close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Trennung des Aloins in Diastereomere und deren Charakterisierung.

код для вставкиСкачать
313/80
3
4
5
6
7
8
9
Trennung des Aloins in Diastereomere
113
C. DeBoer, A. Dietz, J. S. Evans and R. M. Michaels, Antibiot. Annu. 1959/1960,220.
W. L. Lipschitz and Z. Hadidian, J. Pharmacol. Exp. Ther. 81,84 (1944).
T. Ueda and I. Nakata, Yakugaku Zasshi 80, 1068 (1960).
D. J. Bauer and F. W. Sheffield, Nature 184, 1496 (1959).
D. J. Bauer and P. W. Sadler, Brit. J. Pharmacol. 15, 101 (1960).
Jan M. Z. Gladych, R. Hornby, J. H. Hunt et al. J. Med. Chem. 15,277 (1972).
Allen and Hanburys Limited, Netherlands Pat. 6410823,1965; C. A. 63, 13295 (1965).
[Ph 1121
Arch. Pharm. (Weinheim) 313, 113-120 (1980)
Trennung des Aloins in Diastereomere und deren Charakterisierung
Harry Auterhoff*, Engelbert Graf, Gunther Eurisch** und Mihai Alexa
Pharmazeutisches Institut der Universitat Tubingen, Auf der Morgenstelle, 7400 Tubingen
Eingegangen am 30. April 1979
Aloin wurde durch Hochdruckfliissigkeitschromatographiein Aloin A und Aloin B getrennt. Aloin A
laSt sich aus Aloin auch durch mehrfache Kristallisation aus Methanol rein gewinnen. Die Aloine
unterscheiden sich insbesondere durch ihre optischen Drehwerte und circulardichroitischen Effekte.
Wie die Partialsynthese aus Anthronen und a-Bromacetoglucose zeigte, ist in beiden Aloinen der
Glucosylrest 0-standig mit dem Aloeemodinanthron verbunden; C-1’ des Glucosylrestes ist
R-konfiguriert. Aloin A und B unterscheiden sich durch die Konfiguration von C-10 des
Anthronrestes. Die Auswertung der ‘H-NMR-Spektren macht fur Aloin A die 10 R, 1’R-Konfiguration wahrscheinlich, fur das chemisch labilere Aloin B die 10 S,l’R-Konfiguration.
Resolution of Aloin into Diastereomers and Their Characterization
Aloin was separated into aloin A and aloin B by HPLC. Aloin A may also be obtained by
crystallization of aloin from methanol. The two aloins differ mostly in optical rotation and circular
dichroism. The synthesis from anthrones and acetobromoglucose shows that in both aloins the
anthrone is in the 0-position of the D-glucose. C-1’ of the D-glUCOSe has the R-configuration. Aloin A
and aloin B have different configurations at C-10 of the anthrone part. ‘H-NMR spectra show that
aloin A is the 10 R,l‘R- compound, whereas the chemically less stable aloin B is the 10.5,
1‘-R-compound.
Handelsiibliche Aloine haben sehr unterschiedliche physikalische Eigenschaften. Wie
Diinnschichtchromatogramme zeigen, sind manche Produkte bloBe Aloeextrakte, andere,
die im DC nur einen Fleck geben, schwanken recht stark im Schmelzpunkt und Drehwert,
0365-6233/80/0202-0113 S 02.50/0
8 Verlag Chemie, GmbH, Weinheim 1980
114
Auterhoff,Graf,Eurisch und Alexa
Arch. Pharm.
und die Vermutung liegt nahe, daB es sich auch beim ,,reinen" Aloin um ein
Isomerengemisch handelt. Die Moglichkeit verschiedener isomerer Aloine an sich ist
durch die Spaltung der Aloinglucoside Cascarosid A und B bewiesen worden'). Setzt man
voraus, daB als Glucosylrest immer die D-Glucose in der Pyranoseform und in gleicher
Weise an Aloeemodin-9-anthron gebunden ist, so bleibt die verschiedene Konfiguration
des C- 10-Atoms im Anthronteil, und es mussen zwei Diastereomere existieren.
Wir fanden, daB Aloine, die bei der DC in den verwendeten FlieBmittelsystemen
einheitlich schienen, durch Hochdruckflussigkeitschromatographie (HPLC) an geeigneten
Saulen und mit passenden FlieBmitteln in die Komponenten A und B getrennt werden
konnten. Ein Beispiel zeigt Abb. 1.
I
I
1
l
0
1
2
3
I
I
4min5
Abb. 1: HPLC von Aloin der Fa. Mac Farlan. Knauer-Saule mit Lichrosorb RP-8. AcetonitriliWasser
75 (VIV).
= 25
+
Das Mengenverhaltnis der Komponenten A und B schwankte bei den untersuchten
Aloinen recht stark, A kommt in der Regel aber in groBerer Menge vor. Wir fanden
weiterhin, daB die Substanz A aus einer Losung in Methanol auskristallisiert, und daB nach
drei- bis viermaligem Umkristallisieren sich ihre Konstanten nicht mehr andern. In den
Mutterlaugen reicherte sich die Substanz B an, war daraus aber nicht rein zu isolieren.
Reines B wurde von uns durch HPLC gewonnen.
DaB es sich bei den Substanzen A und B um Aloine handelt, zeigen die identischen
Massenspektren mit dem Molekulpeak 418 und gleichen Bruchstucken (Abb. 2).
313/80
115
Trennung des Aloins in Diastereomere
100
56
%
50
250
0
m
"
100
200
$00 rnle
300
Abb. 2: Massenspektren von Aloin A bzw. Aloin B
Die Konstanten von Aloin A und B sind in der Tab. 1 zusamrnengestellt.
Tab. 1: Eigenschaften der Aloine A und B
Schmp. (Kofler Heiztischmikr.)
[(Y]:
(C* 0,s; CH30H)
DC (Fertigpl. Kieselgel F 254;
Ethylacetat + CH30H + HzO
= loo+ 17 + 13)
Circulardichroismus
bei 295 nm
Aloin A
Aloin B
148'
+ 10,20
138-140'
- 73,OO
Rf 0,28
Rf 0,30
positiv
negativ
5,13 P P ~
ziemlich
stabil*
5,27 ppm
chemisch
labiler
1H-NMR:
Proton am C-1'; 6-Wert
S tabilitat
* In waSrigem Methanol am Licht zersetzt sich Aloin A in 72 Std. zu etwa 10 %.
Abb. 3 zeigt die CD-Spektren von Aloin A und Aloin B irn Vergleich zu ,,Aloin'' Mac
Farlan; Abb. 4 und Abb. 5 geben die 'H-NMR-Spektren wieder.
116
Auterhoff,Graf,Eurisch und Alexa
Arch. Pharm.
A&
I
6
A.
5
L
3
2
1
t
0
1
2
3
4
5
E
7
Abb. 3: CD-Spektren von Aloin A, Aloin B, und ,,Aloin" Mac Farlan. x x x = ,,Aloin" Mac Farlan
____ Aloin A -= Aloin B
b :12
TI
'0
9
8
Abb. 4: 'H-NMR-Spektrum von Aloin A
7
6
5
L
3
2
1 PPmd
313/80
11
6:12
117
Trennung des AIoins in Diastereomere
10
9
8
7
6
5
L
3
2
'
PPm 0
E
m
3
Abb. 5: 'H-NMR-Spektrum von Aloin B
Fur die Klarung der Konfiguration der Aloine A und B war der Vergleich mit
partialsynthetischen Anthronderivaten wichtig. Setzt man 1,8-Dihydroxyanthron mit
a-Bromacetoglucose um, so erhalt man nach Abspaltung der Acetylgruppen ein
1,8-Dihydroxy-lO-~-glucopyranosyl-9-anthron,
das des fehlenden asymmetrischen CAtoms im Anthron wegen im HPL-Chromatogramm einheitlich ist. Setzt man Aloeemodinanthron in gleicher Weise um, so wird ein Aloin erhalten, das nach dem HPL-Chromatogramm Aloin A und Aloin B zu etwa gleichen Teilen enthalt. Es unterscheiden sich Aloin
A und Aloin B also durch die Konfiguration des C-10-Atoms. a-Bromacetoglucose
reagiert stets stereospezifisch zum P-standigen, aquatorial substituierten Produkt*):
Br
H
Eins der Aloine muB die 10 R,l'R-, das andere die 10 S,l'R-Konfiguration haben.
Formel Seite 118
Die 'H-NMR-Spektren von Aloin A und B, aufgenommen in deuteriertem Dimethylsulfoxid, decken sich weitgehend. Der groBte Unterschied besteht im Bereich 6 5 , l bis 5,3
ppm, wo die Signale der anomeren Protonen zu finden sind3). Im Spektrum von Aloin A
liegt das Doppeldublett bei 6 5,13 ppm, bei Aloin B bei 6 5,27 ppm und damit in der Nahe
des Tripletts, das auf das Proton der alkoholischen Hydroxylgruppe des Aloeemodins
zuriickzufuhren ist und im NMR-Spektrum des zum Vergleich herangezogenen 1,8-Dihy-
118
Auterhoff, Graf, Eurisch und Alexa
Arch. Pharm.
HO
10 R,l'R-Aloin
10 S,l'R-Aloin
droxy-10-D-glucopyranosyl-9-anthrons
fehlt. Die sehr geringe Differenz der 6-Werte $13
und 5,27 spricht ebenso wie die Partialsynthese fur die gleiche 6-Bindung des
Glucosylrestes an dem Anthronrest, denn das anomere Proton einer a-D-Glucose ist im
Vergleich zu dem der p-D-Glucose um etwa 0,s ppm verschoben4). Der Wert 6 5,13 ppm
spricht fur die ,,trans"-Anordnung der Protonen am C-10 und C-l', denn trans-Verbindungen treten allgemein im hoheren Feld in Resonanz; der Wert von 6 5,27 ppm deutet auf
die ,,cis"-Verbindung hin. Aloin A diirfte die ,,trans"-, Aloin B die ,,cis"-Form sein. Fur
diese Zuordnung spricht auch die groRere Stabilitat von Aloin A, denn die trans-Anordnung ist energetisch begiinstigt.
Die Signale der Aromatenbanden zwischen 6 6,8 ppm und 7,6 ppm sind im Aloin A und
B etwas unterschiedlich, was auf eine abgestufte Wechselwirkung des Anthrongeriistes mit
einer Hydroxylgruppe des Glucosylrestes hinweist, die auf einem verschiedenen Abstand
des Protons C-5 von der Hydroxylgruppe am C-2' beruhen kann. Wir nehmen dabei an,
daB der Glucosylrest und der Carbonylsauerstoff am C-9 entgegengesetzt angeordnet sind.
Da C-1' in beiden Aloinen R-Konfiguration hat, miiRte Aloin A unter Beriicksichtigung
aller beschriebenen Eigenschaften die 10 R,l'R-, Aloin B die 10 S,l'R-Verbindung sein.
DaB eine Razemisierung des C-10 iiber die Anthranolform moglich ist, zeigt die
Behandlung von reinem Aloin A oder B mit schwachem Alkali; es bildet sich aus Aloin A
zum Teil Aloin B, aus Aloin B zum Teil Aloin A.
Auf die Anwesenheit einer sehr geringen Menge Anthranolform im Aloin A weist das
NMR-Spektrum hin, wo man neben den beiden intensiven Signalen der Protonen der
phenolischen Hydroxylgruppen bei 6 11,8 ppm noch ein schwaches Signal findet, das auf
das Proton der Anthranolform zuriickgefiihrt werden kann. Die Moglichkeit der
Enolisierung des Aloins zeigt sich auch im Elektronenspektrum bei der Behandlung mit
Alkali: Es treten Maxima bei 265 und 385 nm auf, wie sie auch 1,8,9-Triacetoxy-3-methylanthracen aufweist.
Wir danken dem Fonds Chemie fur die Unterstutzung dieser Arbeit.
313/80
Trennung des Aloins in Diastereomere
119
Experimenteller Teil
Hochdruckfliissigkeitschroma tographie
a) Fliissigchromatograph hp (Hewlett Packard) lOlOA identisch rnit Hupe + Bosch UFC 1000,
ausgestattet mit automatischem praparativem Betrieb.
Saule: Knauer Stahlsaule 25 cm x 4,6 cm i. D., gefiillt mit Lichrosorb RP-8; KorngroOe 7 pm
FlieBmittel: MethanNWasser bidest. = 45 55 (V/V) und Acetonitril p. A./Wasserbidest. = 25
75 (V/V)
DurchfluBrate: a) bei der praparat. Trennung: 1,08 - 1,15 ml/min. b) bei deranalyt. Untersuchung
2 ml/min.
Detektion: UV 295 nm
Probenlosung: In der Regel 1 proz. Losungen im FlieOmittelsystem
Druck: 190-210 bar.
b) Zur praparativen Trennung von Handels-Aloin wurden verwendet:
Saulen: 2 Lobar Fertigsaulen Fa. Merck, GroBe B (Art. Nr. 11804)'310 cm x 25 cmi. D. gefiillt mit
Lichrosorb RP-8; KorngroBe 40-63 pm
FlieBmittel: Acetonitril p. A./Wasser bidest. = 25
75 (V/V)
DurchfluBrate: 3 ml/min.
Detektion: Differential-Brechungs-Detektor LDC-refracto-Monitor 1 103
Probenlosung: 10 ml einer 5 proz. Losung im FlieBrnittel.
Samtliche Probenlosungen wurden vor Aufgabe auf die Saule durch ein Sartorius-Membranfilter
filtriert. Die analytischen Proben von 5 p1 bzw. 10 pl wurden mit einer Hamilton Spritze iiber eine
Rheodyne Probenschleuse auf die Saule gegeben.
Optische Drehung:Perkin Elmer Polarimeter 141 mit digital. Ablesung. Mikrokiivette 10,002 cm (1
ml); 489 nm; 30". Circulardichroismus: Gerat CD 185 der Fa. Roussel-Jouan, Paris; Bereich 800-200
nm. Empfindlichkeit 1 x 10" dichr. Abs. Einh. pro mm Schreiberausschlag. Geschwindigkeit: 0,5 x
0,25. Zeitkonstante 4. Massenspektrometrie: Varian CH 7. Probentemp. 190". Ionenquelle: 250".
Beschleunigungsspannung 6 eV. Ionisierungsenergie 70 eV. 'H-NMR: 90 MHZ Brucker HFX-90.
8-Werte bezogen auf DMSO-d, bei 224,l Hz B 2,49 ppm. Losungsmittel: Deuteriertes Dimethylsulfoxid Uvasol Merck.
+
+
+
1,8-Dihydroxy- 1 0-Dglucopyranosyl-9-anthron
Tetraacetylprodukt nach '), Ausbeute 25 % d. Th.; Verseifungin Ethanol unter N, rnit Natriumethylat
in 2 h bei Raumtemp. Ausb.: 18 % d. Th., Schmp. 123" (Kofler).
Aloeemodinan thron
Darst. nach 6 ) . Schmp. 196". Reinheitspriifung dc: Kieselgel-Fertigplatte Merck 60 F 254; Ethylacetat
Methanol Wasser = 100 17 13. Rf = Aloeemodinanthron 0,75, Aloin 0,35, Aloeemodin
0,80.
+
+
+ +
Aloin aus Aloeemodin-9-anthron
3,O g Aloeemodin-9-anthron wurden unter N, mit 6,O g a-Bromacetoglucose und 15 ml 1 N-NaOH 24
h bei Raumtemp. umgesetzt. Das entstandene Tetraacetylprodukt (Ausb. 17 %) wurde in Ethanol
unter N, rnit Natriumethylat in 2 h bei Raumtemp. verseift. Das entstandene ,,Aloin" wurde
HPL-chromatographisch identifiziert.
120
Eiden und Scbmiz
Arch. Pharm.
Umlagerung von Aloin A bzw. B
+
Zu je 5 ml einer 0,l proz. Losungvon Aloin A bzw. B i n AcetonitriVWasser 25 75 (VIV) wurden
0,2 m l 0 , l N-NaOH zugesetzt. Nach 1/2 bzw. 4 h wurden die Losungen HPLC untersucht (Methode
a). Aloin A zeigte zusatzIich den Peak von Aloin B und umgekehrt.
Literatur
** Teil der Dissertation Gunther Euriscb, Tiibingen 1979.
1 J. W. Fairbairn, C. A. Friedmann und S. Simic, J. Pharm. Pharmacol. 15, 292 T (1963).
2 J. Lehmann, Chemie der Kohlenhydrate, S. 106, G. Thieme Verlag, Stuttgart 1976.
3 J. W. Fairbairn, F. J. Evans und J. D. Phillipson, J. Pharm. Sci. 66, 1300 (1977).
4 H. Gunther, NMR-Spektroskopie, S. 77, G. Thieme Verlag, Stuttgart 1953.
5 H. Miihlemann, Pharm. Acta Helv. 27,15 (1952).
6 H. Bohme und J. Bertram, Arch. Pharm. (Weinheim) 288,510 (1955).
[Ph 1131
Arch. Pharm. (Weinheim) 313, 120- 128 (1980)
1,2-Bisbenzop yranyl-ethene”
Fritz Eiden* und Claw Schmiz
Institut fur Pharmaeie und Lebensmittelchemie der Universitat Miinchen, Sophienstraae 10,
8000 Miinchen 2
Eingegangen am 3. Mai 1979
Die pyranring-kondensierten Stilbene 7a und b, 12, 19 und 28 wurden durch Ringschlufireaktionen
aus substituierten Stilbenen oder durch Vinylen-Verkniipfung von Chroman hergestellt.
1,2-Bis(benzopyranyl)ethene
The pyranostilbenes 7a and b, 12,19 and 28 were synthesized by ring closure reactions of substituted
stilbenes or through vinylene coupling of chromane.
Stilben-Derivate finden u.a. als Ostrogene, Antiostrogene, Spasmolytica, Chemotherapeutica,
Coronardilatatoren und Appetitziigler Verwendung.
Wir haben nach Verfahren gesucht, die zur Synthese von Stilbenen mit kondensierten Pyranringen
geeignet sind.
03654233/80/02024120 S 02.50/0
0 Verlag Chemie, GmbH, Weinheim 1980
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
2
Размер файла
299 Кб
Теги
aloin, derek, charakterisierung, des, diastereomeric, trennung, und
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа