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Ueber das Verhalten des Weingeistes in Rindsblasen bei niedere Temperatur.

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Weingeist in Rindsblasen bei niederer Tempepatur.
129
dieses Museum schon eine grossere Zahi vollig gleicher
Kugeln, in der Niihe Braunschweigs aufgefundcn. Das
Monogramm ist dasjenige des HerzogR J u l i u s v o n W o l fenbii t t c l , dessen Regierungezeit in die Jshre 1568 1589 ftiIlt.
Unbekannt war es m i r bis jetzt, dass iiberhaupt
derartiges Material zur Verfertigung von Kanonenkugeln
verwendet wurde und diirftc vielleicht hierdurch Anregung gegeben werden, weitere Untersuchungen solcher
Lltercr Kugelmassen anzustellen.
In friihester Zeit verwendete man Steine, besonders
sehr grosse, sehr bald jedoch Eisen und Blei, nur bei
Schiffen wurdcn thonernc Hohlkugeln gebraucht, um
durch die leichte Zertriimsnerung derselben das Scgelund Tanwcrlr umfassender zu zerstoren.
--
Ueber das Verhalten des Weingeistes in Rinds=
blasen bei niederer Temperatur;
vom
Apotheker W. A n t o n i in Weener.
In jiingst vergangener h i t wurde mir vom hiesigen
Koniglichen Amtsgerichte der Auftrag, eine Untersuchung
dmiiber anzustellen, in wie weit 80 Proc. Tralles Sprig
welcher 3 Wochen lang in einer Rindsblase in einem
Locale von niederer Temperatur aufbewahrt wiirde, sich
veriindere.
Diesem Auftrage bin ich auf folgende Weise nachgekommcn, und kann nicht nnterlassen, die hier gemachten Erfahrungen der Oeffentlichkeit zu iibergeben, urn
so mehr, da wenige dimes Verfahren betreffende Resultate vorliegen. Zur gegenseitigen Controle wurden zwei
Rindsblasen gewiihlt; die eine, welche mit NO.I. bezeichnet werden SOU, war alt, sie konnte Wochen, wohl Monate slt sein, die andere, No. II., aber von einer Taga
Arch. d.Pharm. CLXII. Bde. 2.Hft.
9
130
Antoni,
vorher gesohlachteten Kuh entnommen, frisch aufgeblasen
und getrocknet, beide aber durchaus dicht.
Zuerst mussen einige Bemerkungen iiber die Art der
Untersuchung, so wie uber die angewandten Hiilfsmittel
vorausgeschickt wcrden.
Der Barometerstand wurde in der Absicht streng
controlirt, ob iiberhaupt eiti hoher oder niedriger Stand
desselben irgend welchen Einfluss auszuuben im Stande
war; nicht weniger musste daran liegen, die Temperatur
der beiden Locale bestiindig im Auge zu bchalten.
Beides ist zwei- odcr dreimal des Tages geschehen,
und das Mittel der Beobachtung mfgezeichnct. Aus
dein Versuche, welcher mit dem de Luc’schen FischbeinHygromctcr uber den Feuchtigkeitszustand beider Locale
angestellt, ergiebt sich, dass die Essenzenkammer, wie
wohl vorauszuschen, bedeutend trockner gelegen.
Die beiden zum Aufbewahren dienenden Rliume sind
in Betreff ihrer Lage zu sehr von einander verschieden,
als dass eine nahere Beschreibung derselben urngangen
wcrden darf.
Der Keller liegt ungefahr 2 Fuss unter der Erde
und ist gepflastcrt, hat nach aussen zwei kleine Fenster,
welcbe in cinen schmalen Gang fiihrcn, wahrend der
Eingang von der Kuche aus statt findet; derselbe ist zugleich feucht und dumpf, und kann nur von aussen friache Luft einstromen.
Die Essenzenkammer dagegen liegt uber dcr Erde,
zieinlich hoch, hat cin grosses nach aussen fuhrendes
Fenster und den Eingang von der Scheune aus; ist,
wennbauch wohl etwas feucht, doch sehr luftig, da besandig frische Luft durchstr6men kann.
Da die Art der Aufstellung der Blascn allenfalls
Einfluss auf diese selbst und deren Inhalt baben konnte,
so wurden drei verschiedeae Wege gewahlt, und alle
7 Tage den Blasen eine andere Lage gegeben. Folgende
Tabelle fuhrt die wahrend der Untorsuchung tiiglich einoder zweimal beobachtete Temperatur, so wie den Baro-
Weingeist i a Rindsblasen bei niederer Temperatur.
