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Ueber sog. Wiederbelebung von Braunstein und Entwickelung von Chlor

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ARCHIV DER PHARMCIE.
CLXIII. Handes zweites Heft.
1. Physik, Chemle und prahtische
Pharmacie.
Ueber sog. Wiederbelebung von Braunstein und
Entwickelung von Chlor.
-
ES
ist vielfach behauptet worden, der Apotheker
konne chemische Prtparate nicht . so wohlfeil darstellen,
als der Fabrikant, und daher entnehme leider rnancher
Apotheker dieselben fast sammtlich aus den Droguerien
oder Fabriken. Aber man findet auch wold in den Laboratorien der Apotheken einen regen, lebendigen Fleiss,
und es werdcn nicht bloss destillirte Wasser, Pflaster und
einfache Extracte dargestellt, sondern auch chemische
Praparate der verschiedensten Art, hin und wieder auch
solche, welche nicht bloss in der pharmaceutischen Praxie
vorkommen. Dass zur Production der zum eigentlichen
Apotheker - Geschtfte gehorenden Praparate die grosste
Sparsamkeit erforderlich sei, versteht sich wohl von selbst,
denn von dieser Sparsamkeit hangen j a zum Theil die
Procente ab, welche eben das Geachaft abwerfen 5011.
Und hier sieht man den Unterschied zwischen dem Apotheker und dem Fabrikanten ixnd zugleich die Ursache, dass der
Apotheker allerdings oft theurer arbeitet als der Fabrikant :
dem Apotheker liegt die Sclionheit und Gute der Praparate am Herzen, in zweiter Linie steht bei ihm die Sorge
urn die Herstellungskosten, der Fabrikant bereclinet zuerst
die Herstellungskosten und beachtet die Schonheit und Giite
des Praparates bloss als Mittel fiir den Absatz, also bloss in
7
Arch. d.Pharm. CLXIIT. Bds. 2.Hft.
98
FYiedei-belabw,iy
U O ) ~Braunsfeiu
Hinsicht auf den Nutzen, welcher ihin daraus erwachst,
der‘ Apotheker bekiimmert sich oft iiur uin den besten
Theil des Prapaiates, der Fabrikant um die genze mit
Vortheil zu erlangencle Menge, whhrend cler Apotheker
in der Regel die Nebenproducte, die Abfdle vernachliis~
sigt, und ihren Werth bei der ihm nicht selten ganz
fremden Calculation seiner Priiparate nicht anzuschlagen
versteht, sucht der Fabrikant jedes Nebenproduct, jeden
Abfall z u verwerthen. Die Renutzung der Nebenproducte
und ilbfalle hat aber beiin Apotheker, ebenso wie beim
Fabrikanten, eine gewisse Grenze, die allerdings bei ersterem enger ist als bei letaterein; sie wird namlich bestimmt hauptsachlicli durah die Itaunilichkeit, dann durch
das Personal. Wahrend ein Fabrikant den Raum frei
wiihlen kann, und ihn dann verstiindiger Weise gross
genug fiir seine Zwecke wahlt, oder so, dass e r ihn zu
erweitern vermag, so ist der Apotheker gezwungen, seine
Localitiit in die lebhafteste Gegend seines Niederlassungsortes zu verlegen: lrliirlicli also ist das Capital, was bei
beiden in7 Grund und Boden steckt, sehr ungleich, und
demgemhss der kostbare Raum des Apothekers in der
Regel, besonders in grossen Stadten, nur auf das Nothwendigste beschrankt ; der Apotheker hat also daranf zu
sehen, sich nicht init Dingen zu iiberladen, die dein
eigentlichen Geschiifte nur niittelbar niitzen, aber durch
Wegnahme von Raum mehr oder weniger hinderlich sind,
j a sogar Schaden vernrsachen. Was das Personal anbetrifft, so liegt es auf der Ilnnd, dass hierin der Fabrikant
besser daran ist: er niuss zwar seine Leute in derRegel
hoher bezahlen, aber dafiir ist der Wechsel such weniger
haufig, und es bildet sich beim Personal ein gewisses
Intcresse am Geschafte aus, was nothwendig zur Vermeidung unniithigon Aufwandes fiihren muss. I n den
Apotheken findet man oft genug ein solches Interesse
gar nicht, in den Laboratorien wird nicht selten sorglos gearbeitet, Verluste werden nicht in den1 gehorigen Grade
vermieden, man scheint schnelies Arbeiten hoher zu
uiid Ehticickelung voii Chlor.
