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Die Reform der Medicinal-Verfassung Preussens von Dr. Joseph Hermann Schmidt Knigl. Preuss. Geheim. Medicinalrathe und Professor etc. Berlin bei Th. Chr. Fr. Enslin 1846. XII. u. 218

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Die Reform d e r M e d i c i n a l - V e r f a s s u n g P r c u s s e n s , von Dr. J o s e p h Hermann S c h m i d t , Konigl.
Preuss. Geheim. Medicinalratheund Professor etc. Berlin,
bei Th. Chr. Pr. Enslin, 1846. XI[. u. 218.
Diese mit dem Motto: ,,Instauratio [ucienda est ab h i s fundanuntis, niri libeat perpeluo circumvolvi in orhum cum exili et quasi
eoaiemntndo progressu (Baco), das heisst: Niemand flickt ein allre
Kleid init einein Lappen von neurm Tucli; deun der Lappen reirrt
doch wieder voin Kleide, und der Riss rvird itrger" VerseheneSchrift,
welche init vielem Humor abgefasst ist, sagt i n der Vorrede, dasr dein
Verfasser von Sr. Excellenz den1 hlinister Urn. Dr. E i c h h o r n der
Auftrag geworden, einen Entwurf ZII einein neucn Medicinal Edicte
ausznarbeitrn, und er habe die ganze Schwieriglteit u n d di? ganze
Verantwortlichkeit dieser ehrenvollcn Aurgabe gerihlt, denn sie sei
eingreifend in das Schicksal der krnnlten Rleiiscliheit, in die Interessen
des iirtztlirhen Standes, in die Forderungen d e r heutigen \Vissenschaft.
Der IVotbruf des Inlandes und die Aufinerltsanikeit des Auslnndes seien
auf sie gerichkt, dic Pietilt gegen die Vergangenheit bei ilir bellieiligt; die Gegenwart verlangt eine glk%liche LBsung der Fragc auf
die Dauer.
Die Principien seien die wisscnschartliclien Wurzeln des Gesetrer,
dae Gesetz selbst sei der administrative Stiinim, die Instructionen die
Zweige der letztern, bei faulen Wurzeln welkten bald Stiiinni und
Zweige. Durch gesunde Principien waltetcn in dein Gesetze die Uimensionen der Tiefe , ohne vorsiclitig durchdnchte Principien werde
die Breite vorwaltend. Daruni niilsse nian langsain und griindlich in
der Instanz der Principien verfaliren, diiinit das Gcsetz uin so kilrzer,
aber auch bestimmter wertle, die Principien gehfirteti dur \Ifissenrehaft,
und die \$'issensehart kenne keine Lnndesgrenze, und in selbiger seiea
die Gedanlten und Erfahrungen des Auslancles 60 vie1 wertti, als die
des Inlandes.
So habe er den Plan gefasst, erst der Wissenschaft zu bringen,
was der Wissenschaft sei, die Principien und dann der Verwaltnng,
wns derselben zukomme, Gesetzesentwurf und Instructionen. So ~ o l l e
er hier seine individuellen Ansichten geben, welche der Rlinisler weder genehinigt noch verworfen IiaLe, und deren Pebler nur ihm, dein
Verfasser, a h i n zur Last fielen.
Nach einem solchen f i r die offene und merkennenswerthe Denkweise des Verhssers zeugendein Vorworte folgt eine Literatur-Angabe,
in welcher wir 36 Schriften von A u g u s t i n , Kocli, R d n n e , E.
S i m o n , C a s p e r , H u f e l a n d , Hencke, W a s s e r f u h r , Hust,
F i s c h e r , W e n d t und W a l t h e r , S t r e h l e r , J t i g e r , E . B i s c h n f f ,
Wittcke, Richter, l e t z i g , Simeons, Klencke, Schnitzer,
S p o n h o l c , Kalisch, Schulz, H e i d e n h a i n , T r i i s t e d t fad
cinrig und allein voin Medicinalwesen in Bezug auf irrztlichen Shodpunct hmdelnd, aufgefiihrt finden. Wir vermissen die iiber pharmaceutische Zustfinde.