131
meterstand an; auch giebt sie Aufschluss, in welchem
Maasse die Verdunstung von einem Tage zum andern
statt gefunden, indem das absolute Qewicht der Blasen
jeden Morgen bestimmt wurde.
Blase No. I. im Keller, angefullt mit 2 Pfd. ZollGewicht Sprit von 80 Proc. Tralles, spec. Cfewicht 0,863
bei 121/,oR. Gewicht der Blase, gehorig mit Bindfaden
zugeschniirt 2 Unzen 5 Drachmen, zusammen 2 Pfd. ZollCrew.
2 Unzen 5 Drachrnen, niedergelegt am 2.Mlirz
Mittags.
TernBaro- Steigende Abnahme
+
Datum.
MPrz 3.
+
4.
4
n
5
n
6.
7 .
.
n 8 *
, , 9 .
hfittel
h1iir.z 10.
11.
12.
13.
peratur.
31/#R.
4
n
3112
5 n
6 n
6 n
41/2
+7
60R.
7
7
14.
71/2O R.
15.
6
16.
6
Mittel
6118
kllrz17. $6
18.
6 n
19.
6
20.
6
8112
21.
n 22.
5% n
23.
5
Alittel
6
Mittel in Allem
52/30 R.
+
meterstand.
27" 1"'
27" 2"'
278, i t , '
27"
27" 1 8 , '
27" 1 8 , '
27" 2'tt
27'1 1"' 1).
25'' 3"'
27" 6"'
27,' 48,
27'1 pi
27" 8"'
27" 9"'
27187"'
27" p 2)
27.15w
27" 5"'
27" 3<u
27,' 20,'
27"
27" 3"'
27" 7'"
27" 3"'3)
27" 3"'.
des absol. Gewichts
der Blase.
2 Scrupel
2 Drachm. 2 Scrupel
5
n
7
n
9
n
12l/2 n
15% n
2 Unzen 1 Drachm.
2
n
2% n
2 n
4% n
2 n
7% n
3 n 2
n
3 n
5Il2 n
4
n
4
n
n
2'12
5
n
4
4
n
7
n
5
n
1'12
n
6
n
4
n
5
6
n
6'la
n
n
'la
n
n
Blase aufgestellt in einer Porcellanschale, 2 Fuss uber der
Erde; erstere war nur an einigen Stellen abwechselnd nass;
schwacber Geruch nach Wemgeist
2) Blase frei hiingend, ungefahr 5 Fuss ubor der Erde, immer
etwas nass ; ebenfalls schwacher Geruch nach Weingeist.
3) Blase an der Erde auf Fliesspapier liegend, etwaa nass; das
Papier roch stark nach Weingeist.
9*
1)
Antoni,
132
Blase No. 11. in der Essenzenkammer, angefiillt mit
2 Pfd. Zoll-Clew., 80 Proc. Trallee Sprit, spec. Gewicht
0,863 bei 121j,O R. Gewicht der Blase, gehorig mit Bindfaden ?ugeschnurt, 1 IJnze 6 Drachmen, zusammen 2 Pfd.
Zoll Gew.
1 Unze 6 Drachmen, niedergelegt am 2. Marz
-
+
Mittags.
Temperatur.
MBrz 3. +20n.
Datum.
n
n
4.
5.
n
67.
n
8.
n
9.
Riittel
Marz 10.
n
11.
12.
13.
14.
15.
2n
3n
3n
4n
6 n
7 n
5
n
1
7% n
10
n
13
n
2 Unzen
n
4
+ 70 R.
7
7
n
8
8
,,
n
6
5
7
, 16.
hlittel
Marz.17. f 5
18.
6
19.
Steigende Aboahme
des absol. Gewichts
der Blase.
2 Scruyel
2 Drachm. 2 Scrupel
6
20.
6
n 21.
5 n
n
22.
4n
23.
4
Mittel
5
hlittel in Allem +51/$R,
2 Unzon 3 Drachm.
2
n
3 n
3 n
3 n
4 n
4 9 7
6
n
1'12 n
4% n
7%
n
2'12
5
n
n
5 Unxen
5 LTnzen 3l/2 Drachm.
5 n
7'h
n
6
n
3% n
G n 7% n
7
n
2'12
n
7
n
6
n
Blase 2 Fuss von der Erde auf Holz niedergelcgt, dieselbe
war bcstandig trocken: Geruch nach Weingeist ; Kammer
grosstentheils verschlossen.
5) Blase 4 Fuss von der Erde frei hiingend: Fenster und Thur
deu Tag uber offen i bestlndiger Geruch nach Weingeist,
Blasc iinmer trockon.
6) Blase an der Erde auf Papier liogend; letzteres stark nach
Weingeist riechend, Blase immer trocken; Kammer mehr
oder weniger offen.
