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Ueber das Silphion der Alten.

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Berendes: Silphion der Alten.
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Bei den weiteren Fiillungen schieden sich nur noch ijlige Fltissigkeiten ab, die nicht mehr abfiltriert werden konnten.
Die Untersuchung der von den Samen befreiten Hillsen ergab,
dall sich ihnen mit Chloroform, wenn auch in vie1 geringerer Menge
ein Balsam entziehen lallt, der dem aus den Samen gewonnenen sehr
llhnlich ist, ohne aber dessen Geruch zu besitzen.
Bus einem alkoholischen Auszuge der Hiilsen schied sich ierner
bei rangerem Stehen ein briiunlicher Niederschlag ab, der sich in
Natriumkarbonat, Kalilauge und Ammoniak mit brauner Farbe leicht
lijste und aus der L6sung durch Sguren anscheinend unverandert
wieder gefallt wurde.
Ueber das Silphion der Alten.
Von Professor Dr. B e r e n d e s.
(Eingegangen den 20. VI. 1906.)
Es gibt wenige Pflanzen nnd Drogen des Altertums, ie en
Botanikern und Pharmakognosten ewiel Kummer gemacht haben, wie
die Umbellifere von Kyrene, das Silphion, denn so bezeichneten die
Griechen sowohl die Pflanze als auch den Saft, hauptsachlich den
Wurzelsaft.
Die ersten historisch sicheren Nachrichten iiber daa Silphion
finden sich bei Herodot I), der Kyrene (das Hochland an der Nordkfiste
Afrikas zwischen der Grollen Syrte und dem Vorgebirge Ardanis jetzt Rbs el Melloh -) als das Gebiet des Silphion angibt, aber schon
von Aretaus, dem Lehrer des Homer, heillt es, dall er dasselbe nach
Griechenland eingefiihrt habe. Wir begegnen ihm auch in der Arzneimittellehre der alten Juden und Inder. Bei Antiphanes*) und dern
Xikander-Scholiasten (Alexipharm. 308) heillt nur die Wurzel Silphion.
Galens) sagt, diese Bezeichnung sei mit der Zeit auf die game P5anze
fibergegangen. Theophrast 4, nennt das Blatt M a s p e t o n , den Stengel
M agydaris, den (platten) Samen P h y l l o n wegen der Blattiihnlichkeit.
Er sagt: das Blatt ist dem des Sellerie (oihrvov) tihnlich, der Stengel
ist einjiihrig; im Friihjahr erscheint zuerst das Blatt, welches sehr
1
1)
2)
8)
4)
Herod. IV, 169 und 192.
Athen. I, 60.
Comment. in Hippocr. de vict. in acut. tom. IV, p. 077 (Kiihn).
Hist. pl. VI, 3 (2).
Berendes: Silphion der AlteD.
