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Zur Analyse der Frauenmilch.

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Zur Ana1yr;e der Frauenmilch.
Oel abzuscheiden, dann auf 16 Unaen mit einer Unze Weinsaure versetzt und 24 Stunden zur Abscheidung von Weinstein bei Seite gestellt. Nachdetn filtrirt worden, setzt man
1 1/4 Unze geloschten Kalk und 3 Unzen Thierkohle zu und trocknet im Wasserbade ein. Der Rucketand wird mit kochendem
absoluten Alkohol ausgezogen, bis man 24 Unzen Fliissigkeit
erhalten hat, die durch Destillation auf 6 Unzen reducirt
werden, worauf sich beim Abkiihlen ein Antheil M y k o s e
abscheidet. Die davon abfiltrirte Fliissigkeit giebt, mit einem
gleichen Volum Bether gemischt, einen weissen, flockigen
Niederschlag von E c b o l i n , welches, auf einem Filter gusammelt, nach dem Verdunsten des Aethers alsbald zerfliesst und
braun wird. Es reagirt stark alkalisch nnd fdllt Molybdanphosphorsaure und Quecksilberchlorid.
Von der atherischen Fliissigkeit, aus welcher das Ecbolin niedergeschlagen- worden ist, wird der Aetker abdestillirt, dann concentrirt man auf 1 1/2 Unzen und mischt niit
dem doppelten Volum wasserfreien Aether , wodurch sich
das E r g o t i n in halbfliissigem Zustande abscheidet. In
Wasser gelost, lasst es sich durch Molybdanphosphorsaure
und Tannin, nicht aber durch Quecksilberchlorid fallen.
Dieser Process griindet sich auf die Loslichkeit der Mutterkornalkaloide in A l k o h o l und d e r e n U n l o s l i c h k e i t
i n A e t h e r . Absoluter Alkohol ist anzuwenden wegen der
grossen Hygroskopicitat der Alkaloi'de und der geringen Loslichkeit des Zuckers in diesem Losungsmittel. Die Weinsaure
dient zur Abscheidung der im Mutterkorn enthaltenen Kalisalze , das Kalkhydrat zur Entfernung von T r i m e t h y 1 a m i n und Bindung von P h o s p h o r s a u r e , E r g o t i n s a u r e , F a r b s t o f f und i i b e r s c h i i s s i g e r W e i n s l u r e ,
SO dass die Alkoholsolution schliesslich fast nur die reinen
Alkaloi'de enthalt. (The Pharmucist and Chem. Record. Vol. V.
Nr. I. January 1872. p. 8.).
WP.
Zur Analyse der Frauenmilcli
lieferte A. S c h u k o f f s k y einen werthvollen Beitrag. Viele
Methoden sind moglich und auch empfohlen w-orden , um Milch
zu analysiren. hllein bei Untersuchung der F r a u e n m i 1c h
sind sie meistens ungeniigend. Letztere macht mehr Miihe
bei ihrer Analyse, als andere Milch. Lange Zeit hielt man
die Frauenmilch fur eine im chemischen Xinne der Miloh der
Arch. d. Pharm. CC. Bds. 3. Heft.
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Zur Analyse der Frauenmilch.
