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Ueber den Blausuregehalt der BlUthen und Bltter von Prunus Padus.

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Geiseler,
142
seinem Eintritt noch vorhandenen Cyanverbindungen in
die unliisliche, und dadurch dem Organismus ferner unschiidliche Form des Berlinerblaus verwandelt hatte.
Die Untersuchung der in der Flasche befindlichen
Fliissigkeit bewies ausser der Anwesenheit ungemein
grosser Mengen von Cyanwasserstoffsliure und Cyankalium auch noch die von unzersetztem Blutlaugensalz,
so wie kohlensaurem und kaustischem Kali. Der auf
dem Boden der Flasche lagernde schwarze Bodensatz
zeigte sich bei der Untersuchung als aus fein aertheiltem metallischem Eisen bestehend, das sich jedenfalls
bei dem, vom Goldarbeiter vorgenommenen Schmelzungsprocess aus dem Kaliumeisencyanur ausgeschieden hatte,
und beim Aufloaen der Schmelze mit in die Flasche hineingeschlammt war.
Obgleich in vorstehendem Falle die Anwendung des
Eisenoxyduloxyds ' nls Gegengift wegen des statt gehabten
Zeitverlustes bis zur Einflossung leider nicht von Erfolg
gekront war, SO glaube ich doch durch die in dieser Angelegenheit gemachten Erfahrungen zu der Ansicht berechtigt zu sein, dass durch eine augenblicklich nach
der Vergiftung erfolgende Einflossung von Eisenoxyduloxyd ein durch Cyankalium Vergifteter unter sonst nicht
gar zu ungiinstigen Umstiinden wohl gerettet werden
konnte.
-
Ueber den Blanslnregehalt der Bliithen nnd BIltter
von Prnnns Padns;
von
Dr. Otto Geiseler.
Von der Traubenkirsche, Prunus Padus L., einem
durch fast gana Deutschland in feuchten Waldern vorkommenden baumartigen Strauche, ist schon die Rinde
aeit langer Zeit in den Arzneischatz als Cortex pmni Padi
eingefiihrt. Sie besitzt frisch gesammelt einen dem Kirsch-
Blausduregehalt der BlUthen u. Blatter v . €'runus Padus. 143
lorbeer iihnlichen Geruch der sich auch beim Trocknen
nicht ganzlich verliert, und enthalt als hauptslchlich
wirksame Bestandtheile, denen sie ihre Aufnahmc als
Arzneimittel verdankt, BlausLure und ein eigenthiimliches,
fliichtiges Oel, welches nach L o w i g *) hochgelb ist und
dieselbe Zusammensetzung wie das Bitterniandelol hat.
Die Blausaure Iindet sich aber nicht bloss in der Rinde,
auch in anderen Theilen, wie in Bliithen und Blattern,
tritt sie in namhafter Menge auf. D u f l o s hat das aus
Traubenkirschenrinde destillirte Wasser, in dem Verhiiltnisse von 1 Theil Destillat auf 1 Th. Substanz bereitet,
untersucht, welcbes nach ihm 0,10 Proc. oder in einer
Unzc
Gran Blausaure enthielt; ich theilo die Ergebnisse einer Prufung des aus Bliithen und Blattern destillirten Wassers auf den Blanduregehalt in Folgendeni mit.
Die Bliithen von Prur~usPadus, welche nach dem
Ausschlagen der Bktter in zahlreichen, abstehenden, vier
bis fiinf 2011 langen Trauben erscheinen, besitzen einen
angenehmen, eigenthumlich iitherischen Geruch, in welchem der Biausauregeruch vorherrschend ist und besonders bei lgngerer Beriihrung der Bluthen mit Wasser
noch deutlicher hervortritt. Diescr Geruch theilt sich
auch dem iiber Bliithen destillirten Wasser mit. Zur
13ereitung des Traubenkirschenbliithenwaesers wurden die
Bliithen der an den Bliithenstielen befindlichen Blatter
beraubt und dann die ganzen Trauben, die also aus
Bliithen und Bliithenspindeln bestanden, mit Wasser in
einer Blase iibergossen, die Nacht hindurch sich seIbst
iiberlassen und am nachsten Tage der Destillation unterworfen. Es waren 21/2 Pfd. (p. c.) Bliithen verwendet
und von diesen wurden eben soviel, also etwa 40Unzeri
destillirtes Wasser in vier Portionen iibergezogen. ES
ist dies dasselbe Verhtiltniss zwischen angewendeter Subsbnz und erhaltener Quantitst, welches bei der Darstel*) Poggend. Annal. XXXVI. 555.
Geiseler,
144
lung des Bittermandelwassers und Kirschlorbeerwassers
beobachtet wird.