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nahrhaft fiir das Vieh ist und dem Fleisch eine wunderbare Stifle
verleiht. Dann kommt der Stengel, welcher jegliches Gericht, gekocht
oder gebraten, schmackhaft macht und, wie man sagt., demselben
vierzigtkgige Pargierkraft gibt. Der Stengel und die Wurzel liefern
einen Saft, von dem jedesmal nur eine bestimmte Qaantitit abgezogen
wird. Da er leicht verdirbt, wird er m i t Mehl zu einer Paste
geknetet und aufbewahrt. Das Silphion flieht jeder Kultur, es kommt
nur wild vor. Die sogenannte Nagydaris ist vom Silphion verschieden,
weniger scharf und saftlos, sie wlchst in Syrien und nicht in Kyrene,
kommt auch am Parnal? vor und wird Silphion genannt. Das Silphion
sol1 durch htiufige Regengiisse in Libyen entstanden sein. ')
Bei Dioskuridesa), der auf dieselbe Quelle wie Theophrast zariickzuffihren ist (Diokles von Karystos) heiflt es u. 8.: .Das Silphion
wBchst in Gegenden von Syrien, Armenien, Medien und Lydien. Sein
Stengel heifit Maspeton und ist dem Steckenkraut Ilhnlich, es hat
Blltter wie Sellerie und einen breiten Samen. . Einige haben den
Stengel S i l p h i o n , die Wurzel M a g y d a r i s und die Bltitter M a s p e t a
genannt. . Die Wurxel ist getrunken ein Gegenmittel gegen ttidliche
Gifte. Den Speisen und Salzen verleiht sie Wohlgeschmack. Der Saft
wird ihr nach Einschnitten in die Wurzel und den Stengel entnommen,
den Vorzug darunter verdient der rotliche und durchscheinende, der
der Myrrhe fhnlich ist, einen JrrLftigen Geruch hat, nicht lauchartig
ist, und keinen unmilden Geschmack hat, der leicht und mit weiLllicher
Farbe zergeht. Der kyrenlische, auch wenn man nur wenig davon
gekostet hat, bewirkt Feuchtigkeit im ganzen K6rper; er ist von
Geschmack sehr milde, sodall beim Kosten der Mund nicht oder nur
wenig danach riecht. Der medische und syrische ist von geringerer Kraft
und hat einen sehr stinkenden Geruch (~pwpw8~orQpavi;couoa 0'3p+~).~
Es folgt dam eine Empfehlung gegen eine grol3e Reihe von Kkankheiten
und Gebrechen; am Ende heillt es: .Man gebraucht ihn (den Saft der
Bltitter) auch zur Speise mit Qartensalat anstatt der Rauke. Es wird
auch eine andere in Libyen wachsende Magydaris genannt. Die
Wurzel ist der des Silphion ahnlich, aber weniger dick, dabei scharf
und locker und ohne Saft. Sie leistet dasselbe wie das Silphion."
Plinius*) nennt die Pflanze der Provinz Kyrene L a s e r p i t i u m
und den Saft L a s e r . Dieses beriihmte Arzneimittel sei so selten und
geschgtzt, dafl es mit Silberdenaren aufgewogen werde, es sei schon
seit vielen Jahren nicht mehr zu finden, weil die Weidenptichter es
.
.
1)
2)
8)
Theophr. de cam. pl. I, 6(1).
Mat. med. 111, 84.
Hist. nat. SIX, 16 (38).
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Berendes: Silphion der Alten.
vernichtet haben'). Ein einziger Stengel noch sei dem Kaiser Nero
geschickt. Schon lange werde kein anderer Saft mehr eingefiihrt als
solcher aus Persien, Medien und Arnienien, der aber vie1 schlechter sei
als der kyrenaische und noch dazl; mit Sagapen, Gummi und Bohnenschrot verflilscht.
DerVerfasser der Hippokratischen Schrift "Ueber die Krankheiten" e,
weist auf die vergeblichen Versuche hin, das Silphion i m Peloponnes
und in Innien anzupflanzen.
Was ist, oder vielmehr, was war das Silphion von Kyrene?
V i v i a n n o 8 ) hielt die Pflanze f u r Thupsiu Silphiuni (Composit.),
ihm schlossen sich an W i t t s t e i n ' ) , F r a a s s ) und L e n z e ) ; S p r e n g e l
dagegen und mit ihm Ro s en b aiim sprechen sie als Ferulu tingituna L.
an, noch andere als Feruln Asn foetidu L., Ferulu Nurthex Boiss. oder
Peucedunum Scorodosniu Benth. et Trirnen. DaD es diese letzte sein
soll, widerspricht den ihr zugeruhmten Eigenschaften : angenehnier
Geschmack und wohltuender Geruch, wodurch sie in Alexandrien und
Griechenland so schatzbar wurde, abgesehen von den medizinischen
Vorziigen, die fur so hervorragend gehalten wurden, dafl man, z. B.
der Verfasser der apokryphen Dioskuridesschrift, Euporista, den
,,kyrenaiachen Saft" ,,opes kyrenaikos" einfach ,$aft''
,,opos' nannte.
Ferulu tingitunu, die nach B o i s s i e r 7 ) in Nordafrika, Palastina,
Syrien nnd Chios wlchst, und nach dem im Altertum gebrtiuchlichen
Namen T i n g i t a n a fur die Gegend des heutigen Tanger benannt ist,
liefert nach F1 iic k i g e r * ) das afrikanische Ammoniaknm.
Thapsia endlich und Silphion sind zwei botanisch und pharmakologisch ganz verschiedene Pflanzen; die erstere ist eine Komposite, die
andere eine Umbellifere. Die Untersuchungen S c h r o f f 18') einer in der
Gegend des ehemaligen Kyrene (heute Barka) gesammelten Wurzel
von Thapsia haben gezeigt, daD das Wirksame derselben in dem
harzigen Milchsafte liegt, der sich in Alkohol und Aether Mst, und
1) Nach Strabo XVII, p. 696 und 683 wurde es heimlich nach Karthago
gebracht und weiter ausgefubrt; die fremden Nomaden hiltten alle Wurzeln
ausgerissen.
8, De morb. IV, 3.
a) Flor. libyc. p. 17.
4) Etymolog. botan. Handworterb. 11. Aufl., p. 427.
b) Synops. plant. flor. classic. 1815.
6) Botanik der alten Griechen und Romer.
7) Flora oriental. XI, 992.
8) Pharmakognosie S. 74.
3 Ueber das Silphion der alten Griechen. Med. Jahrbucher 186.2,
I. und 11.
Berendes: Silphion der Alten.
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daS in dem ausgezogenen riickstgndigen Pulver keinerlei wirksame
Substanz verbleibt. Der Milchsaft ist blasenziehend, seine Wirkung
der des Croton6ls und der Kanthariden gleich. Das stimmt auch mit
dem, was Theophrast angibt, dalK man sich beim Graben der Thapsiawurzel
Oesicht und HInde mit Wachs uberziehen miisse, sonst schwelle der
Kiirper durch die Ausdiiustung der Pflanze an, im Gesicht bekomrne
man die Rose u. s. w. Der wahre Grund dieser Erscheinungen ist
der auf die Haut gespritzte Milchsaft. Auch sonst kann die Beschreibung der Thapsia bei Theophrast und Dioskurides nicht auf
Silphion bezogen werden.
Schon der Silphiontert des Dioskurides lint auf zwei verschiedeue Pflanzen schliel3en. Das Silphion der Alten war erstlich
eine wohlriechende, sehr wohlschmeckende Pflanze, heimisch in der
Landschaft Kyrene, dann eine sehr hafllich riechende und schmeckende
in Medien und Armenien. Die letztere ist ohne Zweifel Ferulu Asu
foetida l). I b u d i n a unterscheidet Laser belie olens und foetidus.
Auch 0 e r s t e d t a) unterscheidet zwischen kyrenlischem und
medischem Silphion. Die erstere war nicht nur von der grogten
medizinischen Wichtigkeit, sondern hatte besonders eine hohe national6konomische Bedeutung, da jeder Teil der Pflanze sehr wertvoll war.
Die dicke heilkraftige Wurzel kam in Scheiben geschnitten in den
Handel, die jungen Sprossen gaben das feinste Gemiise, die Stengel
ebenso, Wurzel und Stengel lieferten den kostbaren Saft. Die Pflanze
brachte dem StaatssLakel jedenfalls gute Ertriige ein und wurde deshalb
so geschLtzt, dafl sie auf den Munzen abgebildet wurde. Ferner befindet sich in der Nationalbibliothek zu Paris ein antikes Gefafl, die
A r k e s i 1a s - S c h a 1e , ein Prachtstuck der kyrengischen Tapferkunst,
die mit einem sehr leichten Ton von feuerroter oder orangegelber
Farbe arbeitete. Sie wurde i n Vuci gefunden und kam aus der
Kollektion D u r a n d in die Pariser Sammlunge). I n der Vertiefung
wird die Versendung des Silphions dargestellt, wie sie auf dem Schiffe
im Hafen von Kyrene vor sich geht. Der Konig A r k e s i 1a s (wahrscheinlich Arkesilas IV. um die Mitte des 4. Jahrh. v. Chr.) sitzt,
bekleidet mit einem langen weiflen Chiton und schwarzrot gestreiftem
Himanthion, das Szepter in der Hand auf einem Klappsessel und sieht
nach der in einer Rae aufgehlngten Wage, auf der das in Ballen ver1) Sie 8011 ja nach langer Aufbewahrnng angenehm riechen wie
Benzoeharz infolge von Vanillin, gebildet durch Oxydation der FerolaslZnre
(E. Schmidt).
9) Zeitechr. f. Etbnologie 111, 3.
8 ) Janus 1898, Juli-August.
Arch. d. Pbarm. CCXXXXIII. Bds.
6. Heft
28
0. A. Oesterle: Chrysophansiiure.
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packte Silphion gewogen wird, wahrend Matrosen unter Aufsicht eines
Wachters die Sacke im unteren Schiffsraume verstauen.
Der englische Uotaniker F a1k o n e r hat im nordlichen Kaschmir
ein hohes Doldengewachs gefunden, welches eine A r t Asant liefert und
von ihm als N a r t h e x bestimmt ist.
F r i e d l a n d e r ' ) sagt: ,,Die Abbildung dieser Pflanze entspricht
genau dem Bilde der Munzen . u. 8. w. Nach ihr ist der starke
gerillte Stengel reichlich mit fiedersyaltigen Blattern besetzt, deren
Stiele aufgeblasene Scheiden bilden, an der Spitze des Stengels sitzt
eine nicht reich verzweigte Dolde.
Ob und was fur ein Zuvarnmenhang zwischen der Pflanze Indien's
und Kyrene's herrscht, IaiBt sich nicht entscheiden.
.
Ueber die Chrysophansaure.
Von 0. A. O e s t e r l e .
(Eiogegangen den 8. VII. 1905.)
ChrysophansLurea), die nach L i e b e r m a n n und F i s c h e r 3 als
Dioxymethylanthrachinon aufgefaflt werden mufl, ist in den unterirdischen Organen verschiedener Rheum- und Rumex-Arten, in den
Sennesbllttern und in der Rinde von Cassia bijuga Vogel') (Fedegosa
do mato virgem) nachgewiesen worden. Nach L i r n o u ~ i n ~A
) ,w e n g 6 )
und L e Prince') sol1 sie auch in der Rinde von Rhamnus Frangula
und von Rhamnus Purshiana in Form eines Glykosides vorhanden
sein, Angaben, die jedoch von Jo we t t 8 ) bestritten werden.
Wie L i e b e r m a n n und S i e d l e r 9 ) zeigten, entsteht Chrysophans h r e bei der Oxydation des Chrysarobins in alkalischer L b u n g .
Numismat. Zeitschr. 1872.
A. Brissemoret (Contribution S 1'Btude des purgatifs organiques,
Paris 1903) und Tschirch (Festschrift Prof. V o g l ) schlagen vor, die Bezeichnung Chrysophanol an Stelle von Chrysophanslure zu whhlea.
8 ) Ber. d. d. chem. Ges. 8 (1875), 1104.
4) P e c k o l t , Arch. d. Pharm. 1868.
b) Jonm. de Pharm. et de Chimie 1886, 80.
6 ) Pharm.Zentralh. 1898, 776. Apoth.-Ztg. 1900, 15,537; 1932, 17, 378
7) Compt. rend. 1899, 189, 60.
8 ) Chemical Examination of Cascara bark. 1904, No. 47, of published
papers from the Wellcome Chemical research laboratories.
9) Ber. d. d. chem. Ges. 11 (1878), 1606.
1)
2)
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