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Ueber Kindermehl.

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33. Miiller, Kindermebl.
137
Das Chrysophyll wird dann dadurch isolirt, dass man
den Bodensatz rasch mit ctwas Petroleurnather schiittelt.
Dieser lost das Chlorophyll und vie1 Fett, die XrystBllchen
des Chrysophylls bleiben mit etwas Fett und einem grauen
Stoffe zuriick, dor dcm Chlorophyll glcich durch Salzsaurc
smaragdgriin gefarbt wird. Bus diesem Gemenge kann man
das Chrysophyll durch etwas Weingcist ausziehen, und crhalt
man bei freiwilligem Verddnsten und ofterer Wiederholung
immer reineres Chrysophyll.
Durch concentrirte Schwefelsaurc wird das Chrysophyll
schon blau get'irbt.
Vielleicht ist das Chrysophyll identisch
mit dem Xantophyll von Fremy, jedenfalls aber kein B e s t a n d t h e i l dcs Chlorophylls, sondern diesem einfach beigemischt. Das reine Chlorophyll ist griin. Ebenso mochte ich
nochmals warnen, das Chloropliyll, nach dem Spectroscope aus
unreinen PAanzenausziigen bereitet , als Grundlage fur die
Zusammensetzung zu wiihlen. Hier in Cannes bereitete ich
Chlorophyll aus 3Iercurialis im Januar.
-
.-.
_-
.
Ueber Kindennchl.
Von.Apothekcr Dr. €N
I.
iiller.
Unter dem Xamen ,,Kindermehl" kommen in den lctzten
Jahren Priiparate in den Handel? die zur Ernahrung von
Sluglingen bestimiut sind und die eine solche Verbreitung
iind M7.ichtigkeit erlangt haben, dass Besprechungen derselben
in unraereiu Archiv nicht nur berechtigt, sondern sogar geboten erscheinen, uni Collcgen, die sich weniger mit der Natur
diescr Nahrungemittel beschiftigt haben , uber dieselbcn zu
orien tiren.
Zuerst war es bekanntlich Liebig, der cine rationelle
Erniihrung der SSuglinge fur wichtig genug hielt, urn dicselbe
zum Gegenstand seiner Untersuchungen und Versuchc zu
machen, deren Ergcbniss die Liebig'schc Guppe *) war. Die-*) Annal. d. Chemie und Pharmac. 1 3 3 , 374; 1 3 8 , 97.
Pharm. (1865) 122, 241.
Archiv der
138
H. Miiller, Kindermehl.
selbe erregte Anfangs grosses AuSsehen und verbreitete sich
rasch, ich mochte sagen, uber die ganzc Welt. Leider war
die Darstellung fur Laien etwaa umstiindlich. Das Bescheffen
von Malz , dessen richtiges Aiislaugen und die Umwandlung
des Weizenmehlkleisters, der oft angebrannt war, ofters noch
klumperich ausfiel, durch die Maische in Traubenzucker bei
bestimmter Temperatur, wozu meistens Thermometer nothig
sind , war vielen Muttern eine schwierige Aufgabe, obendrein
dauerte ihnen diese Operation zu lange, zumal gar oft das
hungrige Kind wiihrend der Operation schrie.
Dies veranlasste nun bekann tlich einige Fabrikanten das
Product der Einwirkung des Malzauszugs auf Weizenmehlkleister, unter Zusate der von Liebig vorgeschriebenen Menge
kohlensauren Xalis, als ein dickes Extract, wie auch in Pul\rerSorm, unter dem "amen ,,Kindernahrung zur Bereitung
der Liebigschcn Suppe" in den Handcl zu bringen. Nach den
Gebrauchsanweisungen braucht diesco Extract nur in mit Wasser verdiinnter Milch aufgeliist zu werden, um die Liebigsche
Suppe darzustellen. Wie alle zuckerhaltigen Extracte hat
auch dieses den Eebelstand mit der Zeit, namentlich im
Sommer, sich zu zersctzen, in Gahrung iiberzugehen oder zu
schimmeln und so liefen die Kinder oft Gefahr, eine Suppe
aus einem verdorbenen Extract geniessen zu miissen. Die
pulverformige Kindernahrung (Mehlextract G. & Co.) hat allerdings eine lange Haltbarkcit, aber die Schattenseiten, dass
sic, wie alle getrockneten Extracte durch das Trocknen einen
Beigeschmack annimmt , und die daraus bereitete Suppe hat
nicht den angenehmcn Geschmack, den die direct nach der
Liebigschen Vorschrift bereitete besitzt.
