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Mittheilungen von E. Reichardt

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1012
E. Reichardt , Mittheilungen.
niss, pLvozSqiov ~ ~ p i x d v Kosmas
.
genannt Presbyta, eine Abhandlung uber die Bereitung des Goldes. - Die Hauptentwickelung
der Alchemie ubernahmen die Araber, wie wir bei diesen sehen werden.
Mittheilungen von E. Reichardt.
U n t e r s u c h u n g d e r Biere.
Nach den mir zur Hand gekommenen, ziemlich zahlreichen
Untersuchungen von Bieren, welche beschuldigt murden , in i g e n d
einer Beziehung gesundheitsnachtheilig au wirken , ist es unbedingt
nothwendig , die mikroskopische Prufung der Hefe voranzustellen.
In fast allen, oder allen Fallen, die mir zu beobachten aelegenheit
geboten wurde, lag der Fehler in der Hefe, welche nicht in gutem
Zustande oder vermischt war und damit war es dem Brauer unmijglich , ein haltbares Bier darzustellen. Viele , vielleicht noch die
meisten Brauer kijnnen die Hefe noch nicht nach dem mihoskopischen Befunde beurtheilen , auch selbst nicht mikroskopiren und so
sind dieselben nicht im Stande, die Fehler zu erkennen; die friiher
und auch jetzt noch in dieser Beziehung bestehenden Verbruderungen geben aber hierin wo miiglich auch keinen Aufschluss, wenn
nicht ein dahin ausgebildeter Brauer sich darunter befindet.
Ein erst jiingst zur Untersuchung gelangter Fall mag die Sachlage nochmals vorfiihren, wie ich dieselbe weitlaufiger in Bd. 211,
S. 522 u. f., Jahrgang 1877 besprochen habe, woselbst auch die
betreffenden Abbildungen nachzusehen sind.
In einer kleinen Stadt waren zwei Brauereien thatig, beide
standen unter Genossenschaften und diese wieder in Verbindung mit
der Gemeindebehtirde, so dass eher zu viel, als zu wenig Aufsicht
geboten war.
Die hier gebrauten , nicht starken Lagerbiere verdarben sehr
rasch und wirkten, wie gewijhnlich, in dem Zustande der angehenden Verderbniss , gesundheitsnachtheilig. Beide Biere wurden deshalb als gefllscht betrachtet und namentlich auch die Ursache in
fremden , schldlichen Bitterstoffen gesucht ; derartig umschlagendes
Bier im ersten Vorgange schmeckt stets bitter und tritt dann erst
folgend die Saure hervor , wobei auch Bitterstoff mit der neugebildeten, sauren Hefe sich abzuscheiden pflegt.
1) vgl. die ausfiihrlichen Abhandlungen bei Schmieder S. 70 ff.
E. Reichardt , Mittheilungen.
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Beide Proben Biere waren wenig getriibt von einzelnen Hefezellen und ergaben:
1.
2.
Alkohol . . . . . 3,OO
3,43 Proc.
Extract . . . . . 4,70
4,18 Asche
. . . . 0,169 0,168 Phosphorsaure . . . 0,063
0,066 Glycerin .
. . . 0,095 0,094 Specifisches Gewicht . 1,016
1,011.
Vergleicht man damit Untersuchungen anderer Proben Bier, so
ergiebt sich in allen Theilen Uebereinstimmung, so weit sie hier zu
erlsngen und zu verlangen ist. Die Beispiele sind aus K b n i g s
Nahrungs- und Genussmittel entnommen und wurden in den bezuglichen Proben gefunden :
Spec. Gew.
Alkohol
Extract
Asche
Phosphorsaure
c
in Procenten
L e i c h t es S c h a n k- oder W i n t e r bier.
5,49
1,015
3,46
0,212
0,055
L a g e r - oder Sommerbier.
0,234
0,077
3,95
5,78
1,1065
W ei s s bi e r.
1,0135
2,51
5,45
0,164
0,036
Bock- (Marzen- oder Doppel-) Bier.
4,74
7,20
0,264
1,0213
0,099
Die bei den obigen Bieren gefundenen Mengen reihen sich diesen Untersuchungen vbllig an und beweisen ein leichtes Lagerbier,
bei welchem das Extract die Blgoholmenge ubersteigt.
