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Ueber die in Griechenland und in Kleinasien vorkommenden Reptilien.

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Reptilien in Criechenland und Kleinasien.
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tenden Einfluss; denn in den ersten sechs Tagen des
Monats findet aine regelmassige Ebbe und Fluth statt, so
auch vom 44ten bis 20sten und die drei letzten Tage;
an allen andern Tagen ist sie jedoch so unregelmassig,
dass oft 10 his I4 Wechsel in 24 Stunden eintreten. Ueber
diese Erscheinung und Versuche, dieselbe zu erklaren,
finden sich Bemerkungen bei Scrophani, Strabo, Plinius,
Suidas, Antiphilos, Pomponius, Mela. Selbst Aristoteles,
welcher diese wunderbare und nach meiner Meinung u n erklarliche Erscheinung zu erklaren versuchte, wurde in
Chalkis darbber krank und starb aus Gram uber seine
misslungenen Versuche. Auch Seneca und Livius hatten
verschiedene Meinungen aufgestellt und sich daruber gestritten, und wahrscheinlich werden noch Hundcrte von
Gelehrten sich vergeblich iiber die L'rsache dieser Katurerscheinung abmuhen, die es verdient, von jedem Reisenden, der die klassischen Gegenden Griechenlands besucht,
in Augenschein genommen zu werden.
Ueber die In Criechenland und in Kleinasien
vorkommenden Reptilien ;
yon
L a n d e r e r.
Die wenn auch mangelhaften Forschungen uber die
im Oriente vorkommenden Reptilien erlaube icb mir hiermit Freunden und Collegen, die sicb mit diesem Zweige
der Zoologie beschaftigen, mitzutheilen, und boffe sie mit
der Zeit vervollstandigen zu konnen.
Reptilia squamata. Cheloniz, Familie Chersiriae. ?\us
dieser Gattung BndFt sich: Testudo graeca. Sie kommt
haufig auf kleinen Hugeln und an sehr thonigen und sandigen Platzen, unter kleinem Gestrauche und im Meeressande vor, sehr selten dagegen auf hohen Bergen, z.B.
dern Taygetes, dem Delphi und Parnass. Man bring: sie
in die Hiiuser, um Flohe, Fliegen und anderes Ungeziefer
a
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Landerer,
zu vertilgen. Man findet, wiewohl nur sellen, Schildkroten bis zu der Grosse von 1 Fuss und fur einige Kreuzer
kann man ein sehr schones Exemplar an sich bringen. In
Griechenland bleiben sie ganz unberucksichtigt, da man aus
den Rucken- und Brustschildern nichts verfertigt ; nur
selten kocht man aus dcm Fleische Suppen oder Gallerte
fur Kranke. In den hellenischen Zeiten war Schildpatt,
das man Chelyon nannte, sehr beliebt, und die Toreuten
(Ciseleure) verstanden dasselbe an Statuen und Geriilhen
mit Gold zu verbinden und als Verzierungen zu benutzen.
Aus der Familie Emydae findet sich Emys lularia und
E. europaea, und zwar sehr hautig an kleincn Bachen und
stehenden Wassern. Sie lauern unter dem Gestrauche
und sturzen sich bei Ankunft eines Menschen mil Blitzesschnelle ins Wasser,.so dass rnan ihrer sehr schwer habhaft werden kann. Am Copais-See, in Bootien und auch
an den Thermopylen findet man Exempiarc! von 4; Fuss
Hiihe. Sie werden gar nicht benutzt und von dem gemeinen Volke fur giftig gehaltcn.
Trionya aegyptiacus. Diese Schildkrote, die in Aegypten
2-3 Fuss gross wird, ist sehr nutzlich, indem sie sich
unter dem Nilschlamm vergrabt, wo sie den ganz kleinen,
eben ausgekrochenen Krokodilen auflauert und Tausende
davon vertilgt. Auch alte Kroliodile, die jedoch diesen
ihren Feind kennen, werden ihnen zur Beute. Die Aegypter schatzen sie deshalb sehr und hahen das Tiidten derselben verboten.
Aus der Familie Chelonae sol1 sich in Rumelien und
im Hafen von Prevesa Chelonia Caretla finden, deren
Schildplatten, die man nach der Faulniss findet, gesammelt und ausgefuhrt werden.
Aus der Ordnung der Saurier und der Familie der
Panzereidechsen (Loricatae) erwahne ich des Krokodiles,
das sich in Aegypten in Unzabl finde< dereo durch Faulniss derselben entstehende EMuvien die Ursache der Pest
und Cholera sein sollen. Schon in der Entfernung von
f Meile verrath sich die Gegenwart cines in Faulniss befindlichen Thieres durch den schrecklichsten Gestank. Der
Reptilien in Criechenland und Kleinasien.
