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Ueber die Anordnung der Alpenpflanzen in unsern Grten.

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II. n'aturgesclricbte und Pharnrskognosie.
Ueber die Anordnung der Alpenpflanzen in unsern
Giirten;
von
H. R. G t i p p e r t ,
Director den botanischen Gmteus in Breslau.
-In unsern Tagen, wo man keine Gefahren scheut um
die friiher im Ganzen wenig beriicksichtigten hochsten
Gipfel und Kamme unserer Alpen zu erklirnmen, hat man
auch den sie zierenden Pflanzen vermehrte Aufmerksamkeit gewidmet und sie in unsern Qiirten einzufiihren versucht, was auch mit den meisten unter genauer Beriicksichtigung der Bodenbeschaffenheit und des naturlichen
Vorkommens gelungen ist. Gewohnlich stellt man sig
nun in Garten ohne alle wissenschaftlichen Principicn nur
nach Cultur oder Qriissenverhiiltnissen bunt durcheinander,
wobei man wohl allenfalls Kenntniss der Art, abcr nicht
Kenntniss ihrer Reziehungen zu den Verhaltnissen ihres
Standortes, zum Klima und geschweige ilirer Verwandtschnft zu den arktischen Gewachseii eylanpt, dcneri sie
doch durch ihre Form wie namentlich auch durch ihre
durch klimatische Einwirkungen verursaclite Vegetationszeit so naLe stehen. Allen diesen Anforderungen, welche
die Pflanzengcographie stellt, sollte man in botanischen
Garten mehr Rechnung tragen, was ich schon seit Jahren
zu thun vcrsucht habe, indem ich nieine, dass die botanischen Garten auch die Aufgabe haben, p f 1a n a e n - g e o graphische S t u d i e n nach d e n v e r s c h i c d e n s t e n
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H . R. Giippert,
R i c h t u n g e n h i n z u f o r d e r n . Hinsichtlich der Anordnuog der Alpenpflanzen gehe ich yon folgenden Grundlinien m e , die ich mir erlaube hier kurzlich mitzutheilen:
A llgem ei n e Grundlinien.
Zwiechen der arktiechen Flora und der alpinen oder
der Flora zwischen der Baum- und Schneegrenze findet
eine innige Verwandtschaft etatt. So in Europa zwiechen
der Flora Lapplands rind der Flora der Central-Alpenkette
namentlich der Schweiz und Deutschlands (von den 360
Alpenpflanzen der Schweiz finden eich 150 im Norden
Europas), ferner in Sibirien zwischeii der Flora der Xordkuete und der des Altai. Die Iueserste Grenze der Vegetation gegen den Nordpol ist noch nicht erreicht. Spitzbergen besitzt unter dem 780 selbet in 1000 bis 3000 F.
Hohe nach Malgren noch kriiftigen Pflanzenwuche, iiberhaupt noch 93 Phanerogamen und an 280 Cryptogamen.
Dr. R o b e r t K a n e sah am offenen Polarmeerc uber
dern Polarkeis in 823/,0 noch bliihend : Papaver ~iudicaule,
Saxijraya oppositifolin und Ranrii~culue nivaliu, rind Dr.
H a y e s sammelte in Grinnel-Lande zwischen 78 bis 8 2 0
n. Br. vorn J u l i bis September 1861 noch 53 Phanerogamen
und 68 Cryptogamen. Die Floren aller dieser den Pol
urngebenden LPnder zeigen die groeste Verwandtschaft
unter einandcr. Von jenen 9 3 Pflanzen Spitzbergene
koinmen nicht weniger ale 81 auch in Uronland vor, 53
im Taymurlande Sibiriene unter 750, 69 in Skandinavien.
24 Species sind, da sie sich auch in den andern arktischen
Landern finden, als die wesentlichen Pflanzen der arktiechen Flora anzusehen, namlich : Ranunculzls arcticits
Rich.,Parrya urctica I?. Br., Eutremn EJioardsii R. Br.,
Braya purpurascens, Drabn glaciulis Adams., D. paiccifiorn
R. Br., D. niicropetala Hook., D. arclica Fl. Dan., D.
coryniLosa R. U r . , Cochlearia fenestrntn R. Br., Stellaria
Edicardsii R. Br., St. hiiiifusa Rottb., Arenaria Hossii
R. Br., Poteidilln ~nilclielluR. Ur., P. eniarginata PiirsA,
S a x i f , . a p jlayellaris Sternb., Taraxmum phymcttocctrpuiii
Anordnung der Alpenpjanzen i n unsern Giirten.
