thun, den Ursprung derselben in irgcnd einer Weisc zu erklaren. Erst 1777 fand
H o f e r , ein von dem Grossherzog von Toscana angestellter
Chemiker ,*) Borbkure bei Monte Rotondo und Castelnuovo, welche Thatsache zwei Jatirc spater von Prof. M a s c a g n i bestatigt wurde. Schon 1808 wurdc der Versuch
gemacht , die Borsaurc dieser Lagoni zu verwerthen , indem
man Borax daraus fabricirte, und wahrend der napoleonischen
Regierung erhiclt M a s c a g n i sogar ein Patent, welches ihn
zu der alleinigen Ausniitzung dicscr heissen Quellen ermachtigte. Dersclbe cedirte aber bald sein Recht einem gewisscn
F o s s i , dem er auch den Vorschlag machte, Kessel mit der
Losung der Borsaure uber den Dampfkanalcn anzubringen
und den aiisstromenden Dampf statt dcs Feuers zur Concen*) IFu b e r t F r a n z H o f c r , Director der Grossherzogl. Apothcke
in Florenz, Mitglied der Akad. ?. Wiss. zu Siena, geb. den . . . . . (?)
zu Coln, gestorbcn den . . . (2) Verfasste Memor. sopra il sale sedativo
naturale della Toscana, c del boracc che con quello si compone, scoperto
da Uberto F r. IF o f e r , Firenze 1 7 7 8 . (Poggendorfa Biogr. litter. Handworteduch 186% Bd. 1. 8. 1119.).
I€.L.
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Die Gcwinnung der Borsaure, namentlich in Central Italien.
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trirung zu verwenden. F o s s i gewann allerdings nenncnswcrthe Mengen Borsaure am Monte Rotondo und stellte
auch 1818 in Florenz ein weisses, mit Hulfe von Borax
gewonnenes Glas aus. G a z z e r i und B r o u z e t benutztcn
gleichfalls einen .Theil jener Lagoni von 1815 - 1818 und
hatten eincn eigenen Ingenieur C i a s c h i angestellt , um
kiinstliche Reservoirs anzulegen , in welchen sich die Dampfe
verdichten sollten ; dcrselbe hatte bci einer derartigen Arbeit
das Ungliick in cine Spalte hinabzusturzen, aus welcher er
halb todt und gebriiht herausgezogen wurde und nach mehrtagigen Qualen starb. Trotz allcr Anstrengungen gelang es
aber jenen beiden Unternehmern nicht , innerhalb 9l/, Monaten mehr als etwa 65’1, Centncr fiehr unreiner Borsaure nach
Franlcreich liefcrn zii konnen und die Unternehmung erwies
sich als wcnig prosperirend, bis 1818 ein Franzose, L a r d a r e l l , die Sachc in die Hand nahm, als er eich gerade einige
Zcit in Italien aufhielt. Einige Jahre hindurch u-urdcn nur
geringe Fortschritte gemacht ; die Borsliure war wohl leicht
abzusetzen, der Gewinn aber nur ein sehr miissiger, weil die
Xosten fur das Feuerungsmaterial grosstentheils denselbcn
absorbirten, bis endlich L a r d a r cll auf die gliickliche Idee
kam, die Dampfe, dic aiis den soffioni hcrvortraten, sich statt
einer bcsonderen Feuerung zu Nutzen zu machen. Dieser
Process war ein Triumph fur jene Zeit, wo man noeh nicht
gewohnt war, Dampf bei industriellen Unternehmungen zu
verwenden; von diescr Zeit an wurdcn die Boraxwerke mehr
und mehr erwcitcrt, der Verbrauch an Borsaure wurde cin
vie1 ausgedehnterer und L a ;d a r e 11 hat sich seit dicser Zeit
enorme Summcn bei seinem Unternehmen erworben.
