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Ueber den schdlichen Einfluss arsenikhaltiger Farben in Wohnzimmern.

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iiber narkotische Extracte.
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mehere Tage zum Abrauchen zubringt. Ich fand dieses,
in so fern der Geruch hier Schiedsrichter sein darf, vollkommen bestatigt. Hielt ich den miltelst Pressen gewonnenen Bilsensaft durch einen aufmerksanien Arbeiter stets
dicht vor dem Kochen, indem dieser die Masse in einem
sehr flachen Kessel fortwahrend stark umriihrte, so war
in kurzer Zeit ein grunes Praparat dargestellt, welches
in massiger Warme vollig ausgetrocknet, den ganzen Bilsengeruch behalten hatte. In der That hat man Ursache
zu glauben, dass diese Bereitungsart mehr als andere em
in sich gleiches Extract liefere, denn da die Dampfapparate heute mehr, morgen weniger und in der Nacht fast
gar nicht wirken, so muss die Extractmasse dadurch alterirt und nach Umstanden selbst sauer werden.
Der Serturnersche Rath lasst sich auch schon desshalb
nicht verwerfen, weil der Konig aller narkotischen Extracte,
daa Opium, in der starkstenSonnenhitze braten muss und
dennoch nichts von seinem Geruch und seiner Wirksamkeit einbiisst.
Ebenso kann ich auch das schnelle Trocknen aromatischer Krauter an der Sonne nicht missbilligen, obgleich
es in meirier Apotheke nicht geschieht, z. B. der Pfefferniunze, denn diese hatte bei einem Versuch des Trocknens an der Sonne, welches innerhalb zweier Stunden
beendigt war, ihren Geruch in dem Maasse bewahrt, dass
der Behalter, worin sie sich befand, noch nach einigen
Monaten so stark ausdunstete, dass die Augen davon
afficirt wurden. Auch war an diesem Kraute die grune
Farbe vortrefflich erhalten.
Ueber den schidlichen EinUuss arsenikhaltiger
Farben iu Wohnzimmern ;
Yoin
Dr. E. W i t t i n g .
Eine sehr interessante Abhandlung in dieser Beziehung
Iieferbe der Sanitalsrath Dr. v. B a s e d o w in Mersoburg
142
Witting,
-
in der medicinischen Zeilung 1846. Nr. 10.
Sie enthall
namentlich eine Reihe neuerer Beohachtungen, welche die
grosste Aufmerksamkeit verdiencn, und ich ergreife diese
Gelegenheit, zugleich die Meinungen rnitzutheilen, die gleichfalls dern praktischon Leben entnommen sind.
Zunachst ist es das ,,Schweinfurter -Grun" (arsenichtsaures Kupferoxydhydrat,) welches schon seit fisiiheren Zeiten im Verdacht stand, als Farbenniaterial zur Decoration
der Zimmer, sei es in den Tapeten, oder direct als Farbe
benutzt, schiidliche Einwirkungen zu Sussern. - Man hat.te
die Bemerkung gcmacht, dass durch Einwirkung des
Athrnungsprocesses der Mensclien, wie auch durch wiederholte Reaction tler Feuchtigkeiten, eine Zerlegung der
arsenikalischen Kupferfarbe stalt findel, und namentl'ich
neueren Versuchen zufolgc, sellist eine Abnahme dieser
Farben (dem Gewichte nach) sic11 zeigt, so, dass einer
Reihe von Beobaclitungen nach, welche man unter M i t
wirkung verschiedener Tempcralurcn, wie auch der Peuchtigkeiten anstellte, hier genau eiri VerhPltniss des Gewichtverlustes von Arsenik (in seiner Verbindung) angegeben
ward, wodurch also die Verdunslung desselben in einer
modificirten Gestalt gewiss anzunehmen sein durfte. So weit nun die Erfahrung es gelehrt hat,, kann eine Verdunstung des Arseniks durch erhohete Warmegrade wie
auch unter Mitwirkung von Feuchtigkeiten, namentlich in
der Form von Arsenikwasserstoffgas (bei geringeren Temperaturen), sodann als Arscnikmetall (bei hoheren unter
Milwirkung der Kohle) geschehen, welches Letztere jedoch
in seiner dunstfirmigen Gestalt bald Gelegenheit findet,
sich in arsenige Shure umzuwandeln und dadurch wieder
zu einer festern Form iiberzutrcten. Ein besonderes Verhahen jenes Melalles ward in neuerer
Zeit durch C a d e t u. A. erforscht, und hier unter dem
Namen des Alkamins, wie nuch Kakodyloxydes solche
schPdliche Verbindungen beschrieben, die auch durch die
obengenannlen Farben in den Wohnzimmern erzeugt werden kiinnen.
Es 1st besonders zu bemerken, dass der schadliche
iiber den schadlichen Einfiuss arsenilchnlliger Farben. 443
Einfluss jener Arsenikverbindungen erst in neuerer Zeit
wiederuni zur Sprache gekommen ist, da sich bekanntlich schon in mehrfacher Beziehung ein historisches Interesse darnit verwebt.
