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Gleichzeitige Anwendung des gereinigten Weinsteins zu kohlensaurem Kali und Weinsteinsure.

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186 Anwendung des gereinigten Weinsteins au kohlens. Kalz'.
Gleicbzeitige Anwendung des gereinigten Weinsteins
zu kohlensaurem Kali u n d Weinsteiasaure.
Den Arbeiten, welche bereits S u e r s e n ( B e d . Jahrb.
1806. 142.) und F u n k [Ruchn. Repert. 1822) uber denselhen Gegenstand publicirten , reihet G. C. W i t t s t e i n
die seine an.
4) 300 Gr. gepulverter gereinigter Weinstein und
60 Gr. Kalkhydrat (gleiche Atome) wurden mit 900 Gr.
Wasser zwei Tage lang in gelinder Warme digerirt und
das Ganze nach zwijlfstiindiger Ruhe filtrirt. - a) Der Niederschlag auf dem Filter, wog nach dem Auswaschen und
Trocknen 242 Gr. ugd zeigte sich als reiner weinsteinsaurer Kalk (CaO + T
4 HO), worin die E-Ialfte der Weinsteinsaure des Weinsteins enthajten war. - b) Die abfiltrirte Fliissigkeit, welche mit oxalsaurem Amnioniak anfangs
gar keine Veranderung und erst nach und nach eine leichte
Trubung erlitt (folglicb nur ausserst wenig Kalk aufgelost
enthalt), wurde mil den Waschwassern vereinigt, auf etwa
4000 Gr. eingeengt, uud wieder mit 60 Gr. Kalkhydrat
versetzt, dieses Wal aber nicht erwarmt. Schon nach einigen Stunden schmeckte und reagirte die Pliissigkeit stark
alkalisch; der Geschmack war nicht der des Kalkes. sondern bewies deutlich, dass sich atzendes Iiali erzeust hatte.
Yach zweitagigeni Stehen erhitzte Wi t ts t e i n eine Probe
der milchichten Pliissigkeit zum Kochen ; sie wurde dabei
so dick. wie eine Gallerte, behielt aher alkalischen Geschmack und Reaction in demselben Grade, wie friiher.
Als indessen dieselbe Probe einige Slunden warm digerirt
war, schien sic weit weniger alkalisch zu schmecken als
zuvor. W i t t s t e i n fugte diese .Probe wieder zu dem
iibrigen Quantum, liess noch einen Tag absetzen und filtrirte. - c ) Der Inhalt des Filters wog nach dem Auswaschen und Trocknen nur 45; Gr. und bestand wesent-,
lich aus ' Kalkhydrat und kohlensaurem Kalk und einer
Spur weinsteinsauren Kalks. - d) Die filtrirte Flussigkeib
war opalisirend, rind liess sich. w'eder durch mehrtagiges
Stelien, noch durch wiederholtes Filtriren ganz wasser-.
hell erhalten.' Oxalsaures Ammoniak erzeugte darin eine
starke Triibung A15 sie der Warme ausgesetzt wurde,
stellte sich alsbald darin eine dicke weisse Triibung ein;
in der Kalte verschwand diese Trubung ond die Flussigkeit erlangte ihre vorige opalisireride Eigenschaft wieder.
W i t t s t e i n erhitzte sic nun wieder zum Kochen uncl
brachtc die dicke hlasse sogleich auf ein Filter. Das Fil-
+
Anwendung des gereinigten U'einsteins zu kohlens. Kali. 187
triren ging ausserst langsam von Statten, das am heissesten
Filtrirte zeigte sich sehr kalkhaltig. Der Inhalt des Filters
war gelatinos, nach dem Erkalten glanzend, sprode (gummiartig) und bestand wesentlich aus weinsteinsaurem Kalk
mit etwas Kalkhydrat und kohlensaurem Kalk.
2) Die unter 4 j angestellten Versuche .wurden noch
einmal wiederholt und Iieferlen dieselben Resultate, nur
dass man dieses Ma1 220 Gr. weinstcinsauren Kalk erhielt.
