close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Eine neue Methode den Morphingehalt des Opiums zu bestimmen.

код для вставкиСкачать
H. M. G o r d i n u. A. B. P r e s c o t t : Morphinbestimmung.
380
I. gilt verschlossen aufbewahrt werden muss,
2. dass derselbe nicht iiber ein Jahr aufbewahrt werden sollte.
Die letztere Forderung kann nicht mehr zu rigoros genannt
werden, da bei der Herstellung des Ltiffelkrautspiritus am t r o c k e n e m
Kraut der Apotheker in der Lage ist, seinen Bedarf stets zu erneuern,
derselbe also nicht mehr wie bisher gezwungen ist, den ganzen Jahresbedarf und dariiber auf einmal zu decken. Bemerkt sei noch, dam die
russische Pharmakopiie bereits die zweite Forderung enthat.
Eine neue Nethode, den Adorphingehalt des Opiums
zu bestimmen.
Von H. M. G o r d i n und A. B. P r e s c o t t .
(Eingegangen den 1. VI. 1899.)
Vor ungefahr einem Jahre I) haben wir ein Verfahren zur Morphinbestimmung im Opium ausgearbeitet, welches sich auf die Unlijslichkeit
des Morphintetrajodids a) in uberschussiger Jod-Jodkaliumliisunggriindet.
Da wir jetzt dieses Verfahren so vervollkommnet haben, dass die nicht
ganz einwurfsfreien Lijsungsmittel - Aceton oder Amylalkohol -,
welche darin zur Verwendnng kamen, durch ein vie1 bequemeres ersetzt worden sind, und dass ausserdem auch noch eine alkalimetrische Bestimmungsweise in das Verfahren e i n g e f i i wurde, so mSchten wir
hier die modihierte Methode in allen Details beschreiben. Obwohl es
an Morphinbestimmungsmethoden nicht fehlt, so scheinen uns doch die
meisten derselben, in welchen unter Zusatz von Alkohol und Aether
das Morphin aus dem Opiumauszuge mit Ammoniak geftillt wird, mit
nicht zu vernachlhsigenden Fehlerquellen behaftet zu sein. Diese
Fehlerquellen kann man kurz, wie folgt zuesmmenstellen:
1. Es mird nicht bewiesen, dass das Morphin vollkommen aus
dem Opium extrahiert ist.
2. Es wird kein Beweis gegeben, dass dem Morphin, welches
zur Wligung, bezw. Titration gelangt, keine anderen Alkaloide beigemengt sind.
3. Die Temperatur des Wasserbades kann dem leicht oxydierbaren Morphin schadlich sein.
1)
3)
Jr. Am. Chem. SOC. 1898, 724.
J. pr. Chem. (2), 2, 437.
H. M. Gordin u. -4. B. Prescott: Morphinbestimmong.
38:
4. Es ist nicht bekannt, wie vie1 Morphin beim FBllen mit A m moniak in der Mutterlauge gelFst bleibt. Abgesehen davon, dass
Morphin in Wasser md Aether, besonders im frisch gemlten Zustande,
nicht gmz unloslich ist, enthtilt ja diese Mutterlauge nobh iiberschiissigen Salmiakgeist, Akohol und wechselnde Mengea von EgtraktivstofPen, wodurch die Laslichkeit des Morphins zweifelsohne gesteigert
werden muss. Da die Ltisungskraft dieser Extraktivstoffe fllr Morphin
uns unbekannt ist, so i a t die Einfiihrung einer richtigen Korrektur
in die Resultate ausgeschlossen.
