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Tautomerie an einem 2 7-Diazaphenothiazinderivat. Reaktionen in der Pyridinreihe V

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ARCHIV DER PHARMAZIE
UND
BERICHTE DER DEUTSCHEN PHARMAZEUTISCHEN CESELLSCHAFT
295. BAND
August 1962
Heft 8
2134. E. K o p p und M. S t r e l l
Tautomerie an einem 2,7-Diazaphenothiazinderivat
Reaktionen in der Py-ridmeihe, V l )
Aus dem Organisch-chemischcnInstitut der Techn. Hochschule Miinchen
(Eingegangenam 16. Dezember 1961)
x,x'-Dichlor-2,7-diaucphenothiazinreagiert mit Natriumamid und #I- Diathy l a m i w
athylchlorid i n absol. Xylol unter Aminoalkylierung i n 2- und 10-Stellung. x,x'-Dichlor-2-(p-diathylaminoiithyl)-2,7-diazaphenothiazinEapt sich durch weitere Uznsetzuag
mit /3-Diathylaminoathylchlorid in den violetten Farbstoff x,x'-Dichlw-2,7-di-(~-diathylaminoath yl)-2,7-diazaphenothiazimhloridiiberfuhren. Diese beiden Vet.bindunpn
erhalt man mebeneinander durch Einwirkung von /3- Diiith ylaminolhylchlorid auf
x,xf- Dichlor-2,7-diazaph~othiazini n athanolischer Losung.
Wie bereits berichtetl), reagiert 4,4'-Dipyridylamin mit Dischwefeldichlorid in
o-Dichlorbenzol unter Bildung von x,x'-Dichlor-2,7-diazaphenothiazin(I). Dieses
gibt mit b-Diathylaminoathylchlorid in athanol. Losung einen violetten wasserliislichen Farbstoff vom Schmp. 255" (Zers.) (11).Daneben fallen rote Kristalle vom
Schmp. 221-222" (111) an. Laut Analyse sind bei I1 zwei Molekiile #I-Diathylaminoathylchlorid mit I in Reaktion getreten; bei I11 wurde nur ein #I-Diathylaminoathylrest eingefiihrt. Beide Verbindungen entstehen in der Weise, da13 sich
primar #I-Diathylaminoathylchloridan die beiden Stickstoffatome in 2- und 7Stellung bzw. nur an das Stickstoffatom in 2-Stellung unter Quaternisierung anlagert und sekundar Chlorwasserstoff abgespalten wird. Die Chlorwasserstoffabspaltung wird durch 'die Anwesenheit der Diathylaminoathylguppen begiinstigt.
Die rote Farbe von 111 ist offenbar auf die merichinoide Struktur, die tiefviolette
Farbe von I1 auf das Vorliegen eines Resonanzsystems zuriickzufiihren.
Nimmt man die Umsetzung von I mit /3-Diathylaminoathylchlorid in absol. Xylol
in Gegenwart von Natriumamid vor, so kommt es wie in der Phenothiazinreihe2)
zur Aminoalkylierung am Stickstoffatom in 10-Stellung (IV). Neben diesem Produkt, einem orange gefarbten 01, das allmahlich kristallisiert und dann einen
Schmp. von 51-52' aufweist, konnten noch rote Privmen isoliert werden, die sich
durch Schmp. (221,222')
und Mischschmp. als mit 111, dem Isomeren von IV,
identisch erwiesen. Der /!3-Diiithylaminoathylrest kann also in 2- bzw. 7- und 10Stellung in das mesomeriefahige Anion eingefiihrt werden. 111geht durch Kochen
mit #I-Diathylaminoathylchlorid in athanol. Losung in einen violetten Farbstoff
l) IV.
Mitt.: E. Kopp und M . Strell, Arch. Pharmaz. 295, 99 (1962).
a) Vgl. P. Charpentier, C. R. hebd. S6aances Acad. Sci. 225, 306 (1947).
Archiv 295. B m d . Heft 8
36
562
Archiv der
K o p p und S t r e l l
Phamazie
vom Schmp. 253" iiber, der laut Analyse und auf Grund des Mischschmp. mit I1
identisch ist.
Es wurde nun versucht, IV durch erneute Umsetzung rnit B-Diathylaminoathylchlorid in die der Substanz I1 isomere Verbindung, in der sich die aliphatischen
Reste in 2- und 10-Stellung befinden, iiberzufuhren. Neben Ausgangsmaterial konnten aber nur sehr geringe Mengen von I1 (Identifizierung durch Schmp. und Mischschmp.) nachgewiesen werden.
Die dargestellten Verbindungen besitzen geringe Antihistaminwirkung.
I
6,
a-
Beschreibung der Versuche
1. x ,x ' - D i c h l o r - 10 - ( @ - d i ii t h y 1a m i n o a t h y I ) - 2 , 7 - d i a za p h e n o t hi a zi n (117) 11 n d
x - x ' - D i c hl or - 2 - ( B - d i a t h y 1a m i n oa t h y 1) - 2 , 7 d i a z a p h e n o t hi a z i n (111)
1,62 g (0,006 Mol) I und 0,48 g (0,012 Mol) frisch zubereitetes Natriumamid werden in
14 ml abs. p-Xylol2 Std. unter RuckfluB gekocht. Das Gemisch nimmt dabei eine hraune
Parbe an. (Beiin .4bkiihlen kristallisieren z. T. gelbe Nadeln aus.) Nun wild das Reaktionsgemisch tropfenweise mit der Losung von 1,63g (0,012 Mol) /3-Diathylaminoiithylchlorid
in 5 m l abs.p-Xylol versetzt, etwa 1 Std. hei Raumtemperatur stehengelassen, 1 Std. auf
60-70" erwiirmt und schlie0lich 1 Std. unter Ruckflu0 gekocht, wohei sich die Liisung rot
~
fiirbt. Man nimmt mit Wasser auf, siiuert mit Salzsiiure an, schuttelt gut duroh und trennt
die Xylolschicht, ab. Beim Alkalisieren der wiil3rigen Phase mit Natronlauge scheidet
sich ein festes rotbraunes Produkt und ein 01ab. F,s nird mehrmals mit Ather (etwa 200 ml)
295.
Bd.
1962,Nr. 8
Tautomerie an einewi 2,7-Uiazaphenothiazinderival
563
ausgeschuttelt, die iitherische Losung mit. Ratriumsulfat getrocknet und das iitherische
Extrakt im Hochvak. destilliert. Das bei 180-185O (Luftbadtemperatur) iibergehende
gelborange 01 wird in wenig Ather gelost, filtriert und erneut i. Hochvak. destilliert;
Ausbeute 0,675 g = 31% d. Th.
Das gelbe 01 kristallisiert nach einigen Tagen im Eicrschrank - beim Xnimpfen mjt
Kristallen sofort - und besitzt dann einen Schmp. von 51-52".
C,,H,,CI,N,S
(369,5)
Ber.: C 52,Ol H 4,92 N 15,15 S 8,68 C1 1921
Gef.: C 51,68 H 5,02 N 14,99 S 8,49 C1 19,32
6 8,38
Die Base wird wie ublich in das Hydrochlorid, Schmp. 212O (Zers.), ubergefuhrt.
Der beim Ausschutteln mit Ather nicht in Losung gehende rotbraune Riicksta,nd wird
a m Methanol unter Zusatz von Kohle umkristallisiert. Aus der methanolisrhen Losung
scheiden sich rote Nadeln vom Schmp. 221,5-222" a,us. Ausbeute 0,25 g = 11,5% d. Th.
Die Verbindung ist unloslich in Wasser, loslich in Siiure mit gelber Fa.rbe, loslich i n Alkohol,
schwer loslich in Benzol.
CI,H,,C12N,S
(369,5)
Ber.: C 52,Ol H 4,92 N 15,16 S 8,68 C1 19,21
Gef.: C 51,94 H 434. N 15,02 5: 5,46 C1 19,24
Die methanolische Mutterlauge wurde eingedampft, der Ruckstand mit Wesser aufgenommen und abgesaugt. Die violette Farbe des wasserigen Filtrats jst wahrscheinlich
auf das i n Nebenreaktion entstandene I1 zuriickzufiihren. Der Ruckstand (0,15 g) wurde
i. Hochvak. sublimiert und aus Methanol unter Zusatz von Kohle umkristallisiert: Verfilzte Nadeln vom Schmp. 197O. Der Mischschmp. mit I ergab keine Depression.
-
-
2 . x ,x ' D i c h 1or - 2 , 7 - d i - ( ,¶ - d i a t h y 1a m i n o iit h y 1) - 2,7 - d i a z a ph e n o t h i a z i n - c h 1o
r i d (11) aus x , x ' - D i c h l o r - 2 - ( ,¶-diiithylaminoathyl)-2,7-~liazaphenothiazin
(111)
0,148 g (0,0004Mol) I11 und 0,082 g (0,0006 Mol) B-Diiithylaminoiithylchlorid werden in
3 ml Alkohol 5 Std. unter RuckfluS gekocht. Schon beim geringen Erwiirmen fiirbt sich
das Reaktionsgemisch tief violett. Die Lijsung wird zur Trockne eingedampft, der Ruckstand mit Wasser aufgenommen, die Losung mit Ammoniak basisch gemacht und nach
dem Filtrieren i. Vak. zur Trockne eingedampft. Durch Umkristallisieren des Filtrationsriickstandes aus Methanol erhiilt man 35 mg roter Prismen vom Schmp. 221-222", deren
Mischschmp. mit I11 kejne Depression ergibt. Der nach Eindampfen der wiiSrigen Ldsung
i. Vak. verbliebene rote Riickstand wird mit heil3em Chloroform aufgenommen, die Losung
filtriert, das Losungsmittel abgedampft, der Ruckstand mit einigen Tropfen Methanol
gelost und mit Aceton gefiillt. Dann wird das Produkt aus der Hulse mit Pyridin extrahiert,
abgesaugt und rnit Aceton gewaschen. Die schiffchenformigen roten Prismen schmelzen
bpi 353O unter starker Zersetzung.
C,,H,,Cl,N,S
(505,l)
Ber.: C 52,31
Gef.: C 5233
H 6,39
H 6,51
N 13,86
N 13,62
S 6,35
S 6,49
3. x,x'-Dichlor-2,7-di(,¶-diiithylaminoathyl)-2,7-diazaphenothiazinchlorid
(11) u n d x,x'-Dichlor-2-(~-diiithylaminoiithyl)-2,7-diazaphenothiazin
(111) a u s x , x ' - D i c h l o r - 2 , 7 - d i a z a p h e n o t h i a z i n (I)
0,27 g (0,001 Mol) I und 0,3 g (0,002 Mol) 8-Diiithylaminoiithylchlorid werden 3 Std. in
Alkohol unter RiickfluS gekocht (Violettfiirbung !) und anschlieSend die fluchtigenBestandteile i. Vak. abgezogen. Den Riickstand nimmt man mit Wasser auf, alkalisiert mit Ammoniak und filtriert. Die wiiBrige tiefviolette Losung wird i. Vak. zur Trockne eingedampft,
der Riickstand mit Chloroform ausgekocht und die Lijsung filtriert. Nach Rinengen der
31i *
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Liat und Reinhard
A r d v der
Phannazie
Losung wird uber eine Saule von neutralem Aluminiumoxyd mit einem ChloroformMethanol-Gemisch (9 : 1) chromatographiert,wobei = zu einer groben Reinigung des Farbstoffes kommt. Zur weiteren Reinigung wird mit Pyridia aus der Hiilse extrahiert nnd aus
Methanol-Aceton umkristallisiert. Die Ausbeute an reinem Produkt betriigt 0,085 g
(17% d. Th.). Die violetten Prismen schmelzen bei 2-255'
(Zers.).
C2,H,,Cl,1C',S (505,l)
Ber.: C 52,31 H 6,39 N 13,86 8 6,35 C121,08
Gef.: C 52,49 H 6,30 N 13,66 S 6.18 C120,83
Der beim Aufnehmen mit Wasser und anscblieBendeni Ammoniakalisieren verbleibende
Ruckstand wird i. Hochvak. sublimiert. Der sublimierte Anteil wird aus Methanol
umkristallisiert: Verfilzte Nadeln (0,083 g) v. Schmp. 195-196', deren Mischschmp. mit
I keine Depression ergibt. Der nicht sublimierte Anteil wird ebenfalls aus Methanol
unter Zusatz von Kohle umkristallisiert. Die roten schiffchenformigenPrismen (0,03 g,
8% d. Th.) schmelzen bei 221-222'.
Der Mischschmp. rnit dem nach Vorschrift 1. dargestellten Produkt weist keine Depression auf.
Aiischrift: Dr. E. hopp, Nlinchen, ArcisstmUe 21.
2135. P. H. L i s t und C. R e i n h a r d *)
Pilzinhaltsstoffe. XI. Mitteilung**)
Erne schwefelhaltige Diaminodicarbonsiiure im Hexenei von Phallus impudicus L.
Bus den Instituten fur Pharmazie und hbensmittelchemie
der Universitaten Miinster und Wiirzburg
(Eingegangen am 13. Januar 1962)
Die Stinkmorchel, Phallus impudicus L., entwickelt sich aus dem zuniichst unterirdisch wachsenden, spater wenig aus dem Boden ragenden Hexenei innerhalb
weniger Stunden und ohne weitere Stoffzufuhr von a d e n . Dies 1aBt sich im Versuch
sehr leicht zeigen, indem man ein ausgegrabenes, gut ausgebildetes Exemplar bei
Raumtemperatur in einer feuchten Hammer aufbewahrt. Innerhalb einiger Stunden
schiebt sich aus der Eihiille der Schaft einer voll ausgebildeten Stinkmorchel. Erst
beim ReiBen der uber der Gleba, der olivgrunen, sporenbildenden Masse, liegenden
diinnen Haut verbreitet sich der bekannte Aasgeruch. Da aber das Hexenei auch
im zerkleinerten Zustand und bei langerem Liegenlassen an der Luft hochstens
schwach rettichartig riecht, mussen die Geruchsstoffe darin in nichtriechender
Form vorgebildet sein.
Das aus dem Wasserdampfdestillat einiger reifer Stinkmorcheln gewonnene gelbe
01 enthielt Stickstoff und Schwefel und hatte den charakteristischen Geruch,
besonders in starker Verdunnung. Demzufolge mul3ten auch die im Hexenei vorliegenden Grundsubstanzen stickstoff- und schwefelhaltig sein. Die einzigen bisher
beschriebenen lnhaltsstoffe von Phallus impudicus, Dimethylamin, Trimethylamin
*) Auszug aus der Dissertation C. Reinhard, Wiirzburg 1961.
**) X.
Mitt.: Hoppe Seyler's Z . physiol. Chern. 319, 17 (1960).
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