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Illicium verum der Sternanisbaum.

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B. A. Fliickiger, Illicium verum, der Sternanishaum.
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nach meinen Versuchen 20 Proz. dieses ales zum Oliventil denselben
nur um l o C. verhderten. Gemische von Sesamlil und Olivenol wurden
nicht untersucht, da die mir zu Gebote stehenden Fettsluren des ersteren
einen Schnielzpunkt zeigten, der mit dem des Oliventils zu nahe zusammen liegt.
Ole, deren Sturen niedriger schmelzen als die dw Olivenoles, setzten
den Schmelzpunkt des letzteren, wie aus den Untersuchungen von B a c h
und D i e t e r i c h hervorgeht, herirb.
Nehmen wir die Grenzen der Schmelzpunkte fir die wasserunloslichen Fettstiuren des Olivenoles zwischen 240 und 2 9 0 C. liegend an,
so wird es unter Umstlnden gelingen, durch Bestimmung derselben eine
Verflllschung mit anderen Olen nachzuweisen. Ein sicheres Mittel haben
wir hierin jedoch nicht, da sich auch bei reinem Olivenijl zu grofse
Diferenzen zeigen; doch dtirfie die Bestimmung der Schmelzpunkte,
nach einer einheitlichen Methode ausgeftihrt, neben anderen PrUfungsmethoden zur Beurteilung des Olivenoles gute Dienste leisten.
(Schlub folgt.)
Illicinm vernm , der Sternanisbrnm.
Vor kurzem hat eine pharmokognostische Frage in erwlinschter,
einigermafsen unerwarteter Weise ihren Abschlufs gefunden , nlmlich
die Frage nach der Pflanze, welche den Sternanis liefert.
In China war dieses Gewiirz ohne Zweifel seit sehr Ianger Zeit
bekannt ; B r e t s c h n e i d e r hat es dort bis ungefahr zum zehnten Jahrhundert unserer Zeitrechnung zuriickverfolgt. Nach Europa kam der
Sternanis, soviel mir bekannt, erst um das Jahr 1588, und von einer
eigentlichen Einfuhr der Droge war wohl vor der Mitte des XVII. Jahrhunderts keine Rede. Zuerst schlug der Sternanis den Landweg ein,
gelangte anfangs nur nach Rufsland und wurde z. B. 1674 durch den
brandenburgischen Gesandtachaftsrat J o a c h i m S c h u l t e t u s aus Moskau
nach Deutschland gebracht.1) Durch P o m e t wissen wir, daf3 auch die
Holllnder alsbald Sternanis einfiihrten. Er steht, wie L i n d e und
G r o f s m a n n a ) gezeigt haben, in der Apothekentaxe der Stadt Roten~
1)
2)
M a r t i n y , Rohwarenkunde I(1854) 11. 149.
Archiv d. Pharm.223 (1885) p. 696.
F. A. Fliickiger, Illicium velum, der Sternanisbaum.
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burg an der Tauber vom Jahre 1710 und erhielt allmiihlich eh0 Stelle
in vielen Pharmakopoen.
Die auffallend spate Bekanntschaft des Abendlandes mit dieser
Frucht von so eigenartigem Aussehen erklLrt sich durch die Unzugtiuglichkeit ihrer Heimat, melche man nngefiihr als das Enterland YOU
Pakhoi, dem stldlichsten Hafen Chinas, bezeichnen kann. Waren aus
jenen Gegenden hatten einen ungeheuren Landweg zuriickzulegen, urn
nach Sibirien und Rufsland zu gelangen, bevor China seine Hlfen
offnete, und selbst nachdem Canton 1 8 t 2 den EuropIern erschlossen
war, blieben die benachbarten chinesischen Provinzen vollkommen unzuganglich.
Die Moglichkeit, dem Sternanis n5lier zu kommen, trat erst 1876
ein, als der bereits genannte siidchinesische Hafen Pakhoi, am Busen
von Tongking, d e n Weltverkehr geiiffnet wurde.1)
Inzwischen war der vie1 verdiente Reisende E n g e l b e r t K t i m p f e r
in Japan mit einem Baume bekannt geworden, den er 1712 in seinen
Amoenitates eroticae S. 550 unter dern Namen S k i m m i abbildete. Die
Tafel XXX. f. des schiinen Werkes von B e r g und S c h m i d t , ,,Darstellung und Beschreibung siimtlicher in der Pharmacopoea Borussics
aufgefuhrten offizinellen GewLchse66, gibt 1863 den Skimmibaum als
I l l i c i u m r e l i g i o s u m Siebold, und B e n t l e y and T r i m e n ’ s
,Medicinal PlantsLL,Tafel 10, haben 1880 den gleichen Baum als
I l l i c i u m a n i v a t u n i LinnC.