Wir wollcn hier nicht weitcr auf die Gewinnung der
Borsaure in jenen Werken eingehcn, da die Handbiicher der
pharmaceutischen und technischen Chemie , wie namentlich
G o t t l i e b und W a g n e r die Fabrikation im Detail angeben
und sogar durch Abbildungen vcrsinnlichen. W i r bemerkcn
nur noch, dass die Darstellung der Borsaurc in Italien in
sehr fuhlbarer Weise auf den Bezug des T i n k a l s , iiber
welchcn wir unten noch einige Worte beifugen wollen, ein-
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Die Gcwinnung der Borsaure, namentlich in Central -1talien.
gewirkt und dessen Import wcsentlich geschmalert hat. Zur
Zeit als J e r v i s , dem wir diese Mittheilungen theilweise entnehmen , dariiber berichtetc, ") besass Con t e L a r d a r e 11
neun getrennte Etablissements , welche sammtlich wenige
Meilen fron Castelnuovo , einer kleinen Stadt, halbwcgs zwischcn Volterra und Massa maritima liegen; sie fuhren die
Namen: L u s t i g n a n o , L a r d a r e l l o , L a g o , S a s s o ,
Monte Rotondo, Serrazzano, San Federigo, San
E d o a r d o und C a s t e l n u o v o . Ein gewiseer D u r v a l ist
in Besitz eines Etablissements am S e e von M o n t e R o t o n d o, wahrend sich eine neu gegriindete Gesellschaft in
T r a v a t e bei V o 1 t e r r a niedergelassen hat.
Eigenthumlich ist der Umstand, dass man noch nirgends
im Boden der Umgcgend jener soffioni bis jetzt Borsaure
gefunden hat, ausscr an Platzen, wohin sie durch Sublimation
gelangt war. Each der Theorie von D u m a s ist dieselbe
wahrscheinlich hervorgegangen aus der Wechselzersetzung
von Wasserdampf und einer fluchtigen Borverbindung, wie
etwa C h l o r b o r o n , S c h w e f e l b o r o n , wobei sich im ersten
Falle neben Borsaure Salzsriuregas , im letztercn Schwefelwasserstoffgas bildet. Die aus den soffioni aufstcigenden
Gase cnthalten K o h l e n s a u r e (57,30), S t i c k s t o ff (34,81),
S a u e r s t o f f (6,57) und S ch w e f e l w a s s e r s t o f f (1,32)
zufolge der Analyse von Payen.**)
Was die P r o d u c t i o n s m e n g e der auf Conte Lardarell's Etablissements erzeugten B o r s a u r e betrifft , so
giebt J e r v i s fur 1861 mehr als 1800 Tonnen (ti etwa
20 Centner) an, wahrend im Jahr 1519 erst 521 Tonnen
erzeugt wurden.
Der See am M o n t e R o t o n d o , wo sich die Fabrik
D u r v a l ' s befindet, enthiilt l/soo Borsaure in seinem Wasser
geliist; im Jahr 1854 gewann man dort durch Verdunsten
__
*) Technologist 111. 1563.
**) Ein Zusammenhang zwischen den soffioni und vulkanischen lira-
tern hat eine Bestatigung darin gefunden, dass man in Erdspalten bei
Torre del Greco, die nach einer Eruption des Vesuvs 1861 entstanden
waren, krystallioische Borsaure entdeckt hat.
Die Gewinnung der Borsaure, namentlich in Central - ftalien.
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des Wassers nur 64 Tonnen Borsaure, doch hat sich jetzt
die Production aiif etwa 200 Tonnen gesteigert, welche
fast alle nach Prankreich exportirt werden , wahrend L a r d a r e 11 sein Product hauptsachlich nach England absetzt.
Bevor die Gewinnung der Borsaure in Italien mi ,ihrer
jetzigen Ausdehnung gelangt war, wurde der Bedarf an 'Borax fur die verschiedenen technischen Zwecke durch die Zufuhren ron rohem B o r a x oder T i n k a l gedeckt, wovon noch
1853 von C a l c u t t a aus etwa 10,800 Ctr. nach England
gelangten ; damals betrug der Import von B o 1:s k: u r e nach
England erst 20,793 Ctr., war aber schon 1859 auf 35,927 Ctr.
