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Strophanthidindigitalosid und Strophanthidingulomethylosid Desglucocheirotoxin zwei neue Cardenolidglykoside aus Adonis vernalis L.

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Zwei neue Glvkoside aus Adonis vernalis L.
Darstellung der Barium-adamantyl-phosphate
Allgemeine Vorschrift
3 mmol Estersalze wurden in 0.2 mol Bariumacetatlosung gelost und bei 20° mit 2proz. wafiriger Bromlosung versetzt. Nach kurzem Stehenlassen wurde der Niederschlag abfiltriert, das Filtrat zum Entfernen iiberschussigen Broms mit Ather ausgeschiittelt und bei <40° eingeengt.
Nach Entfarben wurden die Losungen bis zur Triibung mit Aceton versetzt und zur Kristallisation beseitegestellt.
Anschrift: Prof. Dr. H. Vogt, Im Neuenheimer Feld, Bau 366, 69 Heidelberg 1
[F'h 7931
Arch. Pharm. (Weinheim) 310, 905-910 (1977)
Max Wichtl und Peter Junior
Strophanthidindigitalosidund Strophanthidingulomethylosid
(Desglucocheirotoxin), zwei neue Cardenolidglykosideaus
Adonis vernalis L.
Aus dem Institut fur F'harmazeutische Biologie der Universitat Marburg /Lahn
(Eingegangen am 6. Dezember 1976)
Aus Adonis vernalis konnten zwei neue Cardenolidglykoside isoliert werden. Es handelt sich um
das - erstmals in der Natur aufgefundene - Strophanthidindigitalosid und um Desglucocheirotoxin
(Strophanthidingulomethylosid), das schon friiher aus Cheiranthus cheiri L. und Convallaria majalis L. isoliert worden ist.
Strophanthidin Digitdoside and Strophanthidin 6-Deoxyguloside, Two New Cardenolide
Glycosides from Adonis vernalis L.
Two new cardenolides from the herbs of Adonis vernalis L. were isolated, of these Strophanthidin digitaloside had not been found in nature previously. Strophanthidin 6-deoxyguloside,
on the other hand, was previously isolated from Cheiranthus cheiri L. and Convallaria majalis L.
Overlag Chemie, GmbH, Weinheim 1977
906
Wichtl und Junior
Arch. Pharm.
Seit der Isolierung des Cymarins (Strophanthidincymarosid) als erstem in kristalliner
Form gewonnenen Cardenolidglykosid aus Adonis vernalis L. durch Reichstein und
Rosenrnund’) sind in dieser Ranunculacee zahlreiche weitere Herzglykoside aufgefunden worden, die sich vom Strophanthidin, Strophanthidol, Strophadogenin (1 6Hydroxy-strophanthidin) und Adonitoxigenin ( 5 -Desoxy-16-hy droxy-strophanthidin) ableiten; als Zucker wurden Glucose, Rhamnose, 2-O-Acetylrhamnose, 3-0Acetylrhamnose, Cymarose, Fucose und Diginose nachgewiesen.
An Strophanthidinglykosiden sind bisher neben dem Cymarin das k-Strophanthin-o’), k-Strophanthosid3) und Strophanthidinfu~osid~)
isoliert worden. In Fortsetzung unserer Untersuchungen uber den Cardenolidgehalt von Adonis vernalis haben wir zwei weitere Strophanthidinderivate aufgefunden, uber deren Isolierung wir
kurz berichten.
Als Ausgangsmaterial stand uns ein Adoniskonzentrat*) zur Verfugung (Athanolgehalt ca. 35 %, biolog. Wirkungswert 71 09 Meerschweincheneinheiten/ml), dessen
Gesamtglykosidgehalt, ber. als Adonitoxin, von uns mittels Buljet-Reaktion photometrisch’) mit 0,63 g/100 ml ermittelt wurde. Zur Vorreinigung wurden die Ballaststoffe mit Bleiacetatlosung und im Filtrat uberschussige Bleiionen mit Dinatriumhydrogenphosphatlosung ausgefallt. Die resultierende gelb gefarbte Losung wurde i. Vak.
zur Entfernung des Athanols eingeengt, das aus Stabilisierungsgriinden zugesetzte
Nipagin mit Petrolather ausgeschiittelt. Zur Gewinnung der Glykoside haben wir anschlieBend mit Chloroform, Chloroform-Athanol(2 + 1) und Chloroform-Xthanol
(3 + 2) ausgeschiittelt und erhielten drei Glykosidfraktionen, von denen nur die Chloroform-AthanoL(2 t 1)-Fraktion, welche die mittel bis starker polaren Glykoside
enthdt, einer direkten chromatographischen Saulentrennung an Aluminiumoxid
unterzogen wurde. Als mobile Phase dienten Chloroform und Chloroform-MethanolGemische mit steigendem Methanolanteil, die Fraktionskontrolle fuhrten wir dc
durch. Zur Detektion verwendeten wir Kedde6)- und Vanillin-Schwefels;iurereagens7);
(siehe exp. Teil).
In den Fraktionen 27-45 mit Chloroform-Methanol (99+1) als mobiler Phase sowie den Fraktionen 16-46 mit Chloroform-Methanol (70 + 30) waren zwei GlykoT. Reichstein und H. Rosenmund, Pharm. Acta Helv. 15, 150 (1940).
D. G. Kolesnikov und N. A. Bugrim, Med. Prom. S.S.S.R. 14, Nr. 7, 27 (1960), ref. C. A. 55,
10801 h (1961).
B. Gorlich, Arzneim.-Forsch. 15, 493 (1965).
M. Wichtl, K. Jentzsch und E. Turk, Monatsh. Chem. 103, 889 (1972).
E. Turk, Die herzwirksamen Inhaltsstoffe von Adonis vernalis L. und ihre quantitative Bestimmung, Dissertation Wien 1971.
Wir danken der Firma Chemische Werke Minde auch an dieser Stelle fur die Uberlassung
des Adonisauszuges (Komponente von Miroton ).
D. L. Kedde, Pharm. Weekbl. 82, 741 (1947).
J. S. Matthews, Biochim. Biophys. Acta 69, 1 6 3 (1963).
ti9
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Zwei neue Glykoside aus Adonis vernalis L.
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side enthalten, von denen aufgrund ihrer rein griinen Anfarbung mit Vandin-Schwefelsaure zu vermuten war, daB es sich um Strophanthidinderivate handelt. Nach praparativer DC an Kieselgel H resultierten 5,95 mg Glykosid "G I" und 5,8 mg Glykosid "G II",die chrornatographisch einheitlich, aber noch blaB gelb gefarbt waren und
nicht kristallisierten. Auf eine weitere Reinigung haben wir in Anbetracht der geringen Mengen vorerst verzichtet. Die Isolierung und Reindarstellung in grofieren Mengen ist in Vorbereitung, um physikochemische Daten angeben zu konnen. Indessen
konnte aber die Struktur dieser Glykoside ermittelt werden. Glykosid ,,G I" war
aufgrund seines chromatographischen Verhaltens als Monoglykosid anzusprechen.
Spaltung der Substanz (nachKiZiuni'), etwas modifiziert) mit 0,s N HCl(1 Std. 80")
lieferte einerseits Strophanthidin, das durch direkten Vergleich mit authentischem
Material identifiziert wurde. Envartungsgemafi ergab die Spaltung, ebenso wie die
Hydrolyse nach Munnichg) nur einen Zucker, der sich durch Vergleich in mehreren
Papier- und Diinnschichtchromatographiesysternenals identisch mit Digitalose envies.
Glykosid ,,G I" ist demnach Strophanthidindigitalosid.
Nach einer Untersuchung von Lichti, Tumm und Reichstein") ist dieses Glykosid bereits 1956 in Strophanthus ledienii Stein als ein Nebenprodukt (Glykosid D)
und in ziemlich kleiner Menge aufgefunden worden. Uberraschendenveise zeigten
aber Glykosid D aus Strophanthus ledienii und Glykosid ,,G I" keine Ubereinstimmung im chromatographischen Verhalten. Zwar erwies sich auch Glykosid D als Strophanthidinderivat, war aber etwas unpolarer als Glykosid ,,G I". Da Glykosid D positive Xanthydrol-Reaktion zeigte, konnte die Zuckerkomponente Digitoxose oder
ein anderer 2-Desoxy- bzw. 2,6-Didesoxyzucker sein. Direkter Vergleich mit dem zur Zeit der Untersuchung von Strophanthus ledienii noch nicht bekannten - Helveticosid (Strophanthidindigitoxosid) ergab Ubereinstimmung zwischen beiden Verbindungen. Es ist dernnach Glykosid D aus Strophanthus ledienii mit Helveticosid")
identisch (das ebenfalls amorph erhaltene Glykosid E erwies sich als Helveticosol12)),
wahrend es sich bei dem in Adonis vernalis gefundenen Glykosid ,,G I" um das erstmals in der Natur aufgefundene - Strophanthidindigitalosid handelt.
Glykosid ,,G 11" war ebenfalls als Monoglykosid und - entsprechend der intensiv
griinen Farbung mit Vanillin-Schwefelsaure- als Strophanthidinderivat anzusprechen.
