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Ueber die dem Rose'schen Verfahren bei Nachweisung von Blutspuren vindicirte Bedeutung.

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ARCRIV DER PHARIIIACIE.
CLXVI. Handes drictes Heft.
I. Pbysib, Chemle unit prabtische
Phrtrmacie.
Ueber die dem Rose’schen Verf‘ahren bei Nachweisung VOB Bhtspwen vindicirte Bdeutang;
yon
Dr. R. Kernper
t u Bissendorf bei Osnabriick *).
-
Dcr Herr Land -Physicus Dr. E r p e n b eck zu Meppea hat Ansichten iiber Nachweisung yon Blutspuren mitgetheilt, welche sich auf Versucbe etiitzen, deren Resultate
mit allbekanntee und als richtig anerkannten Thatsachen irn
Widerspruch stehen. Durch zahlreiche Psiifungen glaubt
Herr E r p e n b e c k z. B. dargethan zu habea, dass bei
Anwendung des von R o s e ernpfohlenen Verfahrens viele
eticketoffbehige Substanzen kein Berlinerblau bilden,; die
Mehrzahl dieser Substanzen lieferten Herrn E r pe n b e ck
gelbe oder braune Niederscblage, die bei lilngerem Stehen
der sauren Fliissigkeit wohl dunkler, aber-nie blau wurden.
Wenngleich es auch fur diejenigen Leser, welche
sich nur oberflachlich mit Chemie beschaftigt haben, kaum
eines Hinweises auf die LebrbScber der organischen Chemie**) bedarf, urn erkennen zu lassen, dass die Versuche
Herrn E r p e n b e ck’s ein Resultat gegeben haben, welches
bei richtiger Ausfiihrung derselben nicht hatte erbalten
werden konnen, so mochten docb vielleicht Einige der
Ansjcht sein, dass Versuche nur durch Versuche widerlegt werden kiinnen; ich werde mir daher erlauben, spii-*) Vom Hrn. Verfasser im Separatabdruck eingeesndt.
**) Gmelin’s Handbuch IV. 128. Gorup -Bes auez , Zoochem
Analgee (1654) 5. 53.
13
Arch. d.Phmrm. CLXVI. Bde. 3. Rft.
194
Kemper,
ter einige der von mir vorgenommenen Priifungen anzufuhren, welche den Ausspruch unseres verehrten Rose,
dass durch das von ihm empfohlene Verfahren nur die
Gegenwart einer stickstoffhaltigen organischen Substanz
angezeigt werde, vollstiindig bestiitigen.
Nach Herrn E r p e n b e c k sol1 es nicht zii bezweifeln sein, wie wichtig und forderlich zur Erzielung eines blauen Niederschlages die Anwesenheit d e ~
Eisens, und zwar eines qualificirten Eisenantheils, wiihrend
des Verbrennens der verdachtigen Flecke im Qlasrohr
sei. - Dieser Ansicht kann ich nicht beistimmen, d s
beim Rose'schen Verfahren durch Schmelzen im Glasrohr nicht BIutIaugensalz oder die ihm analoge Natriumverbindung, sondern einfach Cyannatrium sich bilden
soll; wircl die Losung der Schrnelze darauf mit F'
x3enoxyduloxydl6sung versetzt, so werden diese Oxyde durch
das gleichfalls vorhandene Aetznatron gefgllt, und erst
jetzt bildet sich aus dem Cyannatrium und dem Eisenoxydul die dem Blutlaugensslz entsprechende Natriumverbindung, wclche, nach dem Uebersattigen mit Saure, mit
dem zugesetzten Eisenoxydsalze Berlinerblau erzeugt.
Wie man, wenn richtig gearbeitet wurde, nach hinrcichendem Saurezusatz einen gelben d e r braunen Niederschlag erhalten kann, der nach ofterm Uebergie:iessen mit
frischem Wasser dunkler werden soll, ist mir ein m t h sel; man ltann nur einen blauen Niederschlag oder, bei
Abwesenheit von Stickstoff, eine klare Flussigkeit erhalten, welche nur dann weissliche Flocken absetzt, wenn
durch heftiges Schmelzen Kieselerde aus dem Glase oder
den Aschenbestandtheilen der organischen Substanzen aufgenommen wurde.
