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Naturgeschichte und Pharmakognosie. Ueber Brod- und Weingeistbereitung in Griechenland

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11. Naturgeschichte und Pharma=
kognosie.
Ueber Brod- und Wehgeistbereltung
in Griechedlaud ;
yon
Landerer.
4 ) Das fIauptnahrungsmille1 der gemeinen Volksklasse
in Griechenland i s t das Brod, gpsoc. Backer, dpsoxoior, gab
es in den altesten hellenischen Zeiten *), und dass die Griechen starke Brodesser sind, ist bekannt. Der Grieche verzehrt bei seiner hlahlzeit urn das Drei- und Vierfacbe mehr
Brod, als der Deutsche oder andere Nationen. Der Matrose,
die Klephten, die Soldaten der irregularen Grenztruppep
begniigen sich Monate lang mil Brod, welches sie mit einenr
Slijckchen Kase oder Olive in Oel oder Salz eintauchen,
urn es dadurch mehr zu wiirzen, und trinken Wasser dazu.
1)ieseni uberwiegenden Brodgenuss ist es zuzuschreiben,
dass der Grieche sein E s s e n mit dem Ausdrucke oder
niit der Umschreibung: man isst Brod, nicht aber: man
silzt bei Tisch oder beim Essen, bezeichnet. Fragt man
z. B.: Wo ist Dein Herr? so antwortet der Diener regelmassig: er isst Brod.
In den Stbdren wird Weissbrod aus Weizen bereitet. Das Brod von der Insel Hydra und Spezzia, wo
man den Weizen, ehe er zur Muhle kommt, drei- bis
viermal wgscht und schnell an der Sonne trocknet, was
im Sommer sehr leicht zu bewerkstelligen ist, zeichner
sich durch Weisse aus. Roggenbrod ist selten und ausserdem lieben es die Griechen nichk. Das meiste Brod
wird gus Gerste gebacken, jedoch ist dasselbe schwer s n d
in den rneisten FPllen nicht go6 ansgebacken. In den
*) ;pros war Weirenbrod, pica Gcrstenbrod,
Die Red.
49*
293
Lnnderer,
S~adienwird gesundes Brod gegessen, nicht jedoch so auf
dem Lande. Das Mehl wird rnit Wasser zu einem Teige
angemacht, oline Ziisalz von Sauerteig (den die Griechen
mit dem richtigen Namen npo[ijpt, d. i. sauergewordenes
Rrod bezeichnen), eine Nacht stehen gelassen und den
andern Tag gebacken. Oft macht man aus der zu einem
Teige geformten Yasse sogleich ein Paar Zoll dicke Kuchen
und bedeckt dieselben mit heisser Asche. Hie und da
haben die Landleute und besonders die Hirten, auch die
Soldaten der Grenztruppen und die Klephten zwei Eisenbleche, zwischen welche die Brodmasse gelegt wird, woraul
man sie in die gluhende Asche grabt und darin Iasst, bis
man das Brod gebacken glaubt. Dieses Homerische h o d
wird dann so heiss gegessen, wie man es nur vertragsn kann, woran die Leute einen besonderen Genuss
Gnden. Dasselbe enthalt zugleich eine nicht unhedeutende Portion Sand von den EIandmiihlen, auf welchen
die Abkommlinge der Hellenen ihr Mehl mahlen, indem
die dazu gebrauchten Muhlsteine sehr leicht und weich
sind und dem Mehle eine grosse Portion Sand mittheilen.
In der Maina bereiten dio Leute auch Mehl aus Lupims
sativus und aus den Samcn anderer Wicken-Arten, z. B.
Viciafaba, V. sativa, und backen Brod daraus. Dass tliese
Sitte aus den alteslen Zeiten stammt, erhellt aus dem Beinamen der Mainoten, die man Lupinophagen nannte.
2) Zur Gewinnung des Weingeistes werden die verschiedensten Weinsorten des Landes verwendet, grosstentheils jedoch nur diejenigen, die schon in saure Gahrung
ubergegangen oder durch plotzliches Trubwerden zu verderben drohen. Durch die Sorglosigkeit der griechischen
Rauer oder auch wegen Mangels der nothigen Fasser, um
den ausgegohrenen Wein abziehen zu konnen, ganz
besonders aber wegen Mangels an Kellern, wird jahrlich
eine ungebeure Quantitat sauer und geht ganz zu Grundc,
indem derselbe wegen seines geringen Weingeistgehaltes
in den meisten Fallen nicht einmal zur Essigbereitung zu
benutzen ist. Dieses Letzterc ist der Fall mit den Wei-
uler Brod-
utid
W’eingeis~bereitung in Criechertland.
