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Neue Apotecker Ordnung zu Bamberg sambt dem Tax Anno 1584 auffgericht. Wappen. Gedruckt zu Bamberg durch Anthonium Horitz

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G . v. Horn, Geschichte dcr Apothcken r a I:amlrcrg.
Nouo
A p o t e c k e r O r d n n n g z u Barnberg
sambt dem Tax Anno 1584 auffgericht.
(Wappen).
Gedruckt zu Bamberg durch
Anthonium Horitz.
Anno bl.D.LXXXIII1.
TVir Ernst von GotteR gnaden Bischof zu Bamberg, Nach
dem ein zeit lang her von den Inwonern vnser Stadt Bamberg,
Geistlichen und Welttlichen, auch andcrer vff dem Lande,
die jhe zii zeiten, Artznep in den Apotecken inn ermeltter
vnser Stadt Bamberg, zu holen vnd kaufen pflegen, offtermals klag vorkommen, das joen mchr denn eins, unkrefftige,
altte, vcrlegene materialien vnd stuck, vor frisch, krefftig
vnnd gut verkaufft, daraus deii erfolget, das den Krancken
allein nicht geholffcn, Hondern auch der auffgcwante vncosten
vergebens gewesen, das auch die Apotecker Rolche Artzneyen,
in so hohen Tax vnd werdt verkaufft, das den Armen nottiirfftigcn, auss mangel begcrtte hulff vnd Artzneyen zu
bekomrnen schwerlich, da doch jnn alle weg dieselben 8011ten bedacht werden.
So haben wir derwegen auss sonderlichor neygung und
lieb, so wir zu unseren vnterthanen vnd verwandten gnediglich tragen, solchem mangel stadtlich zu begcgnen, mit Raht
wissen und willen Der Ehrwirdigen und Wirdigen, Dechant
vnd Capitels vnseres Thumbstiffts zu Bamberg, nicht allein
Visitation, sondern aiich Tax vnnd Ordnung, uber die vorigen von vnseren Vorfarern, Christlicher loblicher gedachtnus,
gesatzt , jtzigcr zeit nachfolgende verliechen vnnd vorgenommen.
Erstlich setzen, ordncn vnd wollen wir, das vnscre Apotecker allhier zu Barnberg, h’eue Apoteckerpflicht thun, nicht
0.v. Horu, Geechichte der Apotheken zu Barnberg.
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allein itzunder, sondern alle Jar, oder inn zweyen jaren einmal, so offt wir es vor ein notturfft achten, darmit sie desto
besser inn officio bleyben, vnd jren sachen fleissiger nachgehen mogen.
Sie sollen auch die Apotecker Gesellen, so offt sie derer
einen annemen, ynn Hof bringen, darmit derselbe unsercm
Hoffmeister , oder wenn wir jederzeit darzu verordnen werden, das Juramentum fidelitatis leiste. So auch der Apotecker einer, ihrer Gesellen einen, inn solchem recht zu thun
verhindert, oder einredete , sol der Gesell, schuldig sein,
solches vnsern bestellten Medicis anzuzeigen vnd zu vermelden, welches denn den Apotecker Gesellen In specie 8011
vermeldet werden.
Zum andern, setzen und wollen wir, das die Apotecker
mit allem Fleiss, die Wurtzeln, Kreiiter, Blumen, Samen,
alhier oder anders wo wachsendt, nicht allein zu rechter
zeit, wenn sie am krefftigsten sein, einkauffen vnnd samlen,
Sondern auch inn saubere, reine gefess fassen, an gebiirlichen
ortten aufftrucknen vnd bereitten, jnn reinen gefesen verwaren, an ordentliche ortter richtig setzen vnnd ordnen, Auch
was dieser ort nicht zu bekommen, zu Franckfurtt, Nurnberg, oder andern ortten mit fleyss einkauffen.
3) Sollen sie alle die stiick, so jnn der Visitation verworffen, getreulich hinwegk thun, auch die Composita R O
seltten gebraucht, auch dessen xegen alt worden, onn vorvorwimen der Doctoren, nicht vffs neue zu richten, vbrigen
vnkosten zu verhutten.
4) Die Apotecker sollen hinfurter , keinen purgierende
Composition, auch sonsten keine , die man magnas nennet,
dergleichen auch keine species vermengen , one bey sein
zum wenigsten eines Doctoris, der denn seinen Namen, Desgleichen der Apotecker selbst, neben dem Gesellen, jnn die
buchsen verzeichnen sollen, auch vff welchen tag solches
geschehen, samt dem Tara, vnd bey den pflichten darmit sie
vns zugethan, jnen zum vortheil solche zettel nicht verjungen
oder verneuern.
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G . v. Horn, Geschichte der Apotheken zu Bamberg.
5) Vnnd darmit hierinnen einiger betrug nicht moge gebraucht werden, ordnen vnd wollen wir, das ein jedcr Apot e c h cin Register zit richte, darinnen teglich und jederzcit,
ein jedes Cornpositum , so in der Apotecken gebrauchlich,
vff welchen tag es bcreittet, wcr darbey gewesen, wie viel
es gewogen, sarnbt dem Tara auffgczeichnet werde, darmit
wenn dcr zettel von dern gefescn abfiele, man sicli der zeit,
vnd wie altt die Composition, erkundigen muge.
6) Da auch decoctiones oder andere medicarnenta, von
den Doctoribus verordnet worden, wollen wir, das bey den
Armen, so woll als bey den lieichen, der Apotecker, so viel
nniglich, selbsten darbey sey, vnd den Dienern allein dariiber
nicht vcrtrauen , darmit menniglichcn rccht geschehe.
7) Die Artzneyen. von den Doctoribus, den hiewonenden
oder frembden verordnet, auch sonsten von den Wundtartzten gefordert, sollen vom Sontag an die gantze wochcn, biss
vff den Sambstag vmb Vesperzeit, vmb bedencklicher vrsachen wcgen, ordentlich vff dem Tisch inn der Apotecken
liegen bleiben, oder einem jeden Doctori ein besonder Bucli
zugerichtot vnnd gebuuden werden , darein or scine Kecept
schreibc, der Tag wenn es geordnet worden, wem es zugehoret, sambt dem Tax darauf gezeichnet aerden.
8) Inn den speciebus vnnd anderen compositis, sollen
sie nicht zuviel vff ein niltll zurichten, damit dieselben friscli
bleiben, vnnd nicht, do sie allt vnd rerrochen, dem Leib
vnnd dem beutel schedlich sein kiinncn.
9) W i r setzen, ordnen vnnd wollcn auch, das kein Apotecker vor sich selbten, seine Diener, vnnd vie1 wenigcr
sein Weib, vmb vielerlcy ursachen willen, keine purgierende
oder andere Artzney, verordnen oder geben 9011, one der
Doctoren vorwissen. Sondern der Apotecken allein obwartten, jnn bedenckung, daz solches wicder jhre pflicht, so sic
vns geleistet, vnd die Doctorcs keine Artzney zu verkauffen
jnn ihren Heusern haben durll'en. Solches auch zwtschen
den Doctoribus vnd Apoteckern vnwillen vnd vnfreundschaffl
zurichtet.
G . v. Horn, Geschichte der Apothekeu zu BamLerg.
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10) Vnsere Apotecker , sollen den Krancken , keine alltc
Recept, one vorwissen des Doctoris, der zuvor solches geordnet, nicht wieder zu richten, Dieweil oftermals die Kranckheiten sich endern, auch die zeit des Jars vnd altters verendert, allerley nachtheil vnd vnradt daraus erfolget.
11) Darmit sich niemandt vnfleisses belclagen moge,
wollen wir , das an den Festen, Hochzeitten , auch anderen
Freudentagen, cin geschickter Gesell, bey Tag vnd Nacht
jnn der Apotecken bleibe , auch Herr vnd Gesell, nicht
vff einmal one nottwendige vrsachen auss der Apotecken
gehen.
12) Dieweil auch durch vngelerte Apotecker Gesellen,
vnd Lherjungen, 60 der Lateinischen sprach vnerfaren,
gar balt etwas iibersehen kan werden, mit der Krancken
geferlichen schaden, S O gebieten wir , daz hinfuro unsercr
Apotecker keiner einigen Lherknabcn anneme, onn vnserer
geschwornen Doctoren vorwissen, damit ob sie zu solchen
yualificirt, von jnen bericht eingenommen werde.
13) Von wegen gemeines nutzcs, wollen vnd ordnen wir,
bey vermeidung ernstlicher hoher straff, dass alle Barbierer , Bader , Wheeammen, auch andere Weiber , atreifl'ende
Apotecker vnd juden, Dessgleichen alle Landtfaror, Tiriackskremer, so sich biss daher, dess Wasser besehens, Curirens,
Trancksiedens, Purgierens , vnd anderer Artzney eingebena,
mit der Krancken grossen schaden, untcrstanden, Dieweil solches allein den Doctoribus zu stehet , hinfurtter
gentzlich enteussern vnd enthaltten, sic seindt denn zuvor
durch vnsere Medicos genugsam examinirt und zugelassen
worden.
Es sollen auch die Leut, so jhe zu zeit, warthalben zu
dcn Krancken gefordert werden, die Doctores jnn jhrem
Rhatschlegen, die Krancken abzuweysen , vnd ordentlichen
weg der Curation, zu endern, nicht verhindern , dieweil inn
deme den Kranckcn schaden vnd nachtheil, auch d e n Medico bose nachrede erfolget.
14) Wir ordnen und wollen auch, das die Kremer jnn
vnser Statt Bamberg, forthin, bey straff 10 gulden Reinisch,
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G. v. Horn, Geechichte der Apotheken zu Bamberg.
so offt sic das ubertretten, Tiriack, Mitridat, Senetbletter,
Ethabarbaren, Coloquinten , anch andere Purgirende Artzneycn, Lnd was den Apoteckern zustet. Item vermischte
zuckerltiichlein , ausserhalb des Zuckers , vnnd anders was
vff den Tivch gehorig, nicht fey1 haben oder verkauffen sollcn , Hondern sich jhrer hendel beflcissen , vnd bey denselben
gcniigen lassen :
15) Die Landfarer Tiriacks krenier vnd Zanbreclier, sollen aussorhalb offner Jarmerclrt, nicht gelitten werden. Aucli
die Salben kremer jnn vnd ausserhalb der Nessen durch
vnserc geschworne des Barbierer handtwerkks examinirt
werden.
16) Die Frembde, so hsusiercn gehen , mit Oel, wasser,
Aqua vitae, vnnd dergleichen, dieweil offt schaden daraus
erfolget, vnnd sie betrug darinnen gebrauchen, sollen hinfurtter, one sonderliche bewilligung, vnsers Oberschultessen
vnnd Medicorum kein erlaubnuss haben.
17) Das destiliren betrcffent, die weil die Wasser SO inn
bleienen, vnnd kupfferen geschierren gebrent werden) einen
frembden vnlieblichen geschmack bekommen, auch in Leib
zu nemen, allerdings nicht bcquemc , sollen forthin, zum
wasser brennen, so vie1 muglicli , gleserne oder Wallenburgische geschierr gebrauclit werden, oder so man jhe dieeelbell nicht haben kann, die Kupffcren jnwendig fleissig verzinnet sein.
18) Die Apotecker sollen weder durch sich selbst oder
jhre Diener, one vorwissen der Doctorn kein gifft oder artzney so unzeitige lieb verursachen oder Kinder abtreiben
moge, verkauffen oder hinaus geben, vnd do gifft oder dergleichen jmandt hinaus gcgeben wurde , solchw ordentlich,
was, wieviel, wem es verkaufl't, vnnd wer es abgeholt, jnn
ein besonder Buch, welches sie den woclientlich vnseren
Medicis auffweisen sollen , vmb allerley nachrichtung willen,
auffzeichnen.
Letzlich, ordnen und wollen wir ernstlich, das vnsere
Apotecker, alle vnd jde Recept, vnd was sonsten Buss der
G . v. Ilorn, Geschichte d e r Apothekcn au Uambcr#.
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Ayotecken abgeholet wirdt, narh dein Tax vnd wierdigung,
so wir jtziger zeit wrordnet liaben taxiren vnnd rechnen
sollen , darnlit aucli gefcrlichcr wciss nienundt bcschweren.
Vnd damit der Apotecker so woll als die Krancken hierinnen einigen scliaden oder nwhtheil s;ch iiicht zii besorgen
haben , auch etzlichc waren von Nercliten z u Merckten, auti'
vnd abschlagcn sollen vnscrc Apotecker verpflicht r n d schuldig sein, wenn sic von Xiirnberg oder Pranlitiirt liomnien,
den kauffzettel dcr warcn, wic hoch, auch wie vie1 derselben
erkauffet, vnseren geschwornen Jledicis, zii weisen vnd vorznlegen, darniit so endcrong jnn Tax vc)r zu nehnien, solches
init vorwissen der Doctoren geschehe, vnnd niemandt vbcr
(lie billigkeit beschwcret werdc.
Befhelen darimll' ernstlich, bey vermegdung yuserer hohen
straffc , Bas vnsere Apotecker, vor sich jhre Diener , vnnd
zugethane, solche vnsere Ordnung , inn allen puncten vntl
Artickcln, stark, fest vnd vnrierbriichenlich halten. So wir
auch inn erk!indigiing befindan soltten, das vnsere Apoteckcr
vor sich , jhre Diener odcr zugehorigc, solche Ordnung , inn
einem oder mehr puncten, freunntlicher oder geferlicher weis
iibertretten wiirden, gegen cienselben behalten wir vnn3 bevor, solch an Leib oder Got, nach gelegenheit der ubertrettiing, vnnachlcslich zu straffen.
Vnnd ivir Ernst, \roll C;ottcs g11aden zu h i ~ l b e r g ,buhalten vnns vnd vnseren nachkonimen beuor, solchc! Ordiiullg
vnseres gefallens, zu minderen, zu meliren, zu bessern oder
gar abzuthun. Zu vrkunt mit vnserm anhangenderu Secret
versecretirt vnnd gcben jnn vnser Stait Haniberg, am Dinstag den vierlcn Nonatstag Yqtcmbrirj , Kach Christi Ynsers,
lkben IIerrn gebur! f u nftzchen hiindcrl vnd in1 Y i e r i i d
ad1tzigiwien Jare.
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