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illonitor niloticus, der sich auf den Denkmalern der alten
Aegypter abgebildet findet und die Eier der Krokodile
frisst, so wie auch das lchneunion aerpesles, sind die
Hauptfeinde dieses Riesenthieres. Charadrias aegyptiacus
reinigt das Zahnffeisch des Krokodils, sobald es ans Land
kommt, von den anhangenden lnsecten und SiisswasserConchylien. Es legt gegen 200 Eier von der Griisse der
Ganse-Eier, und vergrabt sie in den Sand; die armeren
Beduinen essen dieselben und sollen sie sehr schmackhaft finden.
Aus der Familie der Lacertae kommen vor: Lacerta
occe/lala, L. viridis, L. agilis, L. Moreatz'ca (wegen ihres
haufigen Vorkornmens in Norea so genannt), L. Nerreinii
und L. olivacea besonders auf den Inseln des Archipels,
und L. Schreilersii, die namentlich auf Corfu und Cephalonia vorkommen soll.
Aus der Familie der Verrnilinguin kommt als Seltenheit durch Reisende aus Aegypten das Charnaeleon
africcanus nach Griechenland. Ich hatte vor einigen Jahren selbst ein solches Thier daher erhalten und mil Verwunderurig beobachtet, das dieses kleine harrnlose Thierchen, das man auch zum Fangen der Fliegcn benutzen
kann, oft in einigen Rlinuten 3-4 Ma1 die Farben wechselt. Dieser Farbenwechsel sol1 von der Vermischung
zweier unter der Haul liegenden Pigmentschichten herruhren, die durch den Einfluss des Lichtes, der Warrne,
durch Affecie und andere Einflusse bewirkt wird. Ebenfalls merkwurdig ist die Eigenschafi dieses Thieres, sich
dergestalt a u h b l a h e n , dass es fast durchsichtig crscheint,
so wie, dass es jedes Auge unabhangig von dem andern
bewegen kann. Auch die Absonderung der Excremente
ist interessant; dieselben treten fliissig aus der Cloake
und erharten in demselben Augenblicke, WQ sie mit der
Luft in Beruhrung treten. Ich fand letztere bestehend
aus Harnsaure mit wenigen organischen Stoffen.
Stellio vulgaris 8. Lacerla slellio. Dieses Thier findet
sich besonders in Aegypten und wird von den Arabern
Hardun genannt , auch mitunter in Griechenland ; man
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Landerer,
sieht es haufig in den Spalten der Pyramiden. Die Excremenle dieser Eidechse, Stemus Lacertae oder Cordylea,
wurden fruher als Schminke benutit.
Ptyodnclylus , wahrscheinlich so genannt von ?crbo
und 6dxru)io:, Finger, indem sich aus den Zehenfalten die;
ser Thiere ein scherfer klebriger Saft absondert, mit dem
sie sich an Mauern und Wanden festhalten. Lacerta Gekko
oder Ptyodaclylus lobatus, vorzuslich in Aegypten vorkommend, wird von den Arabern Abu Burs (d. i. Vater der
Lepra) genannt, weil die mil dem Gifte dicscr Thiere inficirlen Xahrungsmittel durch ihren Genuss den Aussatz
erzeugen sollen.
Platydactylus muroruni. Findet sich in Lochern unter
Staub und Schmutz, vorziiglich gern unter den Dachern
der Hauser.
Scincus oder Lncerla Scincus. Dieses Thier wurde
friiher als Aphrodisiacurn aus Aegypten gebracht. Es,wird
im Oriente noch sehr haufig zur Bereitung von Nerven
und die Zeugungsorgane starkenden Scherbets, Mantsans
und Melhems verwendet, und man findet theils dasThier
selbsl einbalsamirt und zwischen den verschiedensten aromatischen Kraulern in Blechbuchsen eingepackt auf den
Misin-Bazars in Constantinopel, theils als die genaonten
verschiedencn Praparate. Scincus occellalus sol1 sich auf
einigcn Inseln und auch im Peloponnes finden, wird jedoch
weder beachlet, noch gefangen.
Anguis fragilis gehijrt zu den hochst seltenen Thieren und kornmt in der Nahe von Lamia und den Thermopylen, haufiger jedoch in Kleinasien vor.
