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Neue Alkohole.

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Neiie Alkoh.de.
Nene Alkohole,
Nach M. B e r t h e 1o t ist Alkohol jedes neutrale
Princip, gebildet aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, welclies fiihig ist, sich direct mit irgend einer Siiure
zu verbinden, unter Russclieidung von Wasser und Rild u n g eigenthiimliclier neutraler I7erbindungen, die dic
Fahigkeit besitzen, ihre Erzeuger unter Aufnahme von
Wasser zu reproduciren. Kurz, die Alkohole sind durch
die Eigenschaft Aether zu bilden, ebenso genau charakterisirt, wie die Basen durch ihre Eigenscliaft, Salze zu
bilden.
Zu den echten Alkoholen zahlt R e r t h e l o t nicht
bloss den gemcinen Alkohol, den Holzgeist, das Faselol,
das Aethal, sondern auch Glycerin, Mannit, Zuckerartcn,
nuch Cholesterin, Borneocampher und Meconin.
Darstellung ihrer Aether iin Allgerneinen. Man erhitzt 8 bis 10 Stunden lang bei 2OOOC. in zugeschmolzenen Glasrohren den fragliclien Alkohol mit der eutsprechenden Saure; hierbei entsteht die Verbindung beider
unter Wasserausscheidung mit Leichtigkeit. Eine Beihulfe starkerer Saure (S03, HC1, PO5) ist dabei nicht
niithig. Durcli Behandlung des Products rnit Aether
lost man die gebildete Verbindung, wahrend die angewandten Sauren und Allrohol ungelost bleiben. Auch
Alkohol oder Wasser dienen als Trennungsmittel. Fluchtige Verbindungen trennt nian von nichtfluchtigen durch
Destillation.
C h o l e s t e r i n ==C52HQ402( G e r h a r d t ; B e r t h e l o t ) = C52H430, HO. Die Cholesterinather sind fest,
krystallisirbar, schmelzbarer als das Cholesterin, loslich
im Aether, beinahe unloslich in kaltem Alkohol, vollig
unloslicli in Wasser. I n Ansehen, Verhalten beini SchmelZen, stehen sie zwischen den Ham- und Wachsarten.
Sie sind neutral, selbst in alkoholischer Losung. Bei
1000 C. mit wasserigen Alkalien behandelt, widerstehen
diese Aether der Verseifung weit langer als die Fette
und gleichen clarin dem M'allrath; erst nach 10tagiger
Behandlung geben sie freies Cholesterin und das Alkalisalz der mit dein Cholesterin verbunden gewcsenen S"
aure.
Erhitzt, schmelzen sie, zersetzen sich dann unter Entwickelung eines nicht angenehmen Geruchs. Kalt rnit
concentrirter Schwcfclsiiiire behandelt, fjrben sic sicli
orangegelb; fiigt inan ein wenig Wasser, dann etwas
Jodlosung zu, so erhalt man eine Mischung, die stellen-
Neue Allcoltole.
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weise eine blauliche Farbung zeigt, wic dies das reine
Cholesterin ebenfalls thut.
Stearinsaures Cholesterin = (C52 H43 0, C36H35 0 3 ) .
Weisse Nadelchen, neutral, wenig loslich in kalteni Aether,
beinahe unlbslich in gewohnlichcm, selbst siedendem Weingeist. Schmilzt bei 650 C. zu durchsichtiger Flussigkeit,
die beim Erkalten zu matt-weisser unkrystallisirter Masse
erstarrt. Schwer verseif bar.
Ihttersaures Cholesterin = C52H43 0, C8I-P 0 3 ) .
Weiss, krystallisirbar, geruchlos, neutral, ziemlich schmelzbar, sehr loslich iin Aether, sehr wenig in kaltem, etwas
loslich in siedendem Alkohol. Einmal geschniolzeii bleibt
es bis zur gewohnlichen Temperatur halbweich und durchscheinend, wie Harz. Rrennt auf Platinblech erhitzt mit
rothlicher russender Flamme. Verseifbar zu buttersaureni
Alkali und Cholesterin.
Essigsaures Cholesterin, dem buttersauren Cholesterin iihnlich.
Salzsaures Cholesterin, erhalt man durch Erhitzen
des Cholesterins init kalt gesattigter Salzsaure 10 Stunden
lang bei 1000 C. in zugeschmolzener Glasrohre, Waschen
des Products mit Wasser, Auflosen in Aether, Schiitteln
der Losung mit einer schwaclien alkalischen Lauge, Verdunsten des Aethers.
Es bildet ein neutrales durchsichtiges Harz, welches
beim Waschen Salzsaure verliert.
Benzoesaures Cholesterin = (C52H430, C14 H503).
Krystallisirt in weissen, lockeren, glitnmerartigen Schuppchen, neutral, ziemlich loslich in Aether, sehr wenig 16slich in siedendem Alkohol. Unter dem Mikroskop erscheint
es als dicke rectangul#re Tafeln, wiihrend Cholestcrin schiefwinkelige Tafeln bildet. Schmilzt zwischen 126 und 1300 C.
Verseifbar durch Kalk.
Das Cholesterin ist sonach ein dem Aethal ahnlicher
Alkohol. €3 e r t he1 ot vermuthet Cholesterinverbindungen,
namentlich stearinsaures Cholesterin im Thierkorper, wenigstens beobachtete er schon in pathologischen Fliissigkeiten wachsartige, in Alkohol beinahe unlosliche, sehr
schwer verseifbare Korper als Begleiter des Cholesterins.
Mit den Sauren aus der Galle (Cholaliaure =
C48H40010, Hyocholalsaure = C50H40OS) steht das
Cholesterin in gewissen Beziehungen, namentlich liefert
es dasselbe Oxydationsproduct, wie die genannten S&uren, n'cimlich die Cholesterinsaure C16H10010.
Das Cholesterin ist der Typus einer neuen Alkohol-
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Neue Alkohole.
reihe, von der allgetneinen Forniel C 2 1 ' 1 1 2 ~ ~8 0 2 . Zu
dieser Reihc gehort auch der Zimmtallrohol C 18 HI" 02.
Vielleicht ist dss Ambrei'n ein Alkohol, wie das Cholesterin; ebenso das Idialin, das nach Hiitleker die Forinel C94 HSS 0 2 besitzt.
Bei der trocknen Destillation liefert das Cliolesterin
1) einen Kohlenwasserstoff, fluchtig bei 1.iOOC. und dem
Blhildenden Case isomer, ob CIS H I S ; sodann olbildendes
Gas (24114 und Sumpfgas C2H4. 2) einen Kohlenwasserstoff, fliichtig bei 2400 C., dcni Renzin wahrscheinlich
hornolog (C28 H22?), und einen dritten Kohlenwasserstofl,
kohlenstoffreicher und weniger Auchtig, vielleiclit =
nC3 €1. ( Vergl. H e i n t e , Ann.. der Chni. u. I'linrni. Bd. 76'.
S.366'. 1850.) Durcli Oxydation mit KO5 liefert das
Cholesterin neben Cholesterinsiiure Clfi HI0 0 1 0 aucli
Essigsaurc und hornologe Sauren.
h e t h a l = C 3 2 H 3 4 0 3 = C32H330, NO.
Bert h e 1 o t stellte einige neue Verbindungen dieses langer
bekannten Alkohols auf die oben in] Allgerneinen niitgetheilte Weise dar.
Stearinsaures Aethal = ( C 3 2 8 3 3 0 , C 3 6 H 3 5 0 3 ) . Aus
siedcndem Aether in diinnen, breiten, glanzenden Bliittchen krystallisirend, ahnlich dem Wallrath. Xeutral,
beinahe unloslich in siedendem Alkohol, leicht loslich in
siedendem Aether, wenig loslich in kaltem Aether. Schmilzt
zwischen 55 und 60oC., beirn Erkalten erstarrt es krystallinisch. Verbrennt init weisser Flamme. Mit geloschtem Kalk bci 1000 C. behandelt, verseift es sich
ausserordentlich langsam und zwar erst nach 8 bis 10
Tagen. Aus dem verseiften Ruckstande zieht Aether
Aethal aus und lasst stearinsauren Kalk zuruck. hfit
dieser Verbindung ist gewissermaassen der Wallrath
kunstlich dargestellt (obgleich dieser der Hauptsache
nach nicht stearinsaures sondern palmitinsaures Aethal ist).
Buttersaures Aetllal. Neutral, sclimelzbarer als Aethal,
init Aether mischbar, nicht init Alkohol, in kleinen Mengen ohne merkliche Zersetzung fluchtig. Alkalien verseifen es langsam bei 1000 C. unter Wiederherstellung
des Aethals und der Buttersaurc.
Essigsaures Aethal. Neutral, inischbar rnit Aether,
fluchtig, verseifbar.
Benzoesaures Aethal = (C32H330, C 1 4 H 5 0 3 ) . Neutral, weiss, sehr schmelzbar, ausserordentlich loslich im
Aether, wenig loslich im kalten Alkohol, zienilich lijslicli
im siedenden. Wird durch geloschten Kalk bei lOOOC.
Neue A2kohole.
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langsam in benzoesauren Kalk und Aethal verwandelt.
Wasser lost den benzocsauren Kalk und Aether nus dem
Ruckstande das Aethal.
O r c i n = Cl4H804. Dieser Korper bildet sich
bekanntlich durch Spaltung versehiedener natiirlicher in
den Farbstoffflechten der Orseille enthaltenen Substanzen,
SO nanientlich der Lecanorsaure, Erythrinsaure und Evernsiiure. In diesen Verbindungen s ielt tins Orcin die Rolle
eines Alkohols. B e r t h e 1o t ste ltc die Verbindung des
Oreins niit Stearinsaure dar, indem er das Gemenge beider Stoffe bei 2OOOC. einige Stunden in zugeschmolzenen
Rohren erbitzte, nus dem Product durch Hehandeln mit
Wasser das unverbunden gebliebene Orcin entfernte und
den Ruckstand mit geloschtem Kalk und Aether behandelte. Beim Abdampfen der atherischen Losun bleibt
stearinsaures Orcin j durch Auflosen in Schwefe kohlenstoff, worin es sich leicht lost, wird es von etwas anhangendem Orcin, das in CSZ nicht loslich ist, gereinigt.