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Vahl., PolemoPzium pulcliellum Ledeb., Hierochloa paucijiora
R. Br., Dupontia psilorantha Rupr., D. Fischeri R.Br.,
Glyeeria angustata Jftlhlenb., Cutabrosa vilfoidea Anders.,
Festuca brevifo2ia R. Br.
Das Ende der Baumvegetation urn den ganzen Nordpol bilden fast iiberall N a d e l h 6 l z e r : in Nordamerika
Abies alba, A. nigra H. Kew., Pinus Banhiana Lamb.,
und gruppeuweise Lariz americana Lamb., und Abies
canadensis Poir., mit Juniperus virginianu ; im arktischen
Europa Pinus Abies L., und zuletat Pinus sylvest&; im
arktischen Asien (Sibirien) Pinus sylvestris nur bis zum
600, hoher hinauf Picea sibirica (Pinus Pichta Fisch.),
Picea obovata Ledeb., und Pinus Cembra. Die baumleere
Region beginnt in Amerika, und zwar in Labrador schon
unter dern 570, erhebt sich jedoch bis zum Mackenziefluss
bis zum 650 und diesseits der Behringsstrasse bis zurn 660;
jenseits dieser Strasse in Nordasien schwankt sie zwischen
dern 63 bis 710 und endigt in Europa in Norwegen und
Lappland rnit dem 700. In Strauchform wachsen unter
den Grenzen der Bauuivegetation j a hie und da wohl
noch, etwas dariiber hinsus urn den ganzen Pol die nordische Birke Betula ulpestris, Fr. (B. pubescens var.),
Alnus incana, Populus tyemula, Sorbus Aucuparia, Prunus
Padus, Rubus Idaeus, Ribes rubrum, Ribes nigrum, und
noch dariiber hinaus als letzte Holzgewachse niedrige
kriechende Straucher aus Junipems nana, Betula nana,
Rhododendvon lapponicuni, Menziesiu coerdea, Ledum
palustre, Vaccinium uligiuosum, Andromeda hypnoides, A.
tetvuyona L., RuLus Chamaernorus, Empetrtim n i g h n , und
kriechende Weiden wie Salix arctica Pall., reticdata L.,
polaris Wahlb., arbusculcc JVahlb., depressa L., ocata Seringe,
Myrsinites L. Zuletzt bleiben fast iiberall nur ale Holzpflanzen Andromeda tetragona, lhpetrzcnt nigrum, 8a&
reticdata und polaris, Flechten und Moose (die sogenannten Tundren) machen den Beschluss des gesammten vegetabilischen Lebens. Auf den ewigen Schnee verirrt sich
nur eine Alge, die Bewohnerin des ewigen Schnees, der
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H. R. Goppert,
Protococcrts nicalis, die interessante Entdeckung von S c or e s b y und S h u t t 1e w o r t h , die allen Temperaturverhaltnissen spottet. Auf der Central-Alpenkette besteht zwar
die letzte Baulnvegetation auch aus Coniferen, aber niemals
aus Pinus sylvestris, sondern aus Pinus Abies L., und
noch holier hinauf Larix europaea und Pinus C‘embra, wie
in Strauchform die in der arktischen Region fehlende
Piirus montana Mill. (Pumilio Haenke), Sorbus Aucupan’a
var. nlpestris ist dagegen ebenfalls vorhanden, desgleichen
Populus treniulu, Betula alpestris, dann A l ~ i incana,
s
lioher
hinauf A l m s viridis, dann Iihododendron Iiirsutunr und
ferrugineum, Empetrum, die Vaccinien, Azalea, Juniperus
nuna, und zuletzt ebenfalls die kriechenden Weiden, SaliYc
herbacea, reticdata, retusa W., iFfyrsinites L., und n r h s cula WaIilenb. als letzte lIolzgcwachse, Moose und Flechten machen auch hier den Beschluss.
Von den circa 3,500 Phanerogamen Deutschlands
und der Schweiz gehorcn ungefihr ein Drittheil zu den
Berg. und Alpenpflanzen. Als wahre Alpenpflanzen sind
jedoch nur etwa 450 anzusehen, zwei Drittheile davon
werden in unserm Garten cultivirt. Sie befinden sich
theils in etwa 2000 Topfen, theils im freicn Lande auf
einen Preuss. Morgen grossen an einem Wassergraben
gelcgcncn Kaurne, zwischcn Gesteinen verschiedener Art,
in acht folgendcn durch Tafeln bezeichneten Gruppen aufgestellt ; unter ihnen cine ausgehohlte Granitplrrtto erfullt
mit Protoccus nivulis, den Pflanzen des ewigen Schnees.
