close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Konformation der Rhamnose in Proscillaridin.

код для вставкиСкачать
304171
701
Konformation der Rhamnose
Substanzen:
Peroxidase der Firma Boehringer, Mannheim, Aktivitatsbestimmung mit der Guajakolmethode14):
3,9.10-9 Mol/mg. Die anderen Substanzen sind Handelsprodukte oder wurden nach bekannten
Methoden synthetisiert.
Puffer: pH 4: Natriumcitrat - Salzsaure, pH 5-7: KHzP04 - Na2HP04, pH 8: Natriumborat
Salzsaure, pH 9: Glykokoll - Natronlauge.
-
Dem Fonds der Chemischen Industrie danken wir fiir die Unterstiitzung dieser Arbeit.
Anschrift: Prof. Dr. H. Loth, 6 Frankfurt/Main, Georg-Voigt-Str. 14
[Ph 9701
H. Kubinyi
Konformation der Rhamnose in Proscillaridinl)
Aus den Wissenschaftlichen Laboratorien der Knoll AG., Chem. Fabriken, Ludwigshafen
(Eingegangen am 10. August 1970)
Die Konformation der Rhamnose in Proscillaridin und seinen Derivaten wird aus theoretischen
Uberlegungen und experimentellen Daten abgeleitet. Die Rhamnose liegt in der 1 C-Konformation mit axialem 0-Aglykonrest vor.
Conformation of Rhamnose in Proscillaridin
The conformation of rhamnose in proscillaridin and its derivatives is elucidated from theoretical considerations and experimental data as 1 C-conformation with axial 0-aglycon substituent.
Wahrend die Konfiguration von Herzglykosiden - besonders seit den grundlegenden
Arbeiten von Klyne*) - bekannt ist, liegen zur Konformation der glykosidisch gebundenen Zucker nur wenige gesicherte Befunde vor. AUe natiirlich vorkommenden
Herzglykoside sindo-D- oder a-L-Glykoside (I bzw. II), d. h., sie haben an C-1' die
gleiche absolute K ~ n f i g u r a t i o n ~ ~ ~ ) .
1 Auszugsweise vorgetragen auf der Jahrestagung der ,,GeseUschaft fiir Arzneipflanzenforschung", Wien, Juli 1970.
2 W. Klyne, Biochem. J. 47, xli (1950).
3 T. Reichstein und E. Weiss, Advances Carbohydrate Chem. 17, 65 (1962).
4 L. F. Fieser und M. Fieser, ,,Steroide", Verlag Chemie, Weinheim, 1961, S. 801; die auf
S. 806 angegebene Formel eines L-Thevetosides ist falsch, siehe z. B.3).
702
Kubinyi
I
Arch. Pharrnaz.
TI
Die einzige gesicherte Ausnahme von dieser Regel stellt das Scilliglaucosid (III),
ein a-D-Glukosid,dar;q das entsprechende 0-D-Glukosid Altosid (IV) ist b e k a n d .
Q
‘id
0
dH
Auch die absolute Konfiguration an C-2’ ist bei aUen bisher bekannten naturlich vorkommenden Herzglykosiden - sofern sie iiberhaupt an C-2’ eine Hydroxylgruppe
tragen - identisch (V und VI)
397).
Eine Ausnahme bilden hier nur die a-L-Thevetoside VII, z. B. Neriifolin und Peruvosid58); 0-D-Thevetoside VIII, z. B. Honghelin, die der Regel gehorchen, sind bekannt.
CH,
5 A. Stoll, A. v. Wartburg und J. Renz, Helv. chim. Acta 36, 15 1 , 1 5
3) und dort
zitierte Literatur.
6 H. Lichti und A. v. Wartburg, Helv. chim. Acta43, 1666 (1960).
7 W. W. Zorbach und K. V. Bhat, Advances Carbohydrate Chem. 21, 273 (1966).
8 H.-W. Voigtlander, G. Balsam und G. Herbst, Arch. Pharmaz. 302, 538 (1969); auf S. 539
ist in den Forrneln (1) bis (7) eine falsche Verknupfung der Thevetosc rnit dem Aglykon
angegeben, siehe z. B.9.
304 J 71
703
Konformation der Rhamnose
Die bisher venvendeten Formeln I bis VIII geben nur die absolute Konfiguration
an, nicht jedoch die bevorzugten Konformationen dieser Verbindungen.
Reichstein und Weiss3) postulierten schon 1962 fur fl-D-Glykoside die C I-Konformation IX, fur a-L-Glykoside die 1 C-Konformation X als die wahrscheinlichsten
Konformationen.
OAelvkon
IX
X
Spater haben dann Zorbach und Bhatq die 1 C-Konformation fur a-L-Glykoside
mit der Begriindung venvorfen, d d es schwer vorstellbar sei, daf3 der raumerfdlende
Steroidrest eine axiale Position einnehmen konne; sie fordern - unabhangig von
der Konfiguration an C-1' - %r d e Herzglykoside die Konformationen IX bzw.
XI, in denen der Agiykonrest aquatorial vorliegt und damit alle Konformationseffekte, die von anderen Gruppen am Pyranosering hervorgerufen werden, ubertrifft.
m
OAglykon
-0AglykcmIX
H = CH,. CI1,OH
H XI
Die Autoren versuchen damit zu erklaren, d d B-D- und a-L-Glykoside vergleichbare
biologische Aktivitaten zeigen, partialsynthetisch gewonnene Herzglykoside mit der
,,unnatiirlichen" a-D-Konfiguration dagegen etwa urn den Faktor 2 schwacher
herzwirksam sind als die nabirlichen fl-~-Anomere~).
Zorbach und Bhat beriicksichtigen dabei weder die Sauerstoffbriicke zwischen
dem raumerfdenden A g l y k o ~und C-l', die zu einer starken Verminderung der
gegenseitigen sterischen Beeinflussung fuhrt, noch den anomeren Effekt lo, 11) der
beiden Sauerstoffatome an C-l', der zu einer Stabilisierung des axialen -0-Aglykonrestes f ~ r t so
, d d der von Reichstein und Weiss vorgeschlagenen 1 C-Konfomation
X fur a-L-Glykoside grofiere Wahrscheinlichkeit zukommt.
Proscillaridin (XII), ein 3fl-O(a-~
-Rhamnopyranosido)-1 4 f i - h y d r o ~ y - b u f a A 4 ~ ~ ~ ~ ~ trienolid, und seine Derivate sollten daher in der 1 C-Konformation XI11 vorliegen.
Auch eine halbquantitative Abschatzung der Instabilitatsfaktoren12) - ohne Berucksichtigung des anomeren Effektes - beider moglichen Konformationen XI11 und
9 Zorbach und Bhat') zitiereri nicht das Anomeren-Pax Scilliglaucosid (111) und Altosid (IV),
die mit einer Hatcher-Dosis von 0,069 bzw. 0,077 mg/kg5,6) etwa gleiche Herzwirksamkeit
aufweisen.
10 B. Capon, Chem. Rev. 69, 407 (1969).
11 S. J. Angyal, Angew. Chemie 81,172 (1969).
1 2 R. B. Kelly,Canad. J. Chem. 35, 149 (1957).
704
Kubinyi
Arch. Pharmaz.
XIV ergibt fur die 1 C-Konformation XI11 (Instabilitiitsfaktor 2 ) grofiere Stabilitiit als fUr die C 1-Konformation XIV (Instabilitatsfaktor 43);der anomere Effekt
sollte zu einer noch deutlicheren Begiinstigung der 1 C-Konformation XI11 fuhren.
HooQiS
XI1
)-(,
XI1
OH
HO
OAglykon
H?
Die NMR-Daten von Proscillaridin (Tab. 1) und seinen Derivaten13)bestatigen
diese Zuordnung.
Tabelle 1: NMR-Daten von Proscillaridin in verschiedenen Losungsmitteln
(6 in ppm, STMS = 0,OO ppm)
Losungsmittel
,
H-I’
CDCl,/CD OD
4 , 9 6 (Singulett)
d,-Tetrahydrofuran
4,83 (breites Singulett)
d, -Aceton
4,93 (breites Singulett)
d, -Dimethylsulfoxid
4,78 (breites Singulett)
d, -Dimethylsulfoxid/ D 2 0
4,77 (breites Singulett)
Wahrend bei Proscillaridin von den Wasserstoffatomen H-1’ bis H-5’ nur H-1‘ eindeutig zugeordnet werden kann, ist es bei vielen Derivaten moglich, die Wasserstoffatome H-1’ bis H-4’
und in einigen Fallen auch H-5’ zuzuordnen”). Aus der Gro13e der Kopplungskonstanten
1 3 H. Kubinyi, W. Steidle, B. Gorlich, Arch. Pharmaz. 304, 3 8 0 (1971); H. Kubinyi, idem.
304, 5 3 1 (1971).
304171
705
Konformation der Rhamnose
(Tabelle 2) labt sich fur die untersuchten Proscillaridinderivate in Vergleich mit den fur die
beiden Konformationen XI11 und XIV zu erwartenden Kopplungskonstanten die 1 C-Konformation XI11 ableiten.
Tabelle 2: Kopplungskonstanten (in Hz) f& die Wasserstoffatome H-1' bis H-5' in
Proscillaridinderivaten (experimentell bsstimmt 13)) und in den beiden Konformationen
XI11 und XIV (geschatzt, nach 11)).
Kopplungskonstante
J,f,51
,
Proscillaridin
und -derivate
XI11
XIV
0-
2
2-
4
I
3-
4
2-
4
2-
4
9 - 10
I - 10
2-
4
9
I - 10
2-
4
-
10
-
10
Die geringe Abweichung bei J 1,,2, kann mit einer leichten Ringverzerrung, die eine Vergroberung des Winkels H-C ,,-C,,-H zur Folge hat, erklart werden. Dieser Effekt ist in 2',3'-cyclischen
Proscillaridinderivatenlq starker ausgepragt: hier erscheint H-1' immer als sehr scharfes Singulett, d. h., der Winkel H-C1-C2-H mu8 etwa 90" statt 60" (in der unverzerrten 1 C-Konformation)
betragen.
a-L-Thevetoside (VII), z. B. Neriifolin oder P e r u v ~ s i d ~, unterscheiden
?~)
sich von
a-L-Rhamnosiden nur durch die zusatzliche Methylgruppe an 0-3' und die andere
Konfiguration der 2'-Hydroxylgruppe. Fiir sie ergibt sich aus der halbquantitativen
Abschatzung der Instabilitatsfaktoren (1 fur die 1 C-Konformation XV bzw. 6,5 fur
die C 1-Konformation XVI) und aus den NMR-Daten8) (Tab. 3) ebenfalls eine Bevorzugung der 1 C-Konformation XV mit axialem -0-Aglykonrest vor der C 1 -Konformation XVJ.
14 H. Kubinyi, Arch. Pharmaz. 304,590 (1971).
706
Zinner und Gebhardt
Arch. Pharmaz.
Tabelle 3: Kopplungskonstanten (in Hz) fiiC die Wasserstoffatome H-1' bis H-5' in el-Thevetosiden (experimentetle Werte nachs), vgl.15) ) und den beiden Konformationen XV und XVI
(geschitzt nach 11)).
Kopplungskonstante
a-L-Thevetoside
XV
3 -5
2-
XVI
4
2-4
9
7 - 10
2-4
9
7 - 10
2-4
9
7 - 10
2-4
Hcrrn Dr. 1'. Durr x i duch an dlcwr Stclle noch einmal fur die Aufnahme der NMR-Spektren
und anrcgendc Di\ku\\ioncncn gcdankt.
15 Voigtliinder, Balsam und Herbst@ geben fiir J l ~ , 2 ,in Neriifolin einen Wert von 7 Hz an. Wir
fanden J f 2 * = 4 Hz in guter Ubereinstimmung mit den fiir verwandte Verbindungen gefun= 3 5 Hz (siehe Tab. 3).
dcncn Wc;tcn8) von J
,
,I,*!
Anschrift: Dr. H. Kubinyi, 6700 Ludwigshafen, Knoll A.G.
(Ph 9721
G. Zinner und U. Gebhardt
Ac yliemngsreaktionen an Methylhydrazin
Aus dem lnstitut fur Pharmazeutische Chemie der Technischen Universitat Braunschweig
(Eingcgangcn am 4. Dezernber 1970)
Methylhydrazin wird mit Dimethyl- und Diathylcarbonat in 1- und in 2-Stellung acyliert, weitcre Behandlung mit lsocyansifureestern fuhrt zu Acylsemicarbaziden, die zu Derivaten des Urazols
cyclisiert wcrden. Be1 der Formylierung mit Methyl- und Athylformiat wurde dagegen nur
1-Formyl-I-rnethylhydrazin gefdit und mit Carbonyl-Verbindungen in Alkyliden-Derivate iiberfuhrt.
Acylation of Methylhydrazine
Acylation of methylhydrazine with dimethyl- and diethyl carbonate takes place in 1-and 2pobition, further treatment with isocyanates leads t o acylsemicarbazides, and by cyclization
t o dcrivativcs of urazole. However, by treatment of methylhydrazine with methyl- and ethyl formate only 1-formyl-1-methylhydrazine was isolated and converted to alylidene-derivatives.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
2
Размер файла
235 Кб
Теги
der, rhamnose, konformation, proscillaridin
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа