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Ueber Liebig's Fleischextract.

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64 Uebcr d. Vorkommen v. Amygdalin. - Ueb. Liebig'B Pleischextract.
Ueber das Vorkomlnen yon Amygdalin in den
Wicken (Samen von Vicia sativu) iind den Kirschhllttern.
Bei Gelegenheit dcr Darstellung von L e g u m i n aus
den Samen von Vicia sativa, welche Professor K o r n i c k e
aus Attica in Grieclienland an B. R i t t h a u s e n und C1.
I(r e u s 1e r gescndet, bemerkten die Letztercn (Journ. f.
pract. Chem. 1870, 333), dass beim Uebergiessen des Pulvers
mit kaltem dcstillirtcn Wasscr augenblicklich der Geruch
nach B i t t e r m a n d 0 1 o 1 und U l a u s a u r e auftrat; hieraus
ruusste auf einen Gehslt der Wicken an A m y g d a l i n geschlossen werden. Der Vcrsuch, das Ainygdalin aus den
Wickensamen rein und krystallisirt zu erhalten, gab ein
negatives Resultat, fiihrte aber aur Aufindung ciner, dem
A s p a r a g i n a h n l i c h e n S u b s t a n a . Nicht nur jenc
griechische , sondern auch einhcimische Wicken entwickel ten
Rlausiiuregcruch.
Yon dem diinnen Rrei der n i t Wasscr bcfeuchteten Wicken
wurde die stark riechcnde Flussigkcit abfiltrirt, das Ilcgumin mit Schwefelslure ausgclhllt und das Filtrat destillirt.
Das Destillat gab alle bekannten Reactinnen auf Iilausaure.
I n neuster Zeit hat mch R o c h l e d e r (Journ. f. prakt.
Chem. 107, 385) in den R l a t t e r n v o n C e r a s u s a c i d a
Amygdalin gcfunden und vermntlict es auch in denen von
C e r a s 11 s d ul c i 8. Aber auch ails den Kirschbltittern konnte
das Amygdalin niclit isolirt , snndern auf seine Anwcsenheit
nur aus dcm Blausauregehalt des iiber dicselben destillirten
Jvassers geschlossen werden. (Zcitschv$t d . i i l l y m . iisteir~eich.
If. L.
Apoth.- V e r e i m 1871, Xr. 2. S. 48.).
Ueber Liebig's Fleischextraet.
Bekanntlicli hat in den lctztcn Jahren cin Nahrungsgegenstand, welcher gewohnlich mit diescm Namen bclegt wird,
die allgemeinste Verbreitung gefunden und mi t Recht kniipft
sich jene Benennung an den Namen des grosstcn deutschcn
Chemikers. Denn L i e b i g war es zuerst, welcher in seinen
bekannten ,,chemischen llriefen (' bei Gelegenhcit der Besprechung von regetalilischcn and nninialisclien h'ahrungsstoffen mit Naclidruck nnf dic! hnlic \\'ichtigkt?it des Fleisch-
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Ueher Iiebig’a Flcischextrnct.
extractes hingewicsen nnd scine Zusammcnsetzn~g crliiutort
hat. E r wics dort nach, dsss allcs ‘l‘hicrfleisch ausser Faserstoff, Eiwciss, Lcimstoff und Pett, gewisse andere Bestandthcile cnthalte, die man leicht durch Einweichcn, Filtriron und
Vcrdunstcn davon absondcrn konoe , wodurch eben jenes
Fleischextract hergcstellt wird. Schon friiher hatten die Chemiker Pa r m e n t i e r und P r o u s t dieses Fleischextract als
IIeilrnittel fur kranke und erschopfte Organismcn empfohlen
und auf seinen hohcn Werth fur erschopfte und verwundete
Soldatcn in Hospitalern und auf Schlachtfeldcrn hingewiesen,
besonders rnit einem Zusatze von etwas Wein. Abcr scit
L i e bi g ’ s Empfchlung ist diese Verwendung dcs Fleischextractes cine vie1 allgemeinerr, gcworden : es findet sich fast
in allen Haushaltu’ngen und wird nicht allcin ale trefflichcs
IIiilfsmittcl in Armenhiiuscrn und Hospitalern, sondern auch
zur Kraftigung erschopfter Zustiinde bei Hemitteltcn rnit Erfolg verwendct. Die Erftlhrung hat nach allen Kichtiingen
hin in dieser Beziehung seine iiberaus wohlthatigen Wirkungcn constatirt, so dass die Nachfrage nach dern Fleischextract
allmiihlig rnit der zunehmcndcn Prodnction dessclbcn gleichen
Schritt hiilt. Dio Wirkungen dieses Fabrikats haben nicht
sowohl ihre Urssche darin, wie man gcwohnlich annimnit,
dass es alle niihrenden Stoffe des Flcisches in sich concentrirt
enthalten soll, sondern darin, dass diese Niihrstoffe dnrch die
Bereitung dcs Fleischcxtractes wcsentlich modificirt und vcrandert werdcn.
