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Medicinisch pharmaceutische Botanik. Ein Handbuch fUr Deutschlands Aerzte und Pharmaceuten von G. Bischof ordentlichem Professor der Botanik an Universitt zu Heidelberg. Erlangen bei Enke 1 XII und 875 Seiten

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I V . Liiteratrir
irrrd IHritik.
.- . _ _ _
llcdicinisch - plmmeceutisclie Botanik. Ein Ilandbuch
fur Dcutschlands Aerzte und Pharmaceuten, von G. W.
B is ch o f f , ordentlichem Professor der Botanik an der
Universitkt zu IIcidelbcrg. Erlangen, bei Enke, 4 843.
XI1 und 875 Scilen.
Wenn ein so rcdlichcr und gewissenhafter Forscher, wie B i s c l i o f f ,
cin Bucli sclireibt, so kann man sich diiraul vcrlaasen, dass es ein
gutes Buch ist, und dass es nur dcr Anzcige untl keincr eigentlichen
Kritik bedarf, denn an einzelnen Kleinipkeiten herumzuni8ltcln, sclieint
Ref. niit der W i d e untl den1 eigentlichen Beruf dcr liritik unvertraglicli. - Wenn ein Illann, wie B i s c h o l f , lilr die Abfassung eines
W e r k e s einen Plan entwirft, so kaiin man sicher sein, dass die Ausfiihrung desselben ftir tlen gegenwiirtigcn Standpunct der Wissenschaft
vollstiindig geliefcrt ist. So bleibt denn lief. nichls iibrig, als sich mit
deni Plan desWerkes selbst zu beschiifligen und daran einige, \vie cr
glaubt, nicht unwichtige Betrachtungen z u kniipfcn. \Vas dcr Verfasser geben wolltc und vortremich gegeben hiit, ist Folgendes. Kach
einein einfaclien und kisslichen Sclieinn des nntiirlichen Systenis werden die einzelnen Pflnnzenfaniilien, RIIS dcnen Arlen einc pharniaceutische Wichtigkeit haben, aufgezihll uud in klarer liiirze cliarnkterisirt.
Untcr jcder Fainilie folgt die Chariikteristilc d e r einschlagenden Geschlechter und sodanii die d e r beiiierheiiswertlien Arten. Von diesen
ist dann eine Diagnose, kurzc Bcschreibung, Angabe der Heiniatli, Benennung der davon gewonnenen Drogiieii, plinriiiultognostisctie Beschreibung dieser letztern, Angabe d r r alliinpathischcn und l ~ o n ~ ~ o p a t b i s c h c n
Wirkungsweise und dcr wichtigsten Priiparate gegeben.
Zuncchst will Her. gern zngcben, dass, W O an einer Universitiit
ein derartiges Colleg f i r letlicincr u n d 1'h;irntaccuten liergebracht ist,
tler einzelne Lehrer nur scliwer eincn solclien Sclilendrian abschaffen
kann, und sodann giebt Ref. ebenfiills gern zu, dass i n unsern Verlidltnissen, wie sie nun einnial gegenwiirtig noch norniirt sind, g a r
hlanches liegt, w a s die Alischalfung nllcn Sclilciitlri:tns vorliiiifig unmdglicli niacht. In sofern treffen also die fnlgentlen Bcmerkungen nur sehr
theilweise tlen vom Rvf. sehr hoc.ligcscliiitztcn Vcrfiisser imd sind rnehr
als froinme \Yiinsclie f i r die Zuliiinft zu betraclilcn.
Die erstc Ausstellung, die Itel. zu niaclien hat, Iwrithrt cliis Verhiiltniss der Bntaiiik zur Pliuriiiacic und lledicin. Botanik, f'harmakognosie und hledicin sind drei jetzt vdllig gctrcnnte sclbststindige
Stiiinine, welche aher n u s Ei n c r jctat Ilngst abgestorbenen und ini
Scliutt der Jnhrhunderte begrabenen Wurzel entstanden sind. Lcider
lint man aber Ibis jetzt noch ininier riiclil klar eingesehen, dass cs ein
['itsinn sci, tlrei I h m e , die z w a r i ~ u sStccltlingen eines vicrttsn eulstandcn, alwr jelzt viillip unaMiiiiigig Y I I I I ein;tndcr lortwnchsca u ~ i d
strelien, ills ,,Ein fortgt-setztes Iiidividuuni" i~nzuselien. 3 o c l i iiirnicr
nieint i i i i i n , dcr Mcdiciiier iniisse (lie I'lii~rinilliopiiosie erlernen, noel1
iminer liiilt ninn iili dcni A l ~ e r ~ l a i i l i e nI'csl, Jlctlicincr rind Bolanilter
ntiissten Bntanilc, und z w r tlic iiltc I h l a i i i k , niit Speclea untl systeinwust t r c i h n . - Zuiiiiclist iiiiiss lief. beli;iupten, dass die Rotanil;,
so rvie sic ziir Zeil noch grdsstrnllivils ist, ausscliliesslit:h Sacho ties
llotanikers von Fndi sci, tlilss sic fiir llcdiciner und Plinrniaceuteli
-
v6llig uiiiiiitz ist, dass sie deni Lernen fruchtbarer Disciplinen die Zeit
rnubo, dodurch Ohcrfliclilichkeit und Uiigriindlichkeit befdrdcrt, und
die Zuhdrer, wie leider wohl jeder Universititslehrer die bittere Erfalirung geniacht hat, niir zu leicht an den Gedanlten gewohnt, e~
gibe gar vide Sachen, die nian des Examens wegen iin Zeugniss hahen milsse, bei denen es aber d l i g unnOthig sei, sie auch in den
Hopf zu bringen. V i e wenig zur Medicin Bestiininte werden heut zu
Tnge noch so urtheilslos zur Universitit kommen, diiss sie nicht bald
von selbst iind mit Hiilfe llterer Stiidirenden eiiisehen, dass Yflanzen
ramiiieln und trocknen, Inteinisclie Knmen dnfiir auswendig lernen und
sich mit den Diagnoscn von Nnturgegenstiinden quslen, die sie im-ganZen Lebcii niclit wieder ansehen, Ftir sie vdllig nutzlos vergeudete Zeit
sei. - Man frnge n u r diu Candidaten des medicinischen Stratsexamens,
wie viele dalunter sind, filr die nicht die aiifBotaiiik verwendete Zeit
eiiie absolut verlorne war. Freilicli wird hin iind wieder iin Staatsexanien nach Rotanik gefragt, aber leicht geht die Kenntniss der
Steckenpferde des Exaniinators traclitionell von Generation zu Generation fort, und in welchem Examen wiirde nian nuch wohl den Unsinn
liegehen, einen tiichtig physiologisch, nnatornisch und pathologisch gebildeten Rlediciner wegen niangelhaher botanischer Antworten durchfallen zii lassen. - Das, was nllein dem Mediciner wnlirliaft yon Nutzen
sein Itiinnte, Ptlanzenphysiologie r l s Einleitiing in die thierische Pliysiologie, wird aber bis jetzt nirgends vnrn Candidaten verlniigt. - Der
Pharniaceut aber, durch ungldckliclie hergehrachte Verlihltnisse gew6linlich auf 1 Lis l!$hrigca
Studium beschrinkt, iiiGsste nun vollends dafiir sorgen, dass cr seine eng rugeiiiessene Zeit nicht unniitzer Weise
versplittere, dass er nichts erlerne, als was wirklich zu seiner tiichtigen
wissenschaftlichen Ausbildung ds Phariiiaceut nethig ist. - Wer aber
kennt niclit Beispiele, dass sehr bedeutende Botnnilter (nfimlich Specieskenner iind Herbarienbesitzer) recht kliigliche Apotheker und insbesondere aucli hdchst unwissende Pharinakognosteii sind. B i s ch o f t
meint zwar (S. I), ,,class sich vide Arzneiniittcl nur dann nach ihren
Merkinalen und Eigenschnften richtig erltennen und unterscheiden lassen, wenn man die hlutterpflanzeii niclit nur bloss dem Nainen nnch,
sondern auch Iiinsichtlich ilirer b o t a n i s ch e n Kennzcichen, ihres Vaterlandes und ihrcr iibrigen Vcrhiltnisse bekaniit sind." Beispiele
hat aber der Verfiisser nicht angegeben, und Ref. behauptet, im Widerspruch iiiit deniselhen, dnss es keine einzige Drogue giebt, die dadurch p h a r r n a k o g n o s t i s c h bessererltannt\vird, wennmandieDfutterpflanze nach ihreii b o t a n i s ch e ii Merknialen, Vaterland u. s. w. kennt.
Ja Hef. findet gerade in jener grundfalscheii Ansicht cine Hauptveranlassung mit fdr die iiii Ganzen noch so oberflhcliliche und unwissenschaftliche Behandlung der Phnrmakognosie, dass sie gew6hn;ich nur
als ein so halbwege dbertliissiger Schwanz an die Bolanik angehtingt
wird. - Wir halien trocltne Hinden, Hdzer, Wurzeln, Yriichte und
Ich mdchte das Handbucli der
Sanien, Kriuter, Blhtter und Bliithen.