In einem sptlteren Beitrage werden wir die Ergebnisse einiger
Versoche, die bei den gebrluchlichen Bestimmnngsmethoden verloren
gehenden Morphinmengen festznstellen, mitteilen. Gegenwgrtig mtichten
wir eine Yorphinbestimrnungsmethode vorschlagen, die von den oben
erwlihnten Fehlerquellen vollkommen frei ist. Bei dieser Methode
wird einesteils die Vollstindigkeit der Extraktion, sowie andererseits
aneh die vollstandige Trennung aller anderen Opiumbasen von dem zu
bestimmenden Morphin durch eines der empfindlichsten Alkaloidreagentien bewiesen. Da das Morphin in dieserMethode nicht isoliert
zu werden braucht, sondern das Extrakt in Toto zur Titration rnit
SEure, bezw. Jod verwendet wird, so kann von einem Morphinverlust
keine Rede sein. Infolge der starken Basizitit des Morphins braucht
wohl die Genauigkeit seiner alkalimetrischen Bestimmnng keine weiteren
Beweise.
Was die jodometrische Bestimmung anbelangt, so denken wir
anderwtirts ') durch Anwendung reinen Morphins, ihre Genauigkeit geniigend bewiesen zu haben. Die fast vollstEndige UnlSslichkeit des
Morphintetrajodids in iiberschtissiger Jod-Jodkalium16sung7 worauf die
jodometrische Bestimmung sich griindet , ist schon lPngst von
JIJrgensena) gezeigt worden und ist auch die Ursache der grossen
Empfindlichkeit des Wagner'schen Reagenzes fiir Morphin.
Das Prinzip unseres Verfahrens ist das folgende: Alle im Opium
enthaltenen Alkaloide werden durch Verreiben desselben mit einer bei
gewohnlicher Temperatur leicht fltichtigen ammoniakalischen Fliissigkeit
ih Freiheit gesetzt. Nach geniigender Maceration und nachherigem
Verjagen der Fliissigkeit werden Narkotin, Codei'n, Thebai'n, Papaverin
und die meisten anderen Opiumbasen, die stlmtlich in Benzol lFslich
sind, durch Extraktion mit diesem LFsungsmittel vollstsndig entfernt.
Das Morphin, welches in Bedzol unloslich ist, wird alsdann mit einem
Chloroform-Alkohdgemisch vollkommen extrahiert, das Lasungsgemisch
1) L O C .
cit.
s) J. pr. Chem. (2), 2, 438.
382
H. M. Gordin u. A. B. Prescott: Morphinbestimmung.
bei gewohnlicher Temperatur verdampft, der Ruckstand rnit einem
Ueberschusse von '/m-Normal-SBure aufgenommen und der Ueberschnss
mit */wNormal-Kalilauge zuriicktitriert. Nach Beendigung der alkalimetrischen Bestimmung kann man noch zur Kontrolle eine jodometrische
Bestimmung a u s f i i e n , indem man die Fliissigkeit auf ein bestimmtes
Volumen verdilnnt, mit Kalkhydrat schilttelt und zu einem aliquoten
Teil der filtrierten und angesiiuerten Fliissigkeit einen Ueberschuas von
titrierter Jodlosung zusetzt. Der Jodilberschuss wird rnit eingestellter
Thiosulfatlosung zurilcktitriert und aus der verbrauchten Jodmenge
die Menge des Morphins berechnet, indem auf ein Molekiil Morphin
3 Atome Jod zur Bildung des jodwasserstoffsauren Morphintrijodids 4, HIONOR
HJ. JI, - verbraucht werden.
