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Untersuchung eines festen Destillationsproducts welches bei Behandlung von Leichentheilen mit concentrirter Salzsure erhalten worden war.

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Untersuchung eines festen Destillationsproducts etc. 2'75
Das Starkmehl . ist geschmacklos, von hellbrauner
Facbe, in Alkohol und Aetber nicht l8slich, ebenso in
W e m Waeser, mit heissem Wasser nach langerem Kb
chen sich scheinbar mehr vermischend als autlosend, so
dass man 8s nicht Kleister nennen kann, und scheidet
sich beim Erkalten wieder aus. Jod farbt es schwach
violett, apater verwudelt sich die Farbe in Braun.
Leider ist es mir hier nicht moglich, Versuche mit den
medicinischen Wirkungen des Anchietias anzustellear, doch
bin ich gern bereit, eine Quantitat davon einem Ante
zu senden, welcher geneigt ware, Beobachtungen w u stellen.
-
Untersuchung eines festen Destillationsproducto,
welches bei Behandlung von Leichentheilen mit
eoneentrirter Salzs8urs erhalten worden war ;
von
Prof. Dr. H. Ludwig und .4. Kromayer
in Jena.
-
Bei der gerichtlich chernischen Untersuchung von
Eingeweiden einer Leiche, die fun€ Monate im Grabe
gelegen hatte, wurde bei der .Destillation der einzelnen
Leichentheile mit reiner Salasaure von 1,14 spec. Gew.
eine krystallinisohe, rothlich - weisse, feste Substans a d
der uberdestillirten Sqhaure schwimmend erhalten. Ein
Theil derselben Substanz fand sich nach Beendigung der
Destillation erstarrt im Retortenhalse. Diese Masse besass den intensivsten Leichengeruch und daneben einen
unter diesen Umstanden hochst widrigen, an gebratene
Zwiebeln erinnernden, susslich ekelhaften Geruch. Die
Masse war ziemlich fest, bltitterig krystallinisch, besass
stark saure Reaction. Ihre Menge betrug gegen 112 Unze.
In 80procentigem Weingeist loste sie sich beim Erwarmen vollstindig auf; die Losung hatte eine hellbraune
Farbe. Beim freiwilligen Verdunsten der alkoholische~
19*
276
Ludwig und gvontayer,
L6enng bemerkte man auf der Oberfllche der Flussigkeit eine bliitterige Krystallisation, wahrend auf der Unterseite der Krystallbliitter und auf dem Boden der Schale
warzige Anhgufungen, iihnlich denen des milchsauren
Kalks, sichtbar waren. Die ausgeschiedenen krptallinischenMassen waren ziemlich weiss, nur noch etwas gelblich. Sie wurden von der stark braun gef6rbten Mutterlauge befreit und rnit destillirtem Wasser gewaschen.
Unter dem Mikroskop zeigten 4ie warzigen Hiiufchen keine Krysttillchen, sondern abermals rundliche’Korperchen; Die Reaction derselben war stark sauer, der
Geruch war weniger intensiv als der der ursprunglichen
Masse. Die Menge der Warzen betrug etwa die Halfte
der uFspriinglichen Substanz j wir bezeichneten .sic rnit
No. 1.
Die stark braungefdrbte spirituijse Matterlauge hatte
nach einiger Zeit eine braune Oelschicht abgeschieden,
die bald darauf zu einer braunen, warzigen, etwas schmierigen Mnsse erstarrte. Auch bei ihr konnten unter dem
Mikroskop keine Krystalle bemerkt werden, sondern dieselben rundlichen Anhaufungen wie bei No.1. Die von
der Mutterlauge getrennte und mit destillitem Wasser gewaschene salbenartige Masse besass einen intensiven Leichengeruch und saure Reaction. Zur WeiterenReinigung
wurde dieselbe in Weingeist gelost und die Lijsung verdunsten gelassen, allein ohne Erfolg. Ee wurde dieselbe
braune schmierige Masse, rnit demselben Qeruch behaftet, wieder erhalten. Wir bezeichneten sie mit No. 11.
Die Mutterlauge von der zuerst ausgeschiedenen braunen Masse war schwach gelblich gefarbt, reagirte stark
Eauer, enthielt vie1 Salzsaure und besass, noch einen merklichen Leichengeruch. Sie wurde mit Barytwasser ge.
l t t i g t und mit No. 111. bezeichnet.
Untersuchung uon No. I.
Der Schmelzpunct dieser Masse lag bei 59OC. Eine Portion derselben wurde mit kohlens. Baryt und Barytwaseer
Untersuchung eines festeia Destiltationspoducts etc. 277
wfiirmt und nach und nach so vie1 des letzteren hinzugefiigt, bis das Gemisch alkalisch blieb. In die weisee
breiige Masse wurde Kohlensauregas geleitet, urn den
iiberschussigen Baxyt zu entfernen. Heisses Waeser nahm
aus der weiseen lllasse gar nichts auf; beisser Weingeist
zog- nur eine geringe Menge eines bradnhh gefarbten
Barytsalzes Bus.
Die Hauptmasse des vorliegenden Barytsalaes war
demnach weder im Wasser noch im Weingeiat loslich.
Das ganze Barytsala nebst dem uberschussigen kohlensauren Baryt wurde mit uberschiissiger Salzsaure erwlrmt, die ausgeechiedene Sliure auf einem Filter gesammelt, gut mit Wasser gewaschen, in ammoniakalischem
Wasskr gelost und mit Chlorbaryum gefsllt. Der erhaltene Niederschlag wurde auf einem Filter gut, ausgewaschen und getrocknet. Wir bezeichneten ihn mit a.
Eine weitere Portion von No. I. wurde sogleich in
ammoniakalischem Wasser gelost, was beim Erwarmen
vollstandig geschah. Die Losung war einem dicken
Schleime iihnlich und schaumte stark beim Schiitteln.
Essigsaures Bleioxyd brachte in einer Probe der Losung
einen starken flockigen Niederschlag hervor, der beim
Erwarmen pflasterartig zusrmmenging. Kalkwasser bewirkte ebenfalls Fallung. Salpetersaured Silberoxyd, damit erwarmt, erlitt keine Reduction.
Die Hauptmenge der awmoniakalischen Losung wurde
niit etwas Wasser verdunnt and mit Chlorbaryum gefallt.
Der erhaltene weisse Barytniederschlag wurde auqgewaschen, getrocknet und mit b bezeichnet.
D a s B a r y t s a l z a. Es war ziemlich meiss und
besass nur noch einen schwachen Geruch. Die Half'te
desselben wurde durch Salzsiiure zeraetzt und die abge.hiedene abgewaschene fette Saure auf ihren Schmelzct untersucht. Sie schmolz bei 64OC.
239 Grm. 'Barytsalz lieferten 0,085 Grm. echwefel'ryt = ,233Proc. Baryt.
278
Ludwig und Krompw,
D a s B a r y t s a l t b h a m eine schwach gelbliche Farbe
und besass einen deutlichen Leichengeruch. Es wurde
fein zerrieben und langere Zeit mit Aether geschiittelt,
sodann auf ein Filter gegeben und wiederholt rnit Aether
ausgewaschen. Es war nun ganz weiss geworden. Ein
Theil des Salzes wurde mit Salzsaure zersetzt und die
ausgeschiedene, gut abgewaschene fette Saure 'auf ihren
Schmelzpunct untersucht. Sie schmolz zwischen 67 und
70OC. Der zweite Theil des Barytsalzes, bei 1OOOC.
getrocknet und auf seinen Barytgehalt untersucht, lieferte
aus 0,144 Grm. O,O+ Grm. kohlensauren Baryt = 22,6
Procent 'BaO; 0,042 Grm. BaO, CO2 gaben 0,045 Grm.
BaO, SO3 = 20,47 Procent BaO. Das Mittel beider Bestimmungen = 21,5 Procent Baryt. ,Beim Verdunsten
des iitherischen Auszuges ,blieb eine kleine Menge gelbbraunen stinkenden Oeles von schwach saurer Reaction,
aber frei von Baryt.
Untersuchung von No. II.
Die Halfte der Substanz wurde in pmmoniakalischem
Wasser gelost. Die Losung war braun gefarbt und weniger schleimig als die von NO. I. Sie wurde mit Chlorbaryum gef&llt. Der gelblich gefarbtc Niederschlag wurde
nach dem Auswaschen und Trocknen gelbbraun. Das
getrocknete Salz hatte einen intensiven Leichengeruch.
Es wurde mit Aether ubergossen, wodurch es gallertartig
aufquoll. Nach mehrstiindiger Einwirkung des Aethers
wurde der letztere mittelst eines Reichardt'schen Filters
Bentfernti die Piltration ging jedoch wegen der gallertartigen Beschaffenheit des Salzes nur langsam un'd unvollsttindig von statten. Der abfiltrirte Aether hinterliess
nach dem Verdunsten etwas eines braunen Oels von intensivem Leichengeruch, schwach saurer Reaction, aber
frei von Baryt.
Ein
.* Theil des braunen Barytsalzes wurde mit F
silure zersetzt ; die ansgeschiedene, ebenfalls braifarbte fette Saure schmob schon unterhalb 400
UnWmdung eines f eaten Destillationspoducts etc. 279
Ein anderer Theil des Barytsalzes wurde bei IOOOC.
getrocknet und auf seinen Barytgehalt untersucht :
0,620 Qrm. desselben gaben 0,165 Grm. BaO, C02 =
20,67 Proc. BaO,
0,165 arm. BaO, CO2 gaben 0,173 a r m . BaO, SO3 =
18,3 Proc. BaO.
Das Mittel beider Zahlen = 19,5 Proc. Baryt.
Urn ein Barytsalz herzustellen, ganz frei von dem
braunen Oele, wurde die andere Hiilfte von No. 11. in
so vie1 Alkohol gelost, dass beim Erkalten die Losung
klar blieb, und diese nun durch Chlorbaryum gefallt.
Der schwach brgunliche Niederschlag wurde gut rnit
Wasser ausgewaschen, dann m i t Aether auf dem Filter
so lange behandelt, bis der ablaufende ABther beim Verdunsten keinen Ruckstand mebr hinterliess. Das Sale
wurde auf diese Weise vollig weiss erhalten und erschien
nach dem Trocknen auch vollig geruchlos.
0,182 Grm. des bei 1000 C. getrockneten Barytsalzes
g&ben 0,056 Grm. BaO, CO2 = 23,84 Proc. Baryt.
0,056 Grm. BaO, C02 lieferten 0,062Grm. BaO, SO3
= 22,36 Proc. Baryt. Mittel beider Zahlen 23 Proc. BaO.
Die Menge des Barytsalzes war zu gering, urn mit
der daraus abgeschiedenen reinen Saure einen Schmelzversuch anstellen zu k6nnen.
Nach dem Verdunsten des iitherischen Auszuges blieb
ein gelbbraunes fettigea Oel zuriick, von intensivem Eeichengeruch und schwach saurer Reaction. Die H&lfte
dieses Oeles, ungefahr 10 Tropfen, wurde mit Salzslure
erwarmt, durch ein mit destillirtem Wasser befeuchtetes
Filter fiItrirt und zum Filtrate verdiinnte Schwefelsiiure
gegeben. Es entstand keine Triibung, das Oel war mithin vom Baryt frei.
Die andere Halfte des LeichenoIs wurde in ein schmelzendes Gemisch von 2 Th. reinen Salpeters und 1 Th.
reinen kohlensauren Kalis eingetragen. Die Schmelze
wurde sodann in destillirtem Wasser gelost, die Losung
dann mit etwas Salpetersgure sngesauert und Chlorbaryum-
280
Untermohumg eines feoten Deotillationsproducts etc.
losung zugefiigt. Es entstand sofort eine ziemlich starke
Triibung von schwefelsaurem Baryt. Das Oel war demnach ein schwefelhaltiges.
Untersuchiing von No. I l l .
Die mit Barytwasser gesiittigte Mutterlauge war bei
gewBhnlicher Temperatur ganz eingetrocknet. Man konnte
in der Salzmasse leicht die bliittrigen Krystalle des Chlorbaryums erkcnnen ; sie besass den Leichengeruch, wenngleich nur in geringem Grade. Einer genauerew Untersiichung konnte dieselbe nicht unterworfen werden, da
ihre Menge zu gering war. Mit Aether ausgezogen, gab
die Masse an denselben etwas von dem oben erwahnten
braunen stinkenden Oele ab. Bei Behandlung der riickstiindigen Masse mit concentrirter Schwefelsiiure . konnte
deutlich ein Geruch nach Buttersiiure wahrgenommen
werden, doch Legleitet von dem stechcnd sauren Geruch
der Salzsaure.
Es ergiebt sich aus den mitgetheilten Versuchen,
dass das fette Destillationsproduct der Leichentlieile ein
Gemengc aus Stearindure und Palinitinslure war, stinkend gemacht durcli ein braunes, schwefelhaltiges, mit
Basen sich nicht verbindendes atherisches Oel.
Das Barytsalz der Stearinsaure = RaO, C 3 6 H 3 5 0 3
verlangt 21,s Proc. Baryt. Abep das mit Aether gereinigte B a r y ~ a l zvon No. I. b. gab im Mittel 21,5 Procent
Baryt. Der Schmelzpunct der Stearinsaure ist 690 Cels.,
der Schmelzpunct der Slure des Salzes I. b. lag zwischen
67 und 70OC.
Dm Rarytsalz der Palmitinsaure = BaO, C32H3103
verlangt 23,5 Proc. Baryt. Das mit Aether gereinigte
Barytsalz von No. 11. enthielt 22,36 bis 23,84 Proc. Haryt.
Dass der Schrnelzpunct der Saure aus dem nicht mit
Aether gereinigten Salze No. 11, so niedrig gefunden wurde,
ist aus der Verunreinigung derselben mit Leichenol zu
erkliiren.
Ueber die Natur dieses Oeles konnten wir keine
weiteren Aufschliisse erhalten, und durfen wir nur 80
Schlossberger, Fibroin u. Subitanz des Badeschwamms. 281
viel behaupten, dass es der Trager des Leichengeruchs
is* und in die Gruppe der schwefelhaltigen atherischen
Oele geh6rt.
YYL
Ueber Fbroin und die Substan des Badeschwamms;
von
J. S c h l o s s b e r g c r *).
C r o o k e w i t betrachtet (Ann. d. Ch.u. Ph. XL VIIX
43-56), vornehmlich auf Grund von Elementaranalysen,
die Hauptsubstmz des Badeschwamms als denselben Stoff,
welcher in den Seidenfaden vorkommt und ale E'ibroin
bekannt ist, nur dass derselbe in dem Schwamme noch
mit kleinen Mengen von Jod, Schwefel und Phosphor
verbunden sei, welche in dem Seidenfibroin fehlen. Be
reits in meiner vergleichenden Thierchemie (Band I.
Abth. A . S. 259) hibe ich Zweifel hiergegen geaussert. Die
neuen merkwiirdigen Losungsmittel der Seide, das Kupferoxydainmoniak und das Nickeloxydulammoniak, waren
mir sehr willkommen, iiber diesen Gegenstand einige experimentelle ,Vcrgleichungen anzustellen ; beweisen doch
J3lementar:malysen in solchen Fragen allein nicht viel,
und gab noch dazu die Verbrennung des gereinigten
Radeschwamms C r o o k e w i t und P o s g e l t nicht unerhebliche Abweichungen im Gehalt derselben an Kohlenstoff.
Rohe gleich wie ausgekochte Seide qiiillt in den
genannten Keagentien iiberaus schhell und stark auf und
lost sich kurze Zeit darauf; die Farbe der Seidelosung
ist bei CuO, H N blau, i n s Violette, bei dem NiO, H3N
gelbbraun. Der gewohnliche Badeschwamm hingegen erleidet in beiden Reagentien, auch wenn sie ganz frisch
und mit, den schweren Metalloxyden moglichst gesiittigt
angewendet werden, d u r ch a u s k e i n e entsprechende
Veriinderung; selbst nach sechswachigem Liegen darin
konnte weder das Mikroskop, noch das blosse Auge irgend
*) Vom Hm. Verfwer im Separatabdruck eiagesandt.
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