4)
Weingeist in Rindsblascn bei niederev Temperatur.
133
Am 23. Marz wurden die Blascn entleert, und verhielten die beiden Riickstiinde sich wie folgt.
Der Inhalt von No. I. stellte eine sehr trubc, gelblich 'gefkbte, schlcimige Flussigkeit von schwachem Alkoholgeruch ohne betnerkenswerthe Spuren eincs Beigeruchs dar, welche in der Ruhe Schmutz und Flocken
absetzte.
Sie bcsass ein spec. Gewicht von 0,923 bei 140R.,
nnd zeigte am Alkoholometer 52 Procent Tralles bci
1"'i20
R.
Der Inhalt von NO. XI. war wohl etwas weiss getriibt, aber nicht gefarbt, dagegen auch schleimig, jedoch
ohne Flocken, und verhielt sicli in Hinsicht des Geruchs
ebenso, wie No. I.; das spec. Ocwicht betrug 0,920 bei
140 R., und der Procentgehalt 53 Procent Trnlles bei
12'1,20 ii.
Die Blase No.11. hatte somit 1 Unze 51/2 Drachme
mehr verloren; No. 1. liess in der ersten Woclie 1sl/2
Drachme, in der zweiten l6Irl2 Drachme, in der dritten
161,, Drachme; No. 11. aber in der ersten 1 6 Drachmen,
in der zweiten 21 Drrtchm., in der dritten 25 Drachm.
durch. Dic hygrometrischen Versuche gaben den Feuchtigkeitszustand des Kellers zu 76 gegen 64 der Essenzenkammer nach der lootheiligen Scala an, wo der Grad
der grossten Trockenheit bei 0, und der grossten Feuchtigkeit bei 100 liegt.
Die geringe Verdnnstung durch die beiden Blasen
ain ersten Tagc riihrt dahcr, class dieselben nicht volle
2.1 Stunden gelegen, war vielleicht auch von andern
nicht bekannten Ursachen abhangig. Wenn nun die in
bciden Localen niedergelegten Blauen nach beendeter
Untersuchung in Betroff ihres sbsoluten Oewichts mit
einander verglichen werden, so hat die im Keller sich
befundene weniger verloren, als die der Essenzenkammer.
Ueber den Grund dieses ungleichen Verhaltens lassen
sich nur Vermuthungen aufstellen ; jedenfalls hat die hohere und luftigere Lage der Esscnzenkammer, so wie
Anton;,
134
das oftere Durchstrornen frischer Luft die Verdunstung
bedeutend befordert, wie uberall bei vermehrtem Luftzuge eine solche starker vor sich geht.
Nehr Gewicht muss aber auf die Beschaffenheit der
Blase No. 11. selbst gelegt werden; diese war frisch aufgeblasen, die Mernbran weich, durchsichtig, und noch
mit dern thierischen Leime versehen, welcher das Durchlassen einer Flussigkeit so schr beschleunigt, wahrend
die No. I. alt, runzlig und hart war, mithin durch langes
Liegen jedenfalls von ihreni anklebenden Leime verloren
hatte.
Es liisst sich daher, gestiitxt auf die vorliegenden
Versuche, niit einiger Restimmtheit die Behauptung anfstellen, dass eine Blase uin so mehr durchzulassen im
Stsnde, als ihre Membran noch frisch und niit Leim umgeben ist.
Der Barometerstand war wiihrend der Untersuchung
ein niedriger, und zwar im Mittel 27" 3'") wenn der mittlcre Stand = 28" angenommen wird. Die Verdunstung
schcint davon nicht abhangig gewesen zu sein, indem
auch bei dem nicdrigstcn auf der Tabelle notirtcn Stande
dieselbe gleichen Schritt gehalten.
Die Teinperatur war ebenfalls eine niedrige, durch51i3 und 52,3, 12*'20R. a19 Nittel genomschnittlich
men; ob auch diese cinigen Einfluss auf dic Vcrdunstnng
gehabt, liisst sich schwer entscheidcn, da auch bei dem
nicdrigsten Stande dasselbe Quantum verloren ging.
Indeesen lasst sich nicht bezweifeln, dass, wenn die
Versuche ini Sornmer bci einer hiiheren Temperatur und
hoherem Barometerstand angestellt, das durchschnittlich verdunstetc Quantum weit betracltlichcr gewcsen sein wiirde.
Aus der Untersuchung hat sich nun rnit aller Gewissheit crgeben, dass S p i t in Rindsblasen, langcre Zeit
in Localcn von niedcrer Temperatur aufbewahrt, bedeutend an Stiirke verlieren niuss, indein die thierische
Membran die Eigepschaft hat, Alkohol, jedenfalls mit
Wasser verrnischt, durchxulassen.