Das stearinsaure Orcin bildet eine leicht gefiirbte,
feste, wachartige, geschmacklose Masse, in siedender
alkoholischer Losung neutral gegen Lackmus, loslich im
Aether und C S , unloslich im Wasser. In einer Rohre
erhiht, entwickelt es den Geruch des Orcins, darauf den
der fetten Yiiure und verfluchtigt aich zuletzt vollstandig
ohne Koble zuriickzulassen. Den Ainmoniakdampfen ausgesetzt nimmt es eine rothliche Farbe an.
Einige Tage lang mit Wasser und geloschtem Kalk
in einer verschlossenen Rohre bei 1000 C. erhitzt, liefert
es stearinsauren Kalk und eine vom Orcin verschiedene
Substanz, die nicht krystallisirt, sich leicht im Wasser
lost. ebenso im Aether und durch AmmoniakdamDfe
roth*
gefirbt wird.
M e c o n i n = CzoHloO8 = CZOH806,2HO. Stearinsaures Meconin = CzoH806, 2 C36H350i entsteht aus
seinen Bestandtheilen in gleicher Weise, wie das stearinsaure Orcin. Es ist neutral, weiss, fest, sehr schmelzbar
und dann auch lange bei gewohnlicher Temperatur fliissig bleibend.
Benzokaures Meconin bildet olige Tropfen. I n absolutem Alkohol gelost, dann mit sehr concentrirter Salzsiinre gemischt, giebt es nach cinigen Tagen den Geruch
des Benzoesaure2thers.
Das Meconin scheint ein polyatomer Alkohol zu sein.
Das Nitromeconin von A n d e r s o n ist nach B e r t h e lot wahrscheinlich salpetersaures Meconin =C2oH907,N05.
f
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Cyanoforna.
Das Meconin findet sich bekanntlich unter den Zersetzungsproducten des Narcotins, ebenso die Opiansaure
untl Heniipinsaurc. Aber Meconin, Opiansaure und Heiniyinsaure stehen in deniselben Verhaltniss zu einander, wie
Aethylen, Aldehyd und Essigsaure; denn
C4HQ : c 4 H 4 0 2 : C4H404 =
C20Hl008 : C2OHlOOIO : C20HlO012.
Mecoilin
Opiansiiure
Hernipirrsaure
Die Opianslure vereinigt sich in der That wie die
Aldehyde mit schwefliger Saure und bildet mit Leichtigkeit isomere Modificationen.
A 1i z a r i n verhalt sich nicht wie ein Alkohol.
T h y m o l = CzoH1402- gehijrt zu der Gruppe des
Phenols (Phenylalkohols und Phenylsiiure), welche zwischen den echten Alkoholen und den ausgepragten Sauyen eingeschaltet werden muss.
T e r p c n t i n o 1 h y d r a t e . Das Nonohydrat C2011170
und das Tetrahydrat CZOHZW4 liefern keine bestiindigen
Verbindungen mit Sauren. Auch bei Einwirkung von
benzo&aureni Silberoxyd auf das Bichlorhydrat des Terpentinols Czo H 16, H z Cl2 erhalt inaii keine den zusaminengesetzten Aethern entsprechendc Verbindung. Alleiii
die Beziehungen, welche existiren zwischen dern Kohlenwasserstoff CZO H16, dem Bichlorhydrat CZO H 16, H2 C12
und dem Tetrahydrat CzOH16,4 HO, lassen B e r t h e l o t
cias letetere als das Analogon eines ziveiatomigen Alkohols C20H1802, 2 HO ansehen und das Bichlorhydrat alu
dessen bichlorwasserstoffsauren Aether. Die Sauerstoffsalze dieser Aether konnten noch nicht dargestellt werden.
Dcm Kohlenwasserstoff C20 HI6 entspricht aber noch
ein Monochlorhydrat C20H16, HC1 und ein wahrer monatomiger Alkohol C ~ o H l 8 0 2 , das von B e r t h e l o t sogenannte Camphol. Der moleculare Zustand des Kohlenwasserstoffs C20H16 in dem Monochlorhydrat und den1
BichIorhydrat und ihren Abkommlingen ist vollig vorschieden; denn in dem ersteren ist er ohne Rotationsvermogen, in dem letzteren conservirt er daaselbe.
(Fortsetzung folgt.)
Das sogenannte Cyanoform.
Eine dein Chloro-, Bromo- und Jodoforin analoge
C anverbindung C2HCy3 wurfie von B o n n e t in der
F’Lssigkeit vermuthet, welche er durch Destillation voii
essigsaurem Kalk mit gleichviel Berliiierblau oder Cyan-
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