So ist es bekannt, dass bereils zu den Zeiten J o s e p h s
dcs Zweiten Vergiftungsfdle statt gefunden haben d e n ,
deren causa e f % c i m im Arsenik zu suchen sein diirfte,
ja, dass selbst dieser Monarch ein Opfer derselben geworden
ist, indem seine fortwahrende Kranklichkeit darin zu suchen
sei, dass vergiftete Kerzen sein Schlafgernach erhelleten. In wiefern eine solche Vergifiung statt finden konnte, dnyon erwahnt die Geschichte nichts Naheres, wahrscheinlich aber war es schon vor der Revolution durch P o u r c r o y 's u. A. Versuche bekannt geworden, dass Dochte
mit einer Losung von Arscniksaure gctrankt, ein helleres Licht verbreiten, mie denn auch sp#ter manche technische Versuche dieses bestatigten. Ein Umstand, welcher
aber in neuerer Zeit den Chemikern ent.gangen zu sein
scheint, beruhet namentlich darin, dass weniger die Masse
- sondern mehr die baumwollenartige Substanz in Berucksichtipung gezogen ward. - Wir finden in der neueren
Zeit die Kerzen mannigfach gefarbt und hier durften zuniichst die gruncolorirten einige Aufinerksamkeit verdienen. - Wenn auch vor einigen Jnhren Griinspan oder
andere salinische Kupferoxydhydratc unter den metallischen Farben benutzt wurden, wahrend vegetabilische
Farbungen seltener vorkommen, da diese bekanntlich schon
durch Einwirkung des TaSesliohtes schwinden, so habe
ich Gelegenheit gehabt, eine Reihe von Kerzen zu untersuchen, die durch arsenichtsaures Kupferoxydhydrat sefarbt waren, eben so, wie es thatsachlich ist, dass auch
Skarinlichte in ihrer Masse einen Riickhalt von Arsenik
enthielten, wahrscheinlich, weil die Trennung des Stcarins
(oder der Skarinsiiure) unter hlitwirkung nicht nur allein
der arsenigen, sondern auch der Arseniksaure veranlasst
ward, wie . denn auch selbst saure arseniksaure Verbindungen (Lliarseniotes) hierzu benutzt worden sind.
Eine Ermittelung des Arseniks in solchen Verbindun-
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Witting,
gen ist ubrigens nicht schwierig, denn schon durch Verkohlung der Kerzenmasse, im schicklichen Glasapparate,
wird durch die gebildete Kohle Arsenikmetall reduairt.
Bei der Benutzung des Marshschen Apparates finden bedeutende Schwierigkeiten statt, indem auch meinen Beobachtnngen zufolge sowohl die fett- als wachsartigen SubstanZen hier einer Reaction hinderlich werden. Eben so wie
auch nach der friiher bekannten Methode dieses statt
findet, und nur ein grosserer Zusatz von Aetzkali (behufs
der Verseifung) forderlich wirkt.
Auch die neucren Methoden uber Ermittelung der
Arsenikverbindungeii durften hier auf rnanche Schwierigkeiten stossen, welche aber durch die vollstandige Bildung der Fettsauren, Urnwandlung des Wachses u. s. w.
gehoben werden konncn.
Die Untersuchung der Tapeten auf Arsenikgehalt
(so wie der Malerfarbe, mil Kalk vermengt) durfte gleichfalls am schnellsten durch Verkohlung statt finden, obgleich hier, wenn auch selbst gewisse Bindemittel, thierischer Leim u. s. w., vorhanden sein sollten, diese letzteren
bei den ubrigen Methoden keine grosse Schwierigkeiten
en6gegensetzen konnen. Nicht nur allein auf die unteren
Oxydationsstufen dcs Arsenikn ist desshalb aufmerksarn
zu rnachen, sondern man verabsaume nie, auch die Cegenwart der Arseniksaure zu verfolgen, da dieselbe unter
mannigfacher Einwirkung sauerstoffhaltiger Substanzen
u s. m. erzeugt werden kann, wohei bekanntlich die
Trennung derselben im gebundenen Zustande durch salpetersaures Silberoxyd stets zu empfehlen ist.