293
nen des Peloponnes und auch odes Festlandes, nanilicli
den sogenannten Pechweirien ; denn wegen des geringen
Gehaltes an Weingeist ist man gezwungen zum Zusatz von
Pech und Gyps seine Zuflucht zu nehnien, indem soiist
der so schwache weingcistarrne Wein unfehlbar 6auer
werden wurde. Aus diesen sauer werdsnden Pechweinen
wird n u n durch Dostillation mittelst gewiihnlicher kupferner Destillir-Apparate, mit den schlechtesten Kiihl-Vorrichtungen versehen, der Weingeist gewonnen. Derselbe hat
einen sehr unangenehmen Beigeschmack und lerpentinahnlichen Geruch, und nur durch Zusatz von Anis und
andern aromatischen Samen ist es moglich, diesen Geruch
etwas zu umhiillen, nach Zusatz von Wasser tritt derselbe
jedoch wieder hervor.
Anders verhalt es sich mil den Inselweinen. Dorl
wird hauptsachlicb mehr Sorgfalt auf die Weinbereitung
verwendet, als dies im Peloponnes geschieht. Die Weine
sind dort stiirker, wcingeisthaltiger, und ein Umschlagen
oder Sauerwerden derselbcn ist wenigcr zu befurchten ;
endlich k a n n man, im Pall Letzleres eintritt, einen guten
Essig daraus erzeugen. Der meiste Essig kommt von den
lnseln des griechischen Archipels, und gutcr Essig hat
einen grijsseren Werth, RIS der gewohnlich Wein und
kostettio--60 Lepta, wahrend der leichlc Wcin mil 4OLepta
bezahlt wird.
Eine ausserordentlichc Mcnge Staphiden (Uuae passulae
majores}, die man Megales Staphides zum Unterschiede
von den Korinthischen nennt, werden von Sarnos und Krera
ausgefiihrt, und werden die von Saoios besonders zur
Weingoistbereitung verwendet.
Seit einigen Jahren wird BUS den kleinen Korinthen
cine hedeutende Mengc Branntwein bereitet, den man, urn
ihn wohlschmeckender zu machen, mit 01. Anisi versetzt.
Die Korinlhensammlung, deren Pflanzungen sich jctzt uber
den ganzen Peloponnes ausgedehnt haten, da in diesem
Jahrc das Quantum his auf 50-55 Millioiicn Liter stieg.
wiihrcnd im Jahre 1836 kaum 20 Millioncn i n dcn europaischen Ilandel kamen, hcginnt am 15. Juli und tlauert
294
Landerer,
his zum 20sten A u p s t mch bis Anfang Septembere,
Die Sammlung geschieht nach dem Grade der Reife,
und im Allgmeinen sind drei verschiedene Epochen anzunehmen. Die im Monat Juli gesainmelten Staphidea
sind a m meisten, die rler zweiten Sammlung weniger und
die der letzten Bpoche am wenigslen vor dem Naeswerdeo gesichet't, indein um diese Zeit gewoholich der
erste Regen l3llt. Kassgewordene Korintheo boben urn
die Halfte weniger Werth, da sie sowohl an ausserem
Anseheo wie auch an Zuckergehalt bedeutend verlieren,
und wenn bie aucb durch giinstige Wilterung wiader getrocknel werden, werden sie doch leicht sauer und sind
whwer in den Handel zu bringen. Werden 1000 Liter
trocken eingehrachte Korinthen mit 30 Colonaten bezahlt,
so babt:n die einmal nassgswordenen nur einen Werlh von
10- I5 Colonaten. uod solche, die eirien siiuerlichen Geruch ond Gescbmack zu zeigen beginnen, lionnen mit 4
big 3 Tbaler pr. 1000 Liter gekauft werden. Die nassgewordepen Srapbiden, so wie die Abfalle derselhn, oder
aucb die gegen die Regenzeit nocti auf der Teaoe befindlichen Korinihen werden yon eigenen Kauflauten um sehr
billigen Preis eingehandelt und zur Branntwein-Fabrikalion aussr~hliesslichverwendet Man bereitet zuerst aus
dee Borinrhen Wein, u n d aus diesem Korinthenwein sodann
Branntwein, Irakg oder Iiaki.
