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Ueber das Jalapin Scammonin.

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T b. P o 1 e c k , Ueber das Jalapin
3 15
Ueber das Jalapin (Scnmmonin).
Von T h e o d o r P o l e c k .
(Eingegangen den 22. V. 1894).
Eine aus dem pharmaceutischen Institut der Universitlt zu
Breslau hervorgegangene und von mir vor ca. 2 Jahren veriiffentlichte
chemische Untersurhung des Jalapins ist von H. S p i r g a t i s I)
zum Gegenstand eines Angriffs gemacht worden, den ich im Interesse
und z u r Klarung der Sache nicht unbeantwortet lassen dad. Da
die Arbeit nicht im Archiv sondern in der Zeitschrift des allgemeinen
osterreichischen Apotheker-Vereins2) veroffentlicht worden ist , so
erscheint einmal hier die Mitteilung ihrer Resultate notwendig,
andererseits aber macht der eigenartige Ton des Angriffs mir den
Abdruck ihrer Motivierung zur Pflicht, den ich hier wortlich folgen
lasse.
,Vor ungefhhr 10 Jahren ging aus dem pharmaceutischen Institut
der Universitit zu Breslau eine Inaugural-Diss~rtation,,fiber das Jalapin
und dessen Spaltungsprodulite durch verdiinnte SalzsiLure" hervor, in
welcher S a m e 1 s on,unter teilweher Bestatigung der Angaben frtiherer
Uiitereuchungen, auch zu einigen nicht uninteressanten neuen Resultaten
gulangt war, deren vorliufige Mitteilung ich in der chemischan Sektion
der Naturforscher-Versammlung in Magdeburg veranlaht hatte."
Vor der Veroffentlichung dieser Arbeit in einer Fachzeitschrift
mollte ich mir jedoch durch Kontroll-Versuche erst Aufkliirung verschaffen iiber einige auffallende Divergenzen mit den friiheren Arbeiten
tiber Jalapin, welche die Identitiit deseelben mit dem Scammonin in
Frage stellten, und namentlich iiber die von S a m e 1 s o n angenommene
Bibasicitiit der JalapinolsiLure, die mir ungeachtet der g u t iibereinstimmenden Analysen zweifelhaft erschien.'
,,Das Material ftir die Arbeit von S a m e 1 a o n war unter Garantie
der Reinheit von G e h e t C o m p . in Dresden in grafserer Menge
bezogen. aber fast gain aufgebraucht warden. Bei erneutem Bezuge
wurde mir spiLter von derselben Firma mitgeteilt, dafs das in den
Preislisten aufgeftihrte Jalapin nicht mehr aus den Stipites Jalapae
dxrgestellt werde, diese im Handel iiberhaupt nicht mehr vorkambn
1)
2)
Dieses Archiv 1894. S. 241.
Zeitschrift d. allg. asterr. Apoth.-Vereins No. 19, 20, 21. 1893.
-
.>I.*
T h. P o 1 e c k , Ueber das Jalapin.
316
oder nur sehr schwer zu beschaffen seien. Unter solchen Urnstinden
benutzte ich zur Darstellung von neuen Mengen des Jalapins einen
Teil der in der Sammlung des Instituts vorhandenen Droge, auch war
mein hochverehrter Freund Professor Fliickigsr in Strafsburg so giitig.
mir eine kleine Quantitat Jalapin zur Verfiigung zu stellen. Die bei
dieser meiteren Untersuchung erhaltenen Resultate bestarkten meine
Zweifel, doch war das vorhaudene Material noch nicht ausreichend,
urn vollstindige Gewifsheit zu gewinnen, diese war nur zu erreichen
durch Verarbeitung notorisch echter Stipites Jalapae. Nach mehreren
vergeblichen Versuchen. in den Besitz dieser Droge zu gelangen, erhieltich endlich im vorigen Jalire durch Verrnittlung von Dr. S c h u c h a r d t
in (+orli*L aus London einen griil%eren Posten echter Stipites Jalapae.
