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Landesgruppe WUrttemberg.

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Mitteilungen
Landesgrriype Wiirtteinberg
Die 23. Sitmng ani 7 . Marz d. J. in Stuttgart wurde von Herrn Prof. Ur. Kaiser
eroffnet.
Der Vorsitzende ert,eilte Herrn Apotheker Dr. Leonhard Middendorf, Leiter der
galenischcri Rbteilung der Farbwerlte Hochst,, das Wort zu seineni Vortrag
Rlagewaftbestindige, diinndarnilosliehe narreic~angsfornlci~
fiir Arzneimittel.
E r fiihrte ungefahr folgendes aus: Die ujberfiihrung von Arzncistoffeii in magensaftbestanclige, diinndarmliisliclie Form ermoglicht riicht sclten eine Darreichurig
per os aucli da, wo sie a priori nicht angcbracht erscheint,. Sic kommt in Frage fur
l'harmaka, die clurch den Magcnsaft in ihrcr Wirkung gemindert oder unwirksam
geniacht werdcn, fur oom Magen schlecht vertragene oder die Magenverdauung
in urierwiinschtcr Weise beeinflussende Rrzrlcistoffe sowie fiir Mittel, deren Wirkuiigsliereich der Uarm ist, uiid die man moglichst konzeiit,rjert in diesen gclaiigen
zu lassen miinscht,.
I k r Vortragende gab eine Darstellung der physiologischen Verhaltnisse im
Magen und Uarm des Menschen, denen lJei der Bereitung diiniidarmliislicher Arzneiformen ltechriung getragen werden muO. Er erorterte die Funktionen der eiiizelnen
Verdauurigsseliretc, die Tatigkeit, der Ferniente und die pE-Werte in den verschiedeiien Abschnit.ten des Verdauungstraktes, ferner die vermutliche Verweildaucr der Arziiciformeii im Magen und Uiinndarm unter verschiederien Beclingun gen.
Sodann ging dcr Vortragende auf die zahlreichcn Verfahren zur Gewinnung
diinndarmlijslicher Arzneizul)ereitungen ein. Manchc Wirkstoffe sind in Ester oder
ICondensatic,nspr~)duliteiiherfiihrt wordcn, die vom Magensaft nicht oder nur wenig
angegriffen, im Darm aher durcli die Einwirlcung voii Alltali und Esterasen zerlegt werden. Beispiele hierfiir sirid Acid. acetylosalicyl., Guajacol. carbonic. oder
die als ,,masliicrte" Gerbsiiuren bezeichneten Antidiarrhoica. F u r eine Anzahl anderer Pliarmaka konimen l)arreicliungsformen, wie Pillen, Tabletten, Dragees oder
Kapseln in Betracht, die mit einer irn Magen unloslichen und impermeablen, im
Darm leicht zerstdrbarcn Schutzliulle versehen sind.
Das alteste, noch hcute gelegeiitlich benutzte Verfahren zur Gewinriurig diinndarmldslicher hrznciformen ist, das vor iiber 60 Jahren von Unna angegeliene, nach
dein Pillen mit einer Hiille aus Keratin verselien werden. Es hat in der Praxis aus
verschiedenen Griiridcn wenig Lefriedigt. Von anderon f iir den genannten Zweclt
Yersuchten EiwciBkdrpern scheirit Zein, das allroholldsliche I(1cberprotein aus hlaissamcn, brauchbare Eigcnschaften zu besitzcn.
Uekannt ist, das illrfiillcn eincr Ileihe voii Wirlrst,offen in ICapscln aus gehbrteter
Gelatine. Solchc ICapscln werdcn durch Trypsin leichter verdaut als durch Pepsin.
Sie iniissen in einem empirisch zu ermittelnden Grade gehartet werdeii. Zu weiiig
gehartet.e lionnen sicli schon im Magen, zu st,ark gchartete im Darm zu scliwer
liisen. Verhassclt bericliteto unliingst ii1)er unliefriedigende Ergebriisse bei der Darreicliung von wassergeldst,cm Penicillin in derart,igen Kapseln, Stark iiber gutc
Erfahrungen mit oliger Penicillin-Suspension enthaltenden gchartcten Gelatincliyiseln.