Der Geschmack beider Bierproben war unangenehm bitter, wie
bei abgestandenem Biere. Die Untersuchung auf fremde Bitterstoffe
nach Dragendorff erwies nur Hopfenbitterstoff.
Sofort nach der Einsendung wurden Proben der Biere mikroskopisch gepruft und nach einigem Suchen Hefe gefunden , welche
lang gestreckt war, demnach der Saurehefe ahnlich und deshalb alsbald der Antrag gestellt, Hefe der Biere zu schicken.
Die weitere mikroskopische Priifung der Hefe von beiden Bieren ergab von rundgeformten Hefenzellen kaum die Half'te, die anderen Zellen waren liinglich, eifijrmig, ganz Syabchenform und endlich in grbsster Menge auch die weit kleinere Pilzform, welche ich
.
.
--
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E. Reichardt , Mittheilungen.
in der oben erwahnten Abhandlung a1s wilde Hefe bezeichnete und
neuerdings Flughefe genannt wird.
Nach den mir zur Hand gekommenen Fallen geniigt bei verdorbenen oder in Verderbniss befindlichen Bieren meistentheils die
mikroskopische Prufung der Hefe, Wenn auch neuerdings die Mischiing der gew6hnlichen Hefe auf eine Reihe von verschiedenen
Arten zuriickgefuhrt worden ist , so besitzen mit wenigen Ausnahmen
die festgestellten Sorten die runde Form und ist jedenfalls zu verlangen, dass die Hefe gleichartig in Grosse und runder Gestalt sich
zeige. Treten eine grijssere Menge ovaler Zellen b e i g e m i s c h t auf,
so ist die Hefe zu beanstanden, die stabchenfiirmige Saurehefe bestimmt zu verurtheilen und die weit kleinere Flug- oder wilde Hefe
in sehr vielen FSillen die Ursache des baldigen Umschlagens der
Biere.
In den letzten beiden, hier besprochenen Fallen ergab die
chemische Analyse die Menge der Bestandtheile den guten Bieren
vijllig entsprechend , die mikroskopische Prufung dagegen sofort die
Fehler der Hefe. 81s die Brauer darauf aufmerksam gemacht worden und sie sich selbst von der Beschaffenheit uberzeugt hatten,
brachten dieselben eine weitere Probe von Hefe, welche die nachtheilige Erscheinung bei dem erzeugten Biere noch auffallender ergeben hatte. Die mikroskopische Prufung zeigte hier weniger gute
Bierhefe, als fremde oder saure Hefenzellen und erklarte sich das
Verhalten der Biere alsbald deutlichst.
Fischfutter.
Bei der sehr anerkennenswerthen Thatigkeit fiir kiinstliche Fisclizucht war es namentlich von Wichtigkeit, fur die junge Brut Nahrung zu schaffen. Man snchte dies friiher namentlich durch Maden,
Ameiseneier und dergl. zu erreichen und liess deshalb vielfach gefallene Thiere oder sonst nicht brauchbare todte uber den Gefassen,
welche die Brut enthielten, faulen, wobei sich sehr bald grosse
Mengen von Maden erzeugten und in das unten befindliche Fischwasser fielen. Grijsseren Fischen wurde dann das Fleisch selbst
geboten. Bei der vielfach im griissten Maassstabe betriebenen Aufzucht der Fische geniigten diese Einrichtungen nicht mehr und daher
schlug ich vor Jahren schon vor, Fleischmehl zu verwenden, wie
es als Diingemittel in den Handel gebracht wird. Da zur Bereitung
dieses Fleischmehls sehr starkes Trockrien und Erhitzen nothwendig
E. Reichardt, Mittheilungen.
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ist, um das Fleisch zerkleinern zu k h n e n , diirfte auch keine Gefahr zu befiirchten sein bei irgendwie erkrankten Thieren. Der Versuch fiihrte zu den besten Ergebnissen, die kleinsten Fische, so
namentlich Forellen, nahmen bereitwilligst diese Nahrung auf und
zeigt,en sehr bald die Folgen starkeren Wachsthums. Ein Freund
der Forellenzucht , Herr H. hier , versuchte die Fiitterung grosser
Forellen auch dadurch zu erreichen, dass er Fleischmehl mit anderem Getreidemehl knetete und griissere Kugeln formte. Diese wurden ebenfalls sofort angenommen und das Wachsthum dieser kostbaren Fische sehr wesentlich gef6rdert.
