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Ueber die Ernhrung von Wiesengrsern in Fluss- und Brunnenwasser.

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312 Ueb. die Erniihrung v. Wimengriisern in Fluss- u. Brunnenwaaser.
stehen. In fast allen Pilzen leben Fliegenlarven, wesshalb
nicht auch in den TriifTeln?
Falsch ist ubrigens die Angabe, dass alle Versuche die
Triiffel zu cultiviren misslungen seien ; Professor Krompholz
in Prag, giebt in Beinem vorziiglichen Werk uber die Pilzo
an , daas die Triiffel mit Effolg- cultivirt worden sei. Allerdings kann man einen Pilz, der auf Baumwurzeln schmarotzt,
nicht wie einen auf faulenden Stoffen wachsenden, im Mistbeet erziehen.
Ich hielt es f~ angemessen gegen diesen Artikel einzuschreiten , weil er in Ihr geschatztes und weitverbreitetes
Blatt Eingang gefunden und leider! bereits als Citat verwandt worden ist.
Mit dem Leben der Galleninsecten bin ich zu vertraut,
als dass aes mir nicht ein Leichtes ware den ganzen Artikel
zu widerlegen. Es ist traurig, wenn es dem Ungelehrten,
der wahrscheinlich mehr sich denkt als beobachtet, erlaubt
ist, ungeriigt den Erfolgen der Wissenschaf't auf diese Weise
Hohn zu sprechen.
Ucbcr dic Ernahrung von Wiesengrltsern in Flnssnnd Bmnnenwasser.
Von Dr. A l b . B e y e r .
Zu den iin den letzten Jahren mit besonderer Vorliebe
in Fachzeitschriften bohandelten Gegenstiinden gehort unstreitig die Frage uber die Bedeutung des alteren Kunstwiesenbaues gegeniiber einigen anderen neuerdings in Anwendung
gebrachten Methoden. Wenn die Ansichhn hierin selbst
nach langerem Streite immer noch ziemlich aus einander
gehen, so durfte die Ursache davon hauptsaoblich darin zu
suchen sein, dass wir leider bis jetzt die experimentelle Be:
antwortung einiger wichtigen dabei in Betracht kommenden
Fragen entbehren. Erst wenn diese Liicken vollstiindig aus-
Deb. die Erniihrung v. Wieaengriiaelu in Fluas- u. Brunnenwasser. 313
gefullt sind , wird eine objective Beurtheilung moglich sein.
Es war daher mit Recht freudig zu begriissen, wenn Herr
Oekonomierath V i n Q en t , ale Hauptvertreter des alteren
Wiesenbaues , durchdrungen von der Nothwendigkeit derartiger, Fundamentalversuche, Anregang zu sblchen an der 8tation Regenwalde gab.
Bevor aber Fragen von mehr praktischer Bedeutung in
Bngriff genommen werden, z. B. ob und in welcher Richtnng
ein Rieselwasser an seinen nahrenden Bestandtheilen Einbusse
erleidet, wenn es mehrmals iiber neue zu berieselnde Flachen
fieset ; ob beim langsamen Hindurchsickern des Wassers
durch den Boden oder beim Ueberrieeeln Absorption von vorher gelosten Pflanzennahrstoffen stattfindet, oder ob umgekehrt
Bodenbestandtheile gelost werden , und welche; ehe ferner
Versuche angestellt werden iiber Anwendung verschiedener
Quantitiiten Wassers bei gleicher Qualitiit n. 8. w., wzire vor
Allem die Frage zu erledigen:
,,Sind die im Rieselwasser g e 1o st en PBanzennZihrstoffe
schon allein befahigt zur Ernahrung der Graser, oder sind
darin suspendirte Stoffe nothig, und muss der Boden absorbirende Kraft besitzen, in welchem die am dem Wasser sich erniihrenden Graeer wachsen? ''
In ahnlicher Weiee war die Frage durch Herrn Oekonomierath V i n c e n t formulirt, die Veranlaesung zu nachetehendem Versuche gab.
Ausfiihrung d e s Versuchs.