Dieser lieferte ausreichend Material Z U P Entscheidung der fraglichen
Punkte und haben meine beiden Assisten Dr. L a n g e r und Dr. G r u t z n e r
mich bei der Priifung dieser Arbeit unterst12tzt.Y
,Es war mir daher iiicht friiher moglich, die in dem unter meiner
Leitung stehenden Institut ausgefiihrten Arbeiten iiber das Jalapin
im Zusammenhange zu veraffentlichen, ihre Resultate diirften aber nun
jeden Zweifel an der ldentitPt der Glykoside aus den Knollen der
Stipites Jalapae und von Convolvulus Ycammonia L., sowie wohl auch
der Ipomoea simulans Ranbury beseitigen."
Nach Auffiihrung der betreffenden Literatur bemerkte ich noch,
.in zwei spilteren Arbeiten wies S p i r g a t i s 1) rruf das viillig analoge
Terhalten der harzahnlichen Bestandteile von Convolvulus Soammonia
L. hin, die er Scammonin nannte und deren Identitiit mit Jalapin er
annahm."
Die vorstehende. S p i r g a t i s bekannte Darstellung hatte ihn zu
einer anderen Fassung der Einleitung seines Artikels veranlassen konnen.
Dissertationen sindErstlings-Arbeiten, sie sollen selbstandig ausgeftihrt
werden, ihr Inhalt aber wird erst von Bedeutung, wenn er durch
seine Veroff entlichung in einer Fachzeitschrift in den grofsen wissenschaftlichen Kreislauf gelangt. Unter diesen U m s t h d e n war es
ganz korrekt, wenn ich die Publikation dieser Arbeit bis zur Aufklarung der mir zweifelhaften Punkte zuriickhielt, und ebenso kann
ich es nicht .einigermalsen komisch" finden, wenn ich nach einer
Erkllrung des Irrthums von Samelson suchte, den ich sonst als eineD
zuverlrissigen Arbeiter kennen gelernt hatte.
1)
Annal. d. Chem. u. Pharm, B. 116 u. B. 139. 1660 a. 1866.
T h. P o l e c k , Ueber das Jalapin.
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Zur weiteren Beurteilnng des Inhalts der in Rede stehenden
Publikation von S p i r g a t i s erscheint die nachstshende Mitteilung
der Resultate meiner Arbeit l) geboten.
1. Das Jalapin ist seiner Zusammensetzung und seinem ganzen
chemiachen Verhalten nach identisch mit dem aus der Wnrzel
von Convolvulus Scammonia L. dargestellten Glykosid
Scammonin.
2. Das Jalapin C3, H, O,, ist das Anhydrid einer zweibasischen
Saure, durch Aufnahme von zwei Molekeln Wasser geht es in
die entsprechende Saure, die Jalapinsaure CI7 Hm O9 uber, deren
Baryumsalz die Zusammensetzung C17 H,, Ba OQ besitzt.
3. Salzsaure spaltet das Jalapin in Zucker und Jalapinolsaure
+
+
C34 Hm 0 1 6 5 H2 0 = 3 c6 HI, 0 6 c16 H30 0 3
Das von S a m e 1 s o n als Aldehyd charakterisierte Jalapinol
konnte unter den Spaltungsprodukten nicht aufgefunden
werden.
c,, H30 03, sie ist einbasisch, wie durch die Analyse ihres Baryum- und Silbersalzes und ihres Aethylesters bewiesen wird. Sie ist identisch
init Scammonolsaure. Die Annahme von S a m e 1 s o n , die
Jalapinolsaure sei zweibasisch nnd ihre Zusammensetznng
H30 0, ausgedrtickt, entspricht
werde durch die Formel
daher nicht den thatsachlichen Verhdtnissen,
4. Die Jalapinolsaure besitzt die Formel
5. Das
Jalapin giebt bei der Oxydation mit Salpetersaure,
Kohlensaure , Isobuttersaure und die mit der Sebacinsaure
isomere Ipomsaure ; dagegen entstand bei der Oxydation des
Jalapins durch Kaliumpermanganat keine Ipomsaure. sondern
Oxaluaure, Isobutters%ure und Oxyisobuttersaure.
6, Die Jalapinolsaure zerhllt durch Kaliumpermanganat, wie es
scheint ohne weitere Nebenprodukte, in Isobuttersaure, von
der ein Teil weiter zu Oxyisobuttersaure oxydirt wird.
C 1 6 H B 0 3 + 4 N n 0 4 K = 2 C 4 H , K 0 , + 2 C,H7KO3 4Mn0,
H2 0.
Bei einem Vergleich der analytischen Resultate, die bei der
Untersuchung der beiden Glykoside Scammonin und Jalapin von
+
1)
1. c.
+
T h. P o 1e c k , Ueber das Jalapin.
318
Spirgatis und mir erhalten wurden, stellt sich deren vollst&ndige
Uebereinstimmung heraus. sie erganzen und bestatigen sich gegenseitig, wie nachstehende Mittelzahlen zahlreicher unter einander
stimmender Analysen beweisen.
Spirgatis
Poleck
Scammonin
Jalapin
berechnet nach
c34
O16
C! 56,50 Proz.
56,45 Proz.
56.66 Proz.
7,78
H 7,97 ,,
i,93 ,,
0 35.53
35.63 "
35.56 ,,
l ~ @ , OProz.
0
100,0!, Proz.
100,OO Proz.
S c a m m o n ins.
J a 1 a p i n 8.
berechnet nach
c
3
4 =@
018 I
C 5439 Proz.
5 3 , N Proz.
53,96 Proz.
H 8,16
7,93
7,94
0 37.25
38.57 ,,
38.10 ,,
n
100,OO Proz.
100,OO Proz.
100,OO Proz.
S c a m m o n o l s . J a l a p i n o l s . berechnet nach
C18H,0,
C i!),95 Proz.
iU,80 Proz.
D
iL.11 Proz.
H 11.51
11,?6
11.11 ,,
0 Ii,54
17.94 "
n
17.i8
100,OO Proz.
1&).~10
Proz.
100.00 Proz.
S c a m m o n i n s.
J rrl a p i n s.
Baryum
B ar y u m
berechnet nach
(CI8Ha0&Ba
C 56,il Proz.
5G,i4 Proz.
n
56.88 Proz.
H 9,00
8999 n
8.60
0 14.10
14,50 ,
14J3 ,,
20,29
Ba 20,19
19,ii ,,
!OU,OU Proz.
lU0,IJO Proz.
1u0,OU Proz.
Spirgatis
Poleck
Aethylester d. Scammo-. Aethylester d.
nolsaure
Jalapinsaure berechn. nach C18%(CaH5) 0,.
7230 Proz.
n
72,48 Proz.
C i2,39Proz.
H 11,65
11,49 ,,
n
11,42 ,,
0 15.96 ,
16.21
n
16.10
,,
100,OU Proz.
1 ~ 0 , 0 0Proz.
100.00 Proz.
Bei der Oxydation der Scammonolsaure mit Salpetersaure erhielt
Spirgatis Ipomsaure und Oxalsaure, das gleiche Resultat gab die
Oxydation der Jdapinolssure. Die Oxydation des Scammonins durch
Ealiumpermanganat hat Spirgatis nicht untersucht.
1
I)
$.
Dieser vollsttindigen Uebereinstimmung beider Untersuchungen
steht nur die e i n e Differenz in der Zusammensetzung der Uaryumsalze der Scammonin- und Jalapinsaure gegeuiiber.
T h. P o 1 e c k , Ueber das Jalapin.
Sp ir g a t is
berechn. n. d. Formel
Baryumsnlz
C, Hje 0,3Ba0 in alten
C 42,2GProz.
H 6,02 ,,
0 30.04
Ba 21.68
l(lO,ufJ Proz.
Aequivalentgewichten
42.97 Proz.
588
29,il ,,
31,44 ,,
100,OO Proz.
P o 1e c k
39,41 Proz.
5958
n
28,48
26.52
.(
100,OO Proz.
319
berecbnet nach
1'34 H58 OIL3 Ba,
39.iG Proz.
5,46
28,09
26.X
I
1O(J,OO Proz.
Salze mit einem anderen Baryumgehalt, wie jener meiner vorstehenden Analyse konnten in wiederholten Darstellungen nicht erhalten werden. Ich muIs daher den von S p i r g a t i s angefochtenen
Satz meiner Abhandlung in seinem ganzen Umfange aufrecht erhalten :
,,es sind daher die Angaben von W. M n y e r l), der die Existenz
von drei Baryumsalzen durch seine Analyse begriindet zu haben
und K e 11 e r 3, hinfallig, um
glaubt, wie jene von S p i r g a t i s
so mehr, als die Zusammensetzung dieser Salze eine in jeder Besiehnng ungewohnliche und auch mit der Znsammensetzung der Jalapinsiiure nicht in Uebereinstimmung zu bringen ware.'
,Die von M a y e r und S p i r g a t i s aufgestellte Formel der
Jalapinsaure entspricht daher nicht den thatsiichlichen Verhaltnissen.
Der Angriff von S p i r g a t i s macht inir eine nahere Begriindung dieser S%tze zur Pflicht.
M a y e r l) hat in zehn verschiedenen Darstellungen Baryumsalze
der Jalapinsaure erhalten, deren Gehalt von 9 3 9 Proz. bis 24,03 Proz.
Baryumoxyd schwankt und K r o m e r 9, auf den sich Spirgatis auch
beruft, bemerkt, dafs das Scammonin, j e nachdem Baryumhydrat
in der Kiilte oder WLme einwirkt, verschiedene DIengen von Baryt
zu binden im Stande ist. Ich vermag nun nicht zu entscheiden,
narum S p i r g a t i s kein Salz mit hoherem Baryumgehalt erhalten
hat, wohl aber Itifst sich aus seiner Arbeit erkennen, wie er zu
Annal. d. Ph. u. Chem. B. 95. 1855 S. 142.
1. c. S. 303.
3) AnnaI. d. Chem. u. Ph. Bd. 104 S. i 2 .
*) Studien uber die Convolvulaceenglykoside. Dorpat 1892, 5. 21.
l)
2,
320
T h. P o 1 e c k . Ueber das Jalapin.
dieser unrichtigen Forinel der Jalapinsaure und ihres Baryumsalzes
gelangte.
S p i r g a t i s adoptierte die von M a y e r aus den Analysen der
Jalapinsawe berechnete und in den alten Aeqnivalentgewichten aufgestellte Formel c68 H,, O,, 3HO und im Anschlurs daran die Formel
ihres Baryumsalzes Cm H, 03,3Ba0, wiihrend If a y e r und S p i r g a t i s aus ihren Analysen mit gleichem Recht die Formel der Saure
C, H,, 032
4HO hatten ableiten konnen, die in den gegenwartigen
Atomgewichten ausgedriickt der Molekularformel C34H60018entspricht
und damit in einfachen Beziehungen zum Jalapin und Scamrnonin
und dessen gesamten chemischen Verhalten steht. Bei der
Identitat dieser beiden Korper fallt wohl der Vorwurf von S p i r g a t i s , ,,wie P o 1 e c k uber die Zusammensetzung einer Verbindung
urteilen konnte, welche er seiner eignen Angabe nach nie linter
Handen hatte”, in sich zusammen.
Ich habe nichts weiteres hinzuzufiigen, wohl aber ergreife icli
gem diese Gelegenheit, um zu meiner Abhnndlnng iiber das Jalapin
nachtriiglich zu bemerken, dafs die Spaltung des Jalapins in Zucker
und Jalapinolsaure die Verdopplung der von mir aufgestellten Forinel
der Jalapinsaure notwendig macht.
c34 H56 O16 f 2HZo
= c34 HIW 0 1 8
Jalapin
Jalapinsanre
und diese Saure daher als eine vierbasische Saure aufiufasseu ist,
woinit die Zusammensetzung ihres Baryumsalzes CIPH5BBa, 01,
YOUstandig ubereinstimmt.
Breslan, den 20. Mai 1804.
Pharmaceutisclies Institnt der Uiiiveraitat.
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