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Ueber die Zerstrung der Hlzer an der Atmosphre.

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Die Zerstijrung der Hiilzer an der Atmosphiire.
Ueber die Zerstornng der Holrer an der Atmasybtre
hat J u l i u s W i e s n e r Beobachtungen und Versuche
angcstellt und die zum Abschluss gebrachten Theile seiner Untersuchungen, betreffend drei wahrhnft typische
Arten der Zerstorung r e i f e r Holzer, die er mit den
Namen , , G r a u w e r d e n " , , , B r % u n u n g u ilnd , , s t a u b i g e V e r w e s u n g (staubige Vermoderung)* der Holzer
belegte, veroffentlicht.
I. Das Grauuerden (die Verg~aciung)cles Holzes.
Es giebt eine grosse Menge von Holzcrn, die von
Laub - und Nadelbaurnen herruhrcn, welche an trockenen
Orten irn Liingsschnitte der Atrnosphare ausgesetzt, in Folge
oftmaligen Wechscls von obcrflachlicher Bcfeuchtung durch
die atmosphlrisclien Niederschlage und Austrocknung eine
g r a u c Oberfliiche annehrnen. Diese licht- bis dunkelgraue Schicht des Holzes besteht aus Zellen, welche durch
die atrnosphiirischen Kiederschlage ausgelaugt und ihrer Infiltrationsproducte ganz oder zum grossen Theile beraubt
wurden, so zwar, dass die zuruckbleibenden &fernbranen
bloss aus chcrnisch- reiner oder nahebei chernisch - reirier
C e 1I u 1o s e bestehen. Durch die Volumsiinderungen,
wclche die Zellen beim Feuehtwerden und bei der darauf
folgenden Austrocknung erleiden, wird ein grosser Theil
der I n t e r c e l l u l a r s u b s t a n z mechanisch aus dem Holze
entfernt, wobei dessen Zellen ganz oder zurn Theil isolirt
wcrden. Die vollstandig isolirten Zellen fallen vom LIolze,
welches in Folge der Blosslegung von Zellen eine h a a r ig e,
ninnchmal wollige Oberflache angenommen hat, ab. Die
Mernbrarien der unvollstandig isolirten Zellen wittern
schichtweise - vornehmlich von innen nnch aussen ab, gleichzeitig werden die Reste der Zellenwande von
Lestininiten Puncten aus zerkluftet. Durch diese Klufte
(Tupfelrisse) kornrnen die in der Atmospharc allenthallen
vorhandenen Sporen nicderer vegetabilischer Organisrnen
(Pilze, Flechten) ins Innere dcr Zellen. Die auf diese
Weise dernolirten Zellen des Holzes trennen sich nun
nach und nach von dem Holzkorper 106, entweder indem
sie sls solche herausfallen (beinahc alle M a r k s t r a h l e n z e l l e n , aber nur eine geringe Zahl von Holzzellen) oder
indem sie zusammenbrechen. Diescs letztere geschieht
gewohnlich durch allzu stnrke oder ungleichmassige Abtragung der Zellwand, nicht selten auch unter Mitwirkung
von Pilzrnycelien, welche mit zunehmender Entwiclrelung
die Zellreste zersprengen. An vielen Holzzellen vergrau-
Die Zerstcrung der Hclzer an der Atmosphtlre. 271
ter Holzer kann man bemerken, dass die an den Membranen sich anklammernden Pilze in Spiralg#ngen sich
gleichsam in die Wand der Zelle zur Hhlfte eingraben
und nmh ihrem Abfallen die Spuren ihrer Wege zuriicklassen.
(H. S ch a ch t , i n seiner im 3. Bande der Pringsheimschen Jahrbucher erschienenen Abhandlung : iiber die
Veranderung durch Pilze in abgestorbenen Pflanzenzellen
belegt diese Spuren mit dem sehr passendon Namen
. P i l z b a h n e n '). Bei allzu reichlicher Entwickelung von
Pilzen dringen die Sporen und Mycelien derselben auch
in noch unvergraute Zellen ein und rufen dann eine Zerstiirungsart des sich hierbei schwiirzenden Holzes hervor, welchc mit der hier beschriebenen Art der Verwesung nichts gemein bat. Die E I o l z z c l l e n sind mithin
sowohl an Laub - als Nadelholzern diejenigen Elcmentarorgane, welche der Atmosphare bei der V e r g r a u u n g
am langsten Trotz bieten. W i e s n e r untersuchte vollstandig isolirte Holzzellen und Markstrahlzellen, erstere
von einem vergrauten Weiden-, letzterc von einem vergrauten Ahornholze (AceT campestre) herruhrend, in welchen noch ganz unverletzte S t a r k e k o r n e r vorhanden
waren.