Die Abbildung der Frucht des Skimmi, welche K I m p f e r veroffentlichte, stimmt so gut mit dem Sternanis iiberein, d a b man sehr
m~ohlannehnien durfte, der letztere merde von jenem Baume geliefert,
obschon Japan niemals wahren Sternanis ausfiihrte. L i n n 6 nahm daher
keinen Anstand, seiner Materia medica, Lib. I., de Plantis, Holmiae
1749, p. 180, No. 510, den R i i m p f e r ’ s c h e n Baum als B a d a n i f e r a
einzuverleiben. Semen Badiani war einer der Namen, die man dem
Sternanis beigelegt hatte, da dessen Geruch ebensogut mit demjenigen
des Fenchels verglichen werden liann. B i d i i u namlich heiht der letztere
bei den Arabern (oder eigentlich in Persien?), welche rielleicht noch
vor den Hollandern Sternanis zur See aus China nach Europa
gebracht hatten. Foeniculum sinense nannte man denselben irn XVII.
und XVIII. Jahrhundert sehr gemiihnlich.
1)
Vergl. meinen Aufsatz, Pharm. Zeitung 87. April 1881, p. 252.
F. A. Fluckiger, Illicium verum, der Sternanisbaum.
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In L i n n C ' s Species Plantarum, 1764, p. 664, trift man den gleichen
japanischen Baum als Illicium anisatum; statt an seiner ersten Benennung
,,BadaniferaU festzuhalten, hatte L i n n B das Genus Illicium aufgestellt.
Der Heimat des Sternanis einigermafsen niiher stand der portugiesische Botaniker L o u r e i r o , welcher drei Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts in Cochinchina und Slidchina zubrachte. In seiner 1790 zu
Lissabon erschienenen Flora Cochinchinensis erhielt daher Illicium anisatum auch eine Stelle, aber L o u r e i r o hat diesen Baum nicht am
eigener Anschauung gekannt.
So galt denn der Skimmi doch eigentlich als derjenige, welcher den
Sternanis liefere. In Japan pflegen Kirchhofe und Tempelhaine der
Buddhisten, doch nur der Hotzu keshijii,l) mit dem schbnen Skimmibaume geschmiickt zu sein, daher der Speziesname ,,religiosumu. Hbchst
wahrscheinlich wurde er aus China durch jene Glaubensgenossenschaft
nach Japan gehracht.
In dem chinesischen Kriiuterbuche Pun-tsao jedoch wurde schon
im XVI. Jahrhundert angegeben, dafs die Frilchte des japanischen
Baumes gLftig seien, und 1825 bebauptete Ph. Fr. v o n S i e b o l d bestimmt, dafs letztere unmtiglich als Sternanis gelten konnen. Wie sehr
richtig dieses ist, hat sich j a 1880 gezeigt, als die japanische Skimmifrucht in London, Hamburg und Amsterdam eingeftihrt wurde.2) Mit
grofster Hartntickigkeit hielt S i e b o l d 1837 an der einfachen Wahrheit fest, dafs der japanische Baum nicht Sternanis liefere, unb benannte
diesen daher als I l l i c i u m r e l i g i o s u m im Gegensatze zu der als lllicium
anisatum bezeichneten Art. Aber diese letztere, den wahren Sternanisbaum Siidchinas, kannte S i e b o 1d ebensowenig als irgend ein anderer
Botaniker; die Exemplnre des ,,Illicium anisatumu, welche aus China
kamen, waren eben doch nichts anderes als Illicium religiosum. SOverfochten z. B. M i q u e l sowoh1 als B a i I I o n die scheinbar wohlbegFiindete
Uberzeugung, dak Illicium religiosum irgendwo in China eben den a h
Gewiirz geschtitzten Sternanis, in Japan aber nur giftige, oder doch
unbrauchbare Friichte eneuge, eine Meinung, welche ziemlich allgemein
Eingang fand. Man durfte sich ja der Mandeln erinnern, deren Samen
giftig oder ungiftig sein konnen, ohne dak die betreffenden Btiume
1) Mitteilung meines Freundes und Kollegen Prof. S h i m o J a m a in
Tokio, Japan.
2) Bericht von B e c k u r t s im Jahresberichte f i r 1881-1882, S. 265.
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F. A. Fliickiger, Illicium verum, der Sternanisbaum.
diesen Unterschied irgendwie verraten, oder auch der bald schLdlichen,
bald unschldlichen Maniokknollen. Warum sollte das gleiche Verhlltnis
nicht auch hier, zwischen Illicium religiosum und Illicium anisatum, obwalten ktinnen?
In meiner Pharmakognosie, 1883, S. 884, erkELrte ich immerhin,
gesttitzt namentlich auf B r e t s c h n e i d e r ' s sorgftiltige Forschungen,
die Frage als unentschieden und wurde hierin in hohem Grade best%rkt, als ich 1884 in1 Garten meines Freundes T h o m a s H a n b u r y
in Mortola, unweit Mentone, Illicium ,,anisatumu und nlicium religiosum,
leider aber nur letztere Art bluhend, antraf. In einer Beschreibung
des Gartens 1) habe ich betont, dafs die BlLtter des Illicium religiosum
nicht aromatisch schrnecken,2) wtihrend dieses bei denjenigen des anderen
der Fall ist. Schon ohne Lupe erkennt man im Blatte des Illicium
anisatuni zahllose h l u m e , wLhrend, wie ich nun nachtrgglich finde,
selbst durch das Mikroskop im Blatte des Illicium religiosum nur wenige
Zellen aufzufinden sind , welche ich als wahrscheinliche h-tiurne betrachte. Es durfte nun nicht liinger beaweifelt merden, dafs der Sternanisbaum von dem Skimmi verschieden sei.
