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Ueber Verflschungen der rohen Droguen.

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11. Natrirgeschichte irnd Pharmakognosie.
Ueber Verfalschungea der rohen Ikoguen ;
vo n
Dr. H o l I in Dresden.
Es ware gewiss von grossem Nutzen, wenn jeder Apotheker, dem irgend eine neue Verfalschung oder Verunreinigung eines Arzneimittels vorkarne, dieselbe im Archiv
offentlich bekannt machle, sowie wir im Aprilhefte dieses
Jahrs mehrere schatzbare Notizen vom Hrn. Prof. Dr.
S t o ck h a r d t erhalten haben; es brauchten keine gelehrten Abhandlungen zu sein, sondern nur eine einfache und
wahre Erzahlung von dern, was man gefunden hat, wie
sie wohl ein Jeder, ohne gerade Gelehrter zu sein, abfassen kann, Es trtige vielleicht auch dam bei, viele unniitze
Dinge, die noch in den Lehrbiichern der Waarenkunde
stehen und immer wieder atgeschrieben werdcn, ganz
fortzuschaffen; denn es ist doch sehr Iacherlich, unter den
Verwechselungen des Schierlings eine Unmasse deutscher
Dolden und sogar Oenanthe crocata und Ligusticum pelopnnesiacum zu finden, zwei Pflanzen, welche gar nicht
bei uns wachsen, oder wie in Fr. D o b e r e i ner's deutschem
Apothekerbuch I . Th. S. 393 bei den Verwechselungen von
Herb@ Cochleariae erstens Kanunculus Ficaria angefuhrt
ist, was allenfalls, aber doch gewiss selten vorkommen
konnte, dann aber noch mit den Blattern von Alisma Plant a p , was wegen der Grosse derselben absolut unmoglich ist").
Manche altere Arzneimittel mogen aber auch nur deshalb ausser Gebrauch gekommen sein, weil man spater
nicht immer die achten anwendete und sie daher die verlangte Wirkung nicht thaten. Ich will nur anfuhren die
*)
Unm6gliche Verwechselungen giebt es, meo w t o , n i cht. Indessen muss man, glaube ich, in der Pharinalcognosie streng unterscheiden L durch Zufall oder Nachlassiglreit veranlasste Vertauschungen der Droguen, (absichtlose) Verwechselungen in Folge
ungenauer Kenntniss der Drogucn, und (absichtliche) Verllschungen derselben:
H. Wr.
174,
Roll,
so brennend gewiirzhaft schmeckende Corlerc Winleranw,
wofur sehr hfufig die ungleich schwacher und Sanz verschiedcn schmeckende Canella alba gegeben wird. Dann
das achte Vismm quernuna von Loranthus europaeus, in
alten Zeiten ein beriihmtes Mittel gegen Kinderkrampfe,
was eincn Hauptbestandtheil der vcrschiedenen hrten von
h l v i s epilepticus ausmachte, auch iioch heutiges Tages in
Oesterreich verschrieben, bei uns aber immer Viscrcm album
dafiir substituirt wird, weil der achte im ganzen nordlichen
Deutschland nicht wachst. Auch statt der sehr angenehm
zimmtahnlich riechenden Rudix Contrajervae von der DOTstenia brasiliensis findet man in den Apotheken meistens
die unangenehm oder gar nicht riechende Wurzel von
Dorsleniu Contrajerva, daher auch in vielen Lehrbiichern
der Geruch als widerlich, dumpfig etc. angegeben wird.
Von Verwechselungen noch jetzt gebrauchlicher Drop e n , die mir vorgekommen sind, will ich folgende hier
anfuhren :
Herha Melissae. Eine Verwechselung, die wohl haufiger vorkommt, als man glaubt, ist die mit Nepeta Cutaria L. vat-. citriodora Balb.; ich sah sogar in dem Garten
eines Apothekers ein ganzes Beet voll angepflanzt, wovon
er alljahrlich seinen Bedarf an Melisse erntete. Der Gerucb ist freilich auschend ahnlich, allein die Blatter der
Melisse sind auf der Unterflache fast kahl, die von Nepeta
hingegen graufilzig, auch sind die erstern stumpf, die von
Nepeta aber spitzig. Hat man die bliihenden Pflanzen vor
sich, so zeigen sehr leicht die Gattungscharaktere den Unterschied.