.1. P’anzen
des hochsten hlordena uber den1 800 oder
der Polurzone, und Pflanzen der CentralalpeR auf Pirn
oder Gletscherinseln iiber der Schneelinie ztoischen 10,000
his 20,700 Fuss.
a ) Pflanzen des liochsten Xordens zwischen 780 bie
820 im Grinnel- Land (SmitlL Sound und Kennedy Canal).
Ranunculus nivalis, glacialis.
Draba alpina D. C., corymbosa R. Br., u n d
rupestris R. Br., Cochlearia officinalis.
Stellaria stricta Richards.
Anordnung der Alpeizpjanzen in umern Garten.
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Cerastium alpinum, Silene acaulis, Lychnis apetala.
Dryae octopetala, Potentilla nivea, Alchemilla vulgaris.
Saxifraga oppositifolia, rivularis L., tricuspidata R.,
cernua L., nivalis L.
Taraxacum palustre D. C.
Campanula rotundifolia var. linifolia.
Vacciniuin uliginosum L.
Andromeda tetragona L.
Bartsia alpina L.
-4rmeria vulgaris W.
Polygonum viviparum L., Oxyria digyna Campder.
Empetruin rubrum L.
Betula nana L.
Salix herbacea.
Tofieldia palustris var. borealis.
Luzula campestris var. congeeta.
Carex rigida Gaud.
Eriophorum vaginatum.
Glyceria arctica Hook.
Festuca ovina L.
Im Ganzen 39, die ubrigen 13 fehlen.
b) Pflanzen, welcho auch auf unsern Alpen den hochsten Standpunct einnehmen und in der Region des ewigen
Schnees auf Firn oder Gletscherinseln, wie z. B. im sogenannten Jardin oder bei den Grand Mulet am Montblanc
in 10,000 bis 10,700 Fuss vorkommen, etwa 40 bis 50
Phanerogamen, welche mit den vorigen grosse Uebereinstimmung zeigen, unter ihnen Clierleria sedoides von hochstem Vorkommen in 11,700 F. Hohe am Monte Rosa
(Schlagintweit).
Draba frigida Sauter, fladnicensis Wulf, tomentosa;
Cardamine bellidifolia.
Silene acaulis L.
Potentilla frigida Vill.
Saxifraga groenlandica L., exarata Vill., muscoides
Wulf, oppositifolia L., bryoides L.
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H. R. G+pert,
Erigeron nniflorum, Pyrethrum alpinum.
Phyteuma hemisphaericum L.
Androsace helvetia Gaud, pubescens.
Qentiana verna.
Luzula spicata D. C.
Agrostis rupestris All.
Trisetum subspicatum P. Beauv.
Poa laxa Haenke, caesia Sm., alpina L., vivipara.
Festuca IIalleri.
Carex nigra.
I I . P'amen der Schneelinie der Alpen uon 8,500 bis
10,000 F. Hiiiie. (Die in der arktischen Zone ebenfalls
vorkommenden Arten sind in unsern Giirten mit einem
Kreuz auf der Etiquette bezcichnet.)
V on M on o c o t y 1e d on e n : Sesleria microcephala
D. C., S. sphaerocephala Bit., Trjsetum subspicatum,
j-Poa alpina, t Poa laxa Haenke, t Carex firma L.
V o n D i c o t y l e d o n e n : tSalix herbacea, +S. retusa,
Primula minima L., Androsace glacialis App., Pedicularis
rostrata, Gentiana bavarica, Azalea procumbens, Phyteuma pnuciflorum L., Pyrethrum alpinum W., Artemisia
Mutellina Wulf, spicata Vill., Gaya simplex, Saxifraga
androsscea, biflora Ail., bryoides, caesia U., muscoides
Wulf, foppositifolia L., Sempervivum arachnoideum, Sedum
atraturn L., -f Cerastiuin latifolium, alpinum, Arenaria
ciliata, Cherleria sedoides, Alsine verna Bartl., Silene
acaulis, Braya alpina, Ranunculus glacialis L.
Ill. @Lznzen der szibnivalen Region von 6000 bis
8000 F. der Alpen, odev die eigentliclie Alpenjora, welche
ini Allgenieinen der Flora der baunileeren Region der arktischen Zone entspricht.
Auf unserm vie1 nordlicher gelegenen Riesengebirge
beginnt die Region der Alpenpflanzen und mit ihr das
Verschwinden der Baume in 3500 bis 4000 F. Seehohe.
Im Allgenieinen aus folgenden in unsern Giirten mehr
oder weniger stark vertretenen Familien (iiber 200 Arten):
Filices, Lycopodiaceen, Juucinecn, Liliaceen, Orchideen
+
+
+
+
+
Anordnung der Alpenpflanzen i n unsern Gdrten.