Die Details der Methode sind die folgenden: 3 g pulverisierten
Opiums werden mittelst eines kleinen Pistills i n einem weiten Salbenglas von ca.150 ccm Inhalt mit einigen Kubikzentimetern eines Gemisches,
bestehend aus je 5 Volumteilen konzentriertem Ammoniak und Alkohol,
Chloroform 10 Qolumteilen und Aether 20 Volumteilen, verrieben. Nach
dem weiteren Zusatz von einigen Kubikzentimetern derselben ammoniakalischen Fliissigkeit, um das Opium vollstHndig zu bedecken, wird das
Salbenglas, das Pistill darin lassend, mit einem Schranbendeckel oder
einem breiten Stopfen verschlossen und beiseite gestellt. Nach 5- oder
6stiindiger Maceration vermischt man mit dem dickflltssigenBrei 10-12 g
pulverisiertes Kochsalz und stellt das Gefass unter ofterem Umrilhren,
urn die Bildung von Klumpen zu verhindern, in einen guten Luftzug
hin, bis die Fliissigkeit verschwunden ist. Nach Verlauf von einer
Stunde ist gewohnlich das Pulver fast ganz trocken. Das Salbenglas
wird hierauf in einen Exsiccator, welcher ausser SchwefelsPure noch
ein Gefbs mit Paraffin enthiilt, gebracht und fiber Nacht in Qakuo
gelassen. Man zerdriickt alsdann vorsichtig die etwaigen Klumpen mit
dem Pistill, schuttet das Pulver zuerst auf Glanzpapier und von dort
in einen kleinen, engen Perkolator, der mit einem Glashahn versehen
ist und auf dessen Boden sich ein Btiuschchen Watte befindet. Solch
einenPerkolator kann man sich leicht herstellen, indem man von einer
50 ccm fassenden Glashahnbiirette etwaa weniger als die oberen zwei
Drittel wegschneidet. Das Salbenglas wird dann einige Male mit
kleinen Mengen Kochsalz ausgerieben, dieselben werden ebenfalls in
den Perkolator gebracht und, nachdem das Pulver mit einem Wattepfropf und einem Glasscherben bedeckt ist, extrahiert man sehr langsam
mit Benzol, bie 2 oder 3 Tropfen des Wagner'schen Reagens in dem
schwach angestiuerten Riickstand von 10 Tropfen des Perkolats, von
denen das Benzol verjagt wurde, keine Triibung mehr hervorrufen.
Nachdem auf diese Weise die meisten Opiumbasen ansser Morphin ent-
H. M. Gordin u. A. B. P r e s c o t t : Morphinbestimmung.
383
fernt worden sind, nimmt man das Gefass mit dem Benzolperkolat fort')
und stellt unter den Perkolator eine flache Abdampfschale. Die Perkolation wird nun langsam mit einem Gemisch von 5 Volumteilen
Chloroform und 1 Volumteil absol. Alkohola) so lange fortgesetzt, bie
kein Alkaloid im Perkolat mehr nachzuweisen ist, was rnit Hilfe dee
Wagner'schen Reagenzes in der oben angegebenen Weise geschieht.
Alsdann wird die Abdampfschale so lange in einem guten Luftzuge
gehalten, bis alles Ltisungsmittel verschwunden ist. Hierauf verreibt
man den Riickstand mit 50 ccm '/go N o r m a l - S c h w e f e l s t , bis sich
alles vom Boden der Schale abgeliist hat und giesst das Gemisch in
einen hohen schmalen Messzylinder. Man w b c h t die Schale einige
Male mit kleinen Mengen Wasser nach, giesst die Wasohwbser in den
Zylinder und f a t letzteren bis zum 90 ccm-St.riche. Nach einigem
Umschiitteln und etwas Stehenlassen, damit die festen Teilchen zu
Boden fallen und so nicht die Filtration verlangaamen, filtriert man
75 ccm (=a'/, g Opium) in ein Becherglas, setzt 30 oder 35 ccm
'hn Normal-Kalilauge zu und titriert den Ueberschuss der letzteren
rnit '/a0 - Normal-Siiure zuruck, unter Anwendung von neutralem Methyl.
Orange-Papier, welches man von Zeit zu Zeit ca. 10 Sekunden lang
in die Flussigkeit eingetaucht halt, als Indikator. Obwohl die Fliissig.
keit gelb gefikbt ist, weshalb man auch keinen Indikator direkt zu
derselben zusetzen kann, so ist doch das Auftreten der rosaroten Farbe
auf dem nu- schwach gelb gefarbten Reagenspapier sehr schaxf und
deutlich. Selbstverstandlich mussen die SLLure und die Kalilauge unter
nahezu denselben Bedingungen eingestellt werden, unter welchen die
Titration des Morphins stattfindet. Die Anzahl der Kubikzentimeter
der '/so- Normal-Saure, welche von den 2% g Opium verbraucht wurden,
-
-
multipliziert, mit 0,568 (= 0,0142 X
y)
giebt den Morphingehalt im
45
Opium an.