Dann haben manche Aerzte, welche die Liebigsche Suppe
anwenden liessen , beobachtet, dass die damit linger erniihrten Kinder rhachitische Erscheinungen zeigten. Dieses ware
dadurch erklarlich, dass die im Weizenmehl und Nalz allerdings hinreichend vorhandenen unorganischen Nahrsalze
(phosphors. Kalk, phosphors. Alkalien etc.) bei der Extraction
iuit Wasser oder Milch rneist vollstindig in Losung gehen
H. Miillcr, Kindermehl.
139
und die damit genahrten Kinder nur ungeniigendes Idaterial
zuin Aufbau ihres Knochengeriistes erhalten.
Ausserdem hat die Bereitung dieser Suppe, auf die einc
oder andere Wcise, noch den Nachtheil, dass man dazu stets
Mi 1c h nothig hat, deren Beschaffung in g u t e m Zustand,
namentlich in grossen Stadten, oft unmoglich ist.
Diese Umstande zusammen genommen, haben die Liebig'sche Suppe, die im Princip und bei sorgyaltiger Bereitung
gcwiss ein vortreffliches Nahrungsmittel fur Kinder ist, in don
Hintergrund treten lassen.
Seit einigen Jahren fabricirt nun Xestl6 in der Schweiz
ein Kindernahrungsmittel ,,Kindermehl ," welchcs die oben
erwiihnten Uebolstande beseitigt , sich in kurzer Zeit ausserordentlich verbreitet hat und sehr beliebt geworden ist. Es
stellt ein gelbliches Pulver dar, welches nur mit Wasser aufgekocht zii werden braucht, um einc fertige Suppe fur Sanglinge zu liefern. Das Priiparat wird vorzugsweise aus Milch,
Weizenmehl , dessen Bestandtheile durch iiberhitzten Wasserdampf unter Druck aufgeschlossen wcrden, Zucker und den
Nahrungssalzen bereitet. Der Milchgehalt desselbeu macht
einen weitercn Zusatz von Milch unnothig ; hierdurcli, wie
durch die leichte IIerstellung der Suppe daraus, ist dieses
Kindermehl namentlich in grossen Stadten so wichtig geworden; auch hat es sich bei Verdauungsstorungen und DurchEllen der Kinder beFahrt.
XTestl6 veroffentlicht keine eingehende Analysc seines
Kindermehls; ich habc mich daher zur gcnaucren Kenntniss
des Praparats dieRer Arbeit unterzogen und darin
1,6 o/o N = 10,O O/, Eiweissstoffe,
1,8 Ol0 Aschenbestandtheile und in diescn
22,6 Phosphorsaure gefunden.
Es lies sich vorausschen, dass ein Praparat von solcher
Wichtigkeit in dem chemiwh so thatigen Deutschland nicht
lange ohne Concurrenz blciben wiirde und es gereicht mir
zum Vergniigen bestiitigen zu konnen, dass eins von diesen
Concurrenzpraparaten das NestlBsche nicht nur erreicht, son-
140
H. Miiller , Kindermehl.
dern sogar uberlroffen hat. Ich meine hierrnit daa Reit vorigem Jahre von unseren Collegcn Pauat & Schuster in Giittingen aus frischer Nilch fabricirk Gijttinger Kindermehl (Milchme111):
Dieses I'rliparat stcllt ein gelbliches, angenehm sclimeckendcs Pulver dar ucd ist naclr den Analysen:t) de8 Professors
dcr Chemie Dr. von Uslar und Dr. Polstorl? im Durchschnitt
zusammengeselzt Bus:
11,51 o/o plastischer Stoffe (Protei'nstoffe,
79,G I ,, respiratorischer Xahrstoffe (Kohlenhydrate),
1,SO ,, anorganischer R'ahrsalze,
6,73 ,, Feuchligkeit.
Die anorganischen Nahrsalzc enthaltcn in Procenten
32,05 o/o Phoephorsauie,
2Y,O ,, Kali.