Beim Vergleich rnit Gemischen naturlich vorkommender Strophanthidinglykoside,
z.B. mit Convallariaextrakten, fie1 auf, daf3 Glykosid ,,G 11" in DC gleiche Laufstrekken zeigte wie Desglucocheirotoxin (Strophanthidingulomethylosid).Die bei der
Spaltung erhaltenen Bruchstucke Strophanthidin und 6-Desoxygulose ergaben beim
Vergleich mit authentischen Verbindungen Ubereinstimmung, so dafi es sich bei Gly8 H. Kiliani, Ber. Dtsch. Chem. Ges. 63, 2866 (1930).
9 C. Mannich und G. Siewert, Ber. Dtsch. Chem. Ges. 75, 737 (1942).
10 H. Lichti, Ch. Tamm und T. Reichstein, Helv. Chim. Acta 39, 1914 (1956).
11 W. Nagata, Ch. Tamm und T. Reichstein, Helv. Chim. Acta 40, 41 (1957).
12 F. Kaiser, E. Haak, M. Gube, U. Dolberg und HSpingler, Natunvissenschaften 46, 670 (1959).
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Wichtl und Junior
Arch. Pharm.
kosid ,,G 11" tatsachlich um Desglucocheirotoxin handelt, welches damit erstmals in
Adonis vernalis nachgewiesen ist. Die beiden neu gefundenen Glykoside sind mit
jeweils ca. 1 % am Gesamtglykosidgehalt beteiligt.
Bemerkung von J. von Euw und T. Reichstein, Institut fur Organische Chemie der
Universitat Basel.
Auf Anregung von Herrn Prof. Wichtl haben wir zwei der alten Priparate, die Herr Lichti 1956
(loc. cit.) aus S t r o p h a n t h u s 1 e d i e n i i isoliert hatte, im PC gepriift. Dies geschah auf
Whatman Nr. 1, imprigniert mit 33 % Formamid, Lange vom Start aus 31 cm, FlieBmittel Tetrahydrofuran-Benzol-( 1 : l ) , Laufzeit 5 Std. = zweimal Front (diese abgetropft). Nachweis mit
Kedde-Reagens. Zum Vergleich dienten Helveticosid, Helveticosol und Glykosid ,,G I" (amorph)
aus A d o n i s v e I n a 1 i s. Das friiher in sehr kleiner Menge isolierte Praparat aus S. 1e d i e n i i,
das nur den DFleck gegeben hatte, war damals aufgebraucht worden.
P r i p. a (Mischkristallisat) von Lichti, enthielt nach Etikett 6 Stoffe: (B), Emicymarin, D, E ,
F, G. In Klammern = schwache, unterstrichen = starke Flecke. Die Kontrolle gab jetzt wieder6 Flecke mit folgenden Laufstrecken in mm (Mitte Fleck gemessen): (24), (62),%= Helveticosol,
155= Helveticosid, (204) und (245). P r a p. b (amorph) von Lichti, enthielt nach Etikett 5
Stoffe: B, (Emicymarin, Spur), E, F. Die Kontrolle gab jetzt vier Flecke mit Laufstrecken
(25), (601, 94 = Helveticosol und 158 = Helveticosid.
P r a p. GI aus A d o n i s v e r n a 1 i s gab zwei Flecke mit Laufstrecken von 40 und
mm. An diesen Stellen waren in den Chromatogrammen der Praparate aus S. 1e d i e n i i
keine Flecke vorhanden.
Es freut uns, die Befunde dcr Herren Junior und Wichtl bestatigen zu konnen. Danach durften die von Lichti und Mitarb. in S. 1e d i e n i i nachgewiesenen Stoffe D und E mit Helveticosid und Helveticosol identisch sein. Strophanthidin-p-digitalosidist in S. 1 e d i e n i i nicht
nachgewiesen und erstmals in A d o n i s v e r n a 1 i s beobachtet worden.
g,
114
Experimeiiteller Teil
Die Abkurzungen bedeuten: AcOH = Eisessig, Alk = Athanol, An = Aceton, Bu = n-Butanol,
Chf = Chloroform, Eg = Athylacetat, iPr= 2-Propanol, KS = Kmmersittigung, Me = Methanol,
Mek = Methylathylketon, Py = Pyridin, To = Toluol, W = Wasser. Alle Verhaltniszahlen bedeuten
Volumteile.
Zur Aufarbeitung gelangten 450 ml Adoniskonzentrat entspr. ca. 2,8 g Gesamtglykoside, berechnet als Adonitoxin. Die Vorreinigung des Konzentrats erfolgte mit jeweils 1 0 proz. wathigen Losungen von Blei(I1)-acetat und Dinatriumhydrogenphosphat (-dihydrat).
sc
Saulenfullung: 1300 g A1203 Merck neutral (Akt. 11).
