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Ueber schwarze Pilzwucherungen in officinellen FlUssigkeiten und Uber eine neue Hefen-Species Saccharomyces niger.

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G. Marpinann, Scliwarze Pilzwucherungen in officin. Pliissigkeiten eto. 705
geben werden; das einzige, was gesagt werden mag, ist : dass vorzugsweise Morphin gefdllt wird wenn die Morphinlijsnng mit einem
Uberschusse einer Lasung von Cr04K2 geschuttelt wird , Morphinchromat dagegen, wenn nur sehr kleine Mengen der Kaliumchromatlijsung allmahlich zu der Morphinlbsung gegeben werden. In Betreff
des Morphinsalzes will ich trotzdem folgendes erwahnen. Es lagert
sich fest an die Wandung des Gefasses in Form hellgelber Nadeln,
so dass das vorher niedergefallene Morphin, welches in der Lasung
suspendirt war, leicht abgespiiit werden kann. Nach dein Trocknen
der Krystalle uber Schwefelsaure wurde eine Verbrennung gemacht,
die einen Chromoxydriickstaiid gab, welcher der Formel des neutralen chromsauren Morphins ( C l 7H1gNOY)2HHaCr04
genau entsprach.
(C17H'9N03)2 . . . . . 570
82,848
17,152
H2Cr04 . ,. . . . . . 118
688
100,000.
= 11,05 Chromoxyd Cr2 03.
17,152 Chroinsaure Cr04HHa
31 7 g iiieiiies Salzes lieferten 0,035 Chromoxyd, entsprechend
11,04 Procent.
Am Liclit sowie im Dunkeln bei Wasserbad - Temperatur erleidet
tlas Salz wenigstens eine oberflachliche Zersetzimg denn die hellgelbe Farbe w7iril dunkel graugelb.
Obwohl das Morphinchromat den vorliegenden Beobachtungen
zufolge nicht zur Bestimmung des Alkalo'ides dienen kann, schienen
mir meine Erfahrungen doch cler Mittheilung nicht unwerth.
,
,
Ueber schwarze Pilzwucherungen in officinellen
Flussigkeiten und uber eine neue Hefen Species
,,Saccharomyces niger
".
-
Von G. Marpmann, Apotheker in Grossneuhausen.
Jeder mikroskopirende Apotheker hat gewiss einmal irgend eine
schwarze Wucherung in seinen Saften oder in anderen E'lussigkeiten,
z. B. Liq. ammon. und Kali acet., Liq. Kali arsenicos. u. s. w. gefunden und unter dem Mikroskop betrachtet. Die meisten Beobachter
werden aus dem Gewirr von Pilzhypfen, Conidien und Sprosszellen
nicht ganz klar geworden sein, denn neben specifischen Pilzformen
findet man unter diesen Gebilden vielfach unreife Zustihde von
Arch. d. Pharm. XXIV. Bds. 16. Heft.
46
706 G. Mnrpmann , Schwarze Pilzwucherungen in officin. Fliissigkeiten etc.
Pilzen , welche in diesem Entwicklungsstadium botanisch nicht zu
bestimmen sind.
Die Zahl der Pilzarten, welche in Fliissigkeiten und in Liift
lebend, sich dmch Anpassung an das NSihrsubstrat, in ihrer Form
iindern, ist eine ziemlich grosse. Man hat solchen Entwicklnngsstadien verschiedene Namen gegeben , iind habe ich diese Namen fiir
einige Formen, z. B. Dematium, beibehalten, weil fur dieselben
bis jetzt nicht die entsprechende zugehBrende Pilzspecies entdeclit
worden ist.
Einzelne Pilze entwickeln sich in Flussigkeiten norma1, andere
treiben abnorme Hyphen oder nehmen einen hefeartigen Charakter
an. Zu den lefzteren gehiiren Arten von vielen liiiheren Pilzen,
Mucorineen Tren~ellineen,Ustilagineen und vielleicht Exoborsidium,
Fumego iind Pleospora - vielleicht noch mehrere.
Die in Fliissigkeiten gefundenen schwarzen Hyphen sind iifter
als ,,Algen '' beschrieben, die runden und langlichen schwarzen
Zellen als Rhizopus niger seu Miicor stolonifer bezeichnet. Vieles
ist bei dieser Erscheinung noch unklar.
Eine Untersuchung der Sclileimflechten , die in den Fliissigkeiten
schwimmen oder sich an der Gefasswandung abgesetzt haben, gewinnt
erst dann Zweck und Wertli, wenn man die Masse auf einen trocknen Nahrboden ubertragt und in Luft cultivirt. Zu den Culturen
eignen sic11 Scheiben von Rrod, von frischem oder gekochtem Obst
oder Gemiise, d a m Zwetsclienmus etc.
Da die meisten Pilze rasch wachsen, so ist eine Sterilisation des
Nihrbodens nicht immer niithig , wenn jedoch die Pilze langsani
wachsen , so ist eine sterilisirte Nahrgelatine vorzuziehen.
Auf diesen Nahrsubstraten kann man sammtliche Species der
Zygomyceten, also der Schiminelpilze, ziehen.
(Wenn ich bei der Besprechung dieser Pilze von den schwarzen
Wucherungen ausging , so bezieht sich alles fiber Untersucliung und
Cultur Gesagte selbstverstindlich auch auf anders gefSirbte Organismen.)
Einige Pilze ziehen einen schwach sauren - andere einen
schwach alkalischen Nahrboden vor und hat man danach die Aussaaten so einzurichten dass gleichzeitig verschiedene Substrate mit
der Probe geimpft werden.
Wie nun Brefeld gefunden hat, nehmen manche Species aus
den Familien Ustilago und Tremella in Flussigkeiten einen sprosspilzartigen Charakter an. Diese Pilzfamilien wachsen jedoch nicht
,
,
G. Marpinam, Schwarze Pilzwncherungen i n officin. Flussigkeiten etc. 707
auf kiinstliclien Substraten. Die Tremellineen bewohnen abgestorbene
Banmzweige, die Ustilagineen wuchern in lebenden hijheren Pflanzen.
Aus dem Mycel kann man diese Pilze nicht bestimmen; und die
Sporen, also die reifen Pilzformen entwickeln sich nur auf den
wenigen Pflanzen, welche von dem Pilz in der freien Natur aufgesucht werden.
Eine Aussaat von Tremellineen- Nycel auf feuchtes Holz hat
selten positives Resultat, weil es schwierig ist , jede fremde Infection
von dem Versuchsobjecte fern zu halten, und ebenso schmierig ist,
eine reine Aussaatform zu erlangen , denn solche Mycelien gelangen
auf festen Gelatine- Culturplatten nicht immer zur Entwicklung.
Mijglich diirfte es wohl sein, die Gelatine mit Sagemehl zu mischen,
zu sterilisiren und auf diesem Nahrboden die reife Tremellaform zu
erxiehen, ebenso auch die Entwicklung der Tremella weiter zu
beobschten , da bekanntlich die Tremellineen Entwicklungsstadien von
hijheren Pilzen - vielleicht Ascomyceten - sind resp. sein sollen.
Die Ustilagi neen sind sehr verbreitet und kommen auf Pflanzen
aus den verschiedensten Familien vor. Am meisten heimgesucht
werden die Ranunculaceen, Compositen, Polygoneen, Liliaceen, Cyperaceen und die Gramineen. Hier ist es muhsam, die Pflanze zu
finden, welche der Ustilago -Hefe einen Nahrboden zur Entwicklung
bietet. Man muss bei dieser letzteren Untersuchung viel Geduld
besitzen, urn Erfolg xu haben.
Es sind circa 20 Jahre her, seit Tulasne die Zugeharigkeit von
Cledosporium , Cylindrospora , Dematium , Pusidium Fusisporium,
Oidium, Torula und anderen zu Ascomyceten nachgewiesen hat.
Aber trotzdem seit der Zeit in diesen Familien viel gearbeitet wurde,
so ist doch heute nochVieles in Dunkel gehullt. Daher ist es nicht
mijglich, die besprochenen schwarzen Pilzwucherungen sofort zu
bestimmen; in den meisten Fallen muss man sich damit begniigen,
zu erklaren , dass diese Wucherungen eben nur Entwicklungszustande
- Metamorphosen - hijherer Pilze sind. Es schien mir jedoch
wichtig, auf diese Thatsachen aufmerksam zu machen und den Weg
anzugeben , auf dein man eine specielle Bestimmung ausfuhren kann.
In Folgendem beabsichtige ich einige Versuche uber eine neue Species
ails der Familie der Saccharomyceten zu beschreiben.
Die Saccharomyceten sind erst in den letzten Jahren durch
Untersuchungen von de Bary, Brefeld und Hausen als eine distincte
Pilzfamilie bekannt geworden, da erst durch diese E’orscher die
46 *
,
708 G . Marpmann , Schwarze Pilzwuchermigc~iin officin. Fliissigkoitcii etc.
Sporenbildung beschrieben wurde , nach melcher die Familie zu den
Ascomyceten gehiirt.
Wenn man irgend welche Versiiche auf entwicklungsf3hige
Keime mittelst Plattencultnren inacht , so findet man fast immcr
ncben Spalt - und Schimmelpilzen reine Hefe -Colonien. Bei Lnft -,
Wasser - und Milch- Untersuchungen fehlen letztere fast nie. Durcli
diese Plattenculturen hat sich gezeigt , dass neben den bekannten
Hefen noch viele bis dato nicht beschriebenen Hefeformen vorkommen, welche durch die Art der Sporenbildung als reine Hefen also nicht als die oben erwahnten Entwicklungsstadien hijherer Pike
betrachtet werden miissen. Diese Colonien kennzeichnen sicli durcli
clas Aeussere des Culturpunktes. Man findet milchweisse, porzcllanweisse glanzende, wachsartige neben gelben - rothen - und rosa
gefArbten Colonien. Eine schwarze Form ist meines Wissens bis
jetzt nicht beschrieben.
Diese neue Hefe, Saccharomyces niger, waclist sehr langsarn sowohl auf Gelatine als in Nahrliisungen. Ich fand dieselbe iiii
Juni vorigen Jahres gelegentlich der liier bereits erwlhnten Milchuntersuchungcn in Gijttingen.
Dadurcli , dass die Platten init Nahrgelatine vor UeLei-wucherung
schnell wachsender Pilze geschiitxt und 10 Tage und lHnger in der
feuchten Kammer beobaclitet wurden , kamen einige neue , langsam
wachsende Colonien zur Entwioklung. Ende Mai wurden Plattenculturen mit einer Milch aus dem Dorfe Weende bei Giittingen
angelegt. Im Juni nach Verlauf von 10 bis 11 Tagen traten dic
ersten schwarzen Punkte auf, welche aus mnden bis etwas liinglichen Zellen bestaniten. Diese wurden rein cultivirt und haben sich
bis heute - Mitte Juli 1886 - rein erhalten.
Die Zellen haben einen Durchmesser von 1,5 bis 3 mm, sind
braunlich gefarbt , bilden aaf Milchserum - Gelatine Sporen, welche
zu 3 bis 4 in einer grijsseren, schwach ovalen Zelle liegen. Die
vegetative Vermehrung geschieht durcli Sprossung. In NahrlSsungen
mit Milchzucker, Traubenzucker und init Rohrzucker entwiclrelt sich
der Pilz sehr langsam und bildet in den Fliissigkeiten einen schwarzen Bodensatz, der nach der Impfung erst in circa 14 Tagen deutlich sichtbar wird.
Auf der Nahrgelatine erscheint anfangs ein schwarzes Piinktchen, welches sich in vier Wochen deutlich auf der Oberflache mit
eammetschwarzer Farbe ausbreitet. Die obere Gelatineschicht farbt
13.Marpmann, Schwarze Pilzwucherungen in officin. Fliissigkeiten ctc. 700
,
sich dunkelbraun die entfernteren Schichten sirid hellbraun bis gelb
ge6rbt.
Wzhrend der einjahrigen Beobachtungszeit ist die Form der
Pilzzellen constant geblieben und ist besonders zu bemerken , dass
der Pilz weder auf festem Niihrboclen nocli in Nahrlijsungen zu
Faden auswachst.
Zur Cultnr in Fliissigkeit wurden 1) Pasteur’sche Lijsung mit
Traubenzucker, 2) Cohn’sclie Lijsung rnit Kilchzucker, 3) Milchserum
benutzt.
Zu besonderen Ghrversuchen wurden Glaskijlbchen von 50 ccm
Iiihalt z u zwei Drittel rnit den Lijsungen gefullt , mittelst luftdicht
schliessendem Kork eine Glnsrijhre von 1 Meter Lange singesotzt,
so class die untere Oefiung den Boden des Gefasses bertihrte, die
obere Oeffnung wurde mit sterilisirter Watte fest verschlossen.
Dime Apparate wurden im Dampfstrome sterilisirt, 10 Tage
stelicn gelassen - iind dnnn mit den Pilzen geimpft.
Eine Gahrung, verbiinden mit Gasentwicklung hatte sich durch
d;ts Emporsteigen der Plussigkeit in dem Steigerolir bemerkbar gemacht,
aber davon war nach Verlauf mehrerer Wochen nichts zu bemerken.
In einein anderen Versuch wurden 5 Liter Milch derselben Prufiing
iinterworfen , aber auch hier war lteine Gnsentwicklung zu bemerken.
Es gelit demnach aus diesen Versuchen hervor, dass die schwarze
Hcfc keine Gasentwicklung in den Zuclterliisunge~~
bewirkt
Die Deatillate wurden auf Alkohol untersucht , mit Jodlijsung
und Ealilauge ; nur die Destilhte von der Traiibenzucker - Lijsung
ergaben Jodoform - Reaction. Da aber neben Alltohol auch manche
andere Verbindungen diese Reaction geben , so Bonnte durch dieselbe
noch nicht festgestellt werclen , class in den Versuchen wirklich
Alkohol gebildet wurde ; die fehlende CO 2- Entwicklung schliesst
diese Bildung wohl aus , zur Anstellung anderer Reactionen reichte
die gebilclete Menge nicht aus.
Uebrigens spielt die schwarze Hefe allein a m dem Gruncle
kcine besonclere Rolle als GHhnmgspilz in der Natur, weil die Entwicklung des Pilzes eine so lnngsame ist, dass in der freien Natur
die Colonien stets durch schneller wachsende Pilze fiberwuchert,
werden miissen.
Da der Pilz in der Milch trotzdem in ziemlicher Menge Torhsnden war, so konnte derselbe vielleicht einen pathogenen Charakter
710 G. Marpmsnn Gchwarze Pilzwucherungen in officin. Flussigkeiten ctc.
besitzen und aus krankhaften Wucherungen bei einer Kuh in die
Milch gelangt sein.
Es wurden behufs Feststellung des pathogenen Charakters gesunde
Mause mit dem Pile theils gefiittert, theils geimpft, mit folgendem
Resultat. Vier Mause wurden Morgens mit Milch gefuttert, welche
mit der schwarzen Hefe vermischt war. Nach Verlauf von 3 Woclien
hatten sich die Thiere nicht verandert, eine Maus wurde get8dtet
und zeigte keine pathogenen Veranderungen. Es wurden auch
mikroskopisch weder in Gcwebe und Blut , noch in den Drusen Pilzelemente nachgewiesen , welche mit der Hefe identiscli sein konnten.
Die drei anderen Mause wwden niit der Reincultur des Pilzes an
der Schwanzwurzel geimpft. An der Impfstelle bildete sich einc
kleine Geschwulst , welche nach drei Tagen verschwand und lieine
besonderen Merkmale hinterliess. Die Thiere blieben nach der Infection vollsYandig gesund und wurden nach drei Woclien zu anderen
Versuchen benutzt.
Ich nehme an, dass dieser Pilz spontan auf Friichten odcr
Vegetabilien vorkommt und zufklliger Weise in die Milch gelangt
ist. Meine Versuche, welche sich auf die Aussaat der Reincultur
auf junge Aepfel, Pflaumen , auf Graser uncl Klee erstreckten, haben
mir bis jetzt kein Resultat ergeben.
Trotzdem ich seit Jahresfrist die schwarzen Wucherungen in
Fliissigkeiten und auf festen Substraten eifrig untersuchte, um die
schwarze Hefe wieder zu finden, so ist es mir nicht gegliickt, und
hatte ich nicht die Beweise in meinem Reagensgliisclien , dann miichte
die schwarze Hefe uberhaupt auf TIuschung beruhen.
Es sei noch bemerkt , dass die verkaufliche Presshefe biswcilen
eine grauschwarze Farbe zeigt , eine Erscheinung die den Hefefabrikanten sehr lastig ist. Diese Verfirbung hat sich mir bei einer
Untersuchung nicht mit schwarzer Hefe zusanimengehtjrend ergeben.
Eine Probe wurde zur Anlage von Culturplatten benutzt - und ergab
nach langerer Zeit keine Colonien von Saccharomyces niger.
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