Thiere ahnliche Flussigkeit , welche sich von diesen nur durch
die relative Menge ihrer Bestandtheile unterscheide. Aber
die nahere Bekanntschaft mit der F r a u e n m i 1c h bewies,
d a s s d a s Case'in d e r s e l b e n s i c h chemisch v o n dem
Case'in s a m m t l i c h e r T h i e r m i l c h a r t e n u n t e r s c h e i d e t , wie aus den Untersuchungen B i d d e r t ' s zu ersehen
ist (Untersuch. uber d. chen~.Unterschiede dcr Menschen - und
Kuhmilch. Inaugural- Dissertation von Ph. B i d d e r t , Giessen,
1869). Aus denselben ergab sich, dass die Frauenmilch
nicht, wie die Milch sammtlicher Thiere durch jedes Reagenz
gerinnt. Diese Nichtgerinnbarkeit der Frauenmilch vereitelt
sammtl. Methoden , die zur Analyse anderer Milch angewandt
werden. So z. B. ist es sehr leicht, vermoge der Methode
von H o p p e - e y 1 e r das Casein der Kuhmilch durch Kohlensaure zu bestimmen, sehr schwer hingegen bei der Frauenmilch. Kuhmilch gerinnt sogleich und gestaltet sich, sobald
man auf bekannte Weise Essigsaure hinzufugt und Kohlensaure hindurchleitet, zu einer sehr gut filtrirbaren Flussigkeit. Die Frauenmilch hingegen lasst keine Gerinuung zu,
weder durch Hinzui'ugung von Essigsaure, noch durch Hindurchleiten von C02, und obgleich die damit behandelte Fliissigkeit sich anfangs filtriren liisst, so ist dennoch das Filtrat
triibe, und weun es auch binnen kurzer Zeit klarer wird, so
erfolgt dies so zogernd, dass zur volligen Filtration 1 oder 2
Tage erforderlich sind.
In den ,,medic. c h e m . U n t e r s u c h . " von H o p p e S e y l e r (1867, 2. Heft. S. 272) ist eine andere Nethode von
T o 1m a t s c 1i.ef f fur die Casein - Abscheidung aus der Frauenmilch vorgeschlagen worden , nemlich die der Uebersattigung
der Nilch mit B i t t e r s a 1z. Allein auch durch diese Methode
gelang es S c h u k o f f s k y nicht, einen guten Erfolg zu erzielen; ebenso schlug sie bei B i d d e r t (a. a. 0. S. 29), der
yon ihr Gebrauch machen wollte, fehl.
Auch fur die Bestimmung der M i l c h f e t t e giebt es
viele, aber gleichfalls nicht zullngliche Methoden. A19 die beste
derselben wird die von H a i d i e n angenommen , welche darin
besteht, dass man in ein bestimintes Quantum Milch eine
gewisse Menge von G y p s schuttet , die Blischung trocknen
lasst, zerreibt und dann mit Aether behandelt. Jedoch auch
diese Nischung giebt ihr Fett nicht vollstandig an Aether ab, wie
schon B i d d e r t nachwies (a. a. 0. S. 45). Uebrigens mnchte bereits T r o m m e r auf die Unbeqnemlichkeit des Gypses zur
Anelyse der Nilch aufmerksam ( T r o m m e r , die Priifung der
Kuhmilch, Berlin 1859, S. 4) und empfahl statt dessen den
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Zur Analyse der Frauenmilch.
Gebrauch von M a r m o r. Allein weder Gyps nocli Marmor
gaben S c h u k o ff s k y die Moglichkeit, die mikroskopischen
Pettkiigelchen von ihrer Case’inhiille zu befreien, um dem Aether,
der zur Losung des Fettes dient, Zugang zu verschaffen.
Desshalb ist zur Bestimmung des Fettes die Methode von
H o p p e - S e y 1e r vorzuziehen ; sie besteht darin , dass *man
zu dem gegebenen Quantum Milch eine A e t z k a 1i I o s u n g
hinzufiigt , wodurch die Auflosung der Case‘inhiillen bezweckt
wird und alsdann das dadurch blossgelegte Fett in dem
hinzugefugten Aether aufgelost, emporsteigend, die oberste
Schicht der Fliissigkeit bildet , sodass es sehr leioht entfernt
werden kann.
Ein Fehler dieser Methode besteht darin, dass das Aetzkali durch den Milchzucker eine briiunliche Farbung der
Aether - Fettschicht bewirkt , in welcher nicht allein das Fett,
sondern auch die durch Aetzkali gebildeten , farbigen Milchzuckerproducte suspendirt sind, was . auf das Resultat der
Analyse von ublem Einfluss ist; uberdies bewirkt eine solche
Aetzkalilosung eine Yeranderung des Fettes selbst.