Ein anderer Weingeist wird aucb irn ganzeo Peloponnes aus Ilonig bsreitct, der einen ausgezeichner angenehu~~~,Gerwb
uad Gmchmock besitzt w d sicb gaaz besoodsrs zur Bereitung von Liqueurs eigoet. Es ist bekannt,
(lass sich der Honig des Hymettus, dessen Theophrast und
Dioworides mit Lob erwahnen, und der Rosenhonig von
Karyslo unler alleo bekannten Honigsorten auszsichnet ;
aucb der aus arlderr, Eparcbien Griscbenlends au6gefuhrle IIonig ist in jeder Beziehung ausgezeichnet zu
neoncn. 14 gutes Jahron erwugt Grischenland gegen
200,000 Okkas Honig, von denen ungefahr 60- 100,000
ausgefuhrt werden; an OrL uDd Stelle kostet die Okka
fio Lepta bis 1 Drachrne = 45-24 Kreueer. Die Einr
uber Urod- und Weingeisllrerer'tuny in Griechenland.
%
sammlung des Honigs, der durch Auspressen der Scheibe11 mittelst der Rand gewonnen wird, geschieht in zwei
ZeitrPumen: der erste ist gegen Milte des MonatsMai und
der zweite geges Ende Augusls und Seplernbers; der
im hlonat Mai gesernmelte w i d dern vom *pternber vorgezogen. Urn nun den Hanigbranntwrin zu gewinnen, werden die nach dem Auspressen tles IIonigs wruckbleibenden Wachskachen rnit Wasser ausgewaschen und dieses
sogenannte Neloneaon (Honigwasser) an die Sonne gestellt
urn die Gahrung eineuleiten, und sodann der Destillation
unlerworfen.
Mehrere Tausend Okka Brannrwein werden auf dime Weise gewonnen und nech Konslantinopel
und Smyrna ausgefiihrt. Die Okka dieses Weingeistes kosttit
1 Drachrne 50 Lepta = 36 Kreuzer.
Die Weinbereiter benutzen auch die Weintrester zur
Branntweinbereitung , jedoch auf eine sehr sonderbare
Weise. Die Trester, die durch Auswaschen mit Wasser
yon allen zockerigen Theilen befreir werden, werdee
in grossen, in die Erde gegrabenen Gruben zusarnmcngeworkn und langere Zeit darin eufbewahrt. bis dieselben
einen weinigen Gcruch entwickeln, sodann aus denselben
heraiisgenommen und in hiichst envollkommenert~estiIlir.
Apparatender Destillation unterworfen; diesen sehr scblechtea riijsslichen Raky rectificiren sie sodann mit Zusatz VOR
hlaslix und Anis und erhallen hierdurch den Mestichoraky
fur die armere Vo~ksklasse.
Als Priiservativ gegen das Yerderben des Weines
wenden die Griechen u . A . Folgendes an. Einige Tage
vor dern Einfullen des Nostes in dieFasser werden diem
rnit den Absuden verschiedener Pflanzen ausgebruher uod
dieselben so lange in den Fassern gelassen, bis sis fast
geruch- und geschmacklos gewordan sind. Die zu diesem
Zwecke benutzten Pflanzen sind: Myrtus cornmumi mit
ibren Fruchten, Pzsfazia Lentiscus, Conyza squarrosa, Strobuli Pini Bolepensis und Cupressus sempemirens. Sind die
Fiisser auf diese Weise mijglichst irnpragnirt, so wird der
Most eingefiillt, gleichzeitig anch das Ham und etwes
spaler auch der gebrannte Gyps. (Man sieht leicht ein,
dass so bewiteter Griechischer Wein nur eine ungefahre
Aehnlichkeit mit dem Deutschen Weine haben kann. Eino
oaue Ermitteluog des Weingeeistgehaltes , so wie auch
%r iibrigen Beshndtheile desselben, wurde von Interesse
sein. Die Red.)
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