HerbaOreoselini. Statt dessen fand ich in einer Apotheke Silaus pratensis Bess. Da diese Pflanze vom Vieh
nicht gefressen wird, so glaube ich auch, dass man sie
als verdachtig ansehen kann und sich vor dieser Verwechselung zu huten hat, zumal in manchen Gegenden das
Herba Oreoselini haufig als Brustthee gebraucht wird.
Beim frischen Kraute von Oreoselinum ist der eigenthumliche Geruch noch nicht so hervortretend, als bei dem getrockneten, man darf sich daher nicht so ganz darauf
Giber VerJiilschungei, der rohen Droyuen.
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verlassen und deshalb nur auf die bolanischen Kennzeichen Acht haben, welche nicht so schwierig sind. Oreoselinunt zeichnet sich vorziiglich durch die ausgesperrten,
zuriickgebogenen Blaltstiele und die eiformigen, glanzenden
Bliittchen aus, dagegen bei Silaus die Blhttchen gleichbreit lanzcttlich und am Endc mit einem weichen Stachel
versehen sind.
Herba Sabinae. Unter dem Namen nfranzosischer
Satlebaum(( erhielt ich vor einiger Zeit von einem Droguisten Cupressus sempervirens, den man aher auf den
ersten Anblick unterscheiden kann. Die Aestchen von Cupressus sind schon viel leichter zerbrechlich, und die Blatter, welche zwar bei beiden Pflanzen in Q Reihen stehen,
sind viel fester angedriickt und eiformig stnmpf, dagegen
bei Sabinn lanzettlich zugespitzt. Beim Kauen schmecken
letztere auch sogleich stark nach dem atherischen Oele,
dagegen die von der Cypresse fast nur bitterlich adstringirend.
Radis Hellebori a&. Eine Verfalschung oder vielleicht
nur Verwechselung, welche mir schon zweimal vorgekommen ist und noch in keinem Werke erwahnt finde, ist die
mit den Wurzeln von Aeoniturn Anthora. Es sind dunkel
graubraune, innen weissc Knollen, ohne Ueberreste von
Blattern, welche sich nach oben uiid unten verdunnen und
daher eine kurze, dick spindelformige Gestalt haben; kleine
Warzchen, die Ueberreste der abgeschnittenen Wurzelfasern, stehen nur einzeln hin und wieder. Die achte hingegcn hat eino stumpf kegnlformigc Gestalt und ist am
breiten Ende fast immer mit den Ueberresten von BIattern und auf der ganzen Oberfliiche mit den Resten der
abgeschnittenen Wurzelfasern besetzt. Statt Rudiz Eellebori nigri hahe ich in vielen Apotheken, ausser den Wurzeln von Actaea spicata, sehr oft die von Adonis vernalis
gefunden, niemals aber die von Astrantia major oder gar
von Trollz'us europaeus, wie in so vielen Buchern steht;
man konnte beide im Finstern schon durch das Gefuhl
von der achten unterscheiden.
Semen Il'igellae. Drei ahnliche Samen, von denen
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Boll, iiber Vcrfulschungen der rohen Drogtten.
manchmal einer dem andern beigemischt vorkommt, narnlich Sem. Nigellae, Stramonii und der Same von Agrostemma Gdhago, lassen sich sehr gut durch das Ansehen
mittelst einer einfachen Loupe unterscheiden. Sem. iliigellae
zeigt sich matt schwarz, eifiirmig, der Lange nach dreikantig, yon den drei Kantcn stehcn zwei niihcr beisammen
und dic drei Fliichen, welc,he dadurch gehildet werden,
sind mit Querrunzeln bedeckt. Senz. Stramonii ist g r k ser, mehr schwarzbraun und etwas glanzend, iibrigens zusammengedruckt nierenformis und auf der ganzen Oberflache mit punctfiirmigen, sehr kleinen Vertiefungen versehen. Der Same von Agrostmnia steht hinsichtlich der
Grosse zwischen beidcn, ist ebenfalls schwarzbraun, fast
nierenformig, auf beiden Seiten vertieft und mit dickem
Rucken, auf we1,chem dicht ncben einander liegende, regelmassige Reihen von kleinen, spitzen Hockern hinlaufen.