In neuerer Zeit kommt Fischfutter in den Handel von groberer
oder feinerer Zertheilung unter versehiedenen Benennungen. Es
kamen mir zur Hand und Priifung folgende Proben:
I. P r a i r i e - F l e i s c h .
Wasser bei loo0 entweichend 10,O Proc.,
Prote'insubstanz , . . . . 56,O - darin Stickstoff = 8,96,
Fett. . . . . . . . . 12,6 Asche . . . . . . . . 11,l - darin Phosphorsaure = 4,O.
Ausserdem konnten aber auch noch 1,4 Proc. Pflanzencellulose
abgeschieden werden und ergab die mikroskopische wie chemische
Untersuchung die Anwesenheit von etwas Starke und Pflanzengewebe, etwa wie von Kleie. Im Allgemeinen entsprechen aber
die Verhiiltnisse dem Handelsvorkommen von Fleischmehl.
Die weiteren Proben wurden unter dem Namen F i s c h f u t t e r
geboten , sie enthielten :
I
I1
111
Prote'insubstanz . . 36,25 - 38,50 - 15,75,
Fett . . . . .
8,32 -- 9,50 - 7,647
Asche . .
. . 4,88 - 6,45 - 4,71,
Phosphoorsaure . . %,I - 3,47 - 1,63.
I und I1 waren von einer Bezugsquelle, I11 wurde gleiclizeitig mit dem Prairiefleische angeboten.
Bei sammtlichen 3 Proben waren sowohl Pflanzengewebe wie
Starke in reichstem Maasse vorhanden, bei I und I1 mehr wie grohes Mehl, bei III wie Xleie aussehend; auffallig ist bei IIJ. noch
der hijhere Gehalt an Fett. I und I1 unterscheiden sich namentlich durch das sog. Korn, II war vie1 griiber als I und ebenso sah
~
1016
Verbindung des Jods mit Ammoniak.
auch III wie gekfrarnt itus, d. h. es war ziemlich gleichmassig gI*ob
zerkleinert.
Diese Proben Fischfutter waren demnach aus Fleischmehl und
Mehl oder Mehlerzeugnissen dargestellt , bei III vielleicht auch noch
etwas Fett zugefiigt worden oder sehr fettes Fleisch angewendet.
Sammtliche 3 Proben wurden theurer geboten, als das Fleischmehl an und fiir sich und darauf durfte in erster Linie zu achten
sein. Diese Zusatze zu dem Fleischmehl haben natiirlich einen weit
niederen Handelswerth und wenn man auch etwas Kosten fur die
Bereitung in Anschlag bringt, so darf dies doch nicht das Gemisch
wesentlich vertheuern, da ja Jeder sich sehr leicht das gleiche Gemenge aus Mehl und Fleischmehl bereiten kann; bei I und IT. durften gleiche Theile genommen worden sein, bei I11 1 Th. Fleischmehl und 3 Th. Mehl und Eleie u. s. w.
Eine mir vorliegende Ankundigung von Hoflieferant Schwartze in
Berlin bietet Fleischfaser - Fischfutter an in Form von ganz feinem
Mehl, wie von noch weiteren 4 verschiedenen Grfrassen im Eorn,
ferner granulirtes Prairiefleisch ebenfalls in 3 verschiedenen Grfrassen
des Kornes. Der Preis ist auf 25 Mark fur 100 kg gestellt. Im
Weiteren werden auch die flemische mit Mehl namentlich fur grfrassere Fische empfohlen und hiitten sich nach Angabe folgende Gemenge bewahrt fur grassere Lachsarten :
Nr. I1 80
Nr. I 65 Proc. Fleischfuttermehl,
23 feinste Weizenkleie,
18 feinstes Weizenmehl,
10 Roggenmehl,
1 Salz,
2
1 Kaliphosphat,
und als Nr. I11 Weieenkleie mit frischem Pferdefleisch gemischt,
auch ist hier und da das Putter noch mit frischem Blute benetzt
worden.
B. Mona t sberioht.
Allgemehe Chemie.
Ueber die Verbindung des Jods mit Ammoniak berichtet F. R a s chi g.
Schon Bineau fand, dass Jod eine betrachtliche Menge von trocknem Ammoniakgas aufnehmen kann; hierbei entsteht eine dunkelblaue Fliissigkeit,
deren Zusamensetzung er zu 3NH3, 2J angab. Verf. leitete Ammoniak in
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