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Pharmaceutische Chemie von F. A. FlUckiger. 2te neubearbeitete Auflage. II Theile. 8╨Т┬░. 632 u. 667 S. Berlin 1888 R. Gaertner's Verlag H. Heyfelder

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Bucherschau.
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C. Bficherschau.
Pharmaoeutisohe Chemie vou F. A. F l u c k i g e r. 2 te neubearbeitete
Auflage. 11 Theile. 8 0 . 63’2 u. 667 S. Berlin 1888, R. Gaertner’s Verlag
(H. Hcyfelder).
Es war ein freudiges Ereigniss der pharmaceutischen Literatur, als vor
ungefahr 4 Jahren aus den Elinden eines Autors , dessen hohe Verdienste um
die wissenschaftliche Forderung der Pharmacie weit uber das deutsche Sprachgebiet hinaus allgemeiu anerkannt sind, die erste Auflage dieses Werkes
hervorging , ein Versuch , die arzneilich verwendeten chemischen Praparate
der Pharmakopoen sowie auderweitige in engster Beziehung zur Pharmacie
stehende Stoft’e in pharmaceutisch - chemischer, monographischer Behandlung
darzulegen. Diese ,,pharmacentische Chemie u im eigentlichen und engen
Sinne des Wortes fusst, wie schon dem Vorworte beider Auflagen zu entnehmen ist, auf der Ansicht, dass der Pharmaceut zunachst durch einen
grundlichen theoretischen Unterricht in die allgemeine Chemie einzufuhreu,
iiberdies aber in speciellerer Weise mit dem chemischen Theile der materia
medica vertrant zu niachen sei. In der That, welcher Meinung man auch
uber die eventuelle Einbeziehung der pharmaceutischen Chemie in den Rahmen der aligemeinen Chemie huldigeu moge, so wird immer wieder die
Nothwendigkeit zugestanden werden mussen, sowohl bei der praktischen wie
bei der theoretischeu Ausbildung des Apothekers eine moglicbst tiefgehende
und allseitige Kenntniss derjenigen chemischen Stofle anzustreben , deren
Verarbeitung , Priifung und z. Th. auch Darstellung eineu erheblichen Theil
der pharmaceutischen Berufsthatigkeit darstellt. Bedenkt man dabei , dass
sowohl Vorlesungen als auch Lehrbucher uber allgerneine Chemie in Folge
der immer grosseren Anhaufung des Materials und der allgemein - wissenschaftlichen Behandlung desselben die chemischen Areneistoffe weder in der
Vollstandigkeit , noch nach den specifischen Richtungen erortern konnen,
welehc das pharmaceutisehe Fachstudium erheischt, so wird man nicht umhin konnen , der pharmaceutischen Chemie eine gewisse Selbststandigkeit zu
vindiciren, welche sich naturgemass in vie1 hoherem Grade bei der Yharmakognosie eingestellt hat, die wahrend lbgerer Zeit theils von der pharmaceutischen Rotanik, theils von der pharmaceutischen Chemie absorbirt wurde.
Weit besser aber, als durch weitere kritische Erorterungen, wird der Werth
eiuer nionographischen Specialbehandlung der Objecte der pharmaceutischen
Chemie durch einen Einblick in diese 2. Auflage des Werkes von Fluckiger klargelegt. In noch hoherem Grade, als bei dem ersten Erscheinen des Buches
macht sich bei geuauerer Durchsicht beliebiger Kapitel die Ueberzeugung geltend, dass dasselbe voll nnd ganz vom Standpunkte des erfahrenen Lehrers
der Pharmacie fur die wissenschaftlichen Bediirfnisse des Apothekers geschrieben ist uud letzterem gerade dasjenige bietet , was in den Lehrbuchern
der Chemie als zu specie11 fachlich weggelassen oder nur kurz beriihrt werden muss.
Wie schon in der ersten Auflage wird bei den einzelnen Artikeln in
gedrangt - ubersichtlicher Form zunachst Vorkommen und Bildung der Substanz besprochen, im Anschlusse daran in eingehender Weise, wenn auch
in durchaus compendioser Form, die Darstelluug erortert und hierauf eine
eben so grundliche als instructive Beschreibung der fur den Pharmaceuteu
besonders wissenswerthen Eigenschaften gegeben ; daran reiht sich eine sehr
sorgfiiltige Zusammenstellung der fur jeden Stoff vorzusehenden Prufungen
auf chemische Reinheit oder Gehalt an wirksamer Substanz uud den Schluss
bildet eine je nach dem Gegenstande mehr oder weniger ausfiihrliche, meist
jedoch nur Burzgehsste Uebersicht der historischen Momente , deren hochst
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Biicherschau.
zuverlissige , weil auf eigeneni Quellenstudium beruhende Darlegung eine
wohlbekannte , classische Specialitiit sowohl der ,,pharmaceutischen Chemie",
wie namentlich der ,,Pharmakognosie 'c des Verfassers bildet und schon fur
sich allein dem Buche besondcren, originalon Werth verleiht. I n eben so
hohem Maasse gilt dies iibrigens auch von dem Abschnitte ,,Eigenschaften",
in welchem, an der Eland eigener Untersuchungen und Beobachtungen neben
bereits Bekanntem eine Fiille interessanter Thatsachen niedergelegt ist , welche
in der iibrigen Literatur fur Chemie und Pharmacie, so vortreftliche Werke
dieselbe auch aufweist , vergebens gesucht wiirden. Manche der so mitgetheilten Erfahrungen besitzen auch vom Gesichtspunkte der allgemeinen
Chemie aus ein nicht geringes Interesse und zeigen zudem fur Jeden, der
sehen will, in augenfalligster Weise, wie sehr auch jetzt noch die Pharmacie , vermoge ihrer intensiven Beschaft,igung mit zahlreichen einzelnen chemischen Substanzeii , dazu berufen ist, ihre langst miindig gewordene Tochter , die Chemie, durch die Ergebaisse gewissenhafter Beobachtung und
Priifung zu fordern, wenu nnr der wissenschaftlich gebildete Pharmaceut
sich der Traditionen und Bestrebungen des Faches bewusst bleibt !
Wie bei einer Neubearbeitung des Buches durch dessen rastlos thatigen
dutor zu erwarten stand, bietet dieselbe gegenuber der ersten, vergriffenen
huflage mehrfache Vorziige dar. Abgesehen von dem iibersichtlicheren Charakter der neuen Eintlieilung , welche die Elemente und die anorganischen
Verbindungen in einem ersten Theile (Band I) vereinigt , die sammtlichen
Kohlenstoff -Verbindungen dagegen dem zweiten Theile (Hand 11), mit den
zwei Hauptabschnitten der nichtaromatischen Verbindungen und der aromatischen Substanzen, zugewiesen hat, ist insbesondere der erheblichen Textvermehrung zu gedenken, welche die erste Auflage mit ca. 900 Seiten auf
ca. 1300 Seiten erweitert hat. Dieser Zuwachs, welcher iibrigens dem handlichen Charakter des Buches keinen Eintrag thut, erklart sich einerseits
durch Einschaltung einer grossern Anzahl neuer Materien , zumal der antipyretischen Praparate, sowie mancher Stoffe aus der Gruppe der Alkaloide,
der Anaesthetica u. s. w., andrerseits durch Beibringung zahlreicher geschichtlicher Andeutungen und durch Vermehrung der schon oben signahsirten
neuen Beobachtungen uber einzelne Stoffe , unter denen wir hier beispielsweise die theoretisch bedeutsamen Versuche uber Jod, Chlorammonium,
Quecksilbersalze und Eisensalze etc. anfiihren zu sollen glaubten. Ausserdem
crhohen vielfache Beiziehungen der technischen Darstellungsmethoden wichtiger Stoffe des chemischen Grossbetriebes den Werth dieser 2. Auflage und
diirften um so dankbarer anerkannt werden, als es bekanntlich dem Apotheker unserer Tage nicht selten an naherer Einsicht in wichtige Kapitel der
technischen Chemie gebricht. Dass auch jetzt einige Kapitel iiber Stoffe,
welche nach dem gegenwartigen Stand der Dinge ihre Stelle riehtiger in
einem chemischen , als pharmakognostischen Lehrbuche finden miissen, wie
z. €3. die atherischen Oele, 1;ette und Wachsarten, Kohlenhydrate u. A. m.
wieder aufgenommen und zugleich erginzt worden sind, wird zweifellos allgemeine Billigung finden; so auch die Beibehaltung der als Anhang beigel'iigten kurzen biographischen Notizen iiber die in den historischen Beigaben
nngemerkten Pharmaceuten, Mediciner und Chemiker und endlich die Zugabe
oiner revidirten Atomgewichts - Tabelle , welche bci stochiometrischen Berechiiungen, wie sie sich bei Benutzung des Buches einstellen mussen, willkommen sein wird.
Die Ausstattung des Werkes, dessen zwei stattliche Bandchen ein etwas
grosseres und daniit auch gefalligeres Format angenommen haben, ist eine
tadellose und der Satz von hochst sanberer, iibersichtlicher Beschaffenheit.
