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Untersuchung der Milchsteine einer Ziege.

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MCHIV DER. PHARMACIE.
CXXIX. Bandes drittes Heft.
Erste AbtheUung.
1. Physik, Chemie und praktische
Pharmacie.
Untersuchuag der Milchsteine einer Ziege;
yon
Dr. Rudolpb Wild.
-
V o r k o m m e n d e r Milchsteine. - Vor etlichen
Jahren ersuchte die Wittwe W. den Kreisthierarzt B. in
S., ihre Ziege zu untersuchen und zu behandeln, welche
eine Erbse verschluckt habe, die in eineni der Striche
sitzen geblieben sei, weshalb sie sich aus demselben nicht
mellien lasse. Kreisthierarzt B. fand heirn Untersucheo
der Ziege in der Milchcisterne einen fuhlbaren, harten
und verschiebbaren Korper, welcher sich beim Melken
etwas mehr in den Strich herabzog und den Ausfluss
der Milch mechanisch verhinderte und zwar so lange, bis
es gelang, denselben wieder in die Milchcisterne hinaufzuschieben. Versuchte man das Melken ohne dieses
Zuruckschieben, so kam elwas Blut zum Vorschein. Kreisthierarzt B. hielt den fragiichen Korper fur einen Milchstein und versprach sich wenig von einer Behandlung
der Ziege, zumal die Wittwe W. eine Operation nicbt
zugeben wollte, solidern rieth der Besitzerin an, ihre Ziege
gelegentlich schlachten zu lassen. Dies geschah auch
spater und es kamen dabei ein erhsengrosser und mehrere hirsenkorngrosse Concretionen zu Tage, welche in
der Milchcisterne gefunden wurden.
47
Arcb.d. Pbarm. CXXIX. Bds. 3. Hft.
958
Wild,
-
Physikalisches Verhalten.
Zur Untersuchung
lag der grossere Stein und einer von den vorgefundenen
kleineren vor. Ersterer ward zur Untersuchung verwandt.
Sein Gewicht hetragt 420 Milligrrn, seine Form steht zwischen der Eiform und der Kugel in der Mitte. Gegen die
Spitze hin ist derselbe rnit einer Vertiefung von der Gestalt
eines Nabels versehen. Die Farbe ist weiss, fettglanzend,
einem erstarrten Stearintropfen nicht unahnlich. Auf den
ersten Blick gleicht der Stein einem weissen Flusskieselgerolle. Er ist sehr cohiirent, mit einem scharfen Measer Iasst
er sich sehr schwer schaben, mit einem Pistill vorsichtig
zerdruckt zerfallt er in zwei das Centrum und den Nabel
durchschneidende Bruchstucke. Das Gefuge des Steines
ist dicht porcellanartig, nicht krystallinisch, im Innern ist
ein lileiner Kern von rnatterem (rnehligem) Ansehen, aber
von derselben Harte und von grauer Farbe. Der Kern
ist mit der Rinde fest verwachsen und geht hinsichtlich
der Farbe und Structur in die Rinde uber. Des Kernes
Durchmesser betragt etwa ein Sechstel des Diameters der
ganzen Concretion. Das Centrum selbst bildet eine rothliche, hohle Slelle, deren Wandung mit dem Messer sich
ablosen Iasst. Die Oeffnung im lnnern hat einen konisch
auslaufenden Canal, welcher an dem aussern Nabel mundet, so dass es nicht unwahrscheinlich erscheint, dass sich
die Concretion auf stalagrnitische Weise aus der Aussonderung einer krankhaften Druse gebildet habe, vielleicbt
zugleich rnit Stoffaufnahme von Aussen. Beim Pulvern
der Concretion hat sie trotz ihrer Harte Neigung zum
Anhaften am Pistill. Unter dem Mikroskope zeigen sich
keine krystallinische Formen.
C h e m i s c h e s V e r h a l t e n . - Die centrale Wandung
allein zu untersuchen, war wegen ihres zu geringen Gewichtes unmoglich, auch ging die ihr eigenihiimliche Farbung in dem innern Kerne und dieser unrnerklich in die
aussere porcellanartige Masse uber, so dass bei der Kleinheit der Concretion Absonderungen im Allgemeinen nicht
rathsam erschienen. Der Stein ward also fein gerieben
und surnmarisch zu seiner Untersuchung geschrilien.
Untersuchung der Malchsteine einer Ziege.
459
Auf Platinblech erhitzt, tritt Verkohlung ein und es
entwickelt sich ein stinkender Rauch, ohne zu entaarnmen.
Starker erhitzt, sintert die Kohle zusammen, indem sie
eine geringe Schmelzung erleidet. In eineni Glasrohrchen
erhitzt, reagiren beini Erhitzen des Steines die sich entwickelnden Dampfe stark alkalisch auf geniisstes Curcumapapier. Die mit (1 Tropfen Wasser benetzte Kohle giebt
auf Zusatz von Salzsaure kein Aufbrausen zu erkennen,
der grossere Theil lost sich aber auf und die filtrirte
Flussigkeit wird von Ammoniak weiss gefallt. Eine Reaction der mit Wasser befeuchteten zweilen Probe Kohle
auf die Reactionspapiere wird nicht beobachtet. Hiernach
enthalt der Stein vie1 organische hlaterie und wahrscheinlich phosphorsauren Kalk als unorganischen Bestandtheil.
Untersuchung d e r unorganischen Bestandt h e i l e . - Es wurden 60 hlilligrm. gepulverlen Steines
abgewogen und in einer Sauerstoffgas - Atmosphare verbrannt. Die Hitze erreichte nicht vollkommen die Rothgliihhitze. Dieses Verfabren wurde gewahlt, um die Verluste zu umgehen, welche das Verbrennen der thierischen
Kohle zur Folge hat, wenn dieses in starker, lang andauernder Hitze in der Luft geschieht, dadurch, dass in
starker Hitze Chlornatrium sich verfliichtigt und die Kohle
zersetzend auf die phosphorsauren S a k e einwirkt. Die
Verhrennung ging leicht von Starten, die Asche hatte eine
graue, ins Braline ziehende Farbe und wog 24 hlilligrm.
Der drilte Thoil der Asche wurde in einem Porcellanschalchen mil einigen Tropfen heissen Wassers extrahirt,
die Fliissigkeit vorsichlig decantirb und filtrirt. Dieselbe
war wasserhell, wurde durch 1 Tropfen Salpetersaure
nicht verandert und gab rnit salpetersaurer Silberoxydlosung eine weisse Triibung. welche in Ammoniak loslich
war, was die Gegenwart von Chlorverbindungen, hier wahrscheinlich Chlornatrium, zu erkennen gab. Der Ruckstand
der ausgelarigten Aschenportion ward mit Salzsaure behandell. worin er sich vollkommen loste. Auf Zusatz von
Chlorbaryum- Aaflosung entstand in der sauren Flussigkeit
eine weisse Triibung, woraus die Gegenwart von Schwefel117 *
960
Wdd,
saure erhellt, welche, wie aus dem spater Gesagten zu
ersehen ist, vorzugsweise aus der proteinhaltigen thierischen Substanz herruhren mag.
Die ubrigen IG Milligrm. Asche wurden heiss in Salpetarsaure gelost und rnit Amnioniak gefallt. der Niederschlag mit ammoniakhaltigem Wasser ausgesusst und in
Salzsaure gelost. Diese salzsaure Auflosuog ward mit
Ammoniak im Ueberschuss versetzt, es entstand ein Niederschlag, der sich in bis zur sauren Reaction zugesetzter
Essigsaure theilweise loste. Der von der essigsauren
AuOosung abfiltrirte Ruckstand ward in Salzsaure gelost
und mit Schwefelcyanlialium versetzt, wodurch sich die
Anwesenheit von Eisenoxyd ergab. Die essigsaure Losung
aber wurde mit oxalsaurem Kali gefallt, wodurch eine
reichliche Fallung bewirkt wurde. Nacb Absonderung
des gefallten Niederschlags entstand durch Zusatz von
Ammoniak zur Fliissigkeit eine Trubung von phosphorsaurer Ammoniak - Talkerde, ja nach dessen Absonderung
durch ein Filter konnte auch noch aus der ammoniakalischen Flussigkeit auf Zusatz von Chlormegnesium - Auflosung eine Fallung bewirkt werden. Demnach ist die
Gegenwart einer geringen Menge phosphorsaurer Magnesia
und einer verhaltnissmassig grossen Menge phosphorsauren
Kalkes erwiesen. Von einer Wagung der Niederschlage
konnte naturlich der ausserst geringfugigen Menge der
Niederschlage wegen keine Rede sein.
Untersuchung d e r organischen Bestandt b ei 1 e. - Ein Theil der gepulverten Concretion ward
rnit Aether behandelt. Die Ausbeute an aufgelosten Stoffen
war aber so gering, dass ich mir ein Urtbeil uber dieselben nicht erlauben mag, da sie nach dem Verdunsten
des Aethers nur in einem kaum sichtbaren Anfluge auf
einem Uhrglase bestanden. Der Ruckstand des Aetherauszuges ward mil concentrirter Salzsaure in der Warme
behandelt. Man beobacbtete die beim langern Kochen in
Braun iibergehende Lillafarbung, welche den proteinhaltigen Substanzen des Thierreichs eigen ist.