Die Prufung des Destillats auf Blausllure geschah
nach der von v. L i e b i g gegebenen volumetrischen Methode, die darauf beruht, dass Silberoxyd und Chlornatrium in dem entstandenen Cyankalium bis zu dem
Puncte loslich sind, wo sich das aus gleichen Aequivalenten Cyankalium und Cyansilber bestehende Doppelsalz (KCy
AgCy) gebildet hat, das durch uberschiissiges Alkali nicht zerlegt wird. Man verfahrt demnach
auf die Weise, dass man die blausaurehaltige Flussigkeit
mit einer Aetzkalilosung bis zur alkalischen Reaction versetzt, einige Tropfen Chlornatriumlosung hinzufugt und
dann eine titrirte Losung von salpetersaurem Silberoxyd
langsam zufliessen lasst, bis der zuletzt entstandene Niederschlag nicht mehr verschwindet und sich in der ganZen Fliissigkeit zu einer schwachen Trubung vertheilt.
Es entspricht dann 1 Atom hes verbrauchten salpetersauren Silberoxyds genau 2 Atornen Blausaure.
Als Maassfliissigkeit diente die Zehntel-Normal- Silberlosung, in der also
Atom geschmolzenes salpetersaures Silberoxyd, in Grammen ausgedruckt = 16,997
Grammen, in Wasser zu 1 Liter = 1000 Grm. gelost
ist. Das Atomgewicht der Cyanwasserstoffslure, CZNH,
ist 27, fur 2 Atorne C2NH demnach 54. 1OOC.C. =
'/lo Liter Silberlosung entsprechen so 0,54 Grm. Blausaure und 1C.C. derselben Losung ist folglich = 0,0054
Grammen Blausilure.
Zur Untersuchung wurden jedesmal 54 C. C. des
Traubenkirschenbliithenwassers genommen. Bei Anwendung von gerade dieser Menge geben die verbrauchten
Cubikcentimeter Silberlosung ohne grosse Rechnung den
Procentgehalt der Flussigkeit an. Da niimlich 100 C. C.
Silberlosung 0,54 Grm. Blausaure aquivalent sind, SO
wurden diese Cubikcentimeter bei 0,54 Grm. chemisch
reiner und nicht verdunnter Blausaure ganz verbraucht
werden und jedes Cubikcentimeter wiirde 1 Proc. der
+
Blausiiuregehalt der Bliithen u. Bliitter v. Prunus Padus. 145
reinen Substanz vorstellen. 1st aber die Substanz nicht
rein, so wiirde man weniger als 100 C.C. gebrauchen
und die wirklich zur Anwendung gekommenen Cubikcentimeter waren die Procente an chemisch reiner Substanz. Letzterer Fall findet hier ststt, denn das aus den
Bliithen von Prunus P u d y destillirte Wasser ist als eine
sehr verdiinnte Blausaure zu betrachten. Man miisste also
eigentlich nur 0,54 C. C. des zu untersuchenden Wassers
anwenden, wenn man aus den verbrauchten Cubikcentimetern Silberlijsung unniittelbar den Proceatgehalt ablesen wollte ; wegen des geringen Hlausiiuregehaltes aber
nimmt man das Hundertfache von 0,54c.c., also 54C.C.,
und riickt nachher das Komma bei den gefundenen Zahlen, welche die verbrauchten Cubikcentimeter Silberlijsung
anzeigen, urn zwei Stellen weiter links.
Gehen wir nun zur Priifung selbst iiber. Das Destillat war durch fractionirte Destillation, wie oben angefiihrt, in vier Theile getheilt.
Der erste Theil, aus 3jx 3vj bestehend, verlangte
im Mittel von zwei Versuchen
N
1,2 C. C. lo Silberlosung
= 0,012 Proc. wasserleere
Blausgure ;
der zweite = Sxj 3jv im Mittel von zwei Versuchen
N Silberlosung = 0,0085 Proc. wasserleere
0,85 C.C. 10
Blausiiure ;
der dritte = 3jx 3vj im Mittel von zwei Versuchen
0,45 C.C. -N Silberlosung = 0,0045 Proc. wasserleere
10
Blausaure ;
der vierte = axj 3vj im, Mittel von zwei Versuchen
~
N
C. C. Silberlosung = 0,003 Proc. wasserleere
10
Blausaure.
Ein Qemisch aus den vier einzelnen Theilen gab
mit 0,6 C. C. Silberlosung eine Trubang und zeigte sodnit
einen Procentgehalt von 0,006 wasserleerer Blausaure an.
Diese Resultate ergeben, dass die bei der Destillation
0,3
Arch. d.Phmn. CLI1.Bds. 2.Hft.