1st eine Reaction auf Entatehung eines Niederschlages
gegriindet, so richtet sich die S-charfe derselben nach
der Aufliislichkeit des Niederschlages in dem angewmdten Menstruum ; absoht unl6slich miichten wohl wenige
Stoffe sein. Wenn nun auch bei vorsichtiger Auaflihrung
des Sclrnelzens stickstofialtiger organischer Substanzen
mit Natrium stete eine entsprcchende Menge Cyanna-'
Roie'e'eches Verfahren bei Nachweievng 'von Blutepuren. 195
trium sich bildet, so kann dieselbe doch unter Umstiinden
80 gering sein, dass nach dem Eisenzusatze und Uebersiittigen mit Saure weder ein Niederschlag von Berlinerblau, noch eine griinliche Farbung enteteht. In diesem
Falle ist jedoch der Stickstoffgehalt 80 unbedentend, dase
er fur die Praxis keine Wichtigkeit hat, wie ich aus
dem weiter unten aufzufuhrenden Vereuche mit Urin
Pchlieseen zu ditrfen glaube. Zu beachten ist aber, daes
such eticketoffreichere Substanzen bei Anwendung diesee
Verfahrens kein Hcrlinerblau erzcugen, wenn
1) durch Benutzung eincs zu weiten Glasrohrs und
bei zu anhaltendern Gliihen das Cyannatrium in
cyaneaures Nstron verwsndelt ist, und
2) man nicht Sorge tr;igt, daas das schmelzendc Natrium
mit der organiechen Subshnz oder, richtiger, der
stickstofirrltigen Kohle in innige Beriihrung kommt.
IIerr E r p e n b e ck nennt eine Anzahl der von ihm
untersuchten Subetanzen, welche nach der angehhrten
Behandlung keinen . blauen Niederechlag lieferten; ich
wahlte von diesen verschiedene und prufte dieeelben nach
dem R o s e'schen Verfahren, nachdem ich mich zuvor
tiberzeugt hatte, dass das Leinen, auf welchem die Stoffe
eingetrocknet wurden, keinen Stickstoff enthielt. Blut,
Nasenechleim, Trachealschleim, Kaee, Hahm, Urin gaben
theile eofort, theile nach etwa halbstiindigem Stehen einen
doutlichea, rein bedinerblauen Niederschlag ; Speichel erzengte eret nach einiger Concentration durch Verdampfen
eineu geringen, Milchkaffee und Cocheuilledinte keinen
Niederschlag. Wollenzeug (Tuch), mochte dasselbe nun
griin oder schwarz gefarbt sein, lieferte bei Behandlung
nach R o s e 'scher Weiee augenblicklioh einen Niederschlag
1on Berlinerblau.
Diese Vcrsuche beweisen vollstiindig, dass Herrn
E r p e n beck's Angaben irrig sind, und bin ich iiberEeugt, dass der geehrte Herr aus den meisten der von
ihm mit negativem Resultate untersuchten Subetanzen
einen rein berlinerblauen Niederschlag erzielen wud,
wenn deneelbe truf folgende Weise verfahrt. Stuckchen
12'
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Keinper,
Leinen werden durch einmaliges Eintauchen oder Bestreichen n i t den zu priifenden Stoffen versehen und von
dem so praparirten Leinen ein 3 Millim. breites und 4 Millim.
langes Sjtiickchen zu einem Versuche benutzt. Die unten
zii einer kurzen Spitze rtusgezogenen Glssrohrchcn, in
welchen icli d;\s Schmelzen vornahm, waren 7 - 8 Centim.
lang und hatteii 3 Millim. innere Weite ; erc wurde zunachst
ein Stuckchen Natrium in das Rohr gegeben, dann daR
zu untersuchende Leinen und dieses wieder mit einem
oder zwei Stiickchen Natrium bedeckt. Nachdem anfangs
iiber der einfachen Weingcistlampe gegluht war, wurde
spiiter die Hitze durcli Anwcndung eines Lothrohrs verstarkt, urn das uberschussige Natrium zu verfliichtigen.
0,300 Grin. Natrium reichsn fur 15 Versuche aus.
Urn die Schiirfe der Reaction darzuthun, .wurde ein
65 Millini. breites und i 0 Millim. langes Stuck Leinen
gewogen, dann in Urin getaucht und wieder gewogen;
es hatte 1,250 Grm. an Gewicht zugenomrnen. Nach'
dem Trocknen wurde ein 3 Millim. breites und 4 Rlillim.
langes Stuckchen, also etwa
abgeschnitten und aus
dieseni ein deutlicher Niederschlag von Berlinerblau erhalten. Nimint man an, 1000 Th. Urin enthalten 20 Th.
Harnstoff, so wiirden in 'dem zum Versuche benutzten
Stuckchen 25,'380 Milligrm. Harnstoff oder
(etwa
Milligramm Stickstoff vorhanden gewesen und letztcrer
nachgewiescn sein. Da nun aber Harnstoff nicht der
alleinige stickstoffhaltige Bestandtheil des Harns ist, und
man ein wenden konnte, dass durch ungleichmassiges Eintrocknen des Urins gerade der zum Versuche benutzte
Theil des Leinens reicher an Stickstoff gewesen, so erhellt,
dam freilich obige Zahlen keine absolute Richtigkeit in
Anspruch nehmen konncn, aber dennoch einigermaassen
die Scharfe der Reaction erkennen lassen.
Es ist deninach der von Hrn. E r p e n b e c k aufgestellte
Sat2 :
.Wo dae Rose'sche Verfahrcn des Gliihens des
verdachtigen Fleckes mit Natrium in der Glasrohre sofort
oder doch bald ohne Wciteres einen berlinerblauen
Landerer, iiber Salicin im Harne.
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Niederschlag giebt, w Phrend die unbefleckte Substanz
selbst es nicht thut, da riihrt der Fleck s i c h e r von
Blut her. Es ist vorziiglich dort anzuwenden, wo die
Flccke klein und im M'asser schwer loslich sind",
durchaus unhaltbar; es muss heissen: so k a n n derselbe
von B h t herrtihren. Daes E'ettflecken bei der Rme'schen
Probe kein Berlinerblau geben, ergiebt sich aua ihrem
Mange1 an Stickstoff.
-
Ueber Salicin im Ham;
von
DY.X. L a n d e r e i s .
Ein mir sehr befreiindeter junger Mann, der jedes
Jahr am Wechselfieber litt und rlagegen viele Unzen
Chinin und China-Praparate genommen, hatte eine solche
Abneigung gegen dasselbe erhalten, dass er sich nicht
mehr entschliessen konnte, aolches zu nehmen. Man
rieth, diesem Patienten Salicin zu geben, und sei es nun
der Olaube, dass dimes ihm niitzen wiirde, er nahm ea
und das Fieber blieb aus. Der Patient nahm spater
noch rnit Vergniigen jeden Morgen einige Gran Salicin,
urn sich vor dem Fieber 5u schiitzen. Da ich in friiheren Jahren Gelegenheit hatte, die Gegenwart von Chinin
im Harne der Fieberkranken aufzufinden, so untersuchte
ich auch diesen H a m auf einen Salicingehalt. Der Patient hatte ungefahr 2 Quentchen Salicin in Pulverform
zu sich genommen. Zur Auffindung deeeelben hatte ich
3 Pfund diesee Hams, der einen sehr bittern Ueschmack
besass, im Wasserbade mit der grossten Vorsicht zur
Honigconsistenz abgedampft, dieee dicke syrupahnliche
Harnfliissigkeit in Weingeist geschuttet und mit demselben auf Zusatz von sehr verdiinnter Schwefelssure mehrere Stunden in Digestion gesetzt. Die erhaltene weingeietige LOBUng, welche jedoch noch sehr gelb gefarbt
war, wurde von Neuem mit Thierkohle digerirt und nach
einer mehr oder weniger bewirkten Entfarbung zur Trockne
verdampft. Dieeer Riickstand gab mit concentrirter Schwe-
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