gestiegen , wahrend der des Tinkal im letxtgenannten Jahre
nur noch 4136 Ctr. betrug. Dieser Tinkal war den Arabern,
besonders G e b e r , schon im 8. Jahrhundert unter dem Namen ,,B a u r a c h" bekannt iind findet sich in verschiedonen
Districten T i b e t s , wo er theils gegraben und durch Krystallisation oberflachlich gereinigt , besonders 'aus der Nachbarschaft von T a s c h i L h u n p o , etwa 5 Meilen von H l a s s a ,
der Hauptstadt Tibets, ferner vom S e e P e l - t a aus, in den
Handel gelangt. Etwa 100 Weilen yon letzterem See so11
sich nach den Angaben der Eingeborncn ein anderer sehr
grosser See befinden, wo sich dicke Krusten von Borax in
grossen sechsseitigen Prismen am Rande ausscheiden und
ohne grosse Muhe gesnmmelt werden konnen. H u c schildert
sclion in eeinen Reisen in der Tartarei die Ebenen von T s a i d a m , wo die Tibetaner grosse Mengen von Tinkal sammeln
und an ihre einheimischen Goldarbeiter verkaufen oder auf
den Rucken von Schafen gepackt iiber die Berge nach Indien
schaffen, welche keines der gewohnliehen Lastthiere zu uberschreiten im Stande ist. Nach Europa gelangt der Tinkal
von Ostindien (Calcutta, Bombay, Madras) in doppelten Gunny Siicken von etwa 2 Xaunds (A etwa 82 engl. Pfund); vor
dem Verpacken sol1 man die Krystalle zur Verhiitung des
Verwitterns mit etwas Oel und geronnener Nilch befeuchten
und daher die auffallende Fettigkeit beim Anfuhlen rohen
Tinkals riihren.
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Die Zinngruben der IllRd Rnnka im ostindisrhen Archipel.
Ein weiteres Matcrial fur die Gewinnung von B o r s ii u r e
hat man als b o r s a u r e n K a l k in der P a m p a v o n T a m a r u g a l in P e r u , also in den vor Kurzem durch ein entsetzliches Erdbeben heimgesuchten Gegenden, gefunden. Man
trifft dieses borsaure Salz dort in der weichen Erde in Stucken
von Erbsengrosse bis zu 2' Durchmesscr und die Cmwohner
jener Gegend , von ihrer Beschaftigung ,,borateros '' genannt,
sammeln mit leichter Muhe dort grosse Mcngen, ohne ein
Kapital zu benothigen, was bei der Ausbcutung der Lager
van s a l p e t e r s a u r e m K a t r o n in derselben Gegend,
namentlich bei I y u i q u e , unumgiinglich nothig ist. Am reinsten findet sich diesel. borsaure Kalk, wovon schon im Jahre
gegen 10000 Quintals nach England geliefert und pr. Tonne
dort mit 30 Pf. Sterling bezahlt wurden, bci R i n c o n a d 0,
C a b r e r i a, T r o n c o etc. und der Gehalt an Borsaure betriigt
nach Analysen von B o l l a e r t bis zii 42,2@o/o.
Banks
Die Zinngruben der Insel
Archipel.
im ostindisehen
Von Dr. J o h a n n e s M i i l l e r .
Bei einer aufmerksamen Betrachtung der Schwierigkeiten
und Gefahren , welche in verschiedenen Himmelsstrichen mit
der Gewinnung der Metalle aus der Erde verbunden sind,
ruht der Blick mit einem gewissen Wohlgefallen auf den
Orten, wo der Boden Schatxe in sich birgt, die mit verhaltnissmlsvig geringer Arbeit erhalten werden. So will ich hier
die Aufmerksamkeit auf die Insel Banka lenken, welche in
der Nahe von Sumatra und zwar siidostlich liegt, von 230
Quadratmeilen Oberflache und wegen ihrer geologischen und mineralogivchen Beschaffenheit im Besitze der reichsten U n e n der
Welt sich befindet. Das Zinnerz enthalt von 40 - 8 0 Procent fast cheniisch reines Zinn nebst wenigen Sand- und Erdtheilen , welches dort xwischen Felsen yon Feldspath und
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