3) 300 Gr. Weinstein u n d 120 Gr. Kalkhydrat wurden
mit 4000 GI-. Wasser einige Stunden lang warm digerirt
und dann kalt Sestellt. Nach 24 Stunden war noch keine
vollige lilhrung eingetreten. Das Filtriren ging ziemlich
rasch, alleindie Flussigkeit war wieder opalisirend,schmeckte
und reagirte iibrigens stark alkalisch und wurde.von Oxalsaure stark getrubt. - Der gut ausgewasclrene Niederschlag wog nach detn Trocknen 234 Gr. Nit Siiuren
brnustc er massig auf. Um zu erfaliren, wie vie1 weinsteinsaurer Kalk darin sei, loste W i t i s t e i n 4 0 Gran
davon in Salzsiiure und selzte 6 Gr. Oxalsaure hinzu, Bbersattigte mit Ammoniak, samnielte und gluhete den Niederschlag. Er erhielt 4.060 Itolilcnsauren Kalk = 2,273 re;,
nern Kalk = 10,SEi Gr. weinsteinsaureni Kalk (CaO
T
4 H O ) . Die vom oxalsauren Kalk abfiltrirte Flussigkeit wurde mit kohlensaurem Kali vcrsetzt, weit eingedarnpft. wieder mit Essigsaure angesauert und rnit Alkohol
vermischt. Der dadurch aasgeschiedene Weinstein wog
7 Gran. Iliese entsprechen aber 0,63 weinsteinsaurem
Kalk, und es sind fblglich in 234 Gr. Nied'erschlag 215,341
Gran weinsfeinsaurer Kalk enthalten. Das Uebrige (8,659
Gran) besteht in atzendcm und kohlensaurem Kalk.
Aus diesen Versuchen zielit W i t t s t e i n folgende
Schlusse :
a ) Der Weinstein giebt beim Digeriren rnit eiriem g!eichen Aequivalcnte Kalkhydrat und Wasser sein zweites
Atom Saure leicht a h ; in die iiberstehende, neutrales weinsteinsaures Kali enthaltenrle Pliissigkeit gehen nur Spuren
von Kalk ein, sie kann daher unbedenklich zur Gewinnung von Kali tartaricum henutlzt werden.
6 ) Digerirt .man mit 2 Aeq. Kalkhydrat,, so verwandelt sich . wie zuvor das eine Acqaivalent desselben in sich
abscheidenden weinstcinsauren Kalk, das andere Aequiv.
dagegen lost sich, wie wenn es unmittelbar zu neutralem
weinsteinsaurem Kali gesctzt worden wiire, zu etwa dreiviertel auf. Es ist aus dcm. Umstande. dass die iiber-
+
+
IS8 Anwendung des gereiniytsn Weinsteins zu kohlens. Kali.
stehende Flussi keit stark alkalische Eigenschaften besitzt,
mit Wahrscheinbhkeit anzunehmen, dass der aufgeloste
Kalk (wenigstens zum Theil) nicht als solcher, sondern
ats weinsteinsaurer Kalk aufgelost ist, und hieraus ergiebt
sich ferner, dass Aetzlauge den weinsteinsauren Kalk in
ziemlicher Menge auflost.
c ) Die Aufliisung des Aetzkalks in weinsteinsaurem
Kali, oder was dasselbe ist, die .4uflosung des weinsteinsauren Kalks in Aetzkali zersetzt sich in der Warme und
lasst einen dicken Niederschla (weinsteinsauren Kalk mit
freiem Kalk) fallen. In der I alte verschwindet der Niederschlag wieder.
d ) Eine nur einigerrnaassen genugende Abscheidung
des in c) erwahnten Niederschlages ist sehr schwierig und
im Grossen nicht wohl ausfuhrbar.
e) Durch Anwendung Ton 2 Aeq. Kalk auf I Aeq.
Weinstein wird der Gehait des Niederschlages an Weinsteinsaure nicht merklich grosser (d. h. wird nicht mehr
weinsteinsaurer Kalk g e f a l l t), als bei Anwendung von
nur 4 Atom Kalk.
f ) Aus den Versuchen von S u e r s e n und F u n k e ergiebt sich ferner, dass durch einen sehr grossen Ueberfluss an Kalk der griisste Theil der Weinsteinsaure in den
Niederschlag ubergeht, a I 1 e Weinsteinsaure Iasst sich aber
aiif diese Weise n i e m a 1 s fiillen.