Die im gewohnlichen Rindfleisch cnthaltcnen, dem Korper
Nahrung gebenden Stoffe , als Faserstoff, Eiweiss und Fett,
sind ncmlich im Fleischextract nicht vorhanden, sondern das
Fctt ist ausgeschicdcn und cs enthdt das Extract neben
Kreatin, Kreatinin , lnosinsaurc , sogen. Osmazom u. s. w.
ubcr ‘LO Proc. gcwisser mineralischer Stoffc, durch welche
die vorziiglichcn Wirkungen dcs Fleischcxtractes auf den
menschlichen Korper wesentlich bedingt werden.
Kreatin
und Kreatinin haben sich als krystallisirbare , alkalisch wirkende Korpcr ausgewiescn, wclclie ahnlich, wie Chinin,
Norphin, Strychnin fdhig sind, mit Sauren Salze zu bilden
und einen grossen Einfluss auf das h’crvensystem ausiiben,
ohne dass man recht wiisste, wie diescr Einfluss zu Stando
kommt. Doch ist derselbe vorhanden und er erklart hinreichend die bcdeutsamen Wirlrungen des Flcischextractes
auf den menschlichcn Korpcr. Aehnlich verhalt es sich rnit
der Inosinsilure, dem Sarkosin und dem Inosit, welche sich
sammtlich im Fleischextract findcn.
Arch. d. P h s m CXCVIX. Bda. 1. Hfi.
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U e l m Liebig's Fleischcxtrat.
Diirch cine 'I'Lcihe von Vorsuclicn ist festgcstc.llt, dass
weder der Paserstoff des Pleischcs, noch der Eiwcisstoff, nocli
der Leimstoff fiir sich allcin im Stande Bind, das animale Leben z i t erhalten; docli werden sie in Vcrbindung mit FleischRaft leicht verdauet und dcm Kijrpcr angecignet. Daraus ist
wolil zu schliessen , dass die mincrolischen und andern Stoffc:
in1 Fleischextrect, wenn nicht bei dcr ISrnahrung des Kiirpers,
doch bei der Zersetzung der Speisen oine wichtige ltolle
spielen miissen. Vielleicht hilf't ein analoges Beispiel ails der
Erfalirung zur Erklarung iiber diu W'irkung des L i e b i g ' schen Fleischcxtractcs bcim Verdauungsprozesse. Wahrencl
dem Hungrigen trockncs 13rot allcin nicht munden will, so
erleichtert ein Zusatz von kaltem , besscr von warmeni
Wasser, und noch besser, wcnn dicses mi! etwas Thee
odcr Zucker versetzt ist, den Genusa des Brotes. 1)iese Suhstanzen wirken offenbar auf' den Xagen wie lteizmittel, iihnlich einer Zugabe von etwas Salz. Nilnmt man aber etwas
Suppe, die nichts ist, als eine Auflosung vom Flcischsafb, zu
dem Brot, so konnen wir von lctztereni vier bis funf Ma1 RO
vie1 mit Geschmack geniessen, als bei blossem Zusatz von
Wasser. Offenbar aurdc auf' die IVcrV.cn nnd den Driisenapparat des Magens eine R i r k u n g ausgeiibt, die ihn befihigte,
die zugefuhrte Speise in grosserer Mcnge als sonst zu zersetzen. So erklart sich die Wirkung des Fleischextractes
auf den durch Krankhcit oder sonst erschopften Organimus
in Shnlich wohlthatigcr IVeise, wie die von Thee, Xaflee,
Cacao, Bier, Wein odcr Spirituosen , nur dass letztere nach
der Anregung der Magennerven zu gesteigertcr Thiitigkeit
eine spiitere niederschlagende und crschlaffende IVirkung hervorbringen , dlie bei der Anwendung einer verdiinnten Losnng
von Fleischsaft nicht heinelkbar ist. Obschcm ein eigeutlicher Beweis fur dio wohlthitigen Folgewirkungen der sieh
im Fleischextract findenden organischen Substanzen nicht zii
fuhren ist, so mogen dieselben ilxmerhin, wie beim Thein
und Chinin, darin bcstehen, dass sie schneller die Matorialien
fiir die Anfertigung der arbcitenden Muskeln und Nerven
ersetzen, als dies durch das Blut erzielt werden kann. Prof.
A g a s si z hat neuerdings die Theorie , dass jone Salzc die
Nervcn ernahyen helfen, bestatigt und weil das Fleisch der
Eische mehr h'reatin enthiilt als das der Saugcthiere, ea vorherrschend den besonders mit dem Gehirn arbeitenden Menschen als Nahrung empfohlen.
Wie dcm auch sei, so kann doch kein %weifel mehr
herrschcn iiber die wohltliiitigen Wirkungen der in L i e big 's
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Ucbcr Iieticg’s Flcischcxtraet.