Die Schrift zerffillt in 6 Abschnitte oder Denkschrifkn. Die erste
handolt ab : die Clasrification des Medicinal-Personals, worin aurgo-
-
a00
Literatur.
sprochen wird, dass alle Gclehrte darin einig seien, dass Mcdicin, Chirurgie und Ceburtshiilfe als Wissenscliaft als unzertrennlich anzusehen,
dasa alle die Pralctilrer aucli darin cinverstanden sich crhlirten, dass
nicht gernde in einer Person diese drei Theile der Medicin vereint
sein miissten. Die bisherigc ledicinalverfassung habe jene Wissenschaft niit dieser Ausibung verwechselt , der lebendige Organismus
des Medicinal-Personals miisae nach physiologischen, niclit nach anatomischen Gesetzen construirt sein ; Gesetze hitten und sollten keine
einwirkende Kraft haben (welche nian ihnen hie und da allerdings
vindiciren iiidchte, wie so etwas in lcleineren Lindern wohl vorkonimt. B.)
Die endliche Emancipation des a m e n kranken Landmanncs sei der
Anfang und das Ende des Strebens ciner rechten ~ledicinalverfassung,
dann werde das Medicinal-Eilict ein lcbendiges; dcnn mit einem bloss
papiernen sei der Welt nicht geholfcn. Man solle die Armenpflege
niclit i m Gebiete der Wissenscliaft, sandern im Gebiete der Armuth
dben. Der Staat bediirle f i r seiiic Kranken ohne Unterschied des
Ranges, des Standes u n d des Doinicils derselhcn
1. Heilltiinstler, welche Arrncieii verordnen.
HI. Heildiener, welchc die iirztlichcn Verordnungen ausfiihren.
I k n einzig erlaubten Uchcrgnng von jencn eu diesen bildeten
11. Apotheker, welclic Arzneicn zii berciten hiitten.
Se. Majestit der Kihiig liabe niittelst ciner Allerhcchsten Ordre
vom 27. Januar 1845 die Keorganisation der Medicinalverfassung als
ein Iiingst cinerkanntes dringendes Bediirrniss bezeichnet und die Beschleunigung anbefohlen Vei.hsser bespricht dann das 1Iiilfspersonal,
namentlich Kran kenwirter, Hebainiiien etc.
Am Schlusse des ersten Ahschnittes gedenkt er der vortrefllichen
Fortbildangsschule, welche das Grossherzogthuni Baden besitre, sowie
Westph;ileii, welches diese jenem unvergleichlichen Yanne EU danken
habe, dessen grdsste GrGsse darin bestanden, dass er immer an die
Aermsten zuerst gedaclit hobe, der seine gcriuschlosen Schiipfungen
imlner iiii tiefsten Puhdainente angefangcn hahe, dem unvcrgesslichen,
nie sterbenden Ober-Priisidcnten L u d w i g Freiherrn v o n Vincke.
Die zweite Abhandlung hrndelt yon den medicinischen Studien,
rein in Beziehung aitf Medicin.
Die dritte Abtheilung vom medirinisclien Priifungswesen, ebenfalls
wie im zweiten nur mit Ricksicht auf die Aerzte.
Die vierte Abtheilung umfasst eine Betrachtung des Militair-Medicinalwesens.
Die ftinfte Abtheiliing die Armen-Krankenpflege. Hier spricht er
aus: So, wie bisher, kaiin es niclit bleiben; die armen Kranken mussen endlich lliilfe belcommen.
Desshalb vertraut er dem KBnige, der in zwei herrlichen Cabinets-Ordern den Standpunct vorgezeichnet, die Armen-Krmkenpflege
nicht den Gemeinden, sondern grdssern Verblnden aufzutragen und
der den Cedonlren der Association angeregt habe.
Die letzte iind sechste Abtheilung bespricht das Medicinal-BeamtenSystem.
Den Namen ,,Physicus" htilt der Verfasser fiir unpassend und
hewer Hreis-Banitits-Hath.
Hier heisst es ferner : Sowohl in den Provinzial-Medicinal-Collegien, als in dem Ober-Medicinal-Collegium miissen die drei Zweige
der Arznei-Wisrenschaft die Medicin (inclus. Psychiatrik), Chirurgie
und Geburlshiilfe ihre Heprksentation linden. Wenn der Physicus die
'
Literatur.