Hieraus ergeben sich nun folgende Nutzanwendungen
fur die gleichzeitige Gewinnung des neutralen weinsbeinsauren oder des kohlensauren Kalis und der Weinsteinsaure aus dem Weinstein :
a) Der gepiilverte Weinstein wird mit seinem gleichen
Aequivalente Kalkhydrat und reinem Wasser einige Stunden lang warm digerirt, der gchildete weinsteinsaure Kalk
abgeschieden und auf bekannte Weise mit Schwefelsiiure
zersetzt. Es ist nicht nothwendig, den weinsteinsauren Kalk
erst zu trocknen, wenn er sogleich weiter verarbeitet werden sol], weil die &Ienge des in Arbeit genommenen Weinsteins beknnnt ist. Geht man von 100 Th. des letzteren
aus, so wird der gut ausgewaschene wei?steinsaure Kalk
noch mit so vie1 Wasser versetzt, dass der ganze Brei
200 Tb. wiegt, und hierauf diesem 26 Th. concentrirter
Schwefelsaure hinzugefugt.
Wi t t s t e i n hat nicht ohne Grund atzenden Kalk zur
Abscheidung der Hhlfte der Saure aus dem Weinstein statt
f
Anwendung des gereinigten Jtkiiisteins au kohlens. h'ali.
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des gewohnlich vorgeschriebenen kohlensauren Kalks empfohlen. Sein wichtigster Vorzug hesteht darin, dass die
Zerset.zung damit sehr rasch von Statten geht. Er enthiilt
ferner keine Spur organischer Materie, wahrend die Kreide
niemals ganz frei davon ist, und dem zufolge, wenn auch
keinen gefarbten weinsteinsauren Kalk, doch eine mehr
oder weniger gefarbte Lauge von neutralem weinsteinsaurem Kali liel'ert, das dann zur Trockne ebracht, immer
etwas gefarbt erscheint, und als solches fein empfehlendes Aeussere hat (was allerdings von keinem Belang ist,
wenn es zur Verkohlung hestimmt wird). Auch trifft man die
Iireide im Handel niclit selteri tioch anrlerweitig sehr verunreinigl. Es verstehl sich iihrigens, dass man nur solchen Aetzkalk anzuwenden hat, der ganz weiss ist und
sich leicht und vollstandig ablihchen 1asst.
b) Die vom weinsteinsauren Kalk abfilhirte Laugc
wird in einem blanken eisernen Kcssel zur Trockne verdunstet. und das Salz entmeder als Kuli t a r h i c u m , oder
auf kohlensaures Kali benutzt. Im letzleren Palle gliihet
man es in einem gusseisernen Tiegel (der zu lieinetn andern Zwecke dient), pulvert die kohlige Masse und kocht
sie mit reinem Wasser aus u. s. w.
E h r m a n n hat zwar, wcnn es sich urn die Gewinnung des kohlensauren Kalis handelt, vorgeschlagen. die
neutrale weinsteinsaure Kalilauge mit essinsaurem Kalk
zu fillen, und nun das von dem niedergefallenen weinsteinsauren abfiltrirte essigsaure Kali einzudarnpfen und
zu verkohlen. (Repert. f . d . PharPn. I . R. Bd. 49. p . 114J
Es enlsteht aber die Frage, was h i l l i p ist, die Weinsteinsaure einzubussen, oder, die Essigsaure? Die gereinigtc Holzessigsaure (denn rohen Essig kann man wegen
Gehalts an salzsauren und sdiwefelsauren Salzen nicht anwenden) kostet zwar nur halb so vie1 als die gereinigle
Weinsteinsaure, allein sie enthalt noch 70-80 Proc. Wasser, wahrend die Weinsteinsaure kaum 12 Proc. enthiilt.
Sieht man daher auf den absoluten Werth beider Sauren,
in dem Zustande, wie sie der Handel liefert, so ergiebt
sicb leicht., dass die Essigsaure die theurere ist, man also
besser thut, das weinsteinsaure Kali ohne Weiteres zu
verkohlen, als es erst in cssigsaures Kali zu verwandeln.
0,verbeck.
(Buchn. Repert. 3. R. 1zd. 2. Ei. 3 . )
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