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schatzen als accurates, und verliert dabei nianchen Vortheil, der durch wiederholte Wiederkehr sich nicht nnbetrachtlich vergressern kann.
Zu dieser Expectoration gab Vernnlassung eine
,,pharmaceutische Notiz des Herrn Apothekers L i e n a u
in Eutin" in No. 35. der Zeitung des nordd. ApothekerVereins, vom Jahre 1865, .die Wiederbelebung des ziir
Bereitung von Chlorwasser verwendeten Braunsteins betrefiend. Der kurze Sinn der Notiz ist der Rath, das
bei der Entbindung von Chlor in Auflosung gegangene
Mangan durch Chlorkalk RIS
Bioxyd wieder ausznfiillen.
Lasst man das Unpassende im Ausdruclie gana bei
Seite, so muss der Rath als v o l l i g u n p r a k t i s c h verworfen werden, schon weil das Verfahren vie1 zu kostbar ist. Das lasst sich auf dem Papiere rasch beweisen,
und das Papier ist i n d i e s e m F a l l e so gut wie das
Experiment.
Zur Entwickclung von Chlor mussen 2 Aeq. Chlorwasserstoff auf 1 Aeq. hlnnganbioxyd (Braunstein) einwirken. Dass man in praxi inimer ein gewisses Uebermaass von Rraunstein anwenden muss, versteht sich von
selbst, hat aber auf die weitere Betrachtung in sofern
keinen Einfluss, nls Herr L i e n a u j a selbst von ,,iibrigbleibendeni Braunstein" spricht.
In der kiiuflichen concentrirten Salzsaure sollen der
Bequenilichkeit der Rechnung wegen nur 331j3'Procent
Chlorwasserstoff angenommen werden ; das ausserdem
nocli zuzusetzende Wasser geht uns jetzt nichts an. Es
werden also auf 44 Manganbioxyd (= 28
16, die im
Braunstein entlialtenen Unreinigkeiten haben ebenfalls
auf die Berechnung keinen Einfluss) 2 x 36,5 = 73
Chlorwasserstoff erfordert, welche bei obiger Voraussetzung in 219 kiiuflicher Salzsaure enthalten sind, oder
auf 1 Pfd. Braunstein werden etws 5 Pfd. der genannten
Salzsiiure aufgebraucht. Von' dieser Salzslinre gehen
211, Pfd. in dem Chlorgase fort, und uiii die restirende
Salzsaure (dass dieselbe in Chlormangan und Chloreisen
+
7*
100
Wiederbelebung von Braunstein
iibergegangen ist, bleibt ganz gleichgiiltig, die wissenschaftliche Vorstellung des Vorganges ware fur den
Augenblicb viel zu weitschweifig) zu zersetzen, sind
0,64 Pfd. Kalk nothig. Dieser soll hier durch Chlorkalk gegeben werden. Auch hier mag der ganzunpraktiselie Vorschlag, das Eisen erst durch kohlensaures
hlangan zu entfernen, nur obenhin beleuchtet werden.
W er sieht nicht augenblicklich ein, dass dieser Vorschlag
einestheils vijllig iiberfliissig, anderntheils aber noch dazu
viel zu kostbar ist, eben so wie das zur Abstumpfung von
etwa allzuviel vorhandener freier Saure in TTorschlag gebrachte kohlensaure Natron ! Alles das bewirkt inan
mit Kreide oder klarnior eben so gut, und man braucht
nur die Preise zu vergleichen, uin das vijllig Unpassende
des Vorschlags klar zu iibersehen ; 50 Th. kohlensaurer
Kalk bewirken ebensoviel, wie 58 bis 6211, kohlensaures
Manganoxydul und wie 143 krystallisirtes kohlensaures Natron; 1 Pfd. Schleminkreide kostet aber 1Sgr. - 1, 2 Pfd.
kohlensaures Manganoxydul 1, 2 Thaler oder nach den1
aufgebrauchten kohlensauren Natron berechnet 6 Sgr., 2,86 Pfund krystallisirtes kohlensaures Natron 4,3 Sgr.
Der Kalk also im Chlorkalk, welcher nothwendig
ist, um 21/, Pfd. Salzsaure zu sattigen, lasst sich in folgender TVeise ungefihr berechnen. Da guter Clilorkallr
wenigstens 20 Proc. Chlor enthalten soll, so ware das
Uebrige Kalk und Wasser. Nehmcn wir zur Bequemlichkeit hoch genug 56 Proc. Kalk an, SO miissten, um die
0,83 Pfcl. Chlorwasserstoff in 211, Pfd. Salzsaure zu sattigen, 1,14 Pfd. Chlorkalk aufgehen, oder letztes nur
etwa zu 211, Sgr. pro Pfund angenommen, 2,8 Sgr. Kosten
verursachen.
D a nun das angemandte 1 Pfd. von I3raunstein selbstverstiindlich nicht wieder erhalten werden kann, was im
Handel fiir etwa 11/, Sgr. zu haben ist, SO stellt sich
heraus, dass der , , w i e d e r b e l e b t e B r a u n s t e i n ' g e r a d e
d o p p e l t s o v i e l k o s t e n wiirde, als n e u e r , a u s
d e m Halide1 b e z o g c n e r , und hierbei ist die Arbeit,
und Entwickelung von Chlor.
101
die Zeit, die Abnutzung des Apparates und das sonst
noch in Anwendung kommende Material gar njcht in
Anschlag gebracht !
Bei dieser Gelegenheit mag an etwas anderes erinnert werden, hinsichtlich dcr Entbindung der Chlorine,
was man allzusehr vernachlassigt hat, namlich die Anwendung der Schwefelsiiure neben Salzsaure und Braunstein. Hat niimlich 1 Aeq. Chlorwasserstoff auf 1 Aeq.
Manganbioxyd bis zur Erschopfung gewirkt, so ist nur
die Halfte des Manganbioxyds zersetzt und man hat jetzt
ein Uemenge von Chlormangan und Uanganbioxyd, auf
welches Schwefclsiture gerade so wie auf ein Gemenge
von Chlornatrinm und Manganbioxyd reagirt. Das Verfahren wiirdc folgendes sein.
Man bringe in das Entbindungsgefiiss (Flasche oder
Kolben) eine beliebige Portion groben Pulvers oder besser
bohnengrosse Stucke von krystallisirtem Eraunstein (z. B.
1 Pfund) und giesse darauf durch die Eingussrohre des
luftdicht hergestellten Apparates
Pfd. Salzsaure von
1,17 bis 1,18 spec.. Gew.; bei zu rascher Entbindung
des Chlorgases giesse man etwa das gleiche Volum Wasser nach; spiiter muss etwas Warme angewandt werden.
Wenn trotzdem die Qasentwiclrelung allzusehr nachlasst,
so fullt man den funften Theil von 111, Pfd. concentrirter
Schwefelsiiure, die man mit I Vol. Wasser oder etwas
mehr vcrdunnt hat, nach, worauf die Gasentwicbelung
wieder lebhaft wird. Nachdem aach jetzt wieder ein
Stillstand oder Verlangsaniung der Entbindung eingetreten
ist, trotz der fortwiihrend angewandten Warme, so wird
die anfangliche Menge Salzsiiure eingegossen, und so abwechselnd die beiden SLuren; auf 1 Pfd. Hraunstein
konnen 2'12 Pfd. Salzsaure von angegebener Starke und
1 lie Pfd. englische Schwefelsiiure aufgebraucht werden,
wo cler Braunstein entweder ganz aufgelost oder nur
die wobl niemals fehlende Gangart ubrig sein wurde,
aber wie gesagt, zur volligen Auflosung des Manganbioxyds sollte man es nicht kommen lassen.
~
102
TI Z'ederbelebu,,g von Brauristein etc.
Fur den kleinen Betrieb ist es immer besser, die
Siiuren in der angegebenen Weise anzuwenden, als sie
auf einmal zusainmen auf den Hraunstein zu giessen.