Drei Zinkkiieten, 6 Zoll im Quadrat und 9 Zoll hoch, an
deren vorderer Seite eine dicht iiber dem Boden ausgehende
communicirende Riihre von circa I/, ZoU Durchmeseer angebracht. war, nnd dumh welche vermittelst verschiedener verschtiessbaser Oetkungen der Wasserstand regulirt werden
konnte, wurden mit gane reinem, mit concentirter Sabsaure
ausgekochtem und vollatiindig rein ,ausgewaschenem Quarzeand , wie ihn IF e l l i e~g e 1 zu seinen Vegetationsverauchen
benutzt, in der Weise gefullt, dass die am Boden angebrachte
314 Ueb. die Erniihrung v. Wieeengriisern in Flues- u. Brunnenwaager.
niit der communicirenden Rijhre in Verbindung stehende Oeffnung zuerst mit ein wenig Badeschwamm verstopft und der
Boden hierauf mit groben Quanetiicken bedeckt wurde. Auf
diese groberen Stiicke folgten Schichten immer feiner werdenden Quarzes, und auf diese der Sand. An der hinteren
Seite der Kiisten war die Wand in der Breite von circa
11/* Zoll nach Aussen gebogen, eine echiefe Ebene darstellend, auf welche das Wasser gleichmassig durch eine quer
auf die Seitenwande befestigte , mit feinen Lochern versehene
Rinne vertheilt werden und dann auf die Oberflache des Sandes abfliessen konnte. Der Zufluss des Wassers geechah
ebenfalls aus Zinkkasten von 6 Zoll Hohe, 9 Zoll Lange und
7 Zoll Breite. Dieeelben waren an der Wand des Gewiichshauses uber den Vegetationsgefassen angebracht und ormoglichten vermittelst kleiner Messinghahne, die durch Gummi
niit in Spitzen ausgezogenen Glasrohren verbunden waren,
unterstitzt durch obenerwahnte Rinnen, eine ziemlich gleichmfssige Vertheilung des anzuwendenden Wassers auf eine
bestimmte Zeit.
Zwei dieser Kasten (I und 11) enthielten nur Quarzsand,
der dritte jedoch ausserdem noch einen Zusatz von 80 Grm.
eines kunstlich dargestallten Kalkerdesilicats, 50 Gm. Eisenoxydhydrat und 40 Grm. Thonerdehydrat. Nach Beschickung
der Gefasse wurde der Sand mit destillirtem Wasser angefcachtet, und in jedes Gefass 0,3 Grm. eines Grassamengemisches , bestehend aus Alopecurus pratensis, Festucs praten6is, Phleum, Dactylis glomerata, Anthoxanthum odoratum und
Holcus lanatus gesiiet. Nachdem in allen drei Kasten die
Z'flanzen aufgegangen waren, wurde mit dem Rieseln begonnen, und zwar erhielt Gefass I Wasser der Raga, welches,
schon an und fur sich klar, noch drei bie lvier Wochen im
verschlossenen Glasballon gestanden hatte und keine Spur
suspendirter Stoffe mehr enthielt, Gefiss I1 dssselbe Regawasser ohne vorher gestanden zu haben, GeEss 'I11 wie I.
Verlauf d e s Versuchs.
Derselbe begann am 15. April 1867. In dem darauf
folgenden Sommer kamen die Graser trotz der sorgfaltigsten
Ueb. die Erniihrung v. Wiesengrasern in Flues- u. Crunnenwnsser. 315
Behandlung nicht sehr uber die bei der Xeimung erlangte
Grosse hinaus, so dass von einer Ernte im Herbste nicht die
Rede sein konnte. Wahrend des Winters standen die Kasten in einem Zimmer , dessen durchschnittliche Temperatur
4OR betrng, moglichst vor Licht geschutzt.
Am 2. Mdiirz 1868 wurde wieder rnit Rieseln begonnen.
In Kasten III waren die Pflanzen fast vollstiindig verkummert.
Die ungiinetige Beschaffenheit des kunstlichen Silicats mag
die Ursache davon gewesen sein. Der Versuch rnit diesem
Hasten musste aufgegeben werden. Zwischen Gefass I und
II war auch nicht der mideste Unterschied zu bemerken, es
wurde daher Geriss I1 vom Friihjahr 1868 an mit reinem
Rrunnenwasser, und zwar mit dem Wasser aus dem Brunnen
der Versuchsstation berieselt. Die Pflanzen entwickelten sich
im zweiten Sommer zwar immer noch diirftig, fingen jedoch
gegen Ende desselben an sich zu bestocken, so dass im September geerntet werden konnte von:
I.
