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Notiz Uber die Eichenmanna von Kurdistan.

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Notie iiber die Eichenmanna iron Kurdistan.
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e d u l i s (Steinpilz), A m a n i t a p h a l l o i d e s (den falschen
Champignon, giftig) und I1 y d n u m r e p a n d u m (essbar).
In dem Gartchen des Gasthauses zu B u r g k , vnn den1
man eine prachtige Aussicht in das kesselformige Thal der
liefunten in schonen Bogen dahin fliessenden Saale geniesst,
fanden wir N i c a n d r a p h y s a l o i d e s verwildert. Tm Walde
an den Thonschieferfelsen bluhten A r a b i s a r e n o s a, C y t i s u s n i g r i c a n s und D i a n t h u s c a e s i u s .
Notiz iiber die Eiehenmanna von Kurdistan.
Von Dr. F. A. F l i i c k i g e r , Prof. in Bern.
Die schone Arbeit des Herrn Prof. L u d w i g uber die
Bestandtheile einiger Mannasorten des Orients *) lasst in
Betreff der Eichenmanna einen Zweifel iibrig. Derselbe fand
nemlich darin gegen 48 pC. Traubenzucker, vie1 Schleim,
wenig Amylum und kein Dextrin. B e r t h e 1o t **) dagegen
hatte eine nordostlich von Xossul dnrch Dr. Gaillardot gesammelte Manna von Kurdistan in Procenten zusammengesetzt
gefunden aus:
Rohrzucker 61,O
Invertzucker 16,5
Dextrin
22,s.
Er giebt iiber die hierbei in Abzug gebrachten Pflaneentheile und das Wasser nichts an und schildert die Manna als
eine ziemlich feste, teigartige, mit Blattstuckchen gemengte
Masse. Der grosse Widerspruch zwischen den Resultaten
zweier so ansgezeichneter Forscher machte mir weitere Belehrung uber diese Manna wiinschenswerth, ganz besonders niit
Rucksicht auf das Dextrin, dessen Verbreitung in der Pflanzenwelt noch keineswegs geniigend untersucht ist.
*) Arehiv der Pharm. 193 (1870) 32.
**) Annales de Chimie et de Physique 67 (1861) 85.
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Notiz uber die fiichc:iimin:~ Y O U ICurtilstan
Icli verdankc msinem Freundc IIerrn Dr. C h r i s t in
Basel eine gute 1870 von Dr. S o c i n a,us Diarbekir mitgebrachte Probe dieser kurdischcn Nnnn;
Sic bildet einc
durch v i d e Blattstiickchen griinliche , etwas weiche Masse,
wclche beim Schaben m i s s wird, auch da und dort briunliche Blattschuppchen erkennen lasst. Ein adstringirender
Beigeschmack ist kaum wahmehmbar, anch knirscht die Nanna
beim Kaucn nicht. Zerreibt man ctwas dersclbcn mit Mandelol, so findet man sie, irn polarisirtcn Lichte betrachtet,
durch und durch krystallinisch , aber nirgends zeigen sich
dcutlich ausgcbildetc Krystallc und cbcn so wcnig Amylumkorner. Bci looo verlor die Xanna, verschicdcncn Stellen
meiner Probe entnommen , 934 pC. Wasser; die getrocknete
Substanz hiaterliess dann bcim Verbrenncn 3,47 pC. Asche,
was Alles, wie ich denke, auf grosse Reinheit derselben deutet.
An Aether giebt die getrocknete, fein zerriebene Manna nur
Spuren von Chlorophyll ab; der sehr gcringe Ruckstand fiirbt
sich mit Eisenchlorid nicht betriichtlich briiunlich.
13 Grm. lufttrockener Manna zog ich ungefiihr 10 ma1
rnit kleincn Mengen hcissen Weingeistcs von 85 Geu-.- Proc.
am. Der getrocknetc Ruckstand wog nnr noch 1,222 Grm.;
durch Weingeist waren :dso nicht weniger als 9 0 , 6 pC. d e r
g a n z e n Masse anfgelhst wordcn. Nach dem Verdnnsten des
W e i n g e i s t e s r c h i c d c n s i c h F l o c l r c n in nnbedentender
i\lenge aus; der mit Wssser vcrdiinntc Ruckstand lieferte
nach den1 Filtrircn und Eindampfen eine gclbliche, nngcnchm
suss schmcckende Fliissigkeit , welche Lackmuspapier nicht
veranderte und auf Zusatz von Eisenchlorid schwach grunlich braun, nicht blau gefarbt wurde. I n Glycerin und Natron gelostes Kupferoxyd wurde schon in der Kiilte sofort
energisch reducirt , in der Siedhitze auch alkalisches Wismuthtartrat.
Nach dem Eindnmpfcn diescr Zuckerlosung hinterblieb
ein Syrup, der auch nach rnonatelangem Htehcn nicht kryqtnllisirte , obwohl der Zncker , wie die mikroskopische Untermchung zeigt, in der Manna selbst wenigstens krystallinischc
Notiz uber die Eichenmnnna von Knr~listaii.
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Structur besitzt. Da seine Aufliisung rcchts rotirt, so haltc
ich dicsen Zuckcr mit Ludwig fiir T r a 11 b e n z 11 c k e r.
Den vom Weingeiste nicht gelosten
Ruckstand, betragend
1,222 Grm., kochte
ich nun niit vie1Wasser aus, trocknete
wieder und fand, dass jetzt noch
1,123 ,, iibrig
geblieben waren. Das Wasser hatte
0,099 Gr.=0,76 pC.
also nur aufgenommen
Dieses Minimum also wiire hochstens als Dextrin anzusprechen, aber ich fand die wbserigc Auflosung zwar wohl
rechtsdrehend, aber, selbst vcrdiinnt, durch neutrales essigsaiires
Blei stark fillbar. Der durch Schwcfelwasserstoff zersetzte
Niederschlag gab einen Schleim, aus wclchem ich vermittelst
Salpetersaure Krystalle von Schleimsiure gewann. Ich hatte
also hier kcineswegs Destrin vor mir, sondern einen Schleim.
I n quantitativer Hinsicht (auch in Betreff des Amylum
und der Gerbsaure, worauf aber kaum Gewicht zu legen ist)
stimmt zwar meine Unterpuchung nicht mit dcrjenigen von
Prof. L u d wig iiberein, wohl aber in dem Hauptpunkte, nemlich in Betreff der A b w e s e n h e i t d e s D e x t r i n s und des
R o h r zu c k e r s. Die gegentheiligen Angaben B e r t h e 1 o t's
werden wohl darin ihren Grund haben, dass eben die von
ihm unter dem gleichen Namen untersuchte 3lanna anderen
Ursprunges war.
Auch fur die gewijhnliche E s c h e n m a n n a, sowohl die
Manna cannellata als fur die gemeine schmierige Manna, hat
B u i g n e t ") durch scharfsinnige Schlussfolgerungen aus dcm
optischen Verhalten einen zwischen 11 bis 24 pC. schwankenden Gehalt an Dextrin nachgewiesen, welches vorher ganzlich iibersehen worden war. B ui g n e t seinerseits iibergeht
dagegen den Schleim , welcher unliugbar auch einen Bestandtheil der officinellen Manna bildet , wie ich schon friiher ")
angegeben habc. Nicht nur schweigt B u i g n e t iibcr diesen
") Journal de Pharm. et do Chim. VIII (1868) 14.
**) Lehrb. der Pharmacognoaie. nerlin 1867. 16.
Arch. d. Phsrm. CC. Bds.
2. Rft.
11
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Notiz Iiher die Eichenmanna van Kurdistan.
Schleim, sondern er hebt auch ") ausdriicklich hervor, dass das
von ihm aus Manna dargestellte Dextrin durch Bleiessig
nicht gefallt werde und durch geeignete Behandlung mit Salpetersaure keine Spur Schleimsaure liefere. Das Drehungsvermogen der Mannaauflosung ware nach dem genannten
Chemiker allein von der Gegenwart des Dextrins abhangig.
Um mich auch iiber diese Angabcn einigermaasscn zu belehren, loste ich 1500 Grm. stengeliger Manna (M. cannellata in
fragmentis) in vie1 Wasser auf und liess durch successive
Abkuhlung und weitere Concentration den Mannit moglichst
auskrystallisiren. So wurde schliesslich ein auch bei Oo noch
flussig bleibender Syrup erhalten, welcher schon mit Bleizuckerauflosung einen Niederschlag gab. Letzterer wurde
gewaschen und mit Schwefelwasserstoff zersetzt. Die nach
dem Verjagen des Schwefelwasserstoffes bleibende Fliissigkeit
drehte in einem 50MM. langen Rohre 3,1° rechts; sie enthielt 12 pC. Schleim in Auflosung. Es giebt also, wie dieser
Versuch zeigt, jedenfalls in der Manna noch einen r e c h t s d r e h e n d e n S c h l e i m , der jedoch nicht in grosser Menge
vorhanden ist. Die Darstellungsweise dieses Korpers sprich t
schon dafiir, dass er wirklich Schleim sei; er lieferte mir
diirch Salpetersaure eine reichliche Menge schon krystallisirter Schleimsaure.
Eine rechtsdrchende Gummiart liabe ich schon vor einiger Zeit (Wiggers -Husemann'scher Jahresbericht 1869. 154)
im Gunimi der F e r o n i a e 1e p h a n t u m nachgewiesen. - In
Betreff jenes rechtsdrehenden Mannaschleimes fie1 mir seine
stark same Reaction auf. A19 ich ihn mit Wcingeist auszog, erhielt ich Xrystalle , welche ich nach ihren Reactionen
fur C i t r o n s i u r e halten muss ; meines Wissens ist dieselbe
bis jetzt in Nanna noch nicht gefunden worden.
Den concentrirten und auf angegebene Weise yon diesem
Schleime und hierauf vom Gchwefelwasserstoff befreiten Mannaauszug concentrirte ich in geliuderter Warme weiter und
") 1.
c.
p. 10.
Notiz iiber die Eichenmanna von Kurdistan.
163
suchte nach B u i g n e t ’ s Verfahren das Dextrin daraus in
reiner Form zu gewinnen. Die Fliissigkeit enthalt aber immer
noch eine kleine Nenge eines vermuthlich gummiartigen Stoffes , welcher durch Bleiessig gefallt werden konnte. Nachdem dieses geschehen und das iiberschiissige Blei durch
Schwefelwasserstoff beseitigt war, ,liess ich die Flussigkeit in
sehr gelinder Warme eindampfen und setzte ihr das doppelte
Volum Weingeist (von ungefahr 85 Gew. Procenten) zu, wodurch das gesuchte Dextrin gefallt werden musste. Es schied
sich in der That eine untere dickliche Schicht aus, welche
ich von dem Weingeist befreite und wiederholt mit heissem
Weingeist auskochte. Die Schicht verminderte sich dadurch
zusehends und zuletzt blieb mir nur wenig einer hellgelblichen zahen Masse zuriick, welche aber selbst nach anhaltendem Austrocknen weich blieb. Ihre Auflosung in wenig
Wasser reducirte jedoch s c h o n i n d e r K a l t e n a c h s e h r
k u r z e r Z e i t die schon erwlhnte G 1y c e r i n - K u p f e r o x y d l o s u n g , was bei einem Controlversuche mit Dextrin
aus Starkemehl nicht der Fall war. Das vermeintliche Dextrin
enthielt daher sehr reichlich Zucker ; aller Wahrscheinlichkeit
nach bestand meine Masse eben nur aus solchem.
Die Manna enthalt, wie ich oben dargethan habe, einen
durch neutrales essigsaures Bleioxyd fallbaren Schleim und eine
Gummiart, welche sich erst durch basisches Bleiacetat niederschlagen lasst. Da letztere nur in hochst geringer Menge
vorhanden ist, so nahm ich einen Theil des nur von jenem
Schleime befreiten Mannaauszuges, verdiinnte ihn und versetzte ihn in Gahrung, welche nur ausserst langsam verlief.
Nachher concentrirte ich die Fliissigkeit und iiberzeugte mich,
dass sie in der Kalte nicht auf Kupferlosung wirkte; sie enthielt also in der That keinen Trauben- oder Fruchtzucker
mehr. W a r Dextrin in derselben zugegen, so musste aber
doch nach dem Kochen eine Reduction des Kupferoxydes
erfolgen. Aber auch dieses fand nicht in recht entschiedener
Weise statt, so dass selbst dieser Versuch mich nicht von
der Anwesenheit des Dextrins iiberzeugen konnte; W a r
wirklich Dextrin vorhanden, so musste es durch kurze Ein-
11 JI.
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Notiz iiber die Eichenmanns von Kurdistan.
wirkung von verdunnter Schwefeldure in einen Zucker fibergefuhrt werden, 'welcher sogleich Kupferoxydul abzuscheiden
vermochte. Dieses aber trat auch nicht ein.
Aus diesen Versuchen ergiebt sich daher hauptsachlich
folgendes :
'1) Hauptbestandtheil der Manna von Kurdistan ist eine
Zuckerart , welche darin krystallisirt enthalten ist. Durch
heissen Weingeist ausgezogen , eingedampft und mit Wasser
wieder aufgenommen , lasst sich dieser Zucker aber nicht
krystallisirt erhalten. Er dreht rechts und reducirt in der
Kalte Glycerin - Kupferoxyd - Natron.
2) Dextrin fehlt dieser Manna.
3) Dagegen enthalt sie Schleim.
4) DaR Verhaltniss zwischen letzterem und dem Zucker
scheint betrachtlich zu schwanken; sehr reine Manna, wie die
mir vorliegende, enthalt uber 90 Yrocent Zucker.
5) Die gewohnliche officinelle Manna cannellata enihalt
einen durch neutrales essigsaures Bleioxyd fallbaren Schleim,
welcher rechts rotirt.
6) Dieselbe liefert in sehr geringer Menge eine zweite,
erst durch Bleiessig fallbare Schleimart.
7) Rohrzucker lasst sich Bus dieser Manna nicht darstellen.
8 ) Die befriedigende Reindarstellung von Dextrin gelang
mir nicht ; immerhin waren gemeine schmierige Mannasorten
in dieser Richtung noch zu priifen.
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