Noch erlaube ich mir ein paar Worte zu den Bemerlcungen des Hrn. Prof. S to ckh a r d t hier beizufugen.
Die Blatter von Digitalis purptirea, welche er ohne
Behaarung fand, waren vermuthlich von cultivirten PflanZen, denn wenn man Blatter von wilden Exemplaren, z. B.
aus dem Thuringer Walde, wo die Pflanze in Masse wachst,
und dergleichen von in Garten gezogenen vergleicht, so
sollte man kaum glauben, dass es eiii und dieselbe Pflanze
sei, wenn sie nicht noch in der Form und dem gekerbten
Rande iibereinstimmten dass die wildwachsende ungleich
wirksamer ist, glaube auch ich gnnz bestimmt.
Statt Berba iMurru6ii sollen nach Hrn. Prof. S t o c k h a r d t die Blatter von Stachys germanzca vorgekommen
sein, cine Verwechselung, die ich, ob sie gleich auch in
manchen Buchern angefuhrt ist, durchaus nicht glauben
kann und jedenfalls auf eineni Irrthum beruht. Erstens
ist die ganze Pflanze, vorziiglich der ziemlich dicke Stengel mit dichten, weissen, lang zottigen Haaren besetzt,
Marrzibium dagegen nur anliegend grauweiss filzig, mo.
durch sich beide beim ersten Anblick unterscheiden. Dann
wird gesagt, es waren sdie grossern, sitzenden Blatter der
Stachys germanicacc angetroffen worden, allein di-e obern
Voget, bett*iigsrische Geiaichtsvernichrutig des Upiums. 177
Bktter dieser Pflanze, welche dicht an den Bliithenquirlen
sitzen, sind klein und lanzcttformig, haben also eine ganz
andere Gestalt, als die von Marrubiurn, welclie rundlich
herzformig sind ; die untern hingegen sind ebenfalls gestielt, herzformig und nach vorliegenden Exemplaren 6 Zoll
lang und etwas iiber 3 Zoll breit, konnen dahcr ihrer
Grijsse wegen wohl von keinem Apotheker fur Marrubiurn
angesehen werden. Uebrigens ist Stachys gernzatiicu in
Sachsen keine so gar haufige, sondern meistens nur einzeln vorkommende Pflanze, von der es schwer halten
mochte, Korbe voll zu sammeln, zumal wenn man nur die
kleinern sitzenden Blatter an den Bliithenquirlen abpflucken
wollte. Mir ist wenigstens diese Verwechselung noch niemals vorgekommen, wohl aber die mit Ballota nigra.
Unter der geringern Sorte der Myrrhe habe ich ungleich haufiger Bdellium als Senegalgummi gefunden, welches erstere daran kenntlich ist, dass es, cine Zeit lang
zwischen den Fingern gehalten, klebt und einen ekelhaft
bittern, aber nicht gewiirzhaften Geschmack hat, ubrigens
ist es aber im aussern Ansehen kaum von schlechterer
Myrrhe zu unterscheiden.
--
Betriigerische Gewichtsvermehrung des Opiums ;
von
Dr. Voget,
Apothclter in Hcinsberg.
Kiirzlich ubergab mir bei Gelegenheit der Revision
der Apotheke zu Linnich Hr. College Bock daselbst einc
plattgeschlagene, in der Mi tte mit einem Stiickchen Bindfaden versehene Bleikugel, welche derselbe aus einem
Pfunde S. Opium hervorgezogen hatte. Das Gewicht der
Kugel betrug inehr als eine Unze, mithin uber ein Sechstel. Ob
diese Verfalschun~bereits irn Vaterlande dcs Opiums, odel:
in Triest oder Livorno vorgenommen wurde, steht noch
naher zu ermittcln; jedenfalls aber hat man sich beim Ankauf des Opiums gegen diese grobe, neue Betriigerei aorxusehen.
d
12
Arch. d. Pharm. LXXXIX. Bds. 2. Hft.
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