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Fortsetzung der Untersuchungen Uber die Coca und das Coca╨Зn.

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Mittheilungen
a218
dem Laboratorium.
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Die Zusammensetzung dieses Minerales stimmt am
besten rnit dem von D e v i l l e und D e b r a y analysirten
Oregonminerale iiberein, nur ist letzteres etwas reicher
an Oemiridium.
Auffallig ist ee, dass die von D e v i l l e und D c b r s y
analysirten Platinerze sammtlich frei von Quecksilber
waren, wahrend vorliegendes Erz schon beim Oliihen in
Rohrchen, die Quecksilberkiigelchen abdeetilliren liess.
Das Quecksilber wurde aus der Gewichtsdifferenz
bestimmt, indem das Mineral in einem Strome von Wssserstoffgas so lange erhitzt wurde, bis alles Quecksilber
ausgetrieben war.
Qualitative Nachweisnng des Jods in der Veronica
Beecabunga.
1 Pfund des bliihenden, am fliessenden Wasser gesammelten Krautes wurde getrocknet und verascht; die
Aeche mit Waeser auegezogen und das alkalische Filtrat
etwas eingeengt, eodann mit Stiirkekleister und salpetrigsaurem Kali versetzt und mit Salpetersaure angesauert ;
es entetand sogleich eine violette Farbung, welche aber
nach kurzer Zeit wieder verachwand und durchaus nicht
bleibend erhalten werden konnte. Machte man die eaure
Fliissigkeit wieder alkalisch (mit K0,HO ) und sauerte
dann wieder an, so wurde, wenngleich auch vie1 schwacher, als das erste Mal, dieselbe violette Farbung wieder
erhalten.
Fortsetznng der Untersnchnngen
und das CocaYn.
tiber die Coca
(Der K. Societiit vorgelegt von 0.-M.-R. W o h 1 e r am 19. Januar.*)
-
Die weiteren Untersuehungen uber die Coca und
das Cocain, die durch den Tod des Dr. N i e m a n n unterbrochen wurden, habe ich jetzt dem Hrn. W. L o e s e n
*) Irn Separatabdruck von Hrn. 0.-M.-R. Prof. Dr. Wohler eingesandt.
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Ueber die
Coca und das C'omih.
ubertragen, den ich dazu niit den ansehnlichen Mengen
von Coca versehen habe, die ich von Neuem der Giite
des Hrn. Dr. C. v. S c h e r z e r verdanke. Ohne dessen
lebhaftes Intcresse fur diesen Gegenstand und ohne seine
freigiebige Untcrstutzung durch reichliches Material wiirde
ein nahcres Studium des Coca'ins fur jetzt nicht miiglich
gewesen sein, da cs nur in schr kleiner Menge in den
Cocablattern enthalten ist und seine darum sehr miihsam
werdende Darstellung grosse Mengen von BIattern erfordert. Es diirfte daher auch an eine medicinische Anwendung des iaolirten Cocai'ns vorlaufig nicht zu denkcn
sein, vorausgesetzt, dass es wirklich der wirksamc Bcstandtheil der Coca sei, woriiber man noch nichts weiss.
Bei den neueren Untcrsuchungen uber das Cocai'n
hat es sich gczeigt, dass es beim Erhitzen mit Salzsaure
eine sehr merkwiirdige und einf'ache Metamorphose erleidet, dass es niirnlich dadurch in R e n z o e a a u r e und
eine neue organische Base zerfallt, fur die ich den Namen E c g o n i n vorschlagc (von ;xyovoc, Spriissling). Es
steht dies im Zusammenhange mit der schon fruher gemachtcn Beobachtung, dam das Cocai'n-Goldchlorid beim
Erhitzen eine Menge Benzoesaure licfert. Nach einer
vorlaufigen Analyse, die Hr. L o s s e n von dem krystallisirten Platindoppelsalz der neuen Base machte, iet dieselbe nach dcr Formel C 1s HI6 NO6 zusammengesetzt.