Was die im Oriente sehr gefurchteten Schlangen betrifft, die vom Volke Fidia (von Ophides) genannt werden,
so finden sich einige, die in der That sehr gifiig sind.
Jedes Jahr kommen hinreichend Falle vor, dass Leute,
namentlich Hirten, gebissen werden, in Folge dessen sich
oftmals sehr bedenkliche und lebensgefahrliche Symptome
einslellen und in vielen Fallen unter den heftigsten Schmerzen der Tod eintritt. Es giebt deshalb sehr viele Miltel
gegen Schlangenbiss, die man Ophidochorton, Ophidoriza
u. s. w. nennt.
Reptilien in Griechenland und Kleinasien.
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Aus der Familie der Colubrifii Linden sich: C. AescuIapii, die beriihmte Schlange von Epidaurus. Sie lebt in
allen Theilen Griechenlands, erreicht eine Lange von 4 bis
6 Fuss und scheint sehr giftig zu sein. Von ihr werden
jabrlich eine Menge Menscben gebissen.
Tropadonolus nalriz. Kommt in sumpfigen Gegenden,
am Copais-See, in den Thermopylen und aucb im Peloponnes vor.
Aus der Familie Suspecla finden sich auf den turkischen Inseln, namentlich auf Candia und Cypern: Colopeltis leopardinus und C . Monspesdanus. Yon diesen beiden sollen die meisten IIirtcn gehissen wcrden, indem sie
sich unter kleinen Gestrauchen von Pusserzna hirsuta, Poferium spinosum etc. versteckt halten ; die IIirten nennen
dieselben wegen ihrer vielen Flccken Phidi bardaloton.
Ngja Haje. Diese Schlanae wurde von den Allen
als agyptische Aspis oder Schlange der Kleopatra beschriehen. weil Kleopatra sich mit derselben vergifrct haben
soll. Sie kommt im Oriente, vorziiglich in Aegypteri sehr
haufig vor und wird von den herumziehenden Gauklern
benutzt, die sie in den Mund nehmen, in den Sack schieben und auf die blosse Haul binden, angebend, dass sie
sich durch irgend ein Ophidochorton gegen den niss derselben gesichert haben, urn auf diese Weise ihrc Geheimmittel gegen Schlangenbiss a n den Mann zu bringen, ein
Cemisch von vcgetabilischem Pulver, das sie u m 30 Paras
die halbe Unze verkaufen. Auch versetzen sic durch
elnen Druck am Nacken die Schlange in eine .4rt Starrkrampf, so dass sie steif gleich einem Stock wird. Ich
seltjst sah in Smyrna einen solchen Ophidodamasteo, der
zwei solcher Schlangen wie Stocke in d m Randen bielt,
und die Kinder, die ihn umzingclten, damit auf die Kbpfe
schlug. Galen fihrt an, dass man diese Schlange in Aegypten gehrauchte. wenn es sich darum handelte, einen Verbrecber schnell umzubringen.
Vipera ammodytes, V. illyrica. Findet sich sehr haufig in Griechenland und ist sehr gefiirchtet, da ihr Biss
300 Landerer, Reptilaen in Criecitenland und Kleinasien.
sehr giftig ist. Man nennt dieselbe wegen ihrer dem
Blitz ahnlichen Hautfarbung Astrakia.
Cerasles Cornulus s. Coluber Cerasles kornrnt sehr selten vor. Ich fand sie auf Spezzia und ein anderes Exemplar erhielt ich aus Theben. 1st sehr interessant wegen
ihrer hornartigen Hervorragungen. Sie ist auch in Aegypten und Arabien zu Hause, wo man sie oft auf Denkmiilern abgebildet sieht. In Griechenland erzahlt man sich
von dieser gehornten Schlangc sehr vie1 Ungereirntes.
Aus der Abtheilung Reptala nuda und der Ordnung
Batrachiu findet sich sehr selten der Laubfrosch, Hgla
und Rana esculenta, die man jedoch nicht isst, wic bei
uns, indem die,orthodoxe Kirche den Genuss solcher unreinen Thiere, wie man dieselben nennt, verboten hat.
Dcsto haufiger findet sich die Bufo s. Rana vulgaris,
die von den Griechen fur giftig gehalten wird, und in
der That bringt such dcr aus den grossen Drusen des
Thieres ausschwitzende Saft, wenn man dasselbe in der
Hand hall, unter Urnstanden eine exanthematische Wirkung hervor.
Aus der Pamilie der Anguinea sol1 sich in einigen
Theilen des Peloponnes, auch in Theben am Copais-See
Coccilia lumbricoidea finden.
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