Eine andere Portion der gepulverten Concrelion wurde
Untcrsuchung der Malchsleine einer Ziege.
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mit kaltern Wasser langere Zeit macerirt, die abfiltrirte
Flussigkeit ward beim Erhitzen opalescirend, was auf
Albumin tiindeutet. Der Ruckstand mil Salpetersaure behandelt, loste sich anscheinend auf, eine trhbe selbiiche
Flussigkeit darstellend. Wegen Mangels an Substanz ward
es unterlassen, die Reaction mittelst einer salpetersauren
Quecksilber - Auflosung vorzunehmen.
Sehr wichtig erschien die Nachweisung des Schwefels,
wozu der Rest der gepulverten Concrelion verwandt wurde,
indern man ihn mil Getzkaliflussi~keit behandelte und die
Auflosung schnell von den erdigen Salzen abfiltrirte, wo
sie eine rothbrauno klare Fliissigkeit darstellte. In drei
Probirglaschen vertheilt, wurden folgende Versuche damit
angestellt. Das erste Probchen ward mit essigsaurem
Bleioxyd versetzt. Es entstand ein graulich-gelber Niederschlag. welcher in Essigsaure sich loste, eine braunliche
Wolke hinterlassend. Ehenso verhielt sich ein mit gleichvie1 Thierfibrin der Vergleichung wegen angestellter Versucb. Hierauf hin konnte ich die Gegenwart von Schwefel
nicht fur erwiesen halten, welche aber bei Anwendung
von Nitroprussidnalrium sich sowohl in der zweiten Probeflussigkeit, als in der mil Sauren abgestumpfien kalischen
Losung des Steines vollkommen deutlich durch die bekannten Farbenveranderungen zeigte. Die dritte Proberohre erhielt einen Zusatz von Essigsaure, wobei ein
Pracipitat enistand, welches sich im Uebermaass losle.
Ich trage kein Bedenken, die ausser dem Eiweisse
gefundene grossere Menge einer Proteinverbindung fur
Thierfibrin zu halten, jedoch durfte wohl Casein dazwischen gewesen sein, wenn man an den Ort der Entstehung
der Concretion denkt. Es ist aber nicht moglich, das
Casein in so kleiner Menge Naterials noch nachzuweisen.
Ich wurde nicht so vie1 Zeit und kluhe an die Ermittelung
der Bestandtheile dieser Concretion verwandl haben, wenn
sie nicht zu den grossen Sellenheiten gehorte. blir ist
keine Analyse derselben bekannt und Versteinerungen in
den Zitzen der Hausthiere sollen bis jetzt nur bei Kuhen
beohachtel worden sein. Ein Citat: Schweitz. A r c h fur
Wild,
463
Thierheilkunde, Bd. IV. H. 4. S. 354 sol1 davon handeln,
ich habe mir das Buch aber bis jetzt nicht verschaffen
konnen.
Sonach besteht die in den Zitzen einer Ziege gefundene Concretion aus 40 Proc. anorganischer und 60 Proc.
organischer Materie. An anorganischen Bestandtheilen
wurde vorzugsweise phosphorsaurer Kalk mit wenig phosphorsaurer Talkerde gefunden, sodann Spuren von Eisen,
Chlor und Schwefelsaure, ersteres vom Blur herruhrend,
das zweite wahrschoinlich dem Chlornatrium angehorend
und die Schwefelsaure gewiss zumeist von den Proteinverbindungen abstammend. Die organischen Verbindungen
erwiesen sich als Proleinverbindungen und zwar neben
einer geringen Menge Albumin, vorzugsmeise als Thierfibrin. Wahrscheinlich durfte auch Casein darin vorhanden gewesen sein. so wie denn auch die Concretion nicht
ganz frei von in Aether Ioslichen Bestandtheilen war und
daher Felt. zu ihren Bestandtheilen gehoren mag. Die im
Innern befindlich gewesene Hohlung nebst Canal nach
der aussen sichtbareu nabelformigcn Vertiefung lasst den
Stein als das krankhafte Exsudat einer Druse erscheinen,
welches beim l e l k e n sich losgerrennt und nebst den aus
der Milch aufgenommencn Bestandtheilen zur Bildung des
Steines die Veranlassung gegeben haben mag, was dann
auch von den kleinern Steinen gilt.
-
Ueber einen schwarzen Phosphor ;
von
Dr. Rudolph Wild.
Vor einiger Zeit erhielt ich aus einer Materialwaarenhandlung einige Pfund Phosphor. Derselhe war in einem
Glase befindlich, hatte eine schone, sehr schwach-gelbe
Farbe und das daruber stehende Wasser war hell und klar.
Nach einigen Wochen sollte von diesem Phosphor Gebrauch
Semacht werden, als sich derselbe geschwarzt fand. Die
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