+
Weingeist in Eindsblasen bei niederer Temperatw.
135
Bestimmt kann ferner angenommen werden, dass der
Inhalt der beiden Blasen, wcnn die Untersuchung noch
einige Wochen fortgedauert, bald auf ein sehr wasseriges,
wenig Alkohol enthaltendes Product gebracht ware; es
liesse sich fast der Schluss ziehen, dass die Blasen noch
dic letzten Antheile Wasser durchgelassen hatten.
In dcn Lehrbiichern findet sich iibcr diesen Gegenstand wenig aufgezeichnet j wohl sind viele Vcrsuche zu
dem Zwecke angestellt worden, den in Thierblaucn einer
hohcn Temperatur ausgesetzten, noch wasserhaltigen Alkohol vom Wasser zu befreien.
Das S om ru e r i n g ’sche Vcrfahrcn, dcn Alkohol in
hoherer Temperatur in Tliicrblasen zu entwiissern, ist seit
langen Jaliren bekannt, und bestdtigt sich.
Apotheker C a r l G r u n e r in Dresden hat dime Versuche ebenfalls angestellt, und will den Alkohol von 81
Procent bei einer Temperatur von
300 R. auf 95 Procent R. gebracht haben.
Rehnlich sprcchen sich Dr. M e u r e r und Dr. B l e y
aus, nncl machen dieselben cine Temporatnr von
30
bis 36OR. zur Bedingung.
J. U t e r ha r k in Bautzen entwlssert seit mehreren
Jahren den Alkohol, indem er solchen von 80 Proc. R.
in einer Scliweinsblesc 4 - 5 Wochen lang einer Tempcratur von
40-500 R. in der Nahe eines fortwahrend
geheizten Backcrofens aussetzt ; er will einen Alkohol
von 36 - 97 Proc. R. crhalten haben.
Die Y 6 m in e r i n g’sche Beobachtung wurde indesa
von Anderen, Med. -Assess. J a h n in Meiningen, H. Wac k e n r o d c r , in Zweifel gestellt, sie sollte sogar auf
Tiinschung beruhen.
Indessen geht aus den Versuchen dieser Letztern
hervor, dass sie immer bei einer zu niedrigen Temperatur, bei
10-200,
ja sogir in Sommermonaten ohne
Anwendung Iusserer Wiirme ihre Versuche angestellt.
Sie erhielten einen Alkohol, welcher bedeutend schwacher geworden ; derselbe hatte zugleich einen eigenthiim-
+
+
+
+
136
Oberdiirjer,
lichen Beigeruch und eine triibe Beschaffenbeit angcnommen.
Wenn nun diese miaslungenen Versuche mit den
jetzt angestellten und befriedigend ausgefallenen verglithen werden, so muss das Resultat ziemlich ubereinstimmen; in beiden Fiillen wurde ein Alkohol von geringerer
Stirke wieder erhalten.
Zum Schlusse kann hier mit aller Sicherheit festgestellt werden, dass Alliohol von 80 Proc. Tralles, wenn
derselbo, in einer Hindsblase eingeschlossen, einigc Wochen einer niedrigen,
100 R. nicht iiberschreitcnden
Temperntur ausgesetzt wird, schwacher werden muss;
dass aber das verdunstende Quantum einerseits von der
Lage des Locals, in welchem die Blase niedergclegt,
nndererseits aber, und zwar wohl hauptsachlich von der
Rcschaffenheit der Blase selbst abhangig ist.
1862.
Weener, im
+
Ueber Kreosot ;
von
11. O h c r t l o r f f c r in FIa~d~rii~g.
Vorliegende Notizen diirften geeignet sein eincn
kleinen Bcitrag zu dem vielfach ausgcsprochenen Verlrrngen nach einer Pharmacopoea germanicn zu liefern untl
wunscht Referent, dass die Arbeiten der Commission,
die dicse Angclegenheit aufs Neue ernstlich in die Hand
geiiommen, von eincm glucklichen Resultate gekront
werden moge. Man mag immerhin daruber verschiedenor Meinung sein, ob eine Pliarniacgoea germaitica irn
Stande sein konne fur alle jctzt bestehenden einzelnen
deutschen Pharmakopoen einen v 8 11i g on E r s a t z zu
bieten, sie wird es fir die bei weitem grosste Zahl der
Mittel zur Geniige vermogen.
Zu letzteren gebort unstreitig des Kreosot, welches
iiberdies nur aus chemiachen Fabriken bezogen wird,
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