Da hier die Entwickelung des Chlors zu tumultuarisch vor
sicli gehen wurde, inusste man zur Vermeidung des Uebersteigens entweder die Sauren starker verdiinnen oder 3
Lis 3 Rlal grossere Entbindungsgefasse anwenden; dann
hiitte man aber auch 3 bis 4 Ma1 grossere Mengen von
atinospharischer Luft zu verdrangen, was fiir viele E'klle
von erhebliclier Wichtigkeit ist, und wegen der zu hustigen Entwickelung des Gases wurde ein grosser Thbil
desselben wirkungslos verloren gehen; auch ist nicht zu
iibersehen, dass grosse Gefasse und grosse Massen von
Material eine viel grossere Menge Feuermaterial zii geliijriger Erwiirmung erfordern, und dass bei grossen Gef:issen die Juncturen und die Korke dem Chlorgase viel mehy
Oberflache zum Angriffe darbieten, und ein Zerfressen des
Lutunis und desliorkes viel rascher vor sich gehen, also
eine Undichtheit des Apparates schnell eintreten muss.
Zuni Schutze der Korke kann man beiliiufig gesagt dieselben, wo sie vom Gase getroffen werden, niit geschmolzenem Kautschuk iiberziehen.
Die Kosten beider Methoden der Chlorentwickelung,
aus Braunstein und Salzstiure, oder aus Braunstein, Salzs#ure und Schwefelsaure, berechnen sjeh wit: folgt. 1 Pfd.
Braunstein ( 2 Sgr.) und 5 Pfd. Salzsaure ( 5 Sgr.) geben
5/,,. Yfd. Chlor; 2 Pfd. Mangan (4 Sgr.), 6 Pfd. Salzsarire
( 5 Sgr.) und 11i8 Pfd. concentrirte Schwefelsaure (a
Sgr. also 12/, Sgr.) geben 1213 Pfd. Chlor; demnach kosten
5 Pfd. Chlor im ersten Falle 42 Sgr., in) leteteren bloss
32 Sgr. oder die Entwiclrelungskosten des Chlors sind
nach letzter Metliode 25 Procent billiger als nach der
ersten Weise.
Die hier gefuhrten Berechnungen mogen fur viele
Apotheker sehr kleinlich erscheinen, aber man gebe
ihnen nur Folge und Anwendung fur andere Falle, und
man wird bald Vortheile von recht annehmlicher Art
Gerues, vovtheili~clfteDamtelliing des Ferrrini lactic. 103
bemerken. Als weiteresBeispie1, wie sehr man ohne die
nothige Calculation niit Schaden arbeiten kann, liesse
sich die zweite pharmaceutische Notiz L i e n a u ’ s (a. a. 0.)
benntzen.
Vortheilhafte Darstellnng des Ferrnm lacticnm ;
von
A 11
11
G c r v e s,
-
st
Pharmaceut in Thedinghausen.
Bei ofterem Bereiten dieses Priiparates ist mir immer
die geringe Ausbeute aufgehllen.
Einige geben an, man erhalte so viel milchsaures
Eisenoxydul, wie nian Saccfi. lactis angewandt habe.
Es hat mir dieses nic gelingen wollen, wenn ich ein
oxydfreies Praparat erhalten wollte.
Durch verschiedene Versuche hat sich folgendes Verfahren herausgestellt:
Die saure Milch befreie man moglichst vom Casein,
da dieses beim spateren Aufkochen zusammenballt und
die rasche Filtration behindert. - So viel Casein wie
zur Anregung der Gahrung nothig, bleibt j a leicht darin.
Dann gebe man Eisen und Milchzucker nach bekannter Vorschrift zu und digerire es bei
30 -40oC.,
da man bei niedriger Temperatur zienilich Verliist hat,
indem sich losliches essigsaures Eisenoxydul bildet. Nach
Digestion filtrirt man und liisst durch Erkalten die Krystalle ausscheiden.
Die Laage, welche nun eine zieniliche Quantitat
Fe2O3
L3, \vie auch noch FeO, L
3HO enthalt,
wird mit einigeri Uneen NaO, SO’ End etwas Eisenspanen
versetzt; worauf sie eingedanipft wird, jedoch nur SO weit,
dass das gebildete NaO, SO3 und etwa iiberschussige
NaO,SO?gelost bleiben kann. - Nun filtrirt man, worauf
sich nach dem Erkalten die Icrystalle des milchsauren
Eisenoxyduls abscheiden.
Die Iirystalle werden mit Ap. destill. abgewaschen
l i s Barytlosung nicht mehr getrubt wird.
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