XI.
Trockensubstanz 3,42 Grm.
3,08 Grm.
mit A sche
0945 ,,
0,43 9 ,
Zur Bliithe waren die Pflanzen noch nicht gelangt, hatten aber ein dunkelgriines, gesundes Aussehen.
Im Winter 1868-1869 standen die Pflanzen wieder in
demselben oben erwahnten Raume, nnd im Marz 1869 wurde
wieder mit Rieseln angefangen. Mitte Mai fingen in beiden
Gefassen die Pflanzen von Holcus lanatus an zu bliihen, die
anderen Graser entwickelten sich von da ab ebenfalls zusehends. Am 27. Juni wurde das Gras geschnitten. Im Gefiss I , wo fast ausschliesslich Holcus lanatus zur Entwickelung gekommen war, waren die Pflanzen verbliiht und gereift,
wiihrend in Gefdss I1 der grosste Theil der Pflanzen noch
vollkommen griin war.
Es wurde geerntet :
I.
Trockensubstanz = 8,236 Grm.
mit Asclie
= 0,551 ,,
11.
11,696 Grm.
0,896
9,
316 Ueb. die Emiihrung
v. Wicaengriisern in Flusa-
u. Brunnenwasser.
Den 6. September nnd 27. October wurde geerntet:
1.
11.
6,653 Grm.
Trockensubstanz = 4,100 Grm.
mit Asche
- 0,594 ,,
0,945 ,,
Am 27. October wurde der Sand aus Gefhs I herausgenommen. Derselbe bildets mit den feinen Faaerwurzeln
der Graser, die das ganze Gefhs dnrchsetzt hatten, eine
znsammenhangende Masse, nnd die Wurzeln stellten nach
Entfernung des Sandee einen dichten Filz dar.
Nur bis' 11/* Zoll unter der Oberflache war der Sand
durch wenig Humnsmaterie, entatanden aus den abgeetorbenen Blattresten der Graser und einer geringen Moosvegetation (Jungermannia), braunlich gefarbt. Die iibrige Sandmasse war noch so blendend weiss, wie beim Beginn des
dreijiihrigen Versuchs.
Das Befreien der Wurzeln vom
Sande konnte mit Leichtigkeit und ohne Verlust !geschehen.
Ee ergaben:
Die Wurzeletocke
Die Wurzeln selbst
4,311 Grm.
7,12 Grm. Trockensubstanz.
mit 0,208 ,, Asche.
Rechnet man nun den Gesammtertrag aus Gefaes I zussmmen, so ergiebt sich im Ganzen von 0,30 Grm. Saatgut
fir die oberirdischen Organe 20,067 Grm. Trockeneubstanz,
wobei naturlich noch zu beriicksichtigen ist, daas wohl nur
hochstens der zehnte Theil der Samen zur Entwickelung
gekommen ist. Zu bemerken ist noch, dass wiihrend der
ganzen Versuchsdauer die Pflanzen durchschnittlioh einen
Tag um den annderen berieselt worden waren, nnd zwar stets
nur d a m , wenn die Pflanzen vom directen Sonnenlicht nicht
getroffen wurden.
Die verwendeten Wasser hatten pro Liter folgenden Gehalt an Pflanzeunahrstoffen in Grammen :
3. B r u n n e n w a s se I. **)
1. Regawasser.*)
= 0,0061
0,0177
Kali
= 0,0263
0,0373
Natron
*) Analyse von B. L u c a n u e .
**) Analyae vom Verfasaer.
Ueb.
die Erniihrung V. Wiesengraeern in Fluse- u. Brunnenwasser.
= 0,0783
= 0,0086
Magnesia
Eisenoxyd
= 0,0007
Schwefelsaure = 0,0145
Phosphorsaure = 0,0011
Chlor
= 0,0446
Salpetereanre = 0,0015
Kalk
317
0,1206
0,0130
-
0,0687
0,0014
0,0234
0,0233
Anhang.
