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Principal und GehUlfe Sonst und Jetzt.

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Vereinszeitung.
Sollte nber die Sanitltsgesetzgebung durch Anfrechterhaltung des
anfangs erwihnten Erlasses letatere Conkrole in der Art, wie sie bei
~llopatliischenh e r z k n bisher Vorschrift war, fiir iiberfliissig erachtcn,
so folgt notliwendiger Weise im Sinne dcr Gleicliberechtigung aller
Aerzte, dass diu Erlaubniss des Selbstdispensirens auch auf die Nichthomtjopathcn ausgedehnt werde, und zwar, wenn es iiliiglich erscheint,
unter alinlichen hlodalititen, \vie hei den hoiiiciopnthischen Aerzten.
(Oest. Zeitschr. f . Phnma. 1850. No. 2.)
4) Principal und Gehiilfe, Sotist und Jetzt.
So oft ich das Archiv der Pharmacie, rlas l3 11 chn er'schc Repertorium in die lllnde beltomme, so oft lese ich Klagen der Principale
iiber die Cehiilfcn, Klagen der Gehiilfen iiber die I'rincipale und eine
Blenge Palliativrnillel dagrgen, iiber zu geringe Besoldung, iiher dio
Zultunfb der unveriuijgenden Gehiilfen u. s. w. Sonst, d. h. vor einigen
und dreissig Jahren, als icli noch dem Gehiilfenstande angehtjrte, inich
auch fur meinen Stand interessirtc und fur denselben inich iiuszubiltlen
heniiiht war, bei geringem Gelialt die Lehrinittel niir beschaflen niusste,
mit meiner Ziilrunft es noch sehr precair stand, da h t j r t c man yon
solchen Klageii nichts und doch waren gegeii die Jetztxeit die Anforderungen der l'rincipale uui vieles grijsscr, da war niclrt die n e d e
von so und soviel Ausgehetagen, wie sit? jetzt sclron hri den Engagemeuts in A n r e w n g gebraclit werden, da hiess rs alle 24 'l'age eiu
Sonntag, elle 11 Tagu ein Naclruiittap am n'ochentage, gewiihniich
Montags. und damit Punctum, ltauni getrante niau sich ein lralbes Stirnd-.
chen des Abends fortzuscbliipfen, und das niusste ganz in aller Stilltt
geschehen, naclrdem das Feld recognoscirl w a r ; es gab 60 Ttlir. Ge-.
halt und 5 Thlr. Weihnachten, in griisseren Geschiiftt~n SO 7hlr. rrntl
10 Thlr , trotzdem dass dainals die Belcleiduogs,negensl6nrie untl d i n
Arbeiter derselhen bedeutend theurer waren, als jetzt lteine weitere
Aufmerltsamlteit wie sie jetzt den Geliiilfen geschenltt wird, der Principal und seine Familie fiihrte, sogar an derselben Tafel, an welcher
d e r Gehulfe sass, einen bessern l'isch; Getranlte wurden, aosser den1
wenigen diinnrn Harm oder Thee am Morgen, nicht verabreicht.
Wenn auch dann und wann im Gehiilfenltreise dariiber lrleine Raisonnements statt fanden, SO w a r von einer Oeffentlichlteit nicht die Rede,
der nndere Tag fand uns wieder rnit Arbeitsfreudiglreit ausgeriistet,
hinter dem Receptirtische oder i m Labortoriurn, es w a r vergessen und
doch waren wir nicht Kopfhanger oder leere Iiiipfe, ich sehe noch
jelzt au8 diesern Kreise hochgeachtete Apothelter, Professoren an Universitaten und Aerzte von Ruf hervorgegangen, die diese Lebensschule
durchgemacht haben und sich gewiss noch freudigst der damaligen
Verhlltnisse, mochten sie sein wie sie wollten, erinnern, die darnals
bei den wenigen literarischen Miilfsrnitteln und der seltenen pharntaceutischen Journalistik aus sich selbst und rnit eisernem Fleisse schopften, da sie mit, geringer Aurnahrne von ihren Principalen gar nicht in
dieser Beziehung oich unterstiitzt sahen; Apparatr, so wie man sic
jetzt in kleinen Ceschaften findet, sah man lcaurn in den grdssesten,
und nur hier und da wurde ein oder der andere Apparat als eina
das Auge ergbtzendo Seltenheit gezeigt. Was Literatur betraf, s o
Vereinszeztung.
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waren h8chsten;i TI a 11 n c m a n n’s Apothelterlcxicon, J u ell’s PliarinaltoD o r Efn r t 11 und II agen’s Apothelierbucli zu finden, das T r o m m sd o r I‘f’sche Journal mit scinen Ancediitchen und d a s nlle Jahre nur
‘eininal erscheinende Berliner Jalirbucli in Duodez. Weit leicliter ItonnLen danials die I’rincipale tlas geistigc und Icibliche Wohl ihrer GeIiulfen l‘tjrdern helfen als jctzt ; ciiiirral wiir dcr 6csch~ftsurnsatzgrosser,
der Gewinn becleutender, die Anepruclie des l’ublicnms iind des Staats
geringer iind d i i s Anlagecapital Iiiiuni cin Vic~theilso h o c h als jetzt.
])as Gchalt der Gchiilfen wurde riiclit erliiiht, lieiner gab zu oiner
IJoterstiitzongcnsse fiir ausgediente Gehiill‘cn etwas her, ltein Mittel
eur IJiirtlerung geistigcr Rrstrebungen w a r vorhanden ; wie is[ das
jetzt anders geworden, selbst der m i t Sorgen um das tiigliclic Brod
I i h p f e n d c , von grosser Schuldenlast niedergedriicltte. rlrit zalilrciclier
Familie beschcnl~te A~~o~lielcciibesitzer
suclit cs miiglicli zn niachen,
sein Scherflein zu allen diesem beizutragen, nicht leicht wird ihm das
Gehalt des Gellullen urit 100 nncl 120 ‘Yhlr. z n beschalYcn und doch
lilagt der Gehiilfe iiber die Geringfiigigkeit seines Gehalls, der noch
einmal so hoch a!s sonst ist, er Bhgt iiber die Anfortlerung, die ihm
geslellt, iibcr die bellstigende hrheit, iiber die wenige I’reibcit., iiber
die iit’tere eiichtliche Stijrung, oh ! ineine jnnccn Frennde, ltommen Sic
nur erst a n d;is Ziel, ein eigencs Gcschiift zu besitzen, Principal 7,n
scin, erreiclien Sic es und wie oft werden Sic und w i c oft 1i;ibc ich
niit vielen irieincr Collegen das glticlilicherr, sorgenfreie Loos d e r
Gehiillen zurucltwunschen. I)cr Stand tles Principals h a t eine gliineentle Aussenseite, aber nuch weitcr nichts, i n d e r lileinen nnd Blittclstadt ist er o l t d e r einzigc, d e r eine intellcctuelle Bildung lint, darum
wird er gesucht, um Hatli Lefrngt, h a t Einfluss auf stldtischc Verwaltung u. s w . ; diis sieht der Gehiilfe, aber die h;iuslichen Sorpen, die
Jeder, den sie driiclien, zu vcrdccken untl zu verbergen sucht, die
sind ilini ancli verborgen. Des Gehiillen llauptklage ist inimer die
geriuge Gesoldung, er vergleicht die Grlialte d e r Ilandlungseominis
d. 11. solcher Conunis, wclche Coniloirarbeilcn verrichtea, Coinniis YOyagcurs, diesc: hnberi freilirli cine Icic.lile nngenc31ime Arbeit bei 2, 3,
4 - 500 ‘Jlilr. Gelialt ; von diescn iniissen ahcr nnch &liethe und
Reltiistigung tiestrillen werdcn, welches allcs der Celiiilfe v o n seinem
Principal bezieht, liostet das nichts? Aber w i e viele sitzen anch ohne
(ielialt, fragt iiur darnach, fragt bei den Banquiers nur nach, J a h r e
vergehen, ehe dicae Conlnlis ins Gchalt eintreten. Weniger Gehalt als
tliese liabcn die Coinniis, we1t:hc in offenen Geschiiften th;itig sind.
Diese sind anch wieder i n 2 Classen zn theilen, in Ausschnitter und
hlaterialisten ; h a t der crstrro ein griisserei Gehalt bei minder beschwerlicher hrbeit aIs der letzter?, so muss er auch vie1 aulclegante
lileidung verwentlon. Das Fncit bei Iieiden wird gleich Eein, tlcr Ausschnitter wirtl mit seinen 150
200 Thlr. kaum SO weit reiclicn, als
der &laterialist niit seinen 70-80 Tlilr. ; niit 9 00 ‘Mr. n a n n k i’r schon
eine gutc S t c l l c ; w a s list der fiir beschwerliche Arbeit, niit welcher
A r t yon Lcutrn muss er verkehrcn, yon fruh 5 Ulir bis h b e n d s I 0 U h r
steht er zu j c d w Jalireszcit bei oifcucn Thiiren des Geschifts wiirtcnd,
lteinc warme: Stnbe niniint ihn aul; seltrn bleibt ihm Zeit e t w a s zu
lesen and zn seinrr FortbildunE etwas tliun zu ltiinnen; d a sehet hin,
meine Freunde, (la ist euer Loos ein beneidenswerthes zu nennen.
Das Gehiilfengehalt ist in der That nicht zu gering, I 0 0 Thlr. ist wohl
jetzt der geringste Satz; ich lienne Stellen, die 200 Thlr. eintragen,
und doch ist d e r Empllnger unzufrieden, er slimmt in die Klagen des
poe,
-
25 %.
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Vereinszeilung.
'rages mil ein; W R s~i n d tlas a h e r fiir Gehiilfen'! fa~ile, pulzsiichlige,
vergniiyungssiichtige, niit ihrcr Lnge untl !nit ihrcr 7.0 erwarlenden
Zukirnl't unzulriedrne Jiinglinge; ihr Verhlltniss srlirn rie als eine Lost,
81s eine I-ngunst des Schicksals a n ; das Gehalt, das gcringe, i s t schuld,
ohne tlnss m:in bedcnlrt, wie siiui:r es dein Principal wird, das Gehnlt
xu erschwingen ; nian denlre nnr an die V(srh;dlinisse cines Apoihelters
mit 2 - 2500'1'hlr. Umsatz unrl eincr Schuldenlwt y o n 1 5 - 160OO'Fhlr.
I)as Gehalt, welchcs der l i a u f t ~ l i i n n den Cointoiristen gicb!, l i n i i r ~ selbst
der Uesitzer des griissesten A~~ollrelti~ngescli;iTls
nicht gelwn. \\'elche
Bildung ein Cehiilfe liahen IIIUSS, wissen wir; eine besondere wissensclrnftliche Rildung d a d aber auch den Cointoiristen nicht abgchen,
mehre Sprnchen wcrden gcforilcrt u n d iuiissig darf er die Zeit nicht
voriibergehen lassen. lJer l i a u h a n n ltann nun eininal seinen Conrmis
ein hedeutenderes Gclialt ahgeben a l s w i r ; ein Fond von 20000 'rhlr.
wird irn Jalirc 1 0 - 12 - 15 bis zwanzig ma1 umgesetzt, er brrlnirt
die Conjuncturcn, er heniitzt seincn Credit, seine (;eldlrriifte oft, U I I I
clas Zehnfache ~ h e r s t e i g e n d , ein gewagles Spiel hringt oft den irninensesken Gewinn, s l u r z t ihn auch wohl. Wie ist der Apotheker d a r a n ;
wenige haben cin Geschaft, w o sie Conjuncturen bcnutzen liiinnen,
hijchstens s o l c h ~ , die die Fonds dnzu haben, ein Nebengeschilt mil
dem eigentlichen Apntheltergeschiilt 211 verbinden ; bei einern AnlageCapital von 25 - 30000 l h l r . ist ihnen cin IJnisatz vnn 3 - 4000 'lhlr.
hiichstens bcschiedrn, davon sollen die Zinsen Irestrillen, die Waaren
Iwzoccn, ~ R SPersonal hesoldct, die IJtensilirn nnterhalten, Steuern
hrzahlt, die Verluste erlitten werden; was bleiht fur den Principal
fiir ein Gehalt iihrig, der von friih a o bis spat selbstthatig im Geschift
mit ist? R'iclrts bleibt ihm iihrig, als die Sorge fur die Zultunft. Ich
hin trolz ineines Alters inimer noch lebenslustig, gOnne der Jngend
gern ihre Frcnden, sehe nicht (lurch gefiirhie (;laser; ich g e l ~ i i r enicht
IU
denen, die eine Iriibe Zultunlt sich mit Gewali ansmalen; eine
stnrlte Fnmilie nraclit inir wohl Snrge, sie anstindig zu erziehen, ihr
P t m w 'iiichtigcv lernen zn lassen, die Zukunft aher lass ich hicr R U S
dein Spiele. Lernt, Ir:rnl 'I'ijclitigcs, ckis ist inpine \Yarnling, nli irlr
ihr etwas hinterlassen Itiinne, weiss ich nicht. Und docll sind in
Stunden der Lluhe mcinc Bedenlten nicht gering: wie sol1 es noch
werden bei dem diirch die Zeitereignisse herheigefiitrrien iinrner geringer werdenden [Jmsntze, bei den Anspriichen, wel<-hedie Zeit iibcrhanpt an iins miic:ht; hei dcr Veriiachl:issigun~, welche die Hegierung
d em A p o th elt er tl nrch Erl iluhn iss d es Sel bs I d i sp ens i r en s d e r Hom ii0 pathen nnd der Thierlrzte zeigtj bei der liorderong des Rabattr, bei
geringer Tase, bei den Forderungen cler Aercte, auf jede neue Ileilinethode Riicltsicht zu nehmen, und so noch vieles andere; innnclle
Erzeognisse d e r Zeit sind lileiniglreilen, aher niehre ziisan~menhilden
ain Grosses, erfordern Opfer iiber Opfer, ohne Aussicht auf den geringsten Gewinn; so steht es jetzt niit dem Apoihelrenbesitzer. \vie
vie1 hiitte ich noch auf dem Ilerzen, es mag aber genug vorerst sein.
Dass die Klage der Gehulfen iiber zu geringes Gehalt ungerecht
iat, mag ein Auszng aus meinera Tagebuch helegen; es mag dieser
Auseug eeigen w i e gereeht anderseits die Klage der Principale fiber
die Gekiilfen ist.
Sechs Jahre besnrgte ich mit einem Gehillfen inein Geschiift; einer
w a r 1 Jnhr, zwei 1 Jahr, einer 14 Jahr, einer 2 Jahre bei mir, darunter
waren zwei liederlich, einer Diel), einer grob und einer ein vorziigticher Gehulfej 20 Jahre lang hatte ich 2 Geliiilfen, i,+,j', 1, I,$,5,
Vereariszeatung.
380
5&, und 6 Jahre i n k Geschaft; von 22 Gehiilfen dieser Zeit w a r einer
ganz arbeitsutifkhig, einer faul, zwei schmutzig, zwei Trunlrenbolde,
drei Dielie, einer GeftisszerstBrer, einer ltonnte nicht einmal seine
l u t t e r s p r a c h e richtig arhreiben, einer w a r IS Defeetarius nieht im
Stande, das leichteste Praparat zu rnachen, drei waren leidliche Arbeiter, s e c l p waren talentvolle atisgeseichnrte Arbeiter.
Die fiinf Cehulfen i n den ersten 6 Jahrcn liezogen 590 'lhlr. IOSgr.,
die einundzwanzig Gehiilfen in den 20 Jahren 5310 'lhlr. 27 Sgr. 6 Pf.
Gehalt, in Summa 5901 Thlr. 7 Sgr. G PF.
Iclr weiss recht gut, dass ich hiedarch meine jungen Collegen
mir auf den Hals geladen habcn werde, sie werden ihr: .l(reuzige
ihn!a schou ausrufen, und doch habe ich Hecht; ich habe so gesprochen,
wie es in der That w a r und ist. Fragt, Ihr jungem Collegen, E u r e
alteren Collegen, fragt den ehrenwerthen alten Collepen Do r i n g in
Halle, ob ich nicht Recht habe, dass ist der l a n n der Erfahrung, inein
petreuer Zeitgenosse, der noeh heute, liinger denn 40 Jahre, a n seiner
Slelle steht.
EB.
5) ZUP Statistik der Pharinacie.
Um sich die Unterstutzungs-Angelegenheit der Gehulfen, wie Ruch
eine etwa zu errichtende Spar- und Leibrenten-Casse derselben, recht
klar zu machen, ist es der nothwendigen IJebersicht hailier unerllsslich, sich Tabellen zu rnachen, und ich schlage dazu die umstehenden
Tabellen vor, wovon die ersle Tabelle das gesammte Verhiiltniss der sic11
mit der Pharniacie bcschaftigenden Personen darlegen w i d , die zweite
'rabelle dagegen das verschiedene Alter d e r Provisoren und Gehiilfen
llerausstellen wird, worniif ganr besunders erst die Special-Verhaltnisse einer Spar- und Leibrenten-Case begriindet werden Itonnen.
Die Herren Ober-, Vice- und lireistlirectoren ersuche ich hicrmil rerht sehr, ein Jeder nnch seiner Stellung d a z i i beizufrngen, dars
dlese zwei Tabclien coinplclirt werdcn, welche ganz gewiss besonders interessanle Resullate liefern mussen.
E G e f f c k e n , Dr.
I,iiheclr, den 28. April 1850.
und Apothelter.
1111 Interesse der pharmaceutischen Verhiltnisse iiberbaupt is1 r s
schr wiinschenswerth, dass diese 'I'abellen sicli so weit nls miiglich
unter dem pharrnaceulischen Publictiin verbreiten und aiisgetiillt euriiclilrehren, dii sie eine gute Grundlage abgeben lciinnerr 7.11 eiticr p l i i i r ,t1aceubisclten Statistik. Wir ersuchen dernnach alle Mitglicdcr, so wie
irrsbesolldere uoch die Vercinsbcanikn, u r n Ausi'iillulig dcrselbivi i ~ n d
n c ~ o r g ~ ~tier
t ~ gRiiclcscndung an den Oberdireclor 1)r. li I c y .
I)as Dircc[ot-iiim
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