Riernuch wiirde also daa Cocain = C32H20NOs dnrch
die Einwirkung der Slure und unter Aufnahme der Elemente von 2 At. Wasscr, gerade auf in BenzoEsaurc,
C14H604, und in Ecgonin, CIsH16N06, zerfallen. Dieses Verhalten wurde dadurch aufgefunden, dase eine
Au0osung von Coca'in in iiberschiissiger, miissig starker
Salzsaure nach dem Concontriren durch Abdampfen Krystalle ausschied, die nicht wie salzsaures Coca'ill aussahen,
sondern sich bei naherer Untersuchung als Benzoesiiure
erwiesen, und dass aus der Fliissigkeit durch kohlenaaures Natron kein Coca'in gefallt wurde. Am zweckmilasigsten bewirkt man die Verwandlung auf die Weise,
Ueber die Coca
und das Coca?%
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dass man die L6sung des Cocains in starker Salzsaure
in einem zugeschmolzenen Rohre einige Stunden lang
einer Temperatur von 1000 aussetzt. Der grosste Theil
der Benzoesaure scheidet sich dabei als olformige Schicht
ab, die beim Erkalten erstarrt und abgenommen werden
kann. Aus der Flussigkeit krystallisirt beim Verdunsten
noch etwas Benzoesaure und zuletzt das salzsaure Ecgonin.
Mit der naheren Untw~uchi~ng
dieser Base ist Herr
L o s s e n gegenwartig beschaftigt. Sie ist in Wasser loslich und wird daher aus ihren Salzen nicht durch kohlensaures Natron gefdllt. Eben so wenig wird sie durch
Platinchlorid gefallt; vermischt man aber die rnit dem
Platinsslz versetzte Losung des salzsauren Salzes mit
dem mehrfachen Volum Alkohol, so krystallisirt das Dop
pelealz in langen orangegelben Prismen heraus.
Diese Zeraetzungsweise des Cocains erkliirt wahr;
scheinlich auch den Umstand, warum fruher bei der Darstellung durch Ausziehung mit verdtinnter Siiure bisweilen keine Spur davon erhalten wurde. Vielleicht hat
auch diem Zersebung in alten, der Luft und Feuchtigkeit ausgesetzt gewesenen Bliittern, aus denen kein Coca'in erhalten werden konnte, schon von selbst statt
gefunden. Jedenfalls geht daraus hervor, dass es am
sichersten ist, bei der Ausziehung des Cocains aus den
Blattern die Anwendung von Sauren zu vermeiden. Nach
den Versuchen von Hrn. L o s s e n ist die folgende die
zweckmassigste und ergiebigste Daretellungsweise des
Cocains: Man digerirt die Blatter mit Regenwasser mehrere Stunden lang zwischen 60 und 800, giesst den Auazug ab und behandelt die Masse nochmals auf dieselbe
Weise. Die vereinigten Ausziige werden mit essigsaurem Bleioxyd ausgefallt, die Fliissigkeit vom Niederschlage
abfiltrirt, das iiberschiissige Blei diirch eine gesattigte
Lijsung von schwefelsaurem Natron gefallt und das schwefelsaure Bleioxyd, nachdem es sich abgesetzt hat, abfiltrirt.
Die Fltissigkeit wird dann iru Wasserbade concentrirt,
hierauf mit kohleneaurem Natron alkdisch gemacht und
Amh. d. Pharm. CLX.Bds. 1. Hft.
a
18
Ueber dtk Coca und daa Coca*h.
in einern verschliessbaren Cylinder mit Aether geschiittelt. Diese Behandlung wird 4-6 ma1 mit frischem
Aether wiederholt. Von den vereinigten Aetherliisungen
wird der grosste Theil des Aethers abdestillirt. Der
Ruckstand hinterlasst beim freiwilligen Verdunsten das
Cocai'n, jedoch noch unrein. Zur Reinigung wird es
euerst rnit kaltem Wasser zerrieben, urn fkrbende Materien zu entfernen, und d a m nach dem Verfahren von
N i e m a n n weiter behandelt. J e reiner das Coca'in ist,
um so leichter und regelmlissiger krystallisirt es aue
Aether. Die K r y s t d e scheinen dem rhornbischen Syetem
anzugehoren.