Flcischcsiract vorhandenen Nincralsubstanzcn. Der mcnschliche Korpcr verlangt zii seiner 13rhaltung, ausser dem von
uns nach Bcdiirfniss den Spciscn zugesetzten Kochsalz , in
welchcni sich Chlor und Natrium findet, m c h noch manchc
anderc Stoffc, wie Phosphorsiiure, Kalk, Kali, Schwcfel und Eisen
und sic werden dnrch den Genuss der Suppe oder des Fleischsaftes dem Kiirper zugefiihrt. Wahrend nun 100 Pfund Rindfleisch 5 Pfund an mincralischen Substanzen cnthalten, so
finden sich in dcm gleichcn Gcwichtc L i e b ig’schen Flcischestractes davon 21 Yfund, von dencn iiber 70 Proc. aus l’hosphorsaure und Kali, der Best abcr aus Kalk, Eisen, Schwetblsliurr,
und Magnesia besteht. Auf diescr Zusammensctzung beruht vicllcich t die crnahrende Wirkung des Fleischcxtractcs, welchcs
dadurch befahigt wird, solche Elemente den Kcrven und Muskeln zu ersetzen , welche bestandig, vcrmoge der fortwirkenden Lebenfikraft unseres Korpcrs, durch Veriindcrung in der
Zusammensctzung seiner Gewebe denselben entzogen werden.
Durch dic Herstellung des Pleischextracts wird allcrdings
kein neucs Product geschaffen, sondern nur cin Inbegriff aller
derjcnigcn Hcstandthcile, mclche sich fir gewohnlich im Flcisch
der Thierc finden, nur mit deru Unterschiede, dass sie schon
fir den Gebrauch vollstandig zubereitct sind. Einc Grundlage fir jedc Art von Suppe kann durch Losung eines Theeloffel Extract in ciner Flssche heissen Wassers innerhalb
wenigcr Minuten bereitet werden, und Zusiitze von Brot,
Kartoffcln, Krautern, Eiern, Fleisch oder irgend w e l d e r schmackhaften Essenz geben dann die angenehmste Suppe, welche
vollstandig die sonst vie1 nmstiindlicher herzustcllendc Tafelsuppe ersetzt und iiberall bcsondcrs willkommen sein diirfte,
wo schleunigst cine warme Kahrung gewiinscht wird. 1st
der Magen schwach oder durch Thee- und Kaffeegenuss verdorben , so stellt eine iihnlich bereitctc Suppe die Verdauung
rasch wieder her und sie cignet sich am besten als tagliches
Morgen- und Abendgetriink.
Natiirlich muss sie warm
genossen wcrdcn, da sie, erkaltet, wie jede Flcischsuppe, vermiige ihres Leimstoffs sich verdickt und durch dic auf der
Oberflache treibcnden Fettstiicken schniicrig gemacht wird.
Ua 1 Yfund Flcischextract ungefiihr 30 Pfund Plcisch reprasentirt, so ist der Preis von 10 bis 12 sh. = Thlr. 3. 12 Thlr. 4. 2 Sgr. fir jcnes ein verhiiltnissmiissig billiger; er
kann aber nur durch Fabriken in solchen Gegenden erzielt
wcrden, wo Hornvieh und Schafe in Ueberfluss auf billiger
Naturwcidc vorhandcn sind, wie in Sud - Amcrika und Australien. Dic vcrschiedenen von P r a y B c n t o s in Siidamerika,
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l'seutl- Acoiiitin.
von Caranca i n Kcusiidwnlcs, so wie von verschiedencn Yrivattbbriken in Anicrika und E:uropa in dcn liandel gebrachten
Sorten Fleisehextractcs sind in ihrcr chemischen Bnsammenst:t.mng Rich i i n Allgenieincn glcicli , abcr, wie beini Weint!
das Rouquet , so pHegt der Cieschmack in dicser Ihxicliung
die griissere IhAiebtlieit dcr eincn Oder Jer andern Sorte ZII
bcdingen. (E. TJ n n k c s t c r. Nature, t i weckly illustp-. J o u i ~ .
oj' Science. Nr. 30, 2870.).
111..
Pscud - Aeonitin.
G r o v e s hat ails den Wurzcln cines vom Nepanl nach
England iinportirten Acnnituni (Ob Ac. ferox?) ein Alliala'ld
clargedcllt , welches sich der \on z1' 1 ii c k i g e r ,, Ps c 11 d n c o n i t i n " genanntcn Basc ganz iihnlich verhalt. Vermuthlich ist dasselbe von Zeit x u %eit unter dern Namen Aconit i u , in den europaisclicn H:rntlel gekommen; von dieseni
uiiterschcidet es sich vc.esentlich, wie F l i i c k i g e r nachge-'
wiesen hat, und dnher die verschictlencn Angaben uber die
Eigenschaften d e s Acanitins.
( 7Xc I%ari~mc.Jown. and
Tmnxact. Noz.1~.1870.).
WP.
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