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Ueber die Thermen von Bertrich.

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ARCHIV DER PHARMACIE,
CLXXXVIII. Bandes erstes uhd zweites Heft.
A. Origiizalmittheilungea.
I. Chemie und Pharmacie.
Ueber die Thermen von Bertrich.
Von R. B e n d e r in Coblenz.
Bertrich, ein Dorf etwa 71/2 Meilen von Trier und 9 Meilcn von Cohlcnz entfernt, liegt an dem Sudostrandc der Vulkanspalte der Vordereifel und ist besonders seiner warnien
Quellen wegen bekannl. Dieselben sind die einzigen, welche
auf ziemlich weite Entfernungen hier hervortreten. Die nachsten sind Ems an der Lahn und Neuenahr bei Ahrweiler.
Die Thermen von Bertrich waren schon den Romern bekannt
geworden bei ihren Heerziigen iiber die Eifel nnd Moselgebirge im 2. und 3. Jahrhundert nach Chr., wie dieses in der
Umgebung von Bertrich aufgefundene G oldmiinzen vom Kaiser V e s p a s i a n und C o n s t a n t i n bcweisen. I m 14.Jahrhundert hatte ein Eremit, Namens B e r t r i c h , in diesem
Thale sich cine Zelle gebaut und nach und nach viele Leute,
gegen ihre Krankheiten Hiilfe suchend, durch das von ihm
der Quelle gespendete Lob dahin gezogcn. I n mehren Urkunden aim dem 14. Jahrhundert wird die Heilquelle Thermae ad Sanctum Bertricum genannt.
Im Jahre 1392 wurde Bertrich von H e i n r i c h v o n
P y r m o n t an den Erzbischof von Trier W e r n e r v o n P a l k e n s t e i n kauflich abgetreten. Der Nachfolger dessclben
Erzbischof J o h a n n v o n B a d e n cerwendete im Jahre 1456
die Summc von 16,000 Gulden auf die Wiederhersteliung
der Bider und baute ein grosses Radebassin als GemeindcArch. d. Pharm. CLXXXVIII. Bds. 1.
U.
2.Hft.
1
2
Ueber die Thermen von Bertrich.
bad. Die alteste physisch - chemische Charakteristik des Bades Bcrtrich stammt von L. T h u r n e i s e r , kurbrandenburgischem Leibarzt und Scliiilcr dcs Paracelsus. Derselbe schreibt
in seinem Werke : von kalten , warmen, mineralischen und
metallischen Wassern , Frankfurt 1572 : ,,Zu Bertrich, ungefahr
Meilen von dcr Mosel, in der Grafschaft Xanderscheid, da hat ein warmer Quell gutes gesundes Wasser, ails
dem 4. Grade der Erde herauskommend und enthalt die Mensur (16 Loth Niirnberger Markgewicht) 2 part. Quecksilber,
2 part. Schwefel, 1 part. Lasur, 2 part. Vitriol, 1 part. Niter,
'2 part. Alaun, 1 3 part. wildes Wasser und wiegt 173/,,Loth,
oder eine Maass von 2 Pfunden 6812/16
Loth. Das Bad
hat mancherlei Heilkrafte , von wegen seiner wunderlichen
zusammengesetzten Mineralien."
Die Quelle kam spiiter in Vergessenheit, bis der kurtrierische Leibarzt E u g. C o h a u s e n im Jahre 1741 Hertrich nebst einigen andern Mineralquellcn der Eifel ins Andenken zuriickrief und im Jahrc 1748 die Crenographia Trevirensis Bertlichio-Biresborniensis oder griindliche physikalische
Untersuchung zweier im Erzstift Trier gelegener , theils warmer, theils kal ter Gesundbrunnen, herausgab. F u r diesc Heilquelle begann jedoch erst 1770 unter der Regierung des
letzten Kurfursten von Trier, C l e m e n s W e n z e s l a u s ,
eine neue und glanzendere Epoche. Der Fiirst liess die doppelte Quelle bis tief in den Felsen hinab in solider Weise
fassen , errichtete das .jetzige Kurhaus und Badegebaude,
sorgte fur ein grosses Gasthaus und Wohnungen fur die
Badegiste. Der Kurfiirst stellte ferner einen besoldeten Badearzt und Apothekergehiilfen an. Letzterer musste wiihrend
der Sommerrnonate mit den nothigen Arzneien aus der Apotheke von Cochem versehen sein.
Durch den Ausiruch dcs franzosischen Itevolutionskrieges, welcher den Kurfiirsten vertrieb, gerieth auch das
Bad wieder in Verfall. Doch ist es besonders anzuerkennen,
dass unter der franzosischen Regierung der Prafect L e z a y M a r n e s i a die Wiedarherntellung Bertrichs und die Verschonerung seiner Anlagen mit vielem Eifer betrieb.
Ueber die Thermen von Bertrich.
3
Im Jahre 1815 wurde Bertrich der preussischen Regierung zugetheilt und die Administration seiner Badeanstalten
wurdc unter das ltessort der Kiinigl. Rcgierung zu Coblenz
gestellt. Seit dieser iieiien Epoche ist vie1 fur die Ausstattung mit neuen und verbesscrtcn Einrichtungen geschehen
und noch Mehres llisst sich von der fortgesetzten Sorgfalt
der Regierung fur seine Aufnahme erwarten. Es sind prachtvolle Parkanlagen, bcqucmc Promenaden bis 400 Fuss hoch
ansteigend geschaffcn , ein neues Badehaus und eine Nolkenanstalt errichtet, eine neue Kirche im Bau begriffen. Die
Quellen von Bertrich liegen 496 Fuss iiber dem Spicgel der
Nordsee uud entspringen a ~ l sdem Thonschiefer. Die Gartenquclle westlich \.om Kurhausc, die Berg- oder Trinkguelle
ostlich davon. Erstere findet sich in eincm 44 Fuss tiefen
Brunnen und ist kiirzlich neu gefasst worden. Die Temperatur der Trinkquelle ist 25,8O K. Beide Quellen kommen
wahrscheinlich aus ciner gcmeinschaftlichen Stammquelle und
sind bei der im Jahre 1786 vorgenommenen Passung und Leitung in einen Kana1 vereinigt worden, indem beide sich in
Temperatur und Qnalitat vollkommen gleichen.
Das Bertricher Thermalwasser wurde im Jahre 1826
vom Apotheker F u n k e in Linz zuerst eincr Untersuchung
unterworfcn. Derselbc fand in 16 unzen des Wassers:
Schwefelsaures Natron
3,260 Gran.
Chlornatrium
0,585
97
Kohlensawes Natron
7,645
2,
Kohlensauren Kalk
0,708
9,
Kohlensaures Eisenoxydul
0,028
,,
Thonerde
0,008
9,
Kieselerde
0,008
77
Kohlensaures Lithion
Spurcn.
Schwefelwasserstoff
Spurcn.
Kohlcnsaurc
0,055 Kubikzoll.
Summa d. Bestandtheile: 12,292 Gran.
Spec. Gcwicht des Wassers 1,0016.
Das Bertricher Thermalwasser wurde spdter von C.
&Io h r analysirt. Dcrselbc Chemiker fand in 10,000 Theilen
1”
4
Geber die Thermen voo Bertrich.
des .Wassers , die kohlensauren Salze als einfache Carbonate
bcrechnet :
Sch wefclsaurcs Xatron
14,146 Gran.
Chlornatrium
6,684
7)
Kohlcnsaurcs Katron
2,837
,,
Kohlensaurcn Kalk
1,250 $ 2
Magnesia
0,987
9,
T honerde
0,585
,,
Kicselerdc
0,368
2,
Organische Substanzen
0,636
?,
Spuren von Eisen.
Summc d. Bestandtheile: 27,493 Gran.
Freie und halbgebundene Kohlensaure 1 7,328°/0 vom
Volum dcs Wasscrs von OOR. und 28 Zoll Barometerstand.
Das 13 e r t r i c h c r W a s s e r wurde zuletzt von Profcssor
Fr. N o h r analysirt und enthaltcn nach ihm 10,000 Theile
desselben:
Schwefelsaures Natron
8,8295 Gran.
4,1768
,,
C hlornatrium
1,5939
,,
Kohlensaures Natron
0,7822
,,
Kohlensauren Kalk
Kohlensaurc Jlagnesia
0,6203
,,
0,3367
,,
T honerde
0,2305
,,
Kieselcrdc
0,39 70
,,
Organische Substanxcn
Eisen
Spuren.
Lithion
Summe d. fcsten Hestandthcilc: 16,9669 Gran.
Freic und halbgcbundenc KohlensAure 21,660 Procent
vom Volum dcs Wassers bei 28 Zoll Barometerstand.
Die vom Wasser aiifgenonirnencn organischen Bcstandtheile, fruher Raregin gcnannt, sind in mehrcn warmen QuclIcn Frankreichs (Hardgcs) und Deutschlands bcobaclitct worden ; es sind mikroskopischc Gebildc, dic sich fortpflanzen
und zu dcr Klasse dcr Conferven und Oscillatorien gehoren.
Eine spcctralanalytische Untcrsuchung dcs Abdampfruckstandcs des Thermalwassers ergnb ebcnfdls die durch dic
Geber die Thermen von Bertrich.
5
gewohnliche -4nalyse aufgefundenen Bestandtheile. Zu bemerken ist das Vorhandensein von Lithiumverbindungen, sowie
das ganzliche Fehlen der Kalisalze in dem Mineralwasser.
Was kurz die interessanten geognostischen Verhaltnisse
der nachsten Umgebungen von Bertrich anbetrifft, so wird
B. von dem Uesbache durchflossen, welcher 6 -700 Fuss
tief in das Plateau einschneidet und bei Alf mit einem Gefalle von 200 Fuss sich in die Mosel ergiesst. Die Abhange
des Uesthalcs bei Bertrich sind sehr steil, mit Felsen von
Thonschiefer und Grauwacke besetzt, dariiber erhebt sich das
Plateau, welches nur allniahlig ansteigt. Das Plateau ist
theilweise rnit vulkanischem Tuff bedeckt, theilwoise finden
sich Schlackenkegel vor, untcr welchen die Falkenlei zunachst
zii erwahnen ist.
Die 1276' hohe Falkenlei, an der Siidostspitze von Rertrich ansteigend , ist cin halbkugelformigcr Hiigel rnit einer 150 Fuss hohen Felswand nach Siidosten,
welche aus theils lose iiber einander gehauften, theils fest
zusairimengesintcrten Schlacken besteht und ausserlich eine
gclbrothliche Farbe zeigt. Diese gehort nicht dem Gesteine,
sondcrn eincm zusammenhiingenden Uebcrzuge ciner Flechte,
Lccanora saxicola Ach. a n , welcho mit Verrucarien und
Grimmien dicselbe reichlich iiberzieht. Die blasige Beschaffenhcit der Schlacken, aus denen der Hiigcl besteht, erzeugt in
einer natiirlichen Hohle, welche 120 Fuss unter der Spitze
liegt , durch Verdnnstung des eindringenden Wassers cine
sehr niedere Temperatur , sodass der Name Eishohle darauf
angewandt wird.
Die Schlackenfelsen der Falkenlei sind ferner stellenweise mit Auswitterungcn eines Salzes bedeckt , welches die
Zcrsetzung des Gesteines durch die Lnft und das eindringendc Wasscr beknnden. Das Salz besteht aus salzsauren und schwefelsauren Salzen von Thonerde , Kalk , Nagnesia,
Kali und Natron, sowie einer nicht naher bestimmten organischcn Substanz. Auch kohlensaurer Kalk bedeckt die Oberflache dcr Schlacken in kleinen Partieen.
In einer LIohe von 577 Fuss liegt die sogenannte Kasegrotlc; es ist dieses ein 7-8 Fuss hoher und brnitcr Gang
6
Die in Zuckersyrup u. Glycerin losl. Modification d. Eisenoxydhydrates.
aus senkrechten Saulen von Basaltlava gebildet, dessen Wande
ganz mit Marchantia conica bedeckt sind , welches dem Ganzen eine gelb - griinliche Farbe verleiht. Die Saulen sind
durch horizontale Ablagerungen gegliedert, welche iiber einander geschichteten Xasen nicht unahnlich sind.
An der Siidwestseite von Bertrich, umgeben von Schlacken
und Bloeken, liegt der sogenannte Romerkessel , ein kleincr
Teicli, welcher die niedrigste Stelle des Bertrichthales einnimmt.
Ueber die in Zackersyrup und Glycerin ltisliche
Modification des Eisenoxydhydrabes.
Vorlaufige Mittheilung
von Dr. H. KO h 1e r , Doccnten der Pharmakologie und Toxikologie,
und Dr. II. I I o r n e m a n n , Apothcker zu IIalle.*)
Sowohl k' 1 e i s c h e r's Eiscnoxydsaccharat - Capseln , als
W a g n e r ' s und G r o s s i n g e r ' s , , F e r r u m o x y d . d i a l y s a t u m " bestehen der Hauptsache nach aus einem sehr
b a s i s c h e n O x y c h l o r i d d e s E i s e n s , schmecken, namentlich das zuletet genannte Priiparat, styptisch, schwarzen, ohne
dieselben wesentlich zu corrodiren, die Zahne, und gehen
zum Theil in einen gelatinosen iind das Dispensiren so sehr
erschwerenden Zustand uber , dass beispielsweise das F. dialysatum von Handlungen, welche dasselbe angeboten , gegenwartig nicht mehr geliefert wird. Da ferner dem Einen Ton
uns die Bereitung eines klaren , siiiirefreien , nur nach Zucker
schmeckenden und angeblich 2 Procent eines mit 3 Aequivalenten Wasser verbundenen Eisenoxyds enthaltenden Syrups nach H a g e r ' s Vorschrift nicht gelungen war, so
wurde die Darstellung eines, allen oben bezeichneten, an dasselbe zu stellenden Anforderungcn entsprechenden Eisenoxyd*) Von den 11. 11. Verfasscrn d s Separat - Abdruck aus der Berliner
klinischen Wochenschrift mitgctheilt.
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