Kehren wir zu der schadlichen Atmosphare zuruck,
welche sich in den mit Arsenikfarben begabten Zirnmern befindet, so ist es mir selbst aus der Erfahrung bekannt,
daso unter Zutritt von Feuchtigkeit die hier herrschende
Luft mit einern eigenthiimlichen Geruch begabt ist, den
wit allerdings auch nicht selten in solchen Giftbehlltern,
wo Arsenikpraperate aufbewahrt werden , vorfinden, und
bier schien mir vorzugsweise der sogenannte Fliegenstein
(Cobatt~ader Apotheken,) bekanntlich der Hauptsache
uber den schadliclien Eanfluss arseniklialliger Farben. 4 4s
nach eine Vermengung des Arsenikmetalls mit arseniger
Saure und andern Substanzen, eine energische Wirkung aus200 R. unter
zuuben, wenn eine Ternperatur etwa bis
Mitwirkung von Feuchtigkeiten vorherrschte. - Sehr charakleristisch zeigt sich diescr allerdings lauchartige Geruch nach langerer Zeit unter dem Recipienten der Luftpumpe, wie denn auch so das arsenigsaure Kupferoxydhydrat augenscheinlich eine Modification erleidet, welche
aber rascher hervortrilt, wenn die Farbe mit Kalk-Verbindungen gemengt war, wie denn hier zunachst Aetzkalk
und kohlensaurer Kalk eine bemerkenswerthe Einwirkung
aussern, deren Resultate uns nun mit einiger Gewissheit
denjenigen zufuhren, welche B a s t!d o w in oben bemerkter
Abhandlung anzeigt. - Hiermit in Beruhrung stehen ferner die Versuche, welche durch C a d e t in Betreff des
Alkarsin's gemacht wurden, wie namlich durch Behandlung des essigsauren Kalis mit Arseniksaure bei erhohter
Temperatur (durch Destillalion) sich Arsenmetall, Kohlensaure, sodann zwei Flussigkeiten bilden, deren eine Aceton,
Wasser und Essigsaure enthalt, whhrend die andere das
Alkarsin ausmacht, dieses aus 2 Atomcn Essigsaure, nebst
4 Atom arseniger S h e besteht ( = H6 CB 0 6
AsZ
0 3 ) und dem Geruche nach dem Arsenikwasserstoffgase
ahnlich ist, giftige Eigenschaften besitzt, nebst einem spec.
Gew. = 4,462. Durch Alkohol und Aether wird leichter
es aufgenommen, als vom Wasser, dagegen in einer sauerstoffreichen Atmosphare bald in Kohlensaure, Wasser und
arsenige Saure umgewandelt, wie denn auch ein successiver Zutritt der atmospharischen Luft Alkarsin und AlkarSen uniwandelt (H7 C' As2 05).Uebrigens geht es Verbindungen mit andern Korpern und namentlich mit Chlor,
Jod, Brom u. s. w. ein.
Dieser letztere Umstand durfte in mannigfacher Beziehung von Interesse sein, und der Sanitats-Polizei einen
besondern Anhaltspunct liefern, da bei verschiedenen technischen Arbeiten die Bildung solcher arsenikalischer
Producte vorausgesetzt werden kann, worauf iibrigens
auch schon G e h l e n aufmerksam gemacht hatte. -
+
+
Arch. d. Pharm.XCVI1. Bds. 2. Hft.
40
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Peters, uber Darstellung des Uranoxyds.
Eriiinerlich bleiben stets seine klassischen Versuche iiber .
Arsenikwasserstoffgas, durch welches er selbst ein Opfer
ward, und wie er hier zuerst darauf aufmerksam macbte,
bei Untersuchungen von Leichnamen - auch auf die
gasformigen Producte Rucksicht zu nehmen. -
Ueber Darstellung des Uranoxyds im Grossen ;
yon
T h e o d o r Peters.
-Urn das Uranoxyd im Grossen darzustellen und dabei
die Anwendung einer grossen Quantitat Schwefelwasserstoff zu vermeiden, verfahrt man folgendermaassen, wie mir
durch Herrn Chemiker R a s s m a n n in Prag bekannt und
dann von rnir selbst ausgefiihrt wurde. Das Uranpecherz,
welches gewohnlich in Sachsen ZUI' Bereitung des Uranoxyds angewendet wird, lost man mittelst Konigswassers
auf. Die Auflosung enthiilt sammtliche im Erze enthaltene
Metalle als Chloride. Die Metalle werden mit Ammoniak
gefallt, der erhaltene Niederschlag wird mit kohlensaurem
Amrnoniak digerirt und aus der ammoniakalischen Auflosung werden nun das Kobalt- und Iiupferoxyd, welche
neben dem Uranoxyd mit aufgelost werden, miltelst Schwefelwasserstoffs herausgefdlt. Man braucht jetzt bei weitern nicht diejenige M e n g von Schwefelwasserstoffgas,
welche man gleich anfangs zur FIllung der hletalle hatte
anwenden miissen, wie die bekannten Bereitungsmethoden
in den Lehrbuchern zeigen. Die neuc Methode ist daher
im Grossen besser anzuwenden, da bei der zu behandelnden Menge, vielleicht 40 his 50 Pfd. Uranpecherz, oft
rnehrere Tage lang Schwefelwasserstoff hineingeleitet werden muss, urn zu erreichen, was hier in einigen Stunden
erzielt werden kann.
Die gelbliche Auflosung des Uranoxydes in kohlensanrem Ammoniak wird nun verdampft, wobei sich allmiilig das Uranoxyd als gelbes Pulver abscheidet. Das
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