Die Gewifsheit verdanken wir endlich Sir J . D. H o o k e r , den1
verdienstvollen friiheren Direktor des Gartens von Kew. In1 Julihefte
(1888) des Botanical Magazine stellt er auf Tafel 7005 einen bluhenden
Zweig des wahren Sternanisbaumes dar,e) dessen Bltitter, in naturlicher
Griisse, mit denjenigen Ubereinstimmen, welche ich aus dem H a n b u r y schen Garten aufbewahre. Die grijkte Llnge der letzteren betrtigt 130 mni,
die Breite bis 40 mm, oft nur 25, die starken Blattstiele erreichen meist
15 mrn LLnge; die Bliitter sind am Rande und an der Spitze knorpelig.
Mit Recht streicht H o o k e r den Namen anisatum, welcher in der
That zweifebaft geworden ist; I l l i c i u m v e r u m Hook. heirst nunmehr der richtige Baum, der folgendermafsen diagnostiziert wird :
,,Foliis elliptico-lanceolatis v. oblanceolatis obtusis v. obtuse acuminatis
in petiolum brevem angustatis, floribus axillaribus breviter peduncnlatis
globosis, perianthii foliolis ad 1 0 orbiculatis concavis, coriaceis exterioribus
l) 1886, S. 13 der englischen, S. 20 der deutschen Ausgabe (nicht iiu
Buchhandel).
2) H o 1m e s , Pharm. Journ. XJX (1885), p. 101, findet den Geschmack
der Blatter des Illicium religiosum adstringierend und terpentinartig.
3) Das Bild in der gewolinten sehr anschaulichen, w e m auch nicht
gerade kunstlerisch vollendeten Ausfiihrung des Bot. Magazine.
F. A. Fliickiger, lllicium verum, der Sternanisbauru.
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majoribus ciliolatis intimis rubriu, staminibus ad 10 brevibus filament0 cum
connectivo in corpus carnosum subovoidem confluente , loculis adnatis
parallelis subremotis oblongis, carpellis ad 8 stigmatibus brevibus vix
recurvis, carpellis maturis ad 8 cymbiformibus longiuscule rostratis.
Wie nian sieht , liegen erhebliche Unterscbiede des Illicium veruni
in der Form, der Kilne und der geringen Zahl der BlumenblPtter,
deren Illicium religiosum bis 20 aufzuweisen hat. Daher ist denn auch
die Bltite der ersteren kugelig, nicht ausgebreitet ; die fUnf lwseren,
weifsen Blumenbliitter sind gewimpert und tiberwolben die fUnf inneren,
welche rot angelaufen sind.
Dafs durch H o o k e r ' s Bemuhung nun der eclite Sternanisbauni
erkannt ist, folgt aus der Art, \vie er sich die Pflanze verschaffte.
Durch Mr. K Op s c h , den chinesischen Zollbeamten (Commissioner) des
Hafens von Pakhoi, 1) waren sclion 1882 lebende Pflanzen an Xr. F o r d ,
den Direktor des botanischen Gartens von Hongkong, 2) gelangt und
von da 1883 nach Kew, w-o der von H o o k e r abgebildete Zweig im
November l 88i gebluht hat. I n Hongkong hatte Illiciuni verum 1886
bereits eine Hohe yon 9 Fuf.. erreicht.
Durch die GUte des Dr. B r e t s c h n e i d e r hatte ich bereits 1881
eine Probe Sternanis ron dem Commissioner K o p s c h in Pakhoi erhalten, welcher einige Bruchstucke der Bliitter von Illicium verum beiIagen. Auf diese bezieht sich meine Angabe in der Pharmakognosie
S. 611, d d s im Parenchym sklerotische Zellen vorkommen, welche jedoch
lange nicht so auffallend und nicht so zahlreich sind, wie in den Theebuttern. Merkw Urdigerweise finde ich die sklerotischen Zellen nicht in
den Bliittern des Illicium ,,anisatum' aus Mortola, welche sich durclt
eine zwei Reihen machtige Palissadenschicht auszeichnen; letztere ist in
den Ullttern .zus Pakhoi niclit bestimmt zweireihig.
Inbetreff der in vorstehenden Zeilen angefihrten, hier aber nicht genauer belegten Thatsachen erlaube ich mir auf ineine Pharmakognosie,
Berlin 1893, S. 980-895, zu verweisen.
F. A. F l i i c k i g e r .
.
____
1) China hat bekanntlich Engliinder fur den Zolldienst angestcllt.
Vergl. Archir d. Pharm. 214 (1879), p. 4.
2) Aus meinem AufaatLe iiber den chinesischen Zimt, Archiv d. Phann.
220 (1882), p. 835, geht hemor, d a h wir Mr. F o r d auch die zuverl2ssige
Kenntnis der Stammpflanze des gewijhnlichen Zimts verdanken.
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