Wenn man die Einwirkung des Aethers auf Frauenmilch
verfolgt, so bemerkt man, dass beim Durchriihren beider die
Milch, falls sie frisch ist, sich nicht mit dem Aether vereinigt.
Nur bai anhaltendem Durchriihren und bei Anwendung einer
nicht frischen (bereits einige Tage alten) Milch erhalt man
eine homogene Fliissigkeit, die halbdurchsichtig, dick und frischgekochtem Starkekleister ahnlich erscheint. Lasst man sie
einige Tage stehen, so bilden sich darin 2 Schicbten: eine
obere, dicke, dem abgekiihlten Stirkekleister ahnliche und
eine untere, wassrige, opalisirend - durchsichtige. Bei langerem
Stehen wird die obere Schicht immer geringer und dicker
und die untere immer bedeutender und durchsichtiger. Giesst
man zu der Mischung eine hinreichende Menge starken Weingeists (solchen von 90 bis 97 Vol. O i 0 ) , so gerinnt sie schnell
iind es entstehen in ihr weisse Elocken von geronnenem
Case’in, die sich am Boden des Gefasses absetzen, und das
Fett schwimmt tropfenformig, fettaugenartig , oben auf, oder
ist bei fettarmer Milch ganz verschwunden.
I n Folge dieses Verhaltens des A e t h e r - A 1k o h o 1s
zur Frauenmilch machte Schukoffsky von letzteren zur Bestimmung des Fettgehaltes in dieser Milch Gebrauch. Er setzte
zu 20 bis 25 CC. Milch 20 bis 25 CC. = 18 bis 20 Grm.
Aether, durchriihrte beide und vermengte mit 30 bis 35 Cc.
starkem Weingeist. Oder er bediente sich einer schon fertigen
Misohung &us Aether und Alkohol und goss darein eine be:
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Zur Analyse der Frauenmilcb.
stimmte Milchmenge. Als nun das Casei'n z u r Gerinnung
gelangte, liess er dieses Gemisch 10 bis 24 Stunden Iang
stehen. Alsdann hatte sich auf dem Boden und an den
Wanden des Gefisses 31 i 1c h z u c k e r in Form durchsichtiger,
glanzender , gut geformter, kleiner Xrystalle abgeschieden.
Beih Piltriren blieben die Casefnflocken und die Zuckerkrystalle auf dem Filter. Dieses wurde sorg6ltig mit Aetheralkohol gewaschen, worauf das Casei'n im getrockneten ZUstande p u 1v e r f o r m i g , m e h 1a hn 1i c h erschien. Nun wurde
vom Filtrate auf dem Wasserbade der Aether abdestillirt,
der Riickstand in eine Glasschale gegeben, auf ein Wasserbad gestellt , um den Weingeist zu verdampfen , wobei Sieden
und Aufbrausen vorsichtig vermieden werden miissen, um
Verluste zu vermeiden.
Die vom Weingeist befreite Fliissigkeit zeigt einen specifischen, n i c h t widrigen Geruch.
Gleich darauf wurde die abgekuhlte Fliissigkeit, wiederum mit Aether vermengt, in einen mit Hahn versehenen Glastvichter gebracht, wo sich das Fett, mit dem Aether verbunden, von der Fliissigkeit trennte und in ein vorher dazu '
tarirtes Becherglaschen gebracht werden konnte. Hier erfolgte
nun die vollige Verdunstung des Aethers, worauf das im
Becherglaschen hinterbliebene reine Fett in einem Luftbade
bei ZOOo C. getrocknet wurde. So konnte schliesslich die in
der behandelten Milch eingeschlossene Fettmenge genau bestimmt werden (Berichte d. deutsclb. chem. Gesellsch. zu Berlin
worn 26. Pebr. 1872, Nro. 3 , S. 75-77.). *
H . L.
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