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Notizen Uber die Farben der Alten.

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La?bdemT,
Notizen iiber die Farben der Alten;
von
Dr. X. L a n d e r e r .
Die vielsejtigen Ausgrabungen in und um Athen,
wodurch eine Menge von Statuen, Grab - Monumenten,
Reliefs und Vasen aufgefunden wurden, auf denen sich
noch Spuren von F a r t e n finden, deren Zusamrnensetzung
die Archaologen kennen zu lernen wunschten, machten
auch in mir den Wunvch rege, dieselben zu untersuchen
und theile ich im Folgenden die Resultate meiiier Forschungen den Lesern dieser Zeitschrift mit.
Aus den Farben - Ueberresten auf den Monumenten
des Altei-thums, auf Marmorstatuen, Grab - Monumenten,
auf den Giebeln der Tempel, auf Siiulenschaften und besonders auf den Vasen, die an Schijnheit der Formen
und Feinheit bis jetzt unubertroffen da stehen, auf den
gefarbten Glasern u. s. w. geht hervor, dass die alten
Hellenen verschiedene Farben kannten und benutzten,
Farben, die dem Zahne der Zeit, Tausenden von Jahren
unter dem Einflusse der Atmosphare widerstanden. Die
Farben sind mit einer Festigkeit aufgetragen, dass man
sie kaum mit eisernen Instrumenten dsvon abkratzen
kann. Dieselben sind theils Metal1 theils Erdfarben.
Dass die Hellenen sich auch vegetabilischer Farben bedienten, ist ebenfalls aus den Schriften der Alten zu ersehen, namentlich waren es die hfaler der Ionischen
Schule, die sich brillanter Farben und eines lebhaften
Colorits bedienten, und diese Farben nannte man Colores
JEoridi, wahrend die ersteren C'olores austeri hiessen.
Unter diesen spielten Farben aus den Rosen, der Krappwurzel, die man Erythrodanon nannte, aus den See Conchilien und Purpurschneckeii, der Porphyra der Alten,
aus dem aus Indien gebrachten Drachenblute, j a selbst
aus Indigo, eine Rolle. Dass solche organische Farben
sich nicht halten konnten, ist wohl einzusehen. AUe
diese Farben wurden theils mittelst eines Cements, der
-,
-
fiber die Farben der Alten.
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dem hydraulischen Kalke ahnliche Eigenschaften besass,
auf die Marrnor- Qegenstande aufgetragen, worauf sie erharteten, was mit der Malerei a1 fresco, a tempera der
Qegenwart ubereinzustimmen scheint. Ein anderes und
sehr haufiges .Bidemittel fur Farben waren Wachs- Firnisse, vielleicht ein Punisches Wachs oder nach meinen
Untersuchungen ein Gemenge von Wachs und Mastix in
einem atherischen Oele gelost, vielleicht 01. ,Terebinth.,
das man 01. pissinurn nannte. Werden manche solcher
auf Marmorstatuen befindlichen Farben im Piatinloffelchen bis zur volligen Zersetzung aller organischen Ueberreste erhitzt, so kann man den Geruch des zersetzten
Wacbses oder Harzes noch deutlich wahrnehmen, so dass
iiber den Gehalt von Wachs in den Farben kein Zweifel besteht.
Die Alten unterschieden drei Arten enkaustischer
Malerei:
1. Das blosse Einbrennen von Umrissen auf Elfenbein. 2. Das Auftragen von 'Nachsfarben verschiedener
Art auf Tafeln oder auf Wande mit Griffeln, womit ein
volliges Einschmelzen derselben durch Feuer verbunden
wurde. (Ceris pingere et picturam inurere.) 3. DasBemahlen der Schiffe rnit Yinseln, die in flussiges, mit einer
Art Pech vermischtes Wachs getaucht werden, welches
der Aussenseite der Schiffe nicht nur einen Schmuck,
sondern zugleich auch einen Schutz gegen das Meerwasser verschaffen sollto. (Plinius: Encausta pingendi duo
fuisse genera antiquitus constat, cera et in ebore, cestro
i. e. veruculo, donec classes p i n g coepere.)
Ein anderes Bindemittel der Farben war auch das
Eiweiss und das Gummi arabicum, und diese dienten
namentlich zum Aufkleben des Goldes auf Thon- und
Marmorverzierungen. Die alten Egypter bedienten sich
auch des Gm. Sarcocollae, ob dieses jedoch den Hellenen
zu diesem Zwecke bekannt war, ist nicht zu ermitteln.
Was nun die Farben betrifft, die sich auf den angegebenen Kunst-Monumenten befinden, so habe icb fol-
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Landerer,
gende aufgefunden und untersucht. Ale rothe Farben
kiinstlicher Zinnober, Khnabari von den Alten genannt.
In den Laurischen Silberbergwerken sollen sich Quecksilbererse gefunden haben, aus denen moglicher Weise
das Quecksilber ausgeschieden wurde. Kallias sol1 urn
die 93. Olympiade der erste gewesen sein, welcher kiinstlichen Zinnober darstellte, und Zinnober in reinem Zustande fand sich auf Vasen und auf Verzierungen yon
Saulenschaften. Diesen Zinnober vermischten die Maler
auch mit andern rothlichen Farben, und in einer dem
b m i n oder Krapplack gleichen Farbe auf einem Grabmale fand ich Zinnober dem Rothel beigemischt, urn die
Farbe des letzteren su erhohen. Die Farbe des natiirlichen Zinnobers konnte ich niegends ermitteln.
Eine sehr haufig vorkommende rothliche Farbe ist
die eines thonhaltigen Eisensilicats und die im Alterthuni
so hoch beriihmte Sinopische oder Kappadocische Erde
war eine Art Ocher. Ein Kidias erfand urn die 104te
Olympiade den Ocher in Roth umzuwandeln, wahrscheinlich durch dasBrennen, so dass derselbe eineOchra oder
Rubrics usta zu bereiten verstand.
Eine schiine rothe Farbe, die man MiZtos nannte, wurde
von der Insel Zea ausgefuhrt, und auf einer Marmorplatte findet sich der Tractat zwischen den Athenern und
der Insel Zea iiber die Abgabe und Ausfuhr dieser Farbe.
Da ich auf der Insel Zea im Hsfen Bulkari Klumpen
von Lythargyritis und auch Stucke, die dem Miniurn an
Farbe glichen;fand, so glaube ich, dass diese Farbe das
Minium gewesen sei, denn Minium-Miltos findet sich als
rothe Farbe sehr haufig auf Vasen. Denkt man sich,
dass in den Laurischen Silberbergwerken Silber ausgeschmolzen wurde und sich als Nebenproducte Molybditis,
Lythargyritis und Chysitis fanden, so ist es nicht schwer
zu erkhiren, dass man aus diesen Bleioxyden durch Gluhen das Minium dawustellen erfunden hatte.
An gelben Farben waren die Alten sehr arm und
die aufgefundenen zeigen alle ein schmutziges Gelb. Zu
fiber die Farben der Alten.
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solchen dienten den Alten die Ochra, die sie je nach
dem Gebrauche, urn sie dunkler oder heller darzustellen,
mit Weiss vermischten, und in einer hellgelben isabellgelben Farbe auf einer Vase fand ich in derselben auch
das Psimithion, das Bleiweiss, beigemengt. Eine, gelbe
Farbe, Sil genannt, sol1 aus den Laurischen Silbergwerken gebracht worden sein, so dass zu vermuthen ist,
dass unter dem Namen Sil eine Bleifarbe zu 'verstehen
ist, welcher Art jedoch dieselbe war, ist mi; nicht bekannt ; waahrscheinlich war es ein gelbes Bleioxyd, das
rnit dem Chrysitis der Alten ubereinstimmen durfte.
Als gelbe Farbe diente den Alten auch die Sandaracha .des Aristoteles, und dieser Sandarak ist Auripigmentum. Tm heutigen Griechenland fand sich bis jetzt
dieses Mineral nicht ; unter den aufgefundenen Farben
konnte ich dieselbe nicht entdecken.
Sehr hiiufig fanden sich blaue und, jedoch seltener,
griine Farben nls Verzierungen auf Vasen und Marmorsiiulen. Alle diese blauen und griinen Farben sind Kupferfarben und das schone kostbare Coeruleum wurde aus
Alexandrien gebracht und aus Kupfer, Salpeter und Sand
zusammengeschmolzen. Eine aus Kupferbergwerken gebrachte blaue Farbe, Chrysocolla genannt, diirfte ein natiirliches Kupfergriin oder Kupfer-Malachit gewesen und
theils aus Chalkis oder Cypern gebracht worden sein;
denn wie bekannt existirten in Chalkis grossartige Kupferbergwerke, W O V O ~die Stndt den Namen Chalkis, von
XaAxoc, Kupfer, 'so wie auch aus Cypern das C u p m
gebracht wurde;
Eine kieselsaurehaltige Kupferfarbe
fand sich auf einem Grab-Monumente, das vor kurzer
Zeit auf dem Wege zur heiligen Triada bei Athen aufgefunden wurde. Dieses wahrscheinlich 2 3000 Jahre
im feuchten Erdreiche eingegrabene Monument zeigte an
vielen Stellen eine schane lasurblaue Farbe, welche die
Bewunderung aller Archtologen auf sich zog. Dieses
schone, aus den besten Zeiten der Kunst stammende
Monument wurde auf der Akropolis aufgestellt und der
-
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hderw,
Einwirkung der Atmosphtirilien ausgesetzt. Nach einigen
Wochen verbleichte das BIau und veranderte sich in
Griin, welche Farbe dasselbe jetzt zeigt. Die kupferund wasserhaltige blaue Farbe verlor i h r Hydrat und
verwandelte sich 60 in ein wasserloses Kupfergriin. Auch
in andern blauen und grunen Farben konnte als farbender Bestandtheil Kupferoxyd aufgefunden werden.
Zu den weissen und schwarzen Farben wurde theils
vegetabilische, theils animalische Kohle verwendet, was
aus den Worten Elephantinon und Tryginon &!elan hervorgeht. Das letztere wur de aus verbrannten Pflanzen,
das erstere aus verbranntem EIfenbein bereitet, und dieses Ietzteren bediente sich Apelles, urn den Bildern einen
angenehmen Schatten, Atramenturn tenue genannt, zu ertheilen. Asphalt in 01. pissinurn aufgelost und auf Theevasen aufgetragen und eingebrannt, gab den schonen
schwarzen Firniss auf den Vasen.
Zu weissen Farben dienten zwei in ihrer Zusammensetzung verschiedene Farben. Die Hauptfarbe war
die Mylische Erde, ein kieselhaltiger Thon von der Insel
Mylos oder Melas, Mylias genannt. Diese Farbe diente
fur sich im reinen Zustande und zum Verdiinnen von
andern Farben; seltener wurde dns Bleiweiss Psimithion,
angewandt, das ich sehr haufig auf Vasen gefunden habe.
Dasselbe wurde ausserdem in Stangen- und Plettenform
gegossen und diente a18 Schminke; als solche findet man
es in den Grabern der Frauen. Interessant war es mir,
das Bleiweiss in Form einer verharteten Salbe wahracheinlich in einer Balsambuchse, Myrotheka, zu finden,
in einem Grabe, das vielleicht einem Arzte angehort
haben durfte, indem sich in demselben auch ein Spate1
und einige andere chirurgische Instrumente aus Kupfer
befanden.
Da sich auf verschiedenen Statuen auch vergoldete
Zierathen fanden, SO fiige ich noch einige Worte iiber
die Vergoldung bei. Die nach der Samischen Schule
herrschende Weise der Verfertigung von Statuen durch
Ubep Magnesit am Etcbaa.
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H#mmern blieb auch spater bei Gold und Silber die
gewbhnliche, doch sagten Statuen aus edlen Metallen
mehr dem asiatischen als dem griechischen Geschmacke
zu. Auch die Vergoldung wurde erst dann bekannt, ale
man dem Erze durch Mischung eine schone Farbe zu
geben gelernt hatte. Der goldenen, theils gegossenen,
theils durch Hammern verfertigten Statuen gab es in
Hellas eine hlenge. Das Korinthische Erz wurde vergoldet und die Vergoldung in starken Bbttern mittelst
Quecksilber oder nach Plutarch mit Hulfe von Reiben
aufgesetzt. Auf Marmor- und Thonvasen wurden die
Goldblatter mittelst Eiweiss aufgeklebt.
Notiz iiber Magnesit aus EubSa;
von
D e m s el b en.
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Dieses Mineral, dns sich in ausgedehnten Lagern auf
der Insel Euboa findet und von dem in neuerer Zeit
wiederum Lager, die im Serpentinfels vorkommen, aufgefunden wurden, habe ich vor einiger Zeit erwahnt.
Dieser Magnesit wurde fur Porcellanthon angesehen und
zur Bereitung von Thonwaaren nach England ausgefuhrt.
Da man nun sah, dass dieses Mineral Magnesit sei, so
kam man auf die Idee, dasselbe in England zur Bereitung von Magnesiasalzen zu verwenden, und alle i m Handel vorkommenden Magnesiasalze sollen jetzt in England
fiir die ganze Welt aus dem Magnesit von Euboa bereitet werden, der sehr rein ist. Jedes Jahr gehen Tausende von Centnern enthaltende Schiffsladungen davon
nach England, wo sich in verschiedenen St5dten solche
Fabriken befinden. Die Zersetzung geschieht durch concentrirte Schwefelsaure in kolossalen bleiernen Gefassen.
Da man die Bemerkung gemacht hat, dass das sich entwickelnde kohlensaure Gas sehr rein und vollkommen
geruchlos ist, so hat man angefangen, dasaelbe zur Be-
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