Wiinscht man nun auch eine jodometrische Bestimmung mit derselben Fliissigkeit auszufiihren, so verdiinne man dieselbe auf 260 ccm,
setze 3 oder 4 g Kalkhydrat zu, schuttele kraftig und ofters w m e n d
einer Stunde, filtriere 50 ccm (= '/, g Opium) in einen 100 ccm fassenden
Messkolben, setze nach dem Ansauern mit Salzsiiure, 20 oder 25 ccm
eingestellter Jodlosung (ca. I/',,- Normal) zu und schiittele den Kolben
bis das Morphintetrajodid vollstandig ausgeschieden ist und die dariiber
stehende Flussigkeit vollkommen klar aber dunkelrot erscheint. 1st
1) Das Benzol kann durch Destillation zuriickerhalten werden und zu
neuen Bestimmungen verwendet werden.
a) Siehe Burg, Zeitschr. anorg. Chem. 19,m.
384
H. M. Gordin u. A. B. P r e s c o t t : Morphinbestimmung.
letzteres nicht der Fall, so muss noch Jod augesetzt und das Schuttaln
fortgesetzt werden, bis die Fllissigkeit klar und rot ist. Alsdann
filtriere man 50 ccm ab und bestimme den Jodliberschnss mit eingestellter
Thiosulfatlasung unter Anwendung von StLrkekleister als Indikator.
Die Gewichtamenge des Jods, welche von dem halben Gramm Opium
verbraucht wurde, multipliziert mit 150 (= 0,75 X 100 X 2) I) giebt den
Morphingehalt des Opiums an.
Wlinscht man nur eine jodometrische Bestimmung auszuftlhren,
so nehmc man nur 1g Opium zur Analyse, verfahre im iibrigen, ganz
wie oben, bis zu dem Punkte, wo das Chloroform-Alkoholgemisch von
der Abdampfschale durch den Luftzug verjagt wurde, reibe dann die
Schale einige Male mit gutem Kalkwasser am, giesse die Flussigkeit
in einen 100 ccm fassenden Messkolben, fiille letzteren bis 100 ccm aaf
und beendige nun die Bestimmung wie oben.
Drei Bestimmungen des Morphingehaltes in einer Opiumuorte, in
welcher mittelst der gravimetrischen Methode der Amerikanischen
Pharmakopoea 1890, 1 4 % Morphin gefunden m d e , wurden nach dem
in diesem Beitrage beschriebenen Verfahren ausgefiihrt. Die Resultate
der alkalimetriscben Methode stimmten gut mit denjenigen der jodometrischen Methode, jedoch waren sie ellmtlioh bedeutend h6her als die
Resultate der gravimetrischen Methode. Geht bei der letzteren so vie1
Morphin verloren?
Menge des
gebrauclih
Opium
Jobenge
Saure
verbraucht von
verbraucht von
1 / -Normal~
2% g opium
g Opium
Morphingehalt des Opium
blkalimetr.) Jodometr. Gravimetr.
~.
1
a
3g
3,
3
3
11
31,l ccm
31,5 ,,
31,3 ,,
0,116652g
0,116672 ,,
0,116590 ,,
17,66
1T,90
17,78
17,50
17,50
17,49
14
14
14
Mai 15, 1899.
University of Michigan.
Ann. arbor. Mich. U. S. A.
1) Der genaue Faktor ist 0,74918. Diese Zahl iet bier zu 0,75 abgerundet.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
276 Кб
Теги
opium, method, morphingehalt, den, eine, des, neues, bestimmen
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа