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Schriftenreihe des Reichsgesundheitsamtes herausgegeben von Prsident Prof. Dr. H. Reiter unter Mitarbeit von Direktor Dr. E. SchUtt Ob.-Reg.-Rat Dr. E. Mllers und Dr. H. Haubold Berlin. Heft 1

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Inhaltsstoffe der Samen von Digitalis lanata
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andert; an der Grenzflache war eine schwach ausgebildete rote Zone zu beobachten (Gitoxin?).
P h a r m a k o l o g i s c h e P r u f u n g : Die Substanz wurde nach der
zeitlosen Methode an Froschen ausgewertet. Sie besaB etwa 100 000 F.D. Der
fur die Digitalisvergiftung typische systolische Herzstillstand war stets feststellbar.
Es gelang nicht, die Substanz kristallisiert zu erhalten; fur einheitlich diirfte sie kaum anzusprechen sein. Schliealich wurde versucht, durch saure Hydrolyse ein kristallisierendes Genin zu erhalten.
Isolierung eincs Genins.
Der Bitterstoff wurde in der 20fachen Menge wasserig-alkoholischer Salzsaure (1% HCI, 50% Alkohol) 15 Minuten lang auf dem
Wasserbade erhitzt. Die beim Erkalten ausgeschiedenen Flocken
waren schwierig zu reinigen; sie wurden nacheinander aus Alkohol
von steigendem Gehalt (50, 60, 70, 80 und 96%) umgelost, wobei Verluste unvermeidlich waren. Schliei3lich gelang die Kristallisation aus
absolutem Alkohol. Auf diese Weise wurde ein in glanzend weinen
NadeIn kristallisierendes Genin erhaIten. Beim Erhitzen iiber 225O
farbt e s sich dunkel; der Schmelzpunkt liegt bei etwa 245O.
Zur Analyse wurde die Substanz im Hochvakuum bei 1000 uber Phosphorpentoxyd getrocknet.
3.547 mg Sbst.: 9.370 mg COa, 2.810 mg Hz06).
C2sHS404.
Ber.: C 73.74, H 9.16.
C,,H,,O,.
Ber.: C 70.72, H 8.78.
Gef.: C 72.05, H 8.87.
F a r b r e a k t i o n e n : Konzentrierte Schwefelsaure loste mit hellblauer
Farbe. Ferrisulfathaltige Schwefelsaure (K i 1 i a n i s Reagens) loste mit griiner
Farbe. Bei der Ausfiihrung der K e 11 e r - K i 1 i a n i schen Reaktion wurde
eine orangebraune Zone erhalten; die Grenzflache zur Schwefelsaure war
schwach griin.
Nach der Analyse und den Farbreaktionen liegt somit weder
Digitoxigenin noch Gitoxigenin oder Digoxigenin in reiner Form vor.
Zur Identifizierung des Bitterstoffes ist weitere Forschung notig.
Biicherschau.
,,In der von mir herausgegebenen ,Anleitung zur Darstellung organischer
hrzneimittel', deren Besprechung seinerzeit in dieser Zeitschrift erfolgte
(Seite 373) habe ich mich bezuglich der Anordnung des Stoffes und der Darstellungsvorschriften bei einer Keihe yon Praparaten an die Veroffenflichungen
von C. A. Rojahn ,Die Darstellung pharmazeutischer und phytochemischer
Praparate', Apothekerzeitung 1935, Nr. 52 ff., angelehnt. Da ich in obiger Anleitung ganz allgemein nuf Literaturnachweise verzichtet habe, sind solche
auch im Hinblick auf die Rojahnschen Veroffentlichungen unterblieben. Ich
bin jedoch gern bereit, diese Feststellung hiermit nachzuholen. R. Dietzel.''
Schriftenreihe des Reichsgesundheitsamtes, herausgegeben von Prasident
Prof. Dr. H. R e i t e r unter Mitarbeit von Direktor Dr. E. S c h u t t , 0b.Reg.-Rat Dr. E. M 0 1 1 e r s und Dr. H. H a u b o 1 d , Berlin. - Heft 1.
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Biicherschau
Ziele und Wege des Reichsgesundheitsamtes im Dritten Reich. Zum 60jahrigen Bestehen des Reichsgesundheitsamtes, bearbeitet von Prof. Dr. Hans
R e i t e r , Prasident des Reichsgesundheitsamtes, Berlin, und seinen Mitarbeitern. 1936. Verlag Johann Ambrosius Barth, Leipzig. 124 Seiten.
Preis kart. 4,80 RM.
Im Vorwort teilt der Herausgeber mit, da8 die mit dem vorliegenden
Heft als erstem seiner Art geschaffene Schriftenreihe einen Iangst empfundenen Mange1 in Schrifttum des R.G.A. abhelfen SOU, da diesem nur die in
den Jahren 1877 bis 1925 erschienenen Veroffentlichungen des R.G.A., die
von 1926 ab die Bezeichnung ,,Reichs-Gesundheitsblatt" als Fortsetzung der
ersteren tragen, zur Verfugung stand (s. Arch. Pharmaz. Ber. Dtsch. Pharmaz.
Ges., Bd. 264 [1926], S. 188). Durch die Veroffentlichungen von Gesetzen und
Verordnungen, Personalnachrichten, Gesundheitsstatistiken und anderem Offiziellen war der Raum dieses Blattes so beschrankt, da8 zur Aufnahme vonumfangreicheren wissenschaftlichen Abhandlungen kein Platz war und' letztere in
anderen Zeitschriften zum Erstabdruck gelangten und nachtraglich in den
,,Arbeiten des R.G.A." zusammengestellt und in Einzelheften abgegeben
werden muisten.
Die jetzt eroffnete Schriftenreihe wird die neuesten von den Mitarbeitern des R.G.A. gewonnenen wissenschaftlichen Forschungsergebnisse
bringen sowie solche Arbeiten, die auf wissenschaftlicher Basis begriindete
Uberblicke uber bestimmte gesundheitliche und gesundheitspolitische Probleme bringen und der allgemeinen ,,Volksaufklarung" dienen sollen.
Angekundigt werden nach diesem Heft 1 das Heft 2: ,,Krankheit und
Tod in fruhester Kindheit" und Heft 3: ,,Praktische Losungsmittelanalyse."
Im Teil A des ersten Heftes, im Geleitwort, teilt der Verfasser mit,
daD er als Prasident beabsichtigt, das traditionelle Wirken des R.G.A. abseits vom Larm des Tages nach Art stiller organisch verbundener Gelehrtenarbeit fortzusetzen und nur dann aus dieser Reserve herauszutreten,
wenn es gilt, als unbestechlicher Roland der deutschen Volksgesundheit
seine warnende Stimme gegen verderbliche Irrefuhrungen der Bevolkerung
auf dem Gebiete ihrer Gesunderhaltung zu erheben. ,,Immer werden die
Bekenntnisse exakter Wissenschaft die unerschutterliche Basis der sorgenden
Arbeit des R.G.A. an Volk und Staat bleiben; aber die Wissenschaft darf
nie als erstarrendes "Dogma, sondern sol1 stets als lebendigstes Leben
denken und handeln. Das ist der Wille des Fuhrers und liegt im Grundgedankcn des Nationalsozialismus!
Im Abschnitt B wird eine Ubersicht iiber das Wirken des R.G.A. in
den 60 Jahren seines Bestehens gegeben, und zwar a) in den ersten 50 Jahren
von 1876 bis 1926, in kurzer Wiedergabe des Inhalts der im Verlag
J. Springer, Berlin, aus diesem AnlaB herausgegebenen Festschrift (s. Arch.
Pharmaz. Ber. Dtsch. Pharmaz. Ges., Band 265 [1927], S. 76); b) fur die Zeit
von 1926 bis 1932. In dieser Zeit seien als wichtigste Ereignisse erwahnt,
der Beitritt Deutschlands zum Internationalen Gesundheitsamt in Paris im
Jahre 1929, dann die Mitarbeit des R.G.A. bei der Hygiene-Organisation
beim Volkerbund, die Teilnahme an den Beratungen des Internationalen
Tierseuchenamts in Paris, ferner die internationale Regelung der Luftfahrt,
und die Arbeiten auf dem Gebiet der Rassenhygiene und der Gesundheitsstatistik. Der Teil c dieses Abschnitts handelt iiber die Entwicklung des
R.G.A. nach der Machtubernahme, d. h. die Weiterentwicklung und dementsprechende Teilung der bisherigen groDen Fachabteilungen in nationalsozialistischem Sinne. Der Abteilung a fur Human-Medizin wurden Sonderreferate fur internationales Gesundheitswesen und fur MiDstande im Heilwesen angegliedert. Fur die Abteilung B fur Veterinarwesen wurde der
fruhere Leiter des preuDischen Veterinarwesens berufen zur Vereinheitlichung samtlicher Veterinarstellen. Der Abteilung C fur Nahrungsmittel-
Bucherschau
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Chemie wurde das Weinreferat angegliedert. Die Abteilung D konnte nach
Unterstellung der Landesanstalt fur Wasser-, Boden- und Lufthygiene unter
das R.G.A. aufgelost werden. Es wurden neugeschaffen die Abtelung E
fur Arbeits- und Arbeiterschutz, F fur Pharmakologie und Physiologie, G fur
Fragen des Apothekenwesens, H fur Infektionskrankheiten (das Institut fur
Infektionskrankhejten Robert Koch ist mit dem R.G.A. vereinigt), J fur
Biochemie, K fur Bakteriologie, L fur menschliche Erb- und Rassenpflege,
M fur experimentelle erbbiologische Forschung, N fur ernahrungsphysiologische Fragen und die letzte Abteilung V fur die Verwaltung. Der Reichsgesundheitsbeirat ist aufgelost und wird durch Befragung von Fachsachverstandigen ersetzt. Es folgen kurze Abhandlungen uber die zukunftigen Aufgaben und Ziele des R.G.A. und eine Auffuhrung der medizinischen wissenschaftlichen Gesellschaften und Vereine, welche unter Fuhrung des Prasidenten des R.G.A. zu einer Arbeitsgemenschaft zusammengeschlossen sind.
Ein Verstandnis des selbstandigen Schrifttums des R.G.A. in den letzten
10 Jahren und ein solches der Angehorigen des R.G.A. beschlieBt dieses
inhaltreiche Heft, dessen Anschaffung jedem warm zu empfehlen ist, der
uber das neue Fahrwasser unterrichtet sein will, in welches diese so hoch
angesehene und durch Bismarcks Anregung seinerzeit ins Leben gerufene
Behorde unter den herrschenden Anschauungen geleitet worden ist und
zielsicher geleitet werden soll.
W.
E d u a r d S p a e t h , Chemische und mikroskopische Untersuchung des
Harns. Ein Handbuch fur Arzte, Apotheker, Chemiker und Studierende.
Sechste, vollig neubearbeitete Auflage von Dr.-Ing. Hans K a i s e I , Priv.Doz., Apothekendirektor des stadtischen Katharinenhospitals in Stuttgart,
Pharmazierat bei der Regierung. Mit 20 Abbiidungen im Text und sechs
schwarzen Tafeln sowie einer Spektraltafel. Verlag Johann Ambrosius
Barth, Leipzig 1936. 290 Seiten. Preis brosch. 17,60 RM., geb. 19,50 RM.
Der Verfasser und Namengeber dieses allbekannten und weitverbreiteten wertvollen Lehrbuches, welches 1897 zum ersten Male erschien und
in den Jahren 1903, 1907, 1912 und 1924 neue Auflagen erlebte, ist am
29. Marz 1932 gestorben, so da8 ihm die Bearbeitung der 6. Auflage nicht
mehr vergonnt war. Dieser Aufgabe hat sich H. Kaiser in dankbarer und
durchaus sachgemaBer Weise unterzogen. Er war zunachst darauf bedacht,
unter Ausschaltung mancher entbehrlicher Abschnitte und vieler veralteter
Methoden der 5. Auflage (s. Arch. Pharmaz. Ber. Dtsch. Pharmaz. Ges.,
Band 1925, S. 77) eine Verringerung des Umfanges des Werkes urn die
Halfte herbeizufiihren. Fortgelassen wurden u. a. die Herstellung und Einstellung volumetrischer Losungen, die optischen Einrichtungen der verschiedenen Polarisationsapparate, der allgemeine Gang der qualitativen
Analyse und das Verfahren nach Staas-Otto, der Nachweis kaum in Betracht kommender Gifte, Arzneimittel u. dgl.
Dadurch wird der wissenschaftliche Wert der 5. Auflage nicht beeintrachtigt, um so mehr als in der vorliegenden Auflage mehrfach gegebenenfalls auf die vorige verwiesen wird.
Kurzungen nahm der Verfasser wegen der Voraussetzung spezieller Ausbildung im Teile der Bakteriologie des Harns vor.
Umarbeitungen waren erforderlich beim Nachweis von Zucker, EiweiB,
Azetonkorpern, Harnfarbstoffen (Porphyrine), Diastase, Arsen, Blei, Quecksilber, Barbitursaurederivaten. Auch bezuglich der Diazoreaktion wurde der
neuen Forschung Rechnung getragen.
Neu aufgenommen wurden in erster Linie die Bestimmung der Wasserstoffionenkonzentration und die Absolutkolorimetrie und damit den bei der obengenannten Besprechung der 5. Auflage gestellten Forderungen Rechnung getragen. Auch das Vorkommen und der Nachweis verschiedener Hormone
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