Botanik kcnnen, bis jetzt existirt bicher keins, nach welchem man die
trocknen Blhtter von Digifatis von dencn dcr Conyoa unterseheiden
lernte. Ich incclite wissen, wie nian nach unsern Arthesclireibungen,
wie sie cinrnal sind, F l o w s rosnrum rrbmritni iind incarnntarrm unterscheidcn sollte. - Hier und inehr noch bei Hinden, Hdlzern, Wurzeln,
Friichten und Samen ist es wie zuftillig, wean einmal die p1iarni;ikognostisrh richtigen Merkniale mit denen identisch sind, die botriiisch
die Pflanze beslimmen. - Weiss denn etwa der Ycrfasser, von wel-
-
78
ldilcr(itII r.
chen Arlen die Hatidelssorten der Sussaparille stammen und wie ring
die Hennlniss derjenigcti Sinilaxarlen, die aner~tnnnternltlassen Sassaparille lieferti, i n den Staticl setzt, die Sorten zu unterscheiden? Da
rliilsstrn erst die rciscnden Uotanilrer gnnz andcre Lcute geworden sein uiid
die griindliche, die \\issenscliaft und d a s hleiisclienwohl fiirdernde Heiintniss weniger Pflanzen den1 kliiglichen Hulint yon ein paar Tausend nw.sp.
mihi vorziehen. Hat unsere botanisclie Kenntniss d e r Cinchonen, Exosterninen und Buencii aucli nur tlas Allergeringste geliefert, uni die
Cliinerinde bessrr crltennen und unterscheiden zu lernen? Giebt es
etwa nicht Tausende yon Biiuiiien, die bolanisch vollstlndig bestimint
sind, oline dass w i r eine Ahnung davon hiitten, wie ihr Uolz beschaffen ist'l Finder sich aicht noch oft genug in denBeschreibungen d e r
remen... ..? Sollen wir
Genera und Species die Formel fructwr
e t w a danach Drogucn nnterscheiden? Und Lei allen diesen und insbesondere bei deli Kriiutern werden dic botanischen llerltmale sogleicli
r u pharm~ltognoslisclien, weitn beide zufiillig zusainmenhllen, und
kiinnen ohnc alle systenialischc lienntniss der Uotanik verstCndlich getiiacht und verslanden wertlen, wenn nur eine gute niorpliologische
Kennttiiss vorhcrgiiig. Jlorphologie und Anatomie sind die eigcntlicli
belcbendcn Studicn ilcr l'liarinaltognosie, die specilische l'flanzcnlieiiiitniss ein unnirtzer Billlast, der iiur gar zu liiiufig die jungen Leiite durcli
das Botanisirengelieii a n ein U o l r r ?ion fur niente gewohnt, Lei welcheni sie sich mil dent aiigclernten Abcrglauben tluscheii, das sei ritia
\vissenscliaftliche 'I'hiitigkcit.
Es liegt i n dicser Verliintlung, oder richtiger gcsagt, bloss Anhinguiig der I'harnialiognosic a n die Uotanilt, (lass die llleisten sich
&unit bcgnilgt Iiaben uiid iiuch wohl noch zuni 'lheil begnigen, wenn
jie die Specirs scltarf iinterschcidcn Iriinnen, da es sich dann yon
sclbst zu verstehcw sclieint, diiss die i m Hcrbarium daran hiingende
Wurzel, Hinde ti. s. w. iticlit weitrr verwechselt werden Iiiinne. Unserr Drogucn tragen nber zum 'I'heil und insbesondere gerade vielc
der wiclitigsten (z. U. China, Sassiiparillc, 13h:il~arLcrit. a. w.) die Kaiiien dtsr I'lliinze und diese selbst iiiclit an sich, und bediirfen docli
tler grnauesten Ilntersclieiduiig. - Ein tiicliliger Droguerieniacltler UIItcrsclieidet tlurcli Uebitiiq t i i i t LeichtiKheit seine Droguen und lacht den
Botatiilrcr ails, der lrolz sriner geiiaucn Iicnnlnisu der PHanze, nach
., b o t i i n i s ch e n '' Illerkiiialen ini 1)rogiierieliiger einc sehr undankbare
ltolle spielt. - Aber dcr JIarliler untcrsrhridet docli nucli nur nacli
ainnliclt aufzufassenden hlcrlimiilen, i i i i i l rliesc schnrf und klar zii erliennen u i i d bestiiiiiiit niiszusprechen, ist (lie eigcntliche Aufgabe des
wissenschaftlich golildcteti Pliaritialtognosten. Dabei ist und bleibt es
stets ganz irrelevant, o b die 1)rogue yon dicser oder jener l ' f l a n z e
stanimt, wichlig ist cs nllein, ihre Identitiit tnit d e r unter diesem bestimmten Ramen d s wirltsniii crkonnten 1) r o g u e zu erltennen. Ja
bei einem nicht unbetriichtlichen Tlieile d e r Droguen kann die Mutterpflanze die reclife und die Drogue doch die ungchtc, oder doch nicht
die gute oder besle sein. - Dass nun vollends bei den nun Pflanzen
nbgescliiedenen Stofen, Ilarzen, Guniinateti, Stirltearlen u. s. w. d i e
I$otsnilt yijllig unfiliig ist, das Geringsle zii leisten, versteht sich ohne
\Yeitercs yon sclbst.
l i d . nlcinuiig gclit niinilich Iturz dahin, die gesammte speciiisrhe
iind syslenintisclic Uotaiiili isf n u r Ssche des Uotanikers von Filch
uiid nienrals ein wirklich fiirdernder integrirender Theil eines andern
Studiunis, u m wenigsten aber der Medicin und Pharmacie. Die Schil-
.....,
ler lieidcr \Vissenscltnftcti nitissen wisscn, was einc Art, cin Geschlerht,
eine Fiiniilie sei, iind das kdnnen ciie in zwei Stundcn lernen. Beide
rniissen Kenntniss drr allgenieinc~nAlorphologie, der Mediciner ferner
insbesondere Kenntniss drr I’hysiologie, der I’hariniicrut der Anatornio
sich erwrrben, und dann h a m cler letztere tnit Sutzen ein griindliches, volt eineni Botaniker zu lesendes Colleg ilber Pflanzen und
l’flnnzentheile, sofcrn sic Drogiicn sitid (botanisclte I’hartnaltognosie)
besuchen. 1)ie liennlniss der nits I’tlaiizen abgesrhiedenrn Stoffe dagegen (cltemische Pliarntnltognosie) setzt grundliclte cltemische Henntnisse voraus und tnuss durchaus von eineni Chetttiker von Fach gclesen werden.
Die botanisrlie l’linrmakognosie muss ober RIS~clltststindige Wissenschaft bellandell wrrden und lass1 sich auch so beorbeiten. Es kann dohia gebrncht werden, dass nian mil dem Handburhe i n der Hand eben so sicher auf cineni \Yaarrnlttger jcde dein
Bestimntendcn vidlig unhekiinnte h o p i t e beslittiat, nls dies niit einer
Pflanze niijglicli 1st. Es Iiisst eich sicher bei griindlicher Bearbeitung
die Pharniakognosie fiir sich alleiu so ~ollltorntttensystenintisclt bearbeiten, als dies nur irgend bei einrin andern Zweipe der Xaturwissenrchaft ntiiglich ist. Zu dent Ende niilsscn aber erst griindlicltere Untersuchungcn angeslellt werden, ills wir bis jetrt ubcr die ineisten
Drogucn Itiiben, [lie trotz langer Bescllreibutig aller physisclien Eigenmhaften hiiufiq nocli so schlecht cliaraltterisirt sintl, dass nien ein Got1
im Rathen sein muss, u i t t dic Drogue zur Bescltreibttng zii finden,
wihrend docli gnr oft rin eiitziges hlerkrnal Itinreidit, sic von allen
bekannten ArzneirolistolTcn n u f den ersten Blick zii untrrscheiden, z. B. Monokotyledoner itnterirdischer Stengel init etrrn zolllangen Gliedern, die GeRsse der Geffissbiindel Iiilden n u f dein Quersclinitt unter
der Loupe einen 4 - 5strshligen zierlichen Stern : R. Caricis arenariue ist dnniit ganz vollkomrnen s i c h e r bezeichnet iind allen Verwechselungen s i ch e r vorgebeugt, was alle bislterigen ellenlangen Beschreibungen nicht Itnlien verhiiten k h n e n .
Hef. hat alier a n den1 beurtheilten Werlce nocli eine zweite Ausstellung zu niacheii. I)iesc Iictrifft die Angabc der \Virlcsamlteit der
Priparate u. s. w. F i r den nlediciner ist dies iiberfliissig, weil er
doch eine I x t writetn grtintllichcre liennlniss dariiber itus eigncn Vorlesitngen whcpfen itinss, fiir den I’harinawiiten is1 es iiber iiberfliissig,
weil die Anwenditng so grwoniiencr Kenntniss i h n i doch iilierall gesetzlich, strenge und niit Hcclit, untersagt ist. Fiir h i d e lheile ist
aber einc solche ZugaIie srlt;itlliclt, wcil iilirrall ths Iilosse Nasrhen
in Wissenschaften, die ein ernstcs Studium erfordrrn, nur gar zu leicht
zu Ohcrfltichlichlteit untl L:ngrdndlicl~lteitfiiltrcn, \vie das leider i n unserer Zeit in so traurig grossnrtigcnt blaasstahe die Journnlwrisheit so
vieler Leute zcigt. Noch will Ilef. benterken, dass cs i l i i n ganz liesonders uapassend scheint, einen Iiesonderu Aliscltnitt iiber. Iiomdopathische lleilkrifte hinzuzufiigrn. Die 13estrcbungen cinigrr tiirhtiger
Aerzte, die mit nicht ganz zu entsrltuldigcniler Linlautcdteit sich dem
vornehnien und geringen LaienpObel zit Gefdlcn Hotnijopathen nennen,
haben niit den Albernheiten eines y o n Stufe zu Stufc, von Alcnlipneum
durch das Organon zitr Psoriasis, iitiuter frecher nuftrrtendcn Charlatans
und ntit den i h m folgenden I’fusclicrn unter Laien und so,~ e n n n n t r n
Aerzten nichtdas Ceringste eu l l t u n , itnil er wire allcrdings cdler und
der Wisscnscliaft sowie dem Menschenwolil fijrderlicher, wcnn m : i u
jenen verrufenen Nanien aufgtibe und die ncueren, zuin llieil wesentlichen Fortschritte in der lheriipie, nicht rttehr auf diese \Veise brand-
-
80
Literattir.
nlarkte. Der Conscqucnz wegen hiitte wcnigstenr der Verlasser auch
jenem pfiffigen Bauern zu lieb, bei jedeni Arzneistoffe angeben sollen,
durch welche Art yon Sitz-, Schwitz- oder Wickelbidern und in welclier Form und Ferbe er sich wieder nus dem Hi,rper entfcrnt.
Diese Ausstellungen aber, wie schon bemerkt, bertihren cigentlich
den Werth des Buches selbst, in sofern es nun einmal zu einem bertimniten Zwecke ausgearlieitet ist, gar nirht, und iiberall zeigt sich
des Vcrlassers bckaniite Griindlic.hlteit. An Einzelnem liessen sich vielleicht einige Ausstellungen machen, die aber wenig zu bedeuten haben. So scheint es cine E'olge der Behandlung nach botenisclier Systematik
zu sein, dass d r r Verfasser Zuni Theil wolil die Abstanitnung einer
Drogue yon bestiniinten Species zu gewiss weiss, z. B. bei Rheum,
w o die Untersucliungen von G u i b o u r 1, B ii r n e s , R o y l e , F i s ch e r ,
C i, b e I , C a l a u , sowie der englischen und frnnzdsischen Cultivnteurs,
doch wenigstens so viel festgestellt hrben, dass wir yon der Abstaniniung der iichten Rliabarber eben noch gar nichts wissen. Oline Zweifel
ist aber das Buch in Beziig auf den systeniatisch-botanischen Theil der
Pharniakognosie dcr nngelegentliclisten Enipfehlung wirrdig. Ref. hitte
in dieser Beziehiing niir gewiinscht, dass die Diagnosen lateiniscli gcgebcn wBren. Ref. hat ziir Genilge sich gegen den lateinischen Scholasticisniiis ausgesyrochen, uni niclit niissverstanden zu werdcn, wenii
e r bchauptet, diiss cs einc ganz falsclie Hichtung sei, fur R a i n e n iirid
D i;i g n o s e dcr Xiitiirki,rper die lateinische Sprache auSmer7.cn zu
wollen, d a sie nllein das Band bildet, wodurch die Wissenschaft der
gnnzen Erde zu eincr einzigcn verltniipft wird, iind Jedeni, der systeinatisclie Katurpcliiclitc treibcn will, dic Iienntniss der Iateinischen
Terminologie docli stcts iinerliisslicli bleihrn wird. Bei tropisclien
Yflanzen aber, die der Icbciidigen Sprache des Vollrs und seiner Anschauung iiiinier I'retiitl bleilwn wcrdcn , deutsche Geschlechls untl
Artnariien zu erfinden, slreift nicislenthcils ans Licherliche, und leider
hiildigt unser Vcrfnsscr diesem Felilcr ganz besonders. - Die Ausstattung des Buclies ist gut, der Druck Mar und iibersiclitlich, und der
I'reis verliiltnissrntissig billig.
Bl. J. S c h l e i d c n .
-
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