II. Die stuubige Vemnoderung des Holzes.
P e r Hergang bei dieser Vermesung ist folgender:
Die an der Atmosphare liegenden Holzbalken bekommen
beim Austrocknen in Folge unregelniassiger Zusammenziehung L i i n g s r i s s e , die oft ziemlich tief in die Holzmasse eingreifen. In den auf diese Weise entstandenen,
nahebei horizontal verlaufenden Spalten sammelt sich das
R e g e n w a s s e r an und bleibt hier in stunden-, oft tagelanger Beriihrung mit dem Holzkiirpcr, der nun entweder bloss unter dem Einflusse des Wassers, oder WRB
wahrscheinlicher ist, unter dem des Wassers, der Kohlensaure und des Aminoniaks jene chcmische und physikalische Umgestaltun erfahrt, in Folge deren das Holz
beim Druck zwisc en den Fingern zu Staub zerfallt.
Bis jetzt beobachtete W i e s n e r dieselbe blow an Nadelholzern und zwar bei Weisstanne (Abies pectinnta), Fichte
(Abiesexcelsioy), Kiefer ( Pinus sylvestris) und Schwarzfohre
(Pinus austriaca).
Das staubigvermoderte Holz hat eine graugelbe, ocherelbe, hellbraune bis schwarzbraune Farbe ; das Pulver
Ser schwarzbraun gewordenen Holzer ist stets braun.
a
272
Die
Zerstarung der Hiilzer an der Atmosphare.
Alle mikroskopischen C'ntersuchungen von staubigvermoderten Holzern ergaben, dass die h i s t o l o g i s c h e n
Verhaltnisse der Elementarorgene bei diesem
V e r m o d e r u n g s a c t e k e i n e e r h e b 1i ch e n A e n d e r u n g e n e r f a h r e n h a t t e n ; die Membranen der Zellen zeigten keine Aenderung ihrer Structur und auch die Intercellularsubstanz hatte sich vollstandig erhalten. Eines
war in histologischer Beziehung unverkennbar, namlich
dass die F r i i h l i n g s l a g e n des Holzes in der Regel vie1
schneller diesem Vermoderungsprocesse unterliegen, als die
S p a t l a g e n (Sommer- und Herbstlagen) desselben, YO
zwar, dass oft dunne Spane von Sornrner- und Herbstholz in einer staubigen, bloss aus zerfallendem Fruhlingsholze entstandenen Masse zu liegen kornmen. W i e sn e r
iiberzeugte sich, dass diese Zerstorungsart des Holzes
weder durch vegetabilische noch durch animalisehe Organisincn bedingt ist, ja dass nicht einmal, wie dies beiin
Vergrauen sehr hiiufig der Fall ist, solche Organismen
als gewohnliche Begleiter dieser Zerstorungsart auftraten.
D i e V e r a n d e r u n g e n , die d a s Holz b e i d e r stanbigenVermoderung erleidet, sind rein physikal i s c h e r u n d c h e i n i s c h e r N a t u r . Die H y g r o s k o p i c i t ii t eines stau big vermoderten I-Iolzes ist g r os s e r, als
die 'enes unveranderten Holzes, von dem ersteres abstammt
lufttrockenes Fichtenholz, u n ve r a n d e r t verliert
(z.
10,503Proc. Wasser, lufttrockenes staiibigvermodertes Fichtenholz desselben Balkens 12,124 Proc. Wasser bei 1lOOC.).
D e r Aschengehnlt eines s t a u b i g v e r m o d e r t e n Holz e s i s t r e l a t i v griisser; als d e r d e s unveriindert e n H o l z e s (unverandertes Fichtenholz 0,269 Proc. Asche,
in den ersten Stadien der staubigen Vermoderiing begriffenen 0,554 Proc., vollsttindig vermoderten 2,568 Proc. Asche).
D i e Dichte s t a u b i g verrnoderter liolzer i s t um
ein Bedeutendes geringer nls die des unveriind e r t e n H o l z e s (z. H. wic 0,295 bis 0,302 : 0,457).
D i e che m i s c h e n V e r i i n d e r u n g e n , welch e b e i
d e r s t a u b i g e n Ve r m od c r 11 n g a u f t r e t e n , b e s t e h e n
d a r i n , d a s s d i e Z e l l m e m b r a n e n sich n a c h u n d
n a c h i n H u m i n k o r p e r unisetzen. Ulminsiiure, Qeinsaure sind darin nachweisbar, nber wcder Quellsaure noch
Quellsatzsaure.
Die staubige Verwesung liisst sich durch Ausfiillurig
der an den Holzbnlken entstehenden nach oben offenen
Spalten mit eineni schmelzenden EIarzc (Terpenthinharz,
Pech) oder einem ahnlichen Korper hintanhalten.
A.
Surrogate fill. Ebenholz und Evenbein.
273
III. D i e Bruunung der Holzer.
Sie findet an Nadelholzern (Fohren, Fichten, Tannen)
statt. Das Holz wird oberfliichlich rothbraun bis tief braun.
Diese Briiunung ist eine Zerstorungsart solcher Hblzer,
welche sich in einer vorwiegend feuchten Atmosphare
befinden, oder iiberhaupt reichlich befeuchtet werden.
Yie kornmt sowohl in waldreichen Gebirgsgegenden, als
auch in ausgedehnten Auen der Niederungen vor. Die
chemischen Umwandlungen bei der Hraunung bestehen
in einer Umsetzung der Cellulose der Zellmembranen in
H u m i n k o r p e r , wodurch die Wiinde der I-Iolzzellen bei
Betrachtung unter dem Mikroskop eine gelbe bis liolitbraune Farbe erhalten. Die Umsetzung dar Zellmembranen in Huminkorper schreitet vornehlnlich von a u s s e n
n a c h i n n e n vor. An Wasser geben solche Holzer Q u e l l s a u r e ab, an alkalische Flussigkeit U 1 m i n s ii u r e und
G e ' i n s a u r e ; die darin unloslichen Holzzellen geben mit
concentrirter Schwefelsaure und Jod, tnit Chlorzinkjodlosung und Kupferoxydammoniak die bekannten Zellstoffreactionen.
Die h i s t 010 g i s che n V eriin d e r u n g e n anlangend
ist zu bemerken, dass aus den oberflkchlichen Zellschichten die I n t e r c e 1I u 1a r s u b s t a n z verscliwunden ist.
Die primaren Membranen der Zellen werden zuerst zerstort und von hieraus schreitet die niechanische Zerstorung gegen die tertiare Membran vor. Die Holzzellen
fallen nicht nur der Dicko, sondern anch der Lange nach
zertriimmert vom Holzkorper ab.
B r a u n n n g u n d V e r g r a u u n g der Holzcr sind
Zerstorungsarten, welche ihrem Wesen nach einzig und
allein durch die atmospharischen Wiisser und Gase bedingt werden. Aber wie bei der Vergrauung SO auch
bei der Briiunung h e l f e n die tiinzukoiunienden Pilzsporen von i n n e n her nach, das durch die Atinosphiirilien von a u s s e n angegriffene Holz zu zertriimmern.
(Wien. Sitzungsber. der k . k. Aknd. der IVissensch. IlIathenz.nnturw. Classe. B d . XLIX. H.I . Abth. II. S. 61--94.)
€I. Ludzcig.
--
Surrogate fur Eberholz und Elfenbein
stellt man nach C. C h i s l n i n auf folgende Weisc
das. Zuvorderst wird aus Meeralgen durch dreistundiges
Behandeln mit verdunnter Schwefelsaure, Eintrocknen und
Zermahlen ein feines Yulver dargestellt. Von diesem
Arch. d. Pharm. CLXXVII. Bds. 3. Aft.
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