Weniger vortheilhaft zeigte sich die von Hrn. L o s Ben versuchte Ausziehung mit Anwendung von Amylalkohol. Aber diese Versuche gaben Veranlassung zur
Entdeckung einer zweiten organischen Base, die in der
Coca, wie es scheint, praformirt enthalten ist und iiber
deren Darstellungsweise, Eigenschaften und Zusammensetzung Hr. L o s s e n in seiner ausfiihrlichen Arbeit naher
berichten wird. Diese Base ist eine Fliissigkeit, fiir die
ich daher den Namen H y g r i n vorschlage, von Gyp6;.
fliissig. Sie lasst sich mit Wasser iiberdestilliren, ihr
Geruch erinnert an den des Trimethylamins, sie reagirt stark alkalisch, schmeckt nber nicht bitter, und bildet mit dariiber gehaltenen fliichtigen Sguren weisse Nebel
Ihr salzsaures Salz ist gut krystallisirbar, aber sehr zerfliesslich. Mit Platinchlorid giebt es einen flockigen, nicht
krystallinisch werdenden Niederschlag, der sich beim Er..
hitzen der Fliissigkeit zersetzt. Mit Quecksilbercblorid
bildet es eine milchige Triibung, die durcb olformige
Tropfchen bemirkt wird. - Das Hygrin ist nicht giftig;
einige Tropfen einem Kaninchen eingegeben, waren ohne
sichtbare Wirkung.
Als Cocablatter mit Kalkmilch oder mit Natronlauge
destillirt wurden, ging eine alkalisch reagirende, nach
Ammoniak und zugleich nach Trimethylamin riechende
Flussigkeit iiber. Nach der Siittigung mit Salzslure und
e
Buchner,
ZUT
Kenntniss des brasilian. F'feilgifta. 19
nach dem Abdampfen hinterliess sie ein Salz, welches
im Wesentlichen aus Salmiak bestand, welches aber deutlich noch Spuren von einer andern Base enthielt, von
der es ungewiss blieb, ob sie Hygrin war.
Beitrilge zur Kenntniss des brasilianischen
Pfeilgiftes ;
von
Profesm Dr. B u ch n e r *).
-Herr W i t t s t e i n hat vor ein Pear Jahren das von
Hrn. v. M a r t i u s aus Brasilien mitgebrachte Pfeilgift,
welches ihm der selige S e n d t n e r aua der botanischen
Sammlung des Staates verschafft hatte, zum Gegcnstand
einer chemischen Untersuchung gemacht, aus welcher er
den mit den Erfahrungen Anderer im Widerspruch stebenden Schluss zieht, dass in demselben Strychnin und
Brucin vorhanden seien**). Ich habe die Ehre, der k.
Akademie im Folgenden einige Thatsachen mitzutheilen,
welche beweisen, dass das brasilianische Pfeilgift und
namentlich das von Hrn. v. M a r t i u s mitgebrachte weder
Strychnin noch Brucin enthllt.
Das pharmakologische Cabinet der Miincheqer Universitit besitzt n h l i c h auch eins von den mit Urari
angefullten Originalgefihsen, welche I-Ir. v. M a r t i u s von
einern mit der Rereitung des Pfeilgiftes sich befassenden
Indianer vom Stamme der Juris am Rio Yupura in Nordbrasilien erhalten hatte ***). Dieses ffefgss, welches Herr
*) Im Separatabdruck aus den Verhandlangen der kouigl. Akademie der Wissenschaften eingesandt.
**) Vierteljahrsschrift fur praktieche Pharmacie, Bd. VII. Heft 3.
S. 402.
***) &. v. M a r t i u s , welcher der Rereitung des Pfeilgiftes selbet
beigewohnt, liefert davon eiue ausfLhrliche Bescbreibung in
seiner Reise in Hrasilien Bd. 111. S. 1155 und 1235, auch im
Repertoriuin fLr die Pharmacie 13d. XXXVI. S. 337. Es ist
auffaflend, dass diese interessante Abhandlung yon den Autoren, welche bisher iiber das Pfeilgift geechrieben habeu, DO
wenig benutzt wurde.
2*
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