11
146
Geiseler,
zuerst iibergehende Portion die an Cyanwasserstoffsaure
reichste i5t, urid dass der Gehalt an Blaus#ure also allmalig abnimmt. Es wurde aber auch hier die Beobachtung gemacht, die man bei der Bereitung des officinellen
Bittermandelwassers wahrnimmt, dass namlich die Blausaure, wenn sclion das dem angewendeten Material entsprechende Quantum Wasser gewonncn ist, noch nicht
vollstandig ausgetrieben ist, sondern bei fortgesetzter Dcstillation immer im Ilcstillate noch in nachweisbarer
Blengc auftritt. Die nach Gewinnung der vorgeschriebenen Menge Wasser iibergczogenen 30 Unzen gaben
auch hier noch einen Procentgehalt von 0,0025, da
2 x 54 C. C. destillirtes Wasser 0,5 C. C. Silberlosung
verlangten.
Aus den Resultnten ist fcrner ersiclitlich, dass dae
Traubenkirschenbluthenwasser in Bezug auf den Blausauregehalt bcdeutend schwacher ala das Bittermandelwasser ist.
Letzteres sol1 nach der 6. Ausgabe der
I'reussischen Pharmakoptie in einer Unze 213 Gran wasserfreie Rlausiiure entlialten, wiihrend bei ersterem nur
schr kleiiie Bruchtheile zuin Vorschein kommen, wenn
nian die Procente in Granc umrechnet, nach der einfachen Proportion: 100 :480 = die gefundencn Proccnte: x.
Es wiirden dann :
I) 0,012 Proc. = 1 l I 7 Qrnn wasserfreie HCy in 1 Unze
2) 0,0085
- ':23 n
n
n
3) 0,0045
z 1/46
n
n
4) 0,003
- ':c;n n
n
n
(Gemisch) 0,006 Pc. ==
&an wasserfreie HCy in 1IJnze
gefunden werden. Dcninach ist dcr Hlausauregehalt dcs
aus Traubenkirschenbluthen dcstillirten Wassers fast 24mal
geringer, als der des 1%ttermandelwasaers.
Die Apua foliorum pruni Padi wurde ganz in derselbcn Weisc und nach demselben Verhiiltnissc, wie bei
Aqua jio~urnpruni Padi angefiihrt ist, bereitet; 1 Vnze
destillirtes Wasser entsprach gleichfalls 1 Unzc angcwcndeter Hatter. Diese waren im Monat Juli abgepfltickt,
Blausauregehalt der Uliithen u. Bliitter v . Prunus Padus. 147
vollkonimen ausgewachsen, und hatten bereits die hellgriino mit der dunkelgriinen Farbe vertauscht. Dem aus
ihnen destillirten Wasser fehlte der liebliche Geruch des
Traubenkirschenbluthcnwassers; dagegen trat mehr ein
dem Kirschlorbeer ahnlicher Qeruch hervor.
Bei der Untersuchung dieses Wassers erfordertcn
54 C.C. desselbcn 3,6 C.C.
N
a
Silberlosung
bis zur Trii-
bung, enthielten also 0,036 Proc. wasserleere Blaussure,
oder in 1 Unze war fast
Gran wasserleere Blausaure
vorhanden.
Somit erreicht zwar der Blausauregehalt des aus
Traubenkirschenbliittern destillirten Wassers auch nicht
den des Bittermandelwassers, da er sich urn die Halfte
geringer herausstellt ; doch licsse sich derselbe leicht erhohen, wenn das Verhaltniss zwischen Mattern und Destillat gcandert wiirde, oder Hatter des ersten Fruhjahrs
zur Verwcndung kamen, von denen vielleicht ein grosserer Reichthum an Cyanwasserstoffslure zu erwarten stelit,
als von denen einer splteren Jahreszeit. Hierfur sprechen auch die Angaben von D u f l o s , nach denen sich,
wcnn man auf 3 Thcile 13liitter 2 Theile Destillat rechnet, cine Aqua folio?-unz p u d Padi darstellen Iasst,
welclie mit dem Bittermandclwasser rucksichtlich des
Cyangehalts iibereinkomrnt. Sollte aber auch die gleiche
Quantitit Blausaure fur dicses Wasser nicht erlangt werden kijnnen, da nasse oder trockne Witterung und vorzuglicli die geographische Lagc und das dadurch bcdingte
Klima einen wesentlichen Einfluss auf die Erzeugung
der Blausaure oder der Blausaure liefernden Stoffe ausiiben: so konnte doch immerhin, wenn die Cyanwasserstoffslure als der allein wirksame Restandtheil der Wlsser angesehen wird, das Traubenkirschenblatterwasser
wenigstens mit dem Kirschlorbeerwasser rivalisircn, ZUma1 Pvunus Lauro-Cerusus kaum noch in unseren Breitegraden gedeiht, wahrend Pmnus Padus zu den spontanen Gewkchsen zu z%hlen ist.
11 *
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