Ein wiitcrer als Hullsubstanz zur Gewirmung diinndarmloslicher Pornilinge seit
langem beliannter Korper ist, das Salol. Es hat verschiedene Nachteile. Ebenso uriliefriedigend sind liohere Kohlenwasserstoffe, hohcre Fettsiiuren, ole, Fette und
Mitteihcngen
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Wachse als diinndarmlosliches Uberzugsmaterial. Sie sind lediglich als Zusatze
mitunter vo rteilhaf t .
Aus der Reihe der natiirlichen Harze und Balsame, wie Mastix, Dammar, Sandarak, Schellack, Benzoe oder Tolubalsam, hat, sich der Scliellack als brauchbar erwiesen, vor allem, wenn er in animoniakalischem Alkohol gelost auf die Formlinge
gebracht wird. Eine amerikanische Patentschrift schiit,zt Abietinsaure als diinndarmlosliches Uberzugsmaterial. Aus Kolophonium und Kalk gewoiiiienes Kalziumresinat hat sich nicht bewiihrt.
Vielfach werden verschiedene der genamten Substanzen miteinander oder mit
anderen Stoffen kombiniert. So wird iiber gute Ergebnisse mit Uberziigen aus
Schellack+Salol, Schellackfllizinusol, MastixfMagnesiumstearat, MastixSCetylalkohol u. dgl. bericlitet. Die Dariisc,he Pharmakopoe gibt einen diinndarmloslichen Lack aus Schellac,k, Monoolein und Terpineol an. Die sog. Capsulae kerabinosae sollen aus Keratin und Schellack rnit Zusatz von wenig Kolophonium
hestehen.
Vori hesonderem Interesse erscheint hier das Gebiet der Kunststoffe, denn auf
ihm ergeben sich aullerordent'liche Variationsmoglichkeiten.
Dinitrozellulose, Acetyl-, Xthyl- und Benzylzellulose haben sich als ungeeigiiet
erwiesen. Nach eirier brit,ischen Patentschrift werden Zellulose oder ein Zellulosederivat, das nocli freie Hydroxylgru~ipenenthalt, mit Anhydriden von Polykarbonsauren in Gegenwart einer tertiaren orgaiiischen Base erhitzt. Es entstehen Zelluloseesterkarbonsauren. Pralrtische Bedeutung als diinndarmlosliches ifiberzugsmaterial scheint von ihnen ein Zelluloseacetat-phthalat erlangt zu haben, das pro
Glukosebaustein etwa 1,4 Acetyl-, 0,8 Phthalyl- und 0,8 frei gebliebeiie Hydroxylgruppen enthiilt.
Nach einem amerikanischen Patent werden Hiillen benutzt, die aus einem wasserloslichen Polyvinylphthalatsalz und Gelatine bestehen. Das Salz sol1 im Magen in
die unlosliche Siiureform iiberfiihrt werden urid die Gelatine, solange sich das Praparat im Magen befindet, vor der Adlosung schiitzen, im Darm aber wieder in die
lijsliche Salzform zuriickverwandelt werden.
Nach einem weiteren patentierten Verfahren werden arneistoffhaltige Formlinge
mit filmartigen ifiberzugen aus wssserunloslichen, saure Gruppen enthaltenden
Polymerisationskunststoffen versehen. Es halJen sich hiervon insbesondere eine
Anzahl von Mischpolymerisaten bewahrt, die im Diinndarm in Losung gehen, in
neutralen und saurem Milieu aber bestandig bleiberi.
Werden mehrere polymerisationsfahige Verbindungen gemischt den Polymerisationsbedingungen unterworfen, so entsteht in den meisten Fallen kein Gemisch
der verschiedenen Polymeren, soridern ein einheitliches Polymeres, ein Mischpolymerisat.. Man kann aber auch polymerisierbare Verbindungen, wie z. B. St'yrol
oder Vinylazetat, mit fur sich nicht polymerisierbaren ungesattigten Verbindungen,
wie Crotonsaure oder Maleinsaure iind ihren Derivaten, zu einheitlichen Mischpolymerisaten verbinden. Als Beispiele fiir derartige Verbindungen besprach der
Vortragende die Mischpolymerisate Akrylnitril-Arltrylsaure, Styrol-Maleinsaureanhydrid, Vin ylisobutylather-Maleinsaureanhydrid und Vinylazetat- Krotonsaure.
Hiernach ging der Vortragende auf die verschiedenen Methoden der Priifung
diinndarmloslicher Arzneiformen in vitro und in vivo ein. Die Priifung in vitro kann
z.B. rnit einfachen Mitteln nach den Angaben des Kommentars zur Schweizer
Pharmakopoe (Artikel Pilulae) erfolgen. Den sichersten AufschluW iiber das Ver-
Mitteilungen
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lialten diinndarmlosliclier therziige wahrend der Passage der Formlinge durcli die
ciiizelnen Al)sclirlitte des Verdauungstraktes geben Riiiit,genaufnahmen, Die Pormlirige miissen hierfiir ein Koiitrastniittcl entlialteri.
Iiidustrie ist die UlierUei einer Anzslil von Priparateii der ~iliarmazeut~isclien
fuhrung in duniid~mnliislicheForm in befriedigcnder Weise gelungen. 011das eine
oder aridere der zahlrcicheri tiesproclienen Verfahren geeignet ist, in jedem einscliliigigen Fall rout,incrniifiig angeweridet zu werden, lie13 der Vortragende dahingestellt. Es gibt nacli seiner Ansiclit irnmer ~Tnsichcrlieitsfaktoren,die es aiigezeigt
maclien, die Arifgsbe des hcrfiilirens in diinndarniliisliche Porm hei jedem liierfiir in Frage komtnenden Priparat gesondert, zu liken und das Ergebnis danri von
Herstrllungs1)artie zu Herstellungspartie nacli zuverlassigen Metlioden zu Iront rollicren.
An riner Diskussion beteiligten sich die Herren Prof. J h . Bredereck, Dr. ~S‘chnrfnagel,
I h . Nciuk und der \rortragende.
Ur. Sierz’ny
Landesgriippe Scliles~~ig-IIolsBiii-Siid
Vortragsabend am 28. Mirz 1952 in der Ernestinenschule in Liiheck vor iiljer
70 Zuhorerii
Prof. Dr. Tl’ojah sprach iilier das Tliema
Ziir Ciieniie der R l ycobokterieii sowie der neaizeit81iclie,iiTubcrkuloseniittei
Bei der Tuberkulose machen sich die Iirariklieitssymptome erst Lemerlrbar, wenn
der Infektionserreger aufgeschlossen wird ; am Ort dieses Abbaues kommt es zu den
charakteristischen Zellwuclierungen ; gleichzeitig wird der Gesamtorganismus durcli
Antigeiie nrngestimmt.
I h s Iirari1;heitsgesahelieri stcht mit der chemisclien Zusammensetzung der Mycobakterien in engem Zusammenliang. ]<in liervorstechendes Merltmal der Infektionserreger ist ilir holier Tipoidgehalt. Dieser lafit sich mit organisclieii Losungsrnittcln
in eine Fett-, eine Pliosphatid- wie eine Wachsfraktion aufteilen. I n der Phosphatidfraktion sind vorwiegend die Stoffe enthalten, welche heim Makroorganismus das spezifisch tuberkulose Granulationsgewebe bilden. 1)as N-freie Tuberkulophosphatid enthalt nehen Magnesium vor alleni Phosphorsaurc und Phthionsaure
in veresterter Porm. I’hthionsaure (eine Sfach verzweigte Monokarbonsiure) wie
aucli andere, synthetiscli liergestellte Trialkylessigsauren, vermogen ahnliclie Gewehiinderurigen herrorzurufen, wie sie f iir die Tuberltulose charakteristisch sind.
Diese Wirlrung ist, bei der veresterten l’litliions~ureverbi~idurig,
dem Tuberkulophosphatid, nocli stiirkcr ausgepragt,.
In der Wachsfraktion sind vorwiegend die Mycolsiiuren (8yobezogen auf das
Hakterientjrockengewicht,) enthalten; das sind hochmolekulare Moriolrsrljonsauren
mit einer ,3-st&ndigen Hydroxylgruppe. Die Mycolsauren in freicr Form 1)edingen
die sogenannte Saurefestigkcit dcr blycobakterieii; sie konnen auch in veresterter
Form vorlrommen, oder sie bilden mit, Dosoxyribonulcleiiisaure und Rmiriopolysacchariden Assoziatioiiskom1)lexe. Nebcn den vorwiegend in der Mycobakterieno1)erfllche enthaltenen Wachsen scheinen hier auch Aminosauren vorzukommen.
Bemerlienswert ist die a,E-l>ianiinopimelinsiiL~re,die man bisher nur noch in Diphtherielmkterien nachweiseri konnte. Den Virulenzfaktor der Tbc-Bakterien ver-
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