Ein vorlauflger Versnch d d b e r , inwieweit ein an und
fur sich ziemlich ertragaunfahiger Boden bei blosser Benetzung
mit reinem Wasser Graser zu erniihren vermoge, hatte nur
im ersten Sommer und in der ersten Halfte des zweiten
Sommere ein eehr giinstiges Resultat ergeben, im Spatsommer waren jedoch die Graser vollstiindig zuriickgeblieben.
Es schien mir der Miihe werth, den Vereuch zu wiederholen. Dae Resultat ist, wie man sehen wird, dssselbe
gewesen.
Ein Glashafen, von 6 Liter Rauminhalt, am Boden mit
einer Oeffnung versehen, welche durch ein Stiick Badeeahwamm verstopft war, wurde mit einem ganz sterilen Diluvialsand, der vorher erst seiner wenigen feinerdigen Bestandtheile durch sorgfaltiges Abschlemmen beraubt worden war,
und auf welchem in gewohnlichem Zustande kaum Aira
canescene wnchs, gefullt und dasmlbe Grasgemisch wie in
dem beahnebenen Versnch gesiiet.
Wahrend der Versuchsdauer wurde, das Gefiss mit destillidem Wasser nur feucht gehalten. Der Versnch begann
am 1. April 1068. Die 8amen keimten sehr gut, nnd die
Pflanzen wuchsen sehr krliftig empor. Es konnte am 3. August
schon 3,335 Grm. Trockensubetanz entnommen werden. Die
Manzen uberwinterten in demselben Local wie oben. Am
1. Marz 1869 wurden sie wieder befeuchtet, und am 26. Juni
konnta geerntet werden 6,206 Grm. Trockensubstanz.
Von da ab war die Weiterentwickelnng eine biichst
diirftige, so dass wiihrend der iibrigen Zeit dce Sommers nur
nwh 0,85 Grm. Trockensubstanz geerntet werden konnten,
518 Ueb. die lhnnhrung v. Wieeengrksern in Fluss- u. Brunnetlwasaer.
V e r s u c h s e r g e b n i s s e.
In Nachstehendem gebe ich in der Kiirze die aus den
eben beschriebenen Versuchen hervorgehenden Resultate wieder.
1) Die von V i n c e n t vertretene Ansicht, dass Graser in
eineni nur geloste Pflanzenstoffe enthaltenden Brunnen- oder
auch Flusswasser zur vollstandigen Entwickelung gelangen
konnen, ist richtig. Einjahrige Graser, wie z. B. Hafer, scheinen ein an Niihrstoffen reicheres Wasser zu beanspruchen,
denn die friiheren Versuche ergaben in Brunnenwasser vortrefflich ausgebildete Pflanzen, wahrend dieselben in Regawasser nur kummerlich entwickelt waren.
2) Die vollstilndige Ausbildung der oberirdischen Organe
erfolgt erst d a m , wenn sich ein reichliches Wurzelsystem
gebildet hat. Die erste Periode der Ernahrung der Griiser
aus solch verdunnten Losuugen der Nahrstoffe ist also vorsugsweise der Wurzelbildung gewidmet Erst dann vermag
die nun vorhandene grosse Wurzeloberflache den oberirdischen Organen geniigende Mengen von. Hanzennahrstoffen
zuzufiihren.
3) Die Versuche bestatigen die Erfahiung, dsas die Qualitat des Wassers eines Theils auf den Ertrag, anderen Theile
auf die Entwickelung einzelner Graser bei gleichem Saatgutgemisch von ganz besonderem Einfliiss ist; denn im Regawasser hatte sich vorzugsweise Holcus lanatus entwickelt, im
Brunnenwasser dagegen nur ganz vereinzelt. I n letzterem
war der Ertrag ein (hoherer.
4) Der als Snhang mitgetheilte Versuch ergiebt, dase
ein scheinbar gnnz unfruchtbarer Boden bei gehoriger Befeuchtung Griiser zu ernahren rermag, aber nur auf kurze
Zeit. kind die wenigen disponibeln Niihrstoffe verbraucht, SO
hort die Vegetation auf, wenn das Wasser selbst keine Nahrstoffe enthalt.
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