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Entwurf.

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Vcreinszeit ung.
229
mit detn Verseifungsprocess hier nicht so rechl fertig werden Iconnle,
spielt jetzt einen sehr gelehrten Doctor, und der Saccharurn Laclis
scheint ihm freundlicher gesinnt zu sein, als die Soda und derenVerwandte. Auch ein Lithograph und Schusler haben ihren Stein und
Leisten verlassen und dynamisiren a u f gut Gliick. In lcurzer Zeit sind
s e ch s homiiopathische Apothelren entslanden, jeder Arzt hat naturlich
such nocli seine Apothelie ausserdem; also wie Sie sehen, lieine hesondere Auspicien fur ein paar arine Anfiinger, wie wir sind, die sicli
a u f detii alluopathischen Felde ehrenvoll diirclischlagen wollen.
Wir haben jetst (23. Nov. 1850) hier sehr heisse 'rage, lieute
zeigt das Thermometer 25O K . u. s. w.
~~
~.
'7) Entwurf
zur Herstellung einer freien Central-Skademi~ fur dns
deufsclze Reich und einer damit zu vevbinclenden allgenipinen Hochsc7Lule.
Aus der uns vorliegenden Uebersicht der Berathungen und eventuellen Beschlusse iin Kreise des Adjuncten - Collegii, betreffend den
Plan einer auf den Grund dcr Kaiserlichen Leopoldinisch-Carolinischen
Alrademie zu errichtenden Central-Alrademie, erlauben wir uns einen
gedrangten Auszug im Interresse unserer Leser zu geben. Wenn auch
leider der Zeitpunct fur jetzt voriibergegangen sein diirfte, wo eine
geistige wie staatliche Einheit und EinigReit des deutschen Vaterlandes zu erreiclien war, so verdient doch der Entwurf eine Beachtung
als ein Zcichen der Zeit. Auch unter den Sturnien der Jahre 3 8 4 8
und 1849 hatte der Vorstand der Altadeioie tier Katurforschcr die
Bestrehungeo nacli einer Einhcit l)eutsclilands in geistiger Beziehung,
als seine Aufgahe erkannt unii unlcr Berathung tnit d e n Adjunclen dt:s
Priisidiums die nucli zu erwiilinenilen Vorsc:hlBgL.genia~:ht,dvrien wir noch
eine liurze E r w i h n u n g dcr Geschichte der Altadeinie voratisschiclten
wollen.
Die Aliatleinie der Naturforscher ist a m 7. .laniinr 1652 in der damaligen ltleinen Reichsstadt Schweinfurt von einigen wissenschaltliclien
Aerzten begriindet. Sie erreichte hald iillgemeini: Theilnahine und gewann einfltissreiche Giinner a m Kaiserlichen Hare zii Wien, so dass
die deotsclien Kaiser Lcopold I. unit Carl VII. sie zur Keichs-Aliademie
ernannten, rnit bedeutsamrn Privilegien aosstatteten, iiher in finanzieller
Hinsicht auf die gcringen Mittel angewiesen liessen, welche derselben
aus einigen Verinichtnissen zu 'I'heil geworden war. Dic Alradeinie
ltonnte sich ruclrsichtlich ihrer Lcistungen einer ebenbiirligen Stellirng
erfreuen zu den fast gleichzeitig in England , Franlcreich u n d Italien
entstandenen altademischen Gesells~liarten, denen sie nur nnclisland i n
Ansehung der griisseren Mittel, welcher die auswgrligen Gesellschaltrri
sich zu erfreuen hatten.
Mit der Auflusung des deutschen Ileichs vcrlor die Alcadernie den
frirhern einheitlichen Schutz Oesterreichs, blieb aber in ihrer Thitiglreit fortfahrend unbehelligt in ihrcn Angelegenheiten. Iler Sitz der
Akadernie w a r damals in Erlangen. Der Prisident derselben ward in1
Jahre 1818 a n die preussische Universitat Bonn berufen u n d die preussische Regierung gab die ErltlBrung, dass die in den Schutz despreussischen Staates aufgenommene Akildemie nach ihrcn altcn Gesetzrii in
ihm forlbestehen, ihre Angrlegwrheiten selbst verwalten iiiid in Hin-
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Vereinszeitung.
sicht ikrer Wirltsanilreit, als Corporation, lieinen andern Beschrlnlrungen als denen der allgemeinen Gesetagebung unterworfen sein s o h ,
mit welchrr Erlilirnng also die lteinein besonderen deutschen Staate
untergebene Autonotnie der Aliademie, auch fur die Zulrunft garantirk
worden ist. Der Bdnig von Preussen ubernahm das Protectorat d e r
Alrademie und genehmigk ansehnliche jiihrliche Geldzuschiisse aus der
Staatscasse znr Ileransgahe der Acta.
Es w a r alle Ursache vorhantlen, dass die Alrademie sich befriedigt sehen Iionnte.
Die Vcrwaltung derselben gab indess der Vorstellung Kaum, dass
dieselbe unter giinstigen Umst.anden die Grundlage einer noch ausgedehnteren und noch gemeinnutzigeren Anstalt abgeben lrdnne und SO
entstand dcr obon aiigedentete P l a n , nnchdeni bereits irn Jahre 1813
sowohl durch die iisterreichische als preussische Kegiernng bei der
Bundesbehdrde a u l die Erweiterung des n'irkungsbreises der Aliadernie hinzuwirlien vergeblich versnctlt worden war. Im Jahre 1818,
w o die alinungsvolle Erwartung einer Wiedergeburt des deutschen
Reichs raschen Schrittes i n Erfullung zu getien schien, nahin der Vorstand den Zeitpunct wahr. Ilr. Professor K i e s e r in Jena als Director
d e r Alrademie bearbeitete einen nenen Entwurf zur Ausdehnung der
Ahademie, welcher im Juli 1849 dem prerrssischen Ministerium des
Cultus vertraulich vorgelegt wurde. In der Eingabe w a r hervorgehoben, dass von einer Reorganisation der Alrademie durchaus our auf
d e n eintretenden Fall der einheitlichen Reorganisation Oeutschlands
und der erlrllrten Stellung der Alradeinie in dieseni Keiche die
Rede sei.
Das Ministerium erlrliirte sich crmuthigend und beifallig, die fernere
IJnterstutzung auch fur den Fall verheissend, dass aus der veranderten
Stellung der Aliademie nichts werden sollte.
Das enlworfene Schema der beahsichtigten Vetandernng ist dieses :
Universitas Universitatum.
U n i v e r s i t a s s c i e n t i a r u in.
3.
4.
2,
Facultas scientiarnm, Facultas scientiarum,
Facultas scientiarum
naturaliuni(Acad.Caes.
Leopold. Carol.)
politicarum, juridicarum,historicarum(nach
Desiderat).
4.
Facultas scientiarnm scholasticarum (mathematicarum et literarum) (nach Desiderat).
philosophicarum, theologicarum et artium
(nach Desiderat).
U n i v e r s i t B s s ch o l a r um.
Hierher l l l t die mil der Aliademie
zu verbindende Hochschule, so w i e
die Universitiiten der verschiedenen LLnder mit ihren verschiedencn Facultiten, die hohen und die
niedern Schuleu.
Bereits ini Juni 1848 w a r an die deutsche Nationalversammlung
in Frankfurt eine Eingabe gerichtet, in welcher die Absicht d e r Erweiterung der Aliademie der Naturforscher dargelegt und fur dieselbe
die Genehntigung und Fiirderung der Versamnilung erbeten wurde.
Die gescheheneu Schritte wurden im October 1849 den Adjuncten
der Aliudemie vorgelegt, und der Entwurf iiber die beabsichtigie Keorgankation der Abslimmung unterworfen. Die griissere Anzahl der-
Vereinszeitung,
231
selhen erkliirte sich einverstandcn , einige hier und (la abwrichetid,
einer abweisend, einer gar nicht.
Die hier noch iin April 1850 entworfrnen Stalnten sind in den
wesentlkhen Puncten die l'olgrnden :
Name der Altadernie : Freie deutsche Kaiserlirhe LeopoldinisrhCarolinisrhe Altadeniie der Naturforscher.
Wirkungskreis : FBrdtirung des inneren und <ussewn LehPns der
Naturwissenschaften i n ihrer weitrsten Berleutnng, a l s Basis alles
menschlichen Wissens, durch engere organisirte Vereinigung wissenschaftlirher Miinner sowohl und vorziiglich I)eutschlands, als auch aller
civilisirter Staaten in und ausserhalb Europa.
Die Objecte des wissenschaftlichen Strebens der i n der Aliadeniie vereiniglen MAnner wiirden also i n iihersichtlicher Bezieliung
sein :
Philosophie der Natur als allgenieine Wissenschafb des fiaturlehens.
Mathematik, Physik, Astronoinie.
Chemie, i l l s Wissenschal't des Elementarlehens der Katur.
Mineralogie mil Geologie unil Geographie , als \Vissensehaft des
anorganischen Naturlebens.
Bolanili mit Pflanzenanatomie und Physiologie, als Wissenschal't
des pflanzlichen Naturlebens.
Zoologie mit vergleichender Anatomie und Physiologie, als Wissensehaft des thierischen Naturlebens.
Anatomie, I'hysiologie und Psychologie des hlenschen, als Wissenschaft des menschlichen Naturlebens.
Anatomie und Physiologie des liranhen o r g a n i s 4 e n Lebens, incl.
der Psychiatrik, insofern sie wissenschal'tliche Betleutung haben.
IXe Iieilltunde nach ihrem ganzen Umfange i m Geiste der !$'issensehaft und in Uczng auf das Geineinwohl, rnit Aussclrluss der specifisch irztlirhen und chirnrgischen Technili in ihren isolirtrn Anwendungen.
Organisation der Altademie besteht aus dein Prasidenlen, dem Directorium, den Adjuncten und Mitgliedern.
Der Prasident bildet mit 2 Viceprisidenten das Directorium. Wem
Prtisideriten wird nur relatives Veto zustehen.
Der Prasident sol1 seinen Wohnort a m Sitze der Centralgewalt
Deutschlands haben, w o auch der Sitz der Altademie ist nnd die
Bibliothek sich befindel. Er sol1 freie Wohnung fur sich uud die
Akadenrie und 2000 Thlr. Gelralt haben, sodann fiir einen Secretair
600 'lhlr.; fur einen Cassenbeainten GOO 'rhlr. ; Bureaukosten 500 Thlr.
Der President besorgt dic Oberaufsicht iiber die Bibliothelr untl
das Archiv, so wie iiber das Kechnungs- und Cassenwesen, er hat die
Wahl, Anstellung und Entlassung des Secrelairf, Archivars und Bibliolhelrars, die Herausgabe der gedrucltten Verhandlungeir, % u s a i n ~ ~ ~ ~ ~ n berufung der Directorialrnitglieder allc Jahre und der Adjuncten alle
2 Jahre, Erlassung yon Circularen u. s. w.
Zum Ressort des Directoriums gehort: die Wahl cler Blitglieder
der Altademie und der Adjuncten, die Priifnng der Kechnungen, die
Aufsicht fiber die Heransgabe der Verhandlungen, die Hestinrmungder
I'reisfriigen, Beurtheilung der Concurrenzscbriften, Vertheilung der
Heisestipentlien, Beantwortung geforderter Gntachten, Obrraul'sicht.
Die Zalil tler Adjunctrn id 12
,
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Vereinszeitung
.
Die Adjuncten iieliiiien die \V;iIil des I’risidenten und des Viceprisidenten vor, die Quiescirung dt:s Prhsidenten uiit oder ohne Pension, Kenntnissnahme von den Kechnungen , Prufung cler Vorschlage,
welche eine organische Verauderung des Instituts bezweclcen. Es
steht den Adjuncten zu, Vorscliliige zu machen zur Wahl der illitglieder, Erlheilung von I’reisen, Abhandlungen, sowohl eigcne als
fremde einzusenden , die Quiescirung dcs Prlisidenteu zu beantragen.
Mitglieder. J c d e r , der sich d u r c h wissenschaftliche oder pralrtische Leislungen auf dein ( k b i c t e dcr Akiidemie verdient gemacht hat,
wird entweder aiil sein eigenes directcs Ansuc11t:n oder iiuf den Antrag eines Mitgliedes von deni Dircctoriuni i n die Alcadeniie aufgenommen, w e n n nicht triftige, a u l Verlangen nachwcisbare Grunde entgegenstehen. Fur ausgezeichnetc, besonders riir gcnieinnutzige Verdienste lcanu d a s 1)ircctorium das Diploin dcr Altademie als Ehrenhezeugung ortheilcn.
Jedes llitglied crhiilt zur Erncuerung des Andcnltens von fruherea Coryphaen dcr R’a1urwissi:nschaften eincn Beinamen durch das
Directorium.
Jedes Blitglied licfert bei seiner Aufnahme ein eigenes oder t’remdes W e r k zur Bibliothck. Es ist ziiin llitwirlcen fur die Zweclce d e r
Alcadeniie verpflichtet.
Ehrenrechte der Alrademie. Uer I’risident nnd die Directorialniitglieder haben das Kecht des Gebranchs des Siegels der Alcademie
in allen Angelegenheiten d a c rhlrademie und t’ostfreiheit im deutschen
Reiche fiir Briefe und Paclcme.
Arbeiten der Altademie. Abhandlungen, welche an den Prisidenten zu senden sind, Preisfragen, welche alle 2-3 Jahre auszuschreiben sind. lieiseberichte der durch Reisestipendien unterstutzten Naturforscher, welche 5 Jahre lang Eigenthurn der Alcademie bleihen.
Endlich auch Gutachten iiber wissenschaftliche Anstalten, SanitBtsrnassregeln 11. s. w.
Die Fonds der Alcademie sind zu 12,000 Tkt6. veranschlagt, was
gewiss eine sehr miissige Summe ist, wenu msn e r w a g t , dass sie fur
ein Institut in Anspruch genommen wird, welches zur E h r e Deutschlands die Hebung der Wissenschaft zum Zweclce hat.
Leider scheint jetzt der Zeitpunct noch nicht gelcommen zu sein,
wo Dentschlands Regierungen sich die Hand bieten gemeinsam der
Wissenschaft aufzuhelfen, was allerdings nur zu bedanern ist, w e n n
man e r w a g t , was in Deutschland geleistet wird und bei besserer
Unterstiitzung noch vie1 mehr geleistet werden ltiinnte.
B.
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