204
Medicin, Chirurgie und Geburtshiilfe encyclopiidiscli in sit+ zu vereinigen hatte, so muss das 3ledicinal-Collegium, noch mehr aber die
wissenscheftliche Deputation ftir dits Medicinnlwesen , Rliinner in sicli
schliessen, welche in tiichtiger Einseitiglccit 81s Aritoritiit in diesem
oder jenern Zweige gelten. I)ie moralisclie Person als Ganzes betrachlet, nicht aber jedes cinzclne Rlitglicd derselben inatss ein vergriissertes Abbild der indivirlitellen sein. Das einfaclic uild beaintete
Medicinal-Personal muss in Uebercinstimmung gebracht werden. Aus
diesem Grunde muss aber arich die Phnrniacie in beiden technischcn
Instanzeii vertreten sein. Uenn die Ileilpllege, wie die Ileilwissenschaft besteht aus zwei Heihrn , einer subjectiveit (den Iirankhciten
gewidmeten) uiid einer objectiven (den Heilmilteln entsprechenden).
Es ist dieses eine I'flicht der Gerechtiglteit, die wir sowohl der so
vortrefflich sich gcstaltenden pharmaceutischen Wissrnschaft, als dem
so wohllhitig i n das Leben eingreifenden Apothelcer -Stande schuldig
sind. Consequent wire es, auch schon ini Sladio der Regierung,nnd
srlbst des landriitlilichen Kreises eine Representation der Pharmacie
eintreten zu lassen, und nicht niir den Hegierungs-nredicinrlrithen,
sondern auch den Kreisphysihern eirr bestimmtes besonders tiichtiges
Mitglied des Apothckerstandes beziehungswcise fiir Apothelrenvisitationen n n d fur gerichtliche und polizeiliche Untersuchungen (auch zur
Assistenz bei tlen fiir die nledicinalriithe und Hreis-Physiker sehr Iiistigen Niwh-Taxationen der Rccepte fur iilhtlichc Anslatten u. s. w.)
beizuordnen. Besondere Besoldungen, wclche diese Organisation erschweren kGnnten, werden die Apotheker zu diesem Behufo im Stadio
des landriithlichen Kreisrs nicht verlangen, da sie bei jedem einzelnen
Auftrage liquidircn hiinnen ; im Stadio des Uepartenients der Provinz
und des Staats wiirde die Besoldung so weniger neuer Beamten den
Staat nicht driicken. Uer pharniaceutische Assistent des MedicinalCollegiums und Regierungs Medicinal -Hathes kdnnte nacli wie vor
,,Medicinal Assessor", dcr ~ltarm;tceritisclie Assistent des Rreis-Physicus zur Unterscheidung ,,Snnitiits- Assessor" lieissen. Der Verfasser
empfiehlt am Schlusse seine Sclirift d r r schonungslosen Kritik der
Wissenschaft.
Bei dieser unsern Lescrit gcwidmeten Anzeige ltonnte es uns nicht
einfallen anders als referirend III verhhren, denn der Inhalt betrim
dem griissten Theile nach medicinisclie Angelcgenheiten, in welchen
wir uns ein Urtheil nicht anmassen Iriinnen. Was die nun Anhangsweise erwiihntc phrrrnaceutische Vertretung betrilll, so haben wir unsere Ansicht oftmals in dieser Zeitschrift, in der Srlirift: dio Nothwendigkeit der Vertretung der Pharmacie bei den MedicinalbehBrden
und in der Denkschrift uber den derzeitigen Standpunct der Pharmacie in Deutschland, Hannover 1845, ausgesprochen, als dass eine Wiederholung n6thig wiire. Wir freuen nns, dass der hoehehrenwerlhe
Verfasser giinstige Ansichten iiher die Repriisantation der Pharmacie
hegt und wiinschen, dass sein mit redlicher Umsicht und edler Aukichtigkeit entworfene Reforms-Vorschlag bei den] holien Ministeriuin eine
gnlidige Aufnahme und volle Beriicksichtigung finden mdchte, zur Heratellung einer Muster-1)Iedirinal-Verfassung, damit sie auch in andern
Llindern Beifall und Hochachtung fiodc, wo eine Reform zum Theil
noch vie1 nothweodiger, als i n Preussen sich herausstellt. l i i g e n aber
ruch die allerdings lange in Geduld gepriiften concessionirten Apotheker den anfgestellten, gewiss richtigen Satc des Verfassers beher-
-
-
9oa
Literatur.
zigen: ,,dass mail langsam nnd grundlich in der Instanz dcr Principien
verfahren tniisse “, holfend, diias einr ihnen grrecht werdende Abhiilfe
nicht ausbleiben werde !
Dr. B l e y .
Jahresbericht iiber die Fortschritte der Pharmacie in allen
Landern im Jahre 1844; herausgegehen vorn Professor
S c h e r e r in Wurzburg und Ur. W i g g e r s in Giittingen.
Separatabdruck fur Pharmaceuten aus Canstatt ’s und Eisenmann’s Jahresbericht iiber die Fortschritte der ge.
sammten Medicin in allen Landern. Erlangen, 1845.
Nach dem Vorworle hat Herr Dr. W i g g e r s die Berichte iiber
Pliarniakognosie und Pharmacie gcliefrrt. 111 detnselben legt der Vcrfasser die Principien dnr, nach welclier er bei der AbfidSSUng seiner
Arbeit verfuhr. Der erste Abschnilt, der des Pflanzenreichs ist auf
B a r t l i n g ’ s Ordines plairtarurn gegriindet, u n d zerfi‘illt in 3 Ahtheilungen : Studien allgetnein verbreitetrr Pflanzenstoffe ; eigentlicher
Arzneisrhatz des Ptlanzenreichs, nach Fanlilirn dargestellt, utid pharmrkogtiostische Miscellen. Die Pharitiacie utttfasst 5 Abtheilungen.
Apparute und Priifungstnethoden ; I’harmacie unorganischer Karper ;
Pharmacie organischcr Karper ; Pharmacie gcmischter Arzneien ; Ceheimmittel.
I. P h a r m a c o g n o s i e .
A. Pharmacognosie des Pflanzenrcichs.
I ) Studien allgemein ina P/lnnrenreiehe verbreileter P/lanrenstoffe..
Pflanzenskelett. Hier finden sich die Untersuchungen von P s y e n ,
F r o i n b e r g , Bautnhauer , R o c h l e d e r , Schlossberger,
S c h i i f f n e r , D o e p p i n g , B l o n d e a u d e C a r o l e s , uher Sliirke ist
S c h l e i d e n ’ s Arbeit erwihnt, welche geh6rig gewitrdigt ist, so wie
Bi o t’s mikroslropische Untersuchungen nur kurz erwiihnt sind.
Pflsnzenschleitn und Bassorin, wohei namentlich Schmidt’s Unlersuchnngen, so wie F r e in y’s iiber Rletapektinsiiure, C h o d n e w ’ s fiber
pektinige S u r e und Ueherpectinsiure er6rtert sind. Hier findet sich
auch das Mannit eingeschaltet. Beiiti Gerbstor ist M u l l e r ’ s von der
IJngen-Bucholz’schen Slihung gelcriinte Arbeit erwiihnt. Ueber Pfliinzenwachs ist RI u l d e r ’ s Arbeit angezogen. Ueber Pflanzenfarben ist
der Preisser’schen Abhandlung, Dissertations siw l’origine ef In nnttwe
des nialidrer orguniques, Roaeii 1844 als einer se‘nr interessanten Scltrift
gedacht, indetn es Preisser geluttgen ist, eine nlenge dieser Hbrper
farblos und gefiirbt, zutn Theil selbst krystallisirt herzustellen. Ueher
Vertheilung der Mineralsubstanzen in den einzelnen Organen rler Pflanzen ist V o g e l ’ s Arheit aus den Annalen der Chernie und Pharttiacie,
so wie die von F r e s e n i u s , W i l l , B o e t t i n g e r , B u c h , L e u c h t w e i s s , K l e i n s c h t n i d t , B i c h o n und L e v i erwihnt. Ueher den
Eintluss des Mondes auf die medicinische Wirlrsamlceit der Pflanzen
ist auf L u c a n u s littheilung i m Archive hingewiesen.
2) Aroneischalo das P/lanoeitreichs nach natzirlichcn Familien
gcordnet. Mycefes.
Pilse. Spermoedia Claour. F r i e 8’ Dlutterkorn. Hier irt die
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