Saulendurchmesser: 4,5 cm, Fullhohe: 65 cm.
Aufgetragen: 3,2 g Chf - Alk ( 2 + 1)-Extrakt (entspr. 1,3 g Glykoside).
Mobile Phase: Chf und Chf-Me mit steigendem Me-Anteil.
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Zwei neue Glykoside aus Adonis vernalis L
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Fraktionen zu 600 ml (4 Std.),
insgesamt:
10 Frkt. Chf
45 Frkt. Chf - Me (99 + 1 )
50 Frkt. Chf - Me (98 + 2)
20 Frkt. Chf - Me (95 + 5)
15 Frkt. Chf - Me (80 + 20)
50 Frkt. Chf - Me (70 + 30)
DC-Fraktionskontrolle
System I1 Chf-Me-W (80 + 19 + 1)
System 111 Mek-To-W-Me-AcOH
(40 + 5 + 3 + 2,s + 1) nach GBrlich3)
Kieselgel-GFzM-Fertigfolie Merck
Vergleichende DC
Genine:
System I Chf-Me-W (85 + 14 + 1 )
Kieselgel-GFz54-Fertigfolie und Kieselgel-GFertigplatten Merck
Glykoside:
Systeme 11, 111
hRf Werte
System 111 (ohne KS)
System I (KS)
k-Strophanthidin
Cymarin
Helveticosid
GI
Adonitoxin
G I1
Convallatoxin
57
77
51
45
28
-
100
-
57
55
51
System IV Chf-iPr (2 + 1)
System V Eg-PY-W (5 + 1 + 4), Oberphase
Praparative DC
System I1
selbstgestrichene Kieselgel-H-Platten b,5 mm
Zucker DC
System VI Eg-iP-Me (70 + 15 + 15)
Kieselgel-G-Fertigplatten, selbstgestrichene Kieselgel-GPlatten,
selbstgestrichene Kieselgel-GPlatten mit 0,02 mol Natriumacetatlosung impragniert.
Zucker PC
System Bu-To (2 + l)/W, Oberphase
Papier Schleicher und Schull2043 Mgl zu 35 % mit Wasser impragniert [durch Eintauchen in
An-W (2 + l)],
Laufzeit 42 Std.
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Brieskorn und Riedel
Arch. Pharm.
Detektion
Clykoside und Genine: Kedde-Reagens6), Vanillin-Schwefel~auregeagens~).
Zucker: 4-Aminohippursaure - Phthalsa~rereagens'~),Xanthydr~lreagens'~)
13 F. Scheffer und R. Kikuth, Z. Anal. Chem. 191, 116 (1962).
14 G. Grimmer, W. Kiissner und K. Lingner, Arzneim-Forsch. 10, 28 (1960).
Anschrift: Prof. Dr. M. Wichtl, Deutschhausstrai3e 17 1/2, 3550 Marburg/L.
[Ph 7941
Arch. Pharm. Weinheim) 310, 910-916 (1977)
Carl Heinz Brieskorn und Wolfgang Riedel')
Die Triterpeiisaureii aus Coleus amboiiiicus Loureiro
Aus dem Institut fur Pharmazie und Lebensmittelchemie der Universitat Wurzburg
(Eingegangen am 20. Dezember 1976)
Aus den Blattern der siidamerikanischen Lamiacee Coleus amboinicus Loureiro werden 8 Triterpensauren isoliert. Hiervon werden 2 q 3Q-Dihydroxyoleanen-l7-saure, 2 q 3 q 19a-Trihydroxyerstmals in Lamiaceen und wird 2q3q19Qursen-17-saure, 2~,3fl,l9~-Trihydroxyursen-l7-saure
23-Tetrahydroxyursen-17-saure erstmals in einer Pflanze aufgefunden.
Triterpenic Acids from Coleus Amboinicus Loureiro
Eight triterpenic acids have been isolated from the leaves of the South-American lamiaceae Coleus
amboinicus Loureiro. 201,301-Dihydroxyolean-12-en-28-oic acid, 2 4 3 q 1901-trihydroxyurs-12-enacid were found for the first time in
28-oic acid, and 2q3fl,19a-trlhydroxyurs-l2-en-28-oic
acid was found the €int time in
lamiaceae and 2~3~19~23-tetrahydroxyurs-12-en-28-oic
plants.
1 Teil der Dissertation W.Riedel, Wiirzburg 1976.
@Vexlag Chemie, GmbH, Weinheim 1977
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