Yrof. von L'slar und Dr. l'olstorff bezeichnen diescs P r i parat als ,, Eine in jeder Beziehung vortreffiiche Mischung
aller derjenigcn anorgnniscbcn und organischcn Stoffe, welche
wir als cigentliche XiihrstolTe bezeichnen und in der Muttermilch antielfen" und sagen weiter ,,W i r stehcn nicht an,
diesee Kinderrnehl dcr Herren Faust k Schuster nls Kindernahrungsmiltcl, als vorziigliches Surrogat fur die Muttermilch,
ganz besonders 211 cmpfehlcn."
Die Herren Faust & Schuster haben ihr Praparat ferner
an den beliannten Analytikcr Professor Frcitag in Bonn zur
Untersuchung ubersandt. Umeiclitigerweisc kauftc Prof. Freitag gleichzeitig eine im Handel befindlichc Ruchse desselben
Xindermehls und sagt ,,Die Untersuchung ergab , dass beidc
Biichscn iiltereinstimrnend ein ganz feines, trocknes, gel bliches
Yulver von angenehmen, an Milch erinnernden Geruch enthieltcn. Von dem l'ulver ails jcder der zwei Buchsen habe
ich zwei Controlanalysen gernncht, welche unter sich und mit
dcrjenigen dcs Hcrrn Prof. Dr. von Uslar und Dr. Polstorfl',
so genau ubereinstimmten, als es yon derarligen diiitetischen
Praparaten uberhaupt erwartet werdcn kann. Das Mittel
*) Zeugnisse und Gutachteu dcr gcdachten Fabrik.
,
I[. Miiller Kindermchl.
111
meiner vier Analgsen ergal, dass fragliches Kinderpulver
enthllt :
7,526 o/o hygroscopische Feuchtigkeit,
11,81 ,, plastische stickstoffhaltige Xiihrstoffe a. g. Proteinstoffe,
79,06 ,, respiratorkche Nahratoffe (Kohlenhydratc),
1,87- ,, anorganische Nahrsalze (Aschensalze).
Die anorganischen Niihrealze enthalten in Procenten :
31,i'O O,,; Phosphorsiure,
29,78 ,, Kali.
Von dem Pulvcr sind ferncr an fester Substanz:
5G,04 o/o in kaltem Wasscr unloslich,
3670
,, 7,
,, loslich,
4,34 ,, Glycose.
,,l)emgemiss schliesse ich mich auch aus voller Ucbcrzeugung dem Urtheil der Herren von Uslar und Polstorff an, dass
dieses Priparat eine in jedcr Bcziehung vortreffliche Mischung
aller derjenigen unorganischen und organischen Stoffe repriisentirt , welche wir ale eigentlichc Nahrstoffe bezeichnen und
in der Muttermilch antreffen."
,,Dimes diatetische Priiparat der Herren Faust & Schuster
in Gottingen verdient als Kindernahrungsinittel und als vortreflliches Surrogat fur die Muttermilch ganz besonders empfohlen zu werden , weil dasselbe nach Ausweis der Analysen
cine sehr constante Zusammensetzung hat."
Empfehlungen , die von so competenten Seiten kommen,
brauche ich nichts mehr beizufugen. Wohl aber miissen Kir
es den Herren Faust & Schuster Dank wiesen, dass sie ihr
Praparat von verschiedenen ausgezeichneten Chemikern untersuchen lassan und, frei von aller Geheimtbuerei, die Analyscn
vollstiindig veroffentlichen und so jeden Arzt und Apotheker
in die Lage versetzen, sich uber den Werth ihres Priiparats
zu orientiren.
Was nun den Werth eines Xahrungsmittels betrifft, so
wird dieser bekanntlich dadurch bestimmt , dass darin alle
Bestandtheile, welche der Korper zum Leben braucht, geniigend
vertreten sind. Das Individium kann ebensogut verhungern,
99
142
II. Miiller , KindermchL
wenn ihm gewisse Nahrsalze entzogen werden, als es verhungern ksnn, wcnn man ihm die Protei'nstoffe vorenthilt.
Nur durch eine Speise, in welcher alle Bestandtheile geniigend
vorhanden sind, die der Korper braucht., konncn wir ein normales Leben fiihren. Der erwachseno Mensch weiss sich zu
helfen, wenn seinc Verhiiltnisse es ihm gestatten, der Instinbt
leitet ihn meistens richtig").