Wenn vielleicht in den Titeln der einzelnen Artikel, welche jeweilen die
deutsche und lateinische Hauptbezeichnung enthalten, etwelche Beriicksichtigung alterer Synonyme , welche iibrigens vielfach in den geschichtlichen
Andeutungen vorkommen, wiinschenswerth gewesen wSire , so ist dafiir die
grosse Vollstandigkeit des Sachregisters lobend zu erwahnen , und ausser-
Biicherschau.
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dem zu constatiren, dass verschiedene etwas stijrende Errata der 1. Auflage
vollkommen verschwunden sind.
So darf denn dieser pharmaceutischen Chemie als einem ,,pharmaceutischen Schatzkastlein " die beste Aufnahme in unseren Fachkreisen gewunscht und vohl auch zugesichert werdcn. Das Buch mird Jedem reichen
Lohn bringen, der die Muhe auf sich nimmt , sich dessen Inhalt anzueignen !
December 1887.
E d . Schiir.
Tasehen-Kalender fur den Deutschen Pliarmaoeuten auf das Jahr
1888, von Dr. O t t o L i n d e , Apotheker. 111. Jahrgang. Neudamm, Verlag
von J. Neumann.
Kalendarium un& anschhessendes Tagebuch nehmen t5e ersten 128 S. in
Anspruch, sodass zwischen den einzelnen Tagen hinreichend Raum fur allerhand Notizen, hinter jedem Tage ist in Klammern die Zahl der im laufenden Jahre bereits zuruckgelegten und der noch ausstehendcn Tage angegeben,
eine Neueruug , die bei Zins - und anderen Bercchnungen nicht unwesentlich.
S. 128 - 160 sind bestinimt fur Eintragung von irgend benierkenswerthen
Tagen, Terminen etc., von Einnahmen und Ausgaben, Adressen u. s. w. Dic
folgenden 40 S. enthalteu Alles, mas zur schnellen Orientirung in der Praxis
fur den Pharmaceuten wissenswerth, Auskunft auf Fragen, die zum ofteren
an ihn herantreten, als da sind: ,,Gifte und Gegengifte, Maximaldosen, bei
denen auch z. Th. die neu eingefuhrten Heilmittel beriicksichtigt sind, Tropfentabolle, Kalteniischungen, Saturationstabellen der Alkalicarbonate und der SauTen, Laslichkeitstabelle, Atomgewichto der wvichtigereo Elemente, Berechnnngen des specif. Gewichts etc.LLFur die Receptur finden sich S. 184 - 195
Angaben bezuglich der Pflastermengen und des J?lacheninhalts, der auf Recepten vorkommenden Abkurzungen, der Ergsnzungen beim Taxiren derselbent dergl. uber Maasse , Gewichte und Munzeu der Yerschiedenen Lander
und eine Hinweisung auf verschiedene gefahrliehe Arzneimischungen. S. 198
bis 200 enthalten den Gebuhrontarif fur Telegramme und die Portotaxe fur
Briefe und Sendungen. Hieran schliessen sich die Reichsverordnungen, betreffend die Priifung der Apothekergehilfen und der Apotheker , Verzeichnisse der Dispensiranstdten , der Vorlesungen fur Pharmaceuten auf den
deutschen Universitaten und Hochschulen, ferner die Statuten und das Mitgliederverzeichniss des deutschen Pharmacouten - Vereins. Den Sehluss bildet das Reglement des Stellenvermittlungs - Bureaus. Format, Druck und
Papier des Kalenders befriedigen vollstandig und soniit kann er den conditionirenden Pharmaceuten, fur die er ja vorzugsweise bestimmt , angelegentlich enipfohlen werden.
Jena.
Bertvam.
Tabellen zum Gebraucli bei mikroskopisehen Arbeiten, zusammengestellt von W. B e h r e n s . Braunschweig, H. Bruhn. Preis Mk. 2,40.
Die kleine Brochure enthalt Tabellen iiber die meisten fur den Mikroskopiker wichtigen Werthe, Reagentien etc. und wird vielen unserer Facligenossen, welche nicht im Besitz der neuesten Fachzeitschriften sind, ebenso
willkommen a1s riothwendig sein.
Der Verfasser hat sich durch sein Hilfsbucli zur Ausfuhrung mikroskopischer Untersuchungen in Botaniker - Reihen einen guten Ruf erworben, so
dass sein Name etwas Gutes verburgt.
Fur eine zweite Auflage bemerke, dass Seite 31 ein Druckfehler durch
Umsetzung der beiden letzten Colonnen entstanden ist , und dass die Tinctionsmittel vielleicht in etwas erweiterter Form zu behandeln waren.
Marpnbann.
G ro ss n e u h a u s en.
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