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Ueber die Morphologie der Palmen.

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iiber die Morphologie der Palmen.
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Ueber die Morphologie der Palmen;
Yon
Professor Dr. v.
M art iu s
in Munchen.
(Im AuszugeJ
I n dem Niederwuchs (descensusj der Palmen findet
Alles nach den den Monokotyledonen eigenthumlichen Verhaltnissen statt. Leichter als an andern Pflanzen dieser
grossen Reihe kann man hier beobachten, dass die ursprunglich aus dem Schnabelchen erwachsene Pfahlwurzel
zuerst abstirbt, und dass ebenso die zunachst liegenden
Wurzeln nach ihrem Orte allmalig auch vergehen, dass
also die Wurzelbildung vom Centro zur Peripherie fortschreitet, indem gewissermaassen alle Wurzeln, mit Ausnahme Einer, hier Adventivwurzeln sincl, und nachdem der
Stamm seine normale Dicke erreicht hat, nur die der
Peripherie naher stehenden iibrig bleiben. Gewohnlicli
brechen auch aus dem oberirdischen Theile des Starnmes
Adventivwurzeln hervor, wodurch der Descensus eine mehr
oder weniger entschiedene Kegelform zeigt, dessen Volum
in geradem Verhaltniss zurn Alter und zur Dicke des
Stammes steht. Bei einigen Palmen, jenen, der maskarenischen Inseln, findet man diesen Wurzelpolster oft aufFallend gross, 4 bis,5 Fuss hoch uber dem Boden, und
Gleiches wird von Oreodoxa vegin auf den Antillen berichtet. Er geht immer gleichen Schritt mit der Ausbreitung der untersten kurzen Stengelglieder,welche am Grunde
des Stnmmes eine scheibenformise Anschwellung darstellen.
Eine ganz eigenthumlicheFormation bilden die einzeln und
weit von einander abstehenden Luftwurzeln von Iriartea,
welche manchmal den Stamm auf einem Kegel von 5 bis
8 Fuss Hohe tragen. Der Palmenstamm ist fahig, auch
unmittelbar unter der Krone Luftwurzeln zu biiden. Hierauf
grundet sich eine Vermehrungsart der Dattelpalme. Bei
Mawilia armata kommen die Luftwurzeln , welche aas
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v. Murtius,
dem Stamm ausbrechen, nicht zu voller Ausbildung und
stellen stumpfcylindrische doriiartige Fortsatze dar.
Der Form nach muss der Stomrn der Palme als ein
aufrechter Kegel betrachtet werden. Alle Palmen produciren anfgnglich kiirzere, nach aufwarts langer werdende
Internodien. Hdchst merkwiirdig, in der Reihe der Monokotyledonen ausserdem nicht vorkommend, ist die bauchige
Anschwellung in der Mlitte rnancher Palmenstamme (Zriurtea
Acrocomia, Oreodoaa, Borassus Aethiopumn), welche manchma1 so bedeutend wird, dass sich die Indianer des angeschwollenen Stuckes zur Verfertigung ihrer Canots bedienen.
Der Stamm der Palmen ist nur scheinbar immer einfach, denn abgesehen von den transitorischen Nebenaxen,
den Bliithsnkolben {Spadices), findet man noch zweierlei
Arten von Aesten. 'Viele Palmen bildcn im Boden ein
Rhizom und machen aus ihm regelmassig vom Grund aus
Triebe, wie z. B. die Sagopalme (Metroxylon). Oberirdische Aeste kommen regelmassig in der Gattung Byphaene vor, deren Krone dcmnach, jener von Rhipidodendron ahnlich , mehr oder minder deutlich dichotom
verzweigt ist.
Was die Oberflache des Palmenstammes betrifft, so
hat schon Mohl darauf aufmerksam gemacht, dass die
Epidermis nur bei den caudicibus arundinaceis und calamosis bestehen und lebendig bleibt ; bei den ubrigen
Arten des Stammes aber ebenso wie die daruntcr liegenden dickwandigen Rindenzellen von der Witterung zerstort wird.
Das Holz des Palmenstammes lasst sich in verschiedene
Arten unterscheiden ; bastartiges Holz mit faserigem oder
wergartigem Gefuge ; schwammig faseriges Holz; elastisch
faserjges Holz ; hornartiges Holz. Diese verschiedenartigen
Pormen gehen mehr oder weniger in einander uber.
In rnanchen Palmenstammen wird mit Zunahnie des
Alters neben dem Lignin auch eine bedeutende Menge
Arnylon entwickelt In anderen Fallen kommen zugleich
iiber die Morphologie der Palmen.
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damit Schleim, eine stickstofialtige albuminosc Snbstanz,
Extraotiv- und Farbestoffe und mehrere Salze vor. Das
grossartigsle Beispiel von Arnylonentwickelung Iiefert die
ostindische Gattung Melromjlon (Sagus), deren Amylon
bekanntlich den sogenannten Sago darstellt. Der Baum
entwickelt 6-800 Pfund, und zwar ehe er in die Bliithe
schiesst, was nur einmal der Fall ist. Bus MuuriliufZexuosa
hereiten die Arawacas-Indianer in der Gujana ein Slarkemehl, welches sie Aru-ATU, Mehl von Mehl nennen, welches Wort irrthumlich zu dem Namen Arrow-Root Veranlassung gegeben hat, womit man mehrere feine.Amylonarten bezeichnet.
Zucker ist in dem Safte vieler Palmen in Menge vorhanden, und zwar in dem Parenchim, woraus er wiihrend
der Bluthezeit in die Bluthenrispe aufsteigt. Dieser Zuckersaft wird auf mehrerlei Arten gewonnen, bald durch Abschneiden der Bluthenrispe, bald durch Anbohren des
Stammes.
Auch Kieselerde wird von manchen Palmenstammen
in bedeutender Menge erzeugt. Bei den rohrartigen Palmen, und namentlich den Calamusartcn, kommt sie vorzuslich in der -glatten, von aussen gleichsam gefirnissten
Rinde vor. Kieselige Concremente (vielleicht dem Tabaschir
verwandt) sind besonders in der Cocusnhsspalme beobachtet
worden.
In der rnorphologischen Darstellung des Blattes, seiner
organischen Theile und seiner Entwickelungsgeschichte ist
M. von der Ansicht ausgegangen, dass wir an dem Palmenblatte der entwickelten Lnubkrone, als einem der am meisten vollendeten in der Gesamrntreihe der Monokotyledonen, drei typische Regionen oder Parthien: Vaginaltheil,
Blattstiel ond Lamina zu unterscheiden haben. Ausgehend
nun von der, durch die Entwickelungsgeschichte bestatigten Ansicht iiber die typiscbe Verschiedenartigkeit an
dem Blatte, glaubt M. annehmen zu miissen, dass sich in
dem Formenkreise des rein vegetativen (nicht unmiltelbar
auf die Fortpflanzung bezuglichen) Blattes folgende Mnf
Stufen unterscheiden lassen.
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v. Murtius,
I ) Die Vagina cwporis cotyykedonei oder die sogenannte
Coleoptilis nach M i r b el.
2) Die tutenformigen Blatter des Federchens am keimenden Palmensamen und an den secundaren, aus dem
Hauptslamme hervorgehenden Axengebilden (Turiones).
3) Vollstandige mit einer Lamina versehene Blatter
(Eolophylla), deren Lamina jedoch noch einfach und ungetheilt ist.
4) Vollstandige Blatter, mit einer facherformigen, einfach- oder gedoppelten fiedertheiligen Lamina.
5) Jene eigenthumlichen, scheidenforrnigen Blatter,
welche wir am Grunde und an den Verzweigungen der
Bluthenrispe wahrnehrnen.
Was die Entwickelungsgeschichte der ganzen Palmenknospe. am Ende des Stammes oder der Seitenachsen
betrifft, so glaubt M. hier drei Stadien unterscheiden zu
miissen. Die innersten Blatter der Palmenknospe, welche
ehen auf dem Knospenkern entstanden sind, zeichnen sich
durch die dichte Zusammenfaltung ihrer Fiebern oder
Segmente an einer noch sehr kurzen Spindel, durch ihre
Kleinheit und ihre elfenheinweisse Farbe aus. Sind sie
alter geworden, und vermogc des allgemeinen Wachsthums
von dem Centro des Knospenkerns etwas naher an die
Peripherie hingeruckt, so erscheinen sie als langgestreckte,
zugespitzte, mehr oder minder ergrunende und mit dem
zelligen Indurnent, nicht bloss auf den Commissuralnerven,
sondern an ihrer ganzen Oberflache besetzte Kegel. Diesem Stadio ist von M. wegen seiner speerartigen Gestalt
der Name Hustae beigelegt worden. Von diesem Stadio
gehen sie in das dritte, das der Entfaltung iiber, nach
dessen Vollendung sie ausgebildete farbige Blatter der
Laubkrone sind.
Unter den abweichenden Gestaltungen (Anarnorphosksj,
die bei den PalmenblCttern vorkommen, ist vorziiglich die
Rankenbildung zu erwahnen. Sie ist namentlich in der
Gruppe der Lepidocaryinen, bei den Gattungen Calamus
und Daemonorops haufig. Vermittelst der oft sehr ausge-
iiber die Morphologie der P a h e n .
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dehnten Ranken hangen sich die erstgenannten als Kletterpalmen an den benachbarten Baumen auf. Diese Ranken
sind mit einer eigenthiimlichen Bildung von wirtelforrnig
gestellten Stacheln besetzt ; bei Desmoncus aber mit D&nen. welche aus abortirten Fiederblattchen entstehen und
sich mittelst einer eigenthumlichen Umkehrung als ruckwarts gerichtete Hakenfortsatze darstellen.
W a c h s b i l d u n g a u f d e n P a l m e n b l a t t e r n . Am
haufigsten wird das Wachs von der Carnauva, Copernicia
cerifwa, einer im Innern Brasiliens haufig wachsenden
Palme, producirt. Die Blatter sind auf heiden Seiten mit
einer selir grossen Menge winziger, elliptischer Drusen
besetzt, von welchen die Ausscheidung dieses Wachses
vorzuglich ahzuhangen scheint. Sind die Blattcr alter geworden, so bemerkt man auf beiden Seiten einen sehr
zarten weisslichen Beschlag, der, unter dem Mikroskope
betrachtet, sich als ein Agglomerat von unregelmassigen,
sehr kleinen tafelformigen Wachsblattchen darstellt. Wo
die Palme einer lange andauernden brennenden Sonnenhitze ausgesetzt ist, da schmelzen die Wachsschuppen zu
Tropfen zusarnmen, welche man nicht bloss auf den Blattern, sondern auch auf den Blattstielen haulig vorfindet.
Die Einwohner pflegen' diesen Wachsfirniss abzuklopfen
oder abzubursten und durch Erwarmung iiber massigem
Feuer zusammenzuschmelzen, oder durch Kochen mit Wasser zu reinigen. Dieses Wachs kann besonders zu Kerzen
verwendet werden. Verwandt mit diesem Wachs, jedocli
wahrscheinlich den Unterharzen naher stehend, ist der Stoff,
Cera di Palma, welcher am Stamme der hohen Palme
Ceroxylon Andicola Humb. in den Andes und S. FB de
Bogota, und zwar aus den Jnternodien ausschwitzt. Der
weisse Ueberzug auf der Ruckseite vieler anderen Palmen
hat die grosste Aehnlichkeit rnit der Pruina der Pflaumen,
welche schon P r o u s t als aus Wachs bestehend gefunden
hat. Auch Sehort hieher wohl ohne Zweifel der weisse
Beschlag, der sich an den Blattstielen und an der unteren
Blattseite der Sagopalme in derjenigen Periode einstellt,
worin der Stamrn die grosste Menge von Amylon abge-
9%
Notiz ubcr Hohenrauch.
setzt hat und geeignet ist, geschlagcn und auf jenen Stofi
benutzt zu werden. (Ans den Gelehrt. Anz. der k buyer.
Akad. d. Wisuensch.276-179. 2846. guligst mitgetheilt vom
Pmf. Dr. Th. Martius.) B.
Notiz uber Rohenrauch.
-
b c h einer vorlaufigen Notiz im letzten DecemberHefte des Archivs, pag. 315, beschaftigt sich der Medicinalrath Dr. M iill e r mil einer physikalisch-chernischen Untersuchung des Hohenrauchs, urn zu ermitteln, ob der sogenannte Moorrauch mit dem Hohenrauch identisch sei.
Derselbe wird seine Gegner, welchc beide identisch halten, durch die schon ofter vorgekommene Erzahlung, dass,
wenn Gewitter nicht recht zum Ausbruch kommen, dafur
sogleikh Hohenrauch, uelektrischer Nebel ,u elektrisches
Gas entstand, eben so wenig wie durch die Titulatur seiner Gegner, von der Unrichtigkeit ihrer Ansicht iiberzeugen. Dagegen wurde die Mittheilung h in r e i ch e n d e r , g e n a u e r B o o b a c h t u n g e n u n d Versuche,
welche die Ansicht: der Moordampf ist kein Hohenrauch,
wobei der Begriff von Hohenrauch festzustellen ware)
rechtfertigen, sehr crwunschh sein.
W. B i - a n d e s in Salzuflen.
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