Anders ist dies bei einem
Siiugling; dieser nimmt, was ihm geboten wird, und eine
fehlerhafte blischung in der Nahrung zcigt sich erst vpater,
mcistcns wenn es zu spat ist.
Die respiratorischcn Nahrungsmittel (Starke , Dextrin,
Zucker, Fett, Alkohol) erzerigen die thierische Warme und
Bewegiing, sie sind gewissermaassen das Betriebsmaterial des
KorperR - wie die Kohlen bei dor Damptmaschine - und
ihr Yreis ist weit geringer als derjcnige der elastischen, stickstofialtigen Nahrungsmittcl , der Yrote'instoffe (Eiweiss, Casci'n etc.). Letztere bilden das Blut und aus diesem entstehen
das Fleisch und die hluskcln. Die Protei'nstoffe sind also das
Constructionsmaterial des Kiirpers uod desshalb von der grossten Wichtigkeit und durch nichts anderes zu ersetzen.
Der Werth cines Nahrungstnittels wird desshalb auch
nach seinem Gehalt an Proteinstoffen gemesaen ; cin Kahrungsmittel ist um so werthvoller, je mehr Protei'nstoffe darin enthalten sind. Nun sind im Nestld'schen Kindermehl 10 O/, Prote'instoffe, in dem Gottinger Kindermehl von Faust S: Schuster
11,5 bis 11,8 o/o Prote'imtoffe cnthallen und und so hat auch
das Gottinger Kindermehl einen um etwa 1 5 bis 18 o/o hcheren
Nahrungswerth als dasjenige von Nestle, wahrend ausserdem
die fixen Bestandtheile diesev letzteren fast llS Phosphorsaure
weniger enthalten, als die des Gottinger Xindermehls, und wie
wichtig grade dieser Stoff fur die Knochenbildung ist, besonders da die Phosphorsaure hauptsachlich nls phosphorsaurer
Kalk vorhanden ist, ist ja allgemein bekannt.
Beriicksichtigen wir nun hierbei noch den Preis - die
Dose Gottinger Kindcrmehl kostet 1 Mark, dic des NestlBschen
*) Liebig, chemische Briefe, 80. Brief.
H. Miillcr , Kindcrmehl.
143
von gleicher Grosse 1 Nark 30 Pfg., so kann es gar keinem
Zweifel unterliegen, welches von den beiden Praparaten werthvoller und vorzuziehen ist; mir kaufen die Dose des Gijttinger
Kindermehls nicht nur um 30 Pfg. billiger, sondern wir erhalten damit ein Nahrungsmittel fur unsere Kiuder, welches urn
15 bis 18 Procent nahrhafter ist, als das N e s t l k h e . Zum
Beweis hierfur bestiitigen noch eine Anzahl hervorrngender
und gewissenhafter Aerzte durch Zeugnisse , dnss das Gottinger Rindermehl von den Sauglingcn sehr gut vertragen
wird und dieselben dabei vorziiglich gedeihen; ich kann dies
aus eigener Erfahrung bestiitigen.
Zum Schluss erlaube ich mir noch einige Worte iiber
die Schweizermilch im Vergleich zu unserer Milch anzufiihTen. EY ist ein altes Vorurtheil, dass die Schweizermilch
besser sei, als unserc hiesige, iiberhaupt als die Milch einer
irgendwo anders gut genahrten Kuh. Die Schweizermilch ist
im Fruhjahr und Sommer, wenn die Kiihe mit frischen Krautern genahrt werden, wohl aromatischer ; wir konnen dies auch
bei der Milch und Butter unserer Kuhe in1 Friihjahr, wenn
sie auf die Weide getrieben werden, erkennen. Allein dies
Aroma geht beim Verarbeiten der Milch auf Rindermehl und
bei der Condensation vollstiindig verloren, wie es auch in dcr
condensirten Schweizermilch nicht enhalten ist. Letztere bietet gar keine Vortheile vor der in Deutschland dargestellten
condensirten Milch, ich habe mich durch eigene Versuche und
Vergleiche davon uberzeugt. W a s schliesslich noch die procentische Zusammensetzung der Milch anbelangt, so zeigt uns
ein Blick in die physiologische Chemie, dass auch hier kein
Unterschied zwischen der Schweizermilch und unserer Milch
besteht.
H e r s f e l d im Mai 1875.
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