61
(unter ihnen das sibirische Cypripediuni mcccranthum),
Salicineen, Thymeleen, Polygoneen, Plantagineen, Primnlnceen, Rhinantheen, Antirrhineen, Borragineen, Gentianeen,
Ericineen, Vaccinien, Campanuleen, Compositen, Stellaten,
Saxifrageen, Crassulaceen, Onagrarien, Sanguisorbeen,
Rosaceen, Papilionaceen, Alsineen, Sileneen, Violarien,
Cistineen, Cruciferen und Ranunculaceen.
Alle sind Fsmilienweisc zusammengruppirt, wobei
wir auch bemiiht waren, Uebelstiinde, welche durch arossenverhgltnisse der eincn oder der andern Art herbeigefuhrt
werden konnen, moglichst zu vermeiden.
IT.’. Pflanzeiz des hiichsten Nordens, die in der baumleeren Region urn den gmzzen Pol verbreitet ccnd auch i n
Deutschlnnd einheimisch sind.
Unter dieser Rubrik haben wir etwa 90 Arten zusamniengestellt, welche mit wenigen Ausnahmen auch in
Deutschland und Mittcleuropa iiherhaupt vorkommen.
V. Eine Anpflanzung von Laubhiilzern, Struuchem und
Btiunien, welche mit den vorigen unter Abtheilung IV.
genannten Pflanzen urn den ganzen Pol wachsen, wie
Kubus Idaens, Sorbus Aucuparia, Alnus incana, Betula
alpestris, Prunus Padus, Populus tremula.
VI. Diejenigen oben erzvilhnten Nndelhiilzer, wekhe um
den Pol helrim coachsen.
VII. Straucher der Centralalpen, ivelche nach dem Aufhiiren der Baumvegetntion vorkommen.
VIII. Die rylanzen der Bergrdgion illittelewopas,
welche innerhalb des 13aumwuchses, z. B. in verschiedenen
Oegenden Deutschlands zwischen 2000 bis 6000 F. Hohe
vorkommen.
Endlich sind zum Vergleiche Reprasentanten der Alpenflora des Himalaya (Rhododendra, Polygoneen, Pomaceen,
Saxifragen, Berberideen, Compositen) in der Niihe in einer
Oruppe vereinigt, welche jedoch zu wenig Arten enthalt
urn n i t allen den geschilderten Verhaltnissen in nahere
Beziehung gebracht werden zu konnen.
Wir glauben, dass Gruppirungen dieser Art uns wohl
6 2 Laachersee u. Kohleneiiuregas-Exhalationender Umgebung.
in Stand setzen, mit einem Blicke die Beschaffenheit der
Vegetation nach den Hohcnverhaltnissen ihres Vorkommen8 von der Ebene bis zur aussersten Grenze organischen
Lebens und wieder ihre Verwandtschaft mit den Floren
der immer noch so viele Riithsel bergenden arktischen
Zone klar zu ubersehen und wiinschen, dass der hochgeehrte botanische internationale Congress unsere Mittheilungen gutig aufnehmen moge, welche eigentlich nur
als praktische Ausfuhrung der die Wissenschaft zierenden Lehren eines A. von Humboldt, Schouw, Watson,
A . de Candolle anzusehen sind.
Englands Forscher haben bis jetzt mit den grossten
Opfern das Studium der Alpen verfolgt, viellcicht sieht
man sich veranlasst, auch mcine Bcstrebungen als einen,
wenn auch nur sehr unbedeutenden Beitrag zu denselben
nnzusehen.
-
Ueber den Laachersee nnd die KohlenduregasExhalationen seiner Umgebong.
__
Der Laachersee, das grosste der rheinischcn Maare
und der Mittelpunct der fruhcrn vulkanischen Thiitigkeit
des linken Kheinufers, liegt zwei Stunden nordwestlich
von der Stadt Andernach, grenzt einerscits an das fruchtbare Rlaifeld, anderseits an die erstcn Hohen der Eifel,
so dass der See gleichsam der Ausgang des vulkanischen
Eifelgebirges bildet. Der Wasserspiegel des Laachersees
liegt 706 Fuss iibcr dem Rheine bei Andernach, 845 Fuss
uber dern Spiegel der Nordsee. Die grossteTiefe desselben betragt gegenwartig 157 FUSS,vor dem Jahre 1845
dagegen betrug sie 1 7 7 Fuss. Der Fliichanraum des Sees
betrug fruher 0,068 Quadratmeilen, jetzt dagegen nur 0,0597
Quadratmeilen. Im 12. Jahrhundert wurde namlich'die
am Ufer des Sees gelegcne Abtei Laack gegrundet, der
See hatte damals einen vie1 bedeutenderen Umfang und
